Überrührter Honig

  • :-? 
    Hallo,


    letzes Jahr floss zum ersten Male Honig aus meiner Schleuder. Also ich bin ziemlich frisch dabei...
    Bloß jetzt keinen Fehler beim Rühren bzw. Abfüllen machen, dachte ich; und schon war`s passiert. Meinen letzen Honig bekam ich nur noch mit dem Meser aus dem Glas! Zu kurz gerührt kam es mir und wollte jetzt denselben Fehler nicht ein zweites Mal begehen. Und was habe ich nun??
    Vermeintlich überrührten Honig, schätze ich! Bereits abgefüllt wird er überhaupt nicht fest..! So möchte ich meinen Frühjahrsblütenhonig nicht anbieten, enthält er doch eine Menge Raps und sollte cremig aus dem Glas. Wer kann mir weiterhelfen? Gibt es überhaupt noch eine Möglichkeit ihn zu verfestigen?

  • Unser Frühlingsblütenhonig wurde zum Weihnachtsmarkt hin fest - ohne Rühren. Es muß nichts bedeuten, wenn der Honig nicht direkt fest wird. Gerade bei den Blütenhonigen kann es von Jahr zu Jahr unterschiedliche Zusammensetzungen geben und schon ist das Kristallisationsverhalten anders.


    Eine Möglichkeit wäre, den Blütenhonig mit etwa 10% bereits cremigen Rapshonig zu "impfen". Das Kristallisationsverhalten überträgt sich dann.

  • Hallo Johannes,


    die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, welche dem "überrührten Honig" seinen Namen gaben, habe ich leider nicht parat. Soweit ich das beur-teilen kann, tritt nach zu langem Rühren ein Zustand ein, welcher den Kristallationsvorgang stark hemmt und der Honig nicht mehr fest zu werden scheint. Ich merkte es leider erst, als der Honig bereits im Glas war. Sein Geschmack wird wohl nur in seltenen Fällen darunter leiden;
    die Konsistenz jedoch bleibt weit unter dem, was sich der Kunde wünscht.
    Es sei denn, Du beabsichtigst das Beste aus der Wabe in der Langnese- Tube anzubieten..., der wird nämlich gar nie mehr hart! Aber das hat andere Gründe!
    Früher rührte man noch mit einem Dreikantholz. Das war wohl sehr schweißtreibend! Dafür sprach, dass man seinen Honig nur sehr schwer, wenn überhaupt überrühren konnte.


    Gruß,


    Andres

  • Hallo,
    Wenn Honig noch unmittelbar vor dem Festkristallisieren noch gerührt wird, werden die Kristalle zerrieben und können dann keine feste Struktur mehr bilden. Man erkennt es daran, dass kristallisierter Honig sehr cremig bleibt und eventuell noch läuft.
    Bei sehr trockenen Blütenhonig ergibt sich optimale Streichfähigkeit bei stabiler Konsistenz.
    Wenn der Wassergehalt aber über c.a. 17% ist und wenn ein größerer Anteil an Fruchtzucker im Honig ist, kann es nach einiger Zeit dazu kommen, dass sich der Honig oben flüssig absetzt und früher oder später in Gärung übergeht.
    Wenn Honig bei normaler Lagerung ohne Wärmeschädigung lange flüssig bleibt liegt es meistens an der Sorte.(viel Fruchtzucker, z.B. Akazie, Wald oder Kastanie.
    Viele Grüsse, Hermann Mehl