Stechlustiger Kunstschwarm

  • Liebe Imkerfreunde,


    ich besitze seit knapp 3 Wochen 2 Buckfast Kunstschwärme. Sie haben sich durch Füttern prächtig entwickelt. (4 verdeckelte Brutwaben), und waren bis jetzt sehr ruhig. Aber seit 3 Tagen sind sie sehr stechlustig, und ich mußte erstmals mit kompletter Schutzausrustung arbeiten. In jedem Handschuh steckten ca. 10 Stachel.
    Ist so etwas normal, liegt es an der Hitze in den letzten Tagen, oder habe ich "Stecher erworben"?


    Ich wünsche allen Bienenfreunden schöne Pfingsttage


    Lutz

  • Hallo, Lutz,
    nein, bei DEM Wetter sind fast alle nicht gut drauf! Daß die Stachel in den Handschuhen sitzen, ist allerdings eher ungewöhnlich; zumindest bei mir ist das bevorzugte Ziel der Kopf-Hals-Bereich, wenn sie denn meinen, mich pieksen zu müssen.
    Warte mal noch ein paar Wochen und geh bei besserem Wetter dran... :lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Hallo Lutz :D ,


    sind Deine Zeitangaben korrekt? Oder könnte es vielleicht sein, dass jetzt die erste eigene Brut der Weiseln geschlüpft ist und sich als üble Stecher outet? Die anderen Bienen des Kunstschwarmes stammen ja von anderen Weiseln ab und haben deren Eigenschaften geerbt.


    Wenn Du vom Ei bis zum fertigen Insekt 21 Tage rechnest könnte das so ungefähr hinkommen, wobei ganz junge Bienen nicht sofort ihre Waffen einsetzen.
     :wink:


    Gruß Bernd-Frank

  • Hallo,


    könnte natürlich sein, dass die Königin spitze Arbeiterinnen produziert. Eine andere Möglichkeit ist einfach das Alter der gelieferten Bienen. Die werden jetzt schon langsam etwas alt und die alten Tanten sind meist angriffslustiger als ganz jung geschlüpfte. Besonders weil sie ja nun drei Wochen auch keinen Nachschub bekam. ich würde die Sache beobachten und in etwa zwei Wochen nochmal die Völker beurteilen. Dann dürfte die erste Brut komplett geschlüpft sein. Sollte es sich dann um eine "stechlustige Königin" handeln, dürfte sich die Sache verschlimmern ansonsten wirds besser. Auch eine Abnahme der Bienenmasse ist bei einem Kunstschwarm zunächst übrigens ganz normal. Auch das kann u.U. eine erhöhte Verteidigungsbereitschaft kurzzeitig fördern.


    Sollte sich es nicht bessern, gibts eigentlich nur die Möglichkeit die Königin auszutauschen.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Bernd-Frank schrieb:

    sind Deine Zeitangaben korrekt? Oder könnte es vielleicht sein, dass jetzt die erste eigene Brut der Weiseln geschlüpft ist und sich als üble Stecher outet? Die anderen Bienen des Kunstschwarmes stammen ja von anderen Weiseln ab und haben deren Eigenschaften geerbt.


    Wenn Du vom Ei bis zum fertigen Insekt 21 Tage rechnest könnte das so ungefähr hinkommen, wobei ganz junge Bienen nicht sofort ihre Waffen einsetzen.


    Gruß Bernd-Frank


    Nein, wenn die Zeitangaben halbwegs hinhauen, dann paßt das ganz und gar nicht. Junge Bienen sind nicht agressiv, für die Verteidigung des Stocks sind ihre älteren Kolleginnen verantwortlich. Und die Nachkommenschaft der neuen Königin dürfte erst in gut einer Woche so weit sein, die Stachel zu wetzen.


    Ich denke deshalb, daß die "Stecher" aus den Reihen der Kunstschwarmbienen stammen, die noch nicht von der neuen Königin abstammen.


    Ich habe übrigens in der Vergangenheit schon mehrfach bemerkt, daß es anscheinend Bienenvölker gibt, die regelrecht "explodieren" können. Normalerweise sind sie recht friedlich, aber sobald einige Arbeiterinnen gestochen haben ist der Teufel los. Daß der Rest des Volkes alarmiert wurde, kann man dann sogar richtiggehend riechen. Daß die Handschuhe Ziel weiterer Atacken waren, kann man sich leicht erklären. Sie wurden durch die Duftstoffe "markiert".


    In so einem Fall macht es Sinn, mit sehr viel Rauch zu arbeiten und ein zu agressives Volk vorübergehend wieder zu schließen, damit es sich beruhigen kann.


    Eventuell hat ja der Verkäufer einige Völker aufgelöst, mit denen er unzufrieden war. Das Wetter spielt sicherlich eine nicht unbedeutende Rolle, außerdem die Trachtlage


    Grüße


    Ulrich