Gesundheitszeugnis und Umzug im Januar

  • Hallo zusammen,


    wegen eines privaten Umzugs dürfen auch die Bienen mit umziehen und neue Gegenden erfliegen. Leider habe ich im vergangenen Jahr kein Gesundheitszeugnis mehr eingeholt, sodass das jetzt vor dem Umzug fällig wird. Wegen der Jahreszeit habe ich von mehreren Altimkern / Paten zwei Meinungen gehört:


    Meinung 1: Der Winter ist die beste Jahreszeit für den Umzug. Kein Flugverkehr, die Bienen fliegen sich danach eh neu ein. Probenziehung für das Gesundheitszeugnis geht schnell und ist, sofern es nicht zu kalt wird, als einmalige Störung im Volk vertretbar.


    Meinung 2: Zurzeit sollte kein Umzug stattfinden. Die Probenziehung für das Gesundheitszeugnis stört den Bien erheblich, er muss viele Ressourcen aufwenden, um danach das Beutenklima wieder herzustellen. Außerdem ist ein Umzug im Winter nicht ungefährlich: Wenn durch die Erschütterungen die Wintertraube auseinander fällt, kann es sein, dass die Bienen nicht wieder zurück in die warme Wintertraube kommen. Daher lieber bis zu den wärmeren Tagen Anfang März warten.



    Wie seht Ihr das? Was sind eure Erfahrungen? Bin gespannt auf einen Austausch!

  • Nr. 2!!!

    Alles andere ist jetzt Unfug.

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Moin, moin,


    Probe ziehen kann man jetzt, wenn die Beuten nicht gerade zugefroren sind. Beim Transport würde ich auf die Meidung heftiger Erschütterungen achten. Für winterstarke Völker dürfte das ok sein. Bei eigentlich zu kleinen Wackelkandidaten kann das ein Problem sein.

    Bis März zu warten, mit dem Umzug, ist natürlich auch möglich, aber dann findet sich bestimmt jemand, der besorgt ist, weil sie sich in der Durchlenzung befinden...

    Wie weit verziehst Du denn?

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Dazwischen gibt es doch Lösung 1,5. Umzug im Winter, aber wenn es nicht so kalt ist wie im Moment. Derzeit hat es bei mir auch tagsüber unter 0°C. Da würde ich die Kisten nicht mal anrempeln wollen.
    Wenn es warm genug ist, dass einzelne Bienen fliegen, kannst du sicher auch eine Probe nehmen und nach dem Ende des Flugverkehrs den Umzug machen und den Vorteil des Winterumzugs mitnehmen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Lass die Finger zur Zeit davon, es bringt nur Unruhe in de Völkern.

    Die probe muss von mehreren Futterwaben genommen werden um zu ein relevantes Ergebnis zu kommen, nur mal so ?? wehre sehr Fragwürdig.

    Jürgen der selbst über Jahrzehnte als BSS / BSV gearbeitet hat.

    Gruß Jürgen

  • Bei uns würden die Veterinäre wahrscheinlich die Beprobung ablehnen, da sie Proben immer brutnestnah nehmen... Und tröste Dich, ein Gesundheitszeugnis gilt bei uns auch nie über den Jahreswechsel hinweg.


    Einen Umzug beim aktuellen Wetter per PKW/Anhänger und das vielleicht noch über Stunden würde ich auch nicht riskieren wollen. Du schreibst nichts zur Entfernung und zu den "Enddaten": Ist es denn überhaupt ein Problem, bis zur ersten Tracht/warmen Wetter zu warten?

  • Ich habe ein Gesundheitszeugnis letztes Jahr im März bei ca. 10 Grad machen lassen. Da meinte der BSV, dass er seine Beuten bei der Temperatur nicht öffnen würde. Von daher tendiere ich auch zu Nr. 2.

  • Die Frage ist eher, wie weit ist der Unzug? Probenziehen ist nicht das Problem. Eine paar km Wandern, würde ich mir keine Sorgen machen, 50 km dagegen schon.


    Also evtl. jetzt die Probe ziehen und dann mitm Reinigungsflug Abwandern.

  • Nr. 2 (eigene Erfahrung). Ich musste meine Bienenvölker auch mal im Februar über 500km umziehen und vorher Proben für das Gesundheitszeugnis ziehen lassen. War alles kein Thema für die Bienen (am neuen Standort lag sogar Schnee). Alle haben gut ausgewintert und in dem Jahr ca. 50kg Honig produziert.


    Und das obwohl der BSV ziemlich geschimpft hatte und zu mir beim Probeziehen meinte „wollen wir erstmal schauen, ob die Völker überhaupt noch leben“. Nach der ganzen Aktion meinte er, dass die Völker echt toll aussehen.

    ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland