Drohnen-Rezepte - wer kennt welche?

  • Hallo zusammen,

    wer sich absolut vor Insekten-Essen ekelt, sollte jetzt besser aufhören zu lesen. ;)

    Auf der Suche nach Rezepten für Drohnenbrut, bin ich in diesem Forum auf den etwas älteren Thread "Drohnenmaden zubereiten" gestoßen. Leider gibt es dort keine Rezepte, sondern eine Menge ablehnender Kommentare (das ist natürlich nachvollziehbar, in unserem Kulturkreis) und eine sehr anregende Diskussion, wie man die Drohnenbrut aus der Wabe ernten kann.. Daher würde ich die eigentliche Frage gerne noch einmal stellen, vielleicht hat ja der ein oder andere inzwischen etwas ausprobiert und kann ein gutes Rezept weiterempfehlen?


    Ich hätte vor einigen Jahren auch noch nicht im Traum daran gedacht, Drohnenbrut zu essen, aber ich fand schon immer, dass sie im Dampfwachsschmelzer sehr gut gerochen hat und schließlich ist es eine wertvolle Eiweißquelle. Mein Mann und ich haben sie irgendwann todesmutig mit sehr viel Überwindung in Butter gebraten probiert. Nach dem ersten Bissen waren wir beide begeistert, und seitdem gibt es bei uns in der Familie ca. 4-5 mal im Jahr Salat mit gebratenen Drohnen. Auch Freunde haben schon probiert und waren sehr angetan.


    Wer es (in der kommenden Saison) einmal probieren möchte, hier mein Rezept für Drohnen als Salat-Highlight:

    - Drohnenwabe direkt nach der Entnahme aus dem Bienenstock einfrieren (mind. 2 Tage lang).

    - Drohnenwabe im gefrorenen Zustand zerbröseln und die Drohnenpuppen herausfischen, solange sie noch gefroren sind. Es müssen schon Puppen sein, die kann man besser braten als Larven. Es ist egal ob sie komplett weiß sind oder schon rosa oder lila Augen haben - schmecken alle gleich gut. Hier muss man schnell sein - wenn die Puppen auftauen und zu lange in der Wärme liegen, verderben sie. Als Zutat zum Salat sollten es ca. 20-30 Drohnen pro Person sein. Ich mache diese Fieselarbeit immer im Winter auf der Terasse, da bleiben die Puppen gefroren und ich kann sie direkt in Gefrierbeuteln portionsweise wieder in die Gefriertruhe packen.

    - Die (noch gefrorenen) Drohnenpuppen ganz fein mit Mehl bestäuben und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze mit etwas Butter oder Öl anbraten (ca. 5-10min), dabei häufig vorsichtig wenden, bis sie alle braun und knusprig sind. Mit etwas Salz und wer es mag einem Tropfen Honig würzen.

    - Direkt aus der Pfanne heiß neben den Salat geben und servieren. (In dem Zustand sehen sie kaum noch aus wie Insekten, eher wie Mikro-Fischstäbchen.)


    Ich habe auch schon mehr Rezepte probiert - bspw. Drohnenbrut als Hackfleisch-Ersatz - das hat aber nicht so toll funktioniert. Daher wäre ich sehr froh, wenn vielleicht noch jemand Anregungen hat.


    So, den Beitrag hab ich jetzt extra Abends geschrieben, nicht, dass ich jemandem vor dem Essen den Appetit verderbe ;)

    Lavinia

  • Es gab mal ein Kochbuch, das hieß ,,Köstliche Insekten". Neben interessanten Infos bzgl Vergleich der Nährwerte (v.a. Protein) zu hierzulande eher verwendeten Fleischsorten wurden dort auch Rezepte aufgeführt. Mit etwas Glück findest du es sicher im gut sortierten Buchhandel oder online.

    Bon appetit!

  • Hallo Mati,

    vielen Dank für den Tipp, hab gerade mal geschaut - das Buch gibt es noch, und auch noch einige andere Insektenkochbücher, die interessant ausschauen. Meist kochen die mit den "käuflichen" getrockneten Insekten - Heuschrecken, Mehlwürmer, Grillen usw.,, aber mal sehen, vielleicht lässt sich das ein oder andere auf die Drohnen übertragen.

    Hast du mal ein Rezept probiert?

    (Komisch, Heuschrecken, Mehlwürmer und Grillen fände ich immer noch etwas abschreckend - wer weiß mit was die gefüttert werden...)

  • Ich hab lediglich mal Grashüpfer in Senfsoße gebraten, da muss man aber mit kleiner Temperatur arbeiten, sonst werden sie schnell zu knusprig. Das war allerdings ein improvisiertes Rezept.

    Und im Mescal eingelegt schmecken die Maden noch besser ;) Evtl kannst du ja mal eine in Bärenfang einlegen. Nur zum Verkauf dürfte es lebensmittelrechtliche Hürden zu nehmen geben.

    So oder so eine interessante Art, die Drohnenbrut zu verwerten, so man denn schneidet :)

  • Oh, vielen Dank für den Link - das klingt sehr gut - frittierte Drohnen - werde ich ausprobieren ^^

    Sester schreibt auch, dass man sie vorher kochen muss, damit sie fest werden - vielleicht hilft das ja bei meinem Drohnen-Burger-Versuch weiter. Ich werde berichten.

  • Ich hab lediglich mal Grashüpfer in Senfsoße gebraten, da muss man aber mit kleiner Temperatur arbeiten, sonst werden sie schnell zu knusprig. Das war allerdings ein improvisiertes Rezept.

    Und im Mescal eingelegt schmecken die Maden noch besser ;) Evtl kannst du ja mal eine in Bärenfang einlegen. Nur zum Verkauf dürfte es lebensmittelrechtliche Hürden zu nehmen geben.

    So oder so eine interessante Art, die Drohnenbrut zu verwerten, so man denn schneidet :)

    Alle Achtung, an Grashüpfer hab ich mich noch nicht herangetraut. Sollen aber angeblich auch gut sein.

    Zum verkaufen ist mir die Ernte auch noch zu mühsam, obwohl es unter meinen Honigkunden den ein oder anderen Interessenten gibt. Aber die Drohnen müsste man dann tiefgefroren übergeben - und legal ist der Verkauf sicher gar nicht erlaubt - noch nicht mal als Hühnerfutter. Schade eigentlich, Tonnen von wertvollem, leckerem Eiweiß, die jedes Jahr entsorgt werden.

  • Drohnenwabe direkt nach der Entnahme aus dem Bienenstock einfrieren (mind. 2 Tage lang).

    - Drohnenwabe im gefrorenen Zustand zerbröseln und die Drohnenpuppen herausfischen, solange sie noch gefroren sind.

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    Ich mache diese Fieselarbeit immer im Winter auf der Terasse, da bleiben die Puppen gefroren und ich kann sie direkt in Gefrierbeuteln portionsweise wieder in die Gefriertruhe packen.

    Für die einfachste, schnellste, und schonenste Verarbeitung würde ich ganz frische Drohnenwaben komplett für wenige Minuten in kochendes Wasser geben, Larven/Puppen mit dem Schaumlöffel abschöpfen, und diese direkt in Eiswasser geben. - Also praktisch blanchieren/vorgaren. - Abtropfen lassen, gleich weiterverarbeiten, oder protionsweise einfrieren. - Wasser auskühlen lassen, und Wachsdeckel abnehmen.


    Auf dieses Kochbuch hier bist du vielleicht schon gestoßen: "Beezza! The Honeybee Cook-Book"


    Und hier ein Suppenrezept: Bee Larvae/Pupae - Hachinoko, Potato & Turmeric Soup


    Und vielleicht hier ergänzend: Kochen mit Bienenwachs

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  • Hallo Bernd, freut mich sehr, dass du es ausprobieren magst - die sind wirklich lecker, kein (April-)Scherz :)

    Irgendwo habe ich gelesen, dass in Asien das "Rosa-Augen-Stadium" als besonders gut gilt, aber ich konnte bisher noch keine Unterschiede feststellen.

  • Das sind ja super interessante links, die ihr da kennt, vielen Dank!

    Von dem Schweizer Daniel Ambühl habe ich schon einmal einen interessanten Vortrag zum Thema Drohnen als Nahrungsmittel gehört, wusste aber nicht, dass er jetzt schon ein Kochbuch dazu in zweiter Auflage hat - super, das ist ja genau das was ich suche!


    Und den österreichischen Koch muss ich mir auch mal genauer ansehen, Zitat: "In seiner Küche blanchiert, trocknet und frittiert Richard Rauch nun dieses Nebenprodukt aus der Imkerei. Und so kommen zur Bienenwachssauce auch noch Bienengrammeln."

    Bienengrammeln klingt doch auch gleich viel netter, wenn man das irgendwo anbieten möchte ;)


    Ja, meine Fieselmethode ist sicher noch verbesserungsbedürftig. Der Vorteil ist halt, dass nur die Drohnen ohne jegliches Wachs und Kokons rauskommen. Aber wenn ich mir die ganzen Videos anschaue, bin ich da wahrscheinlich noch zu pingelig. In Asien wird die komplette Wabe gekocht, und Richard Rauch hat das Wachs ja sogar als extra-Zutat entdeckt.


    Hmm, das verspricht ein kulinarisch interessantes Jahr zu werden 8)

  • Wenn du möchtest kannst du im Netz auch nach "Hachinoko" suchen. In Japan wirst du ein paar Rezepte finden, auch ungewöhliche. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

    :D Das schaut ja nach noch mühsamerer Arbeit aus!

    Allerdings sind das auf dem Bild eindeutig Larven, keine Puppen. Hmmm, die habe ich bisher noch nicht hinbekommen, die sind super-fragil und bei der kleinsten Berührung Brei. Vielleicht doch mal erst Blanchieren...