Entdeckelungsmesser ohne Entdeckelungsgeschirr

  • Was haben eigentlich alle gegen das Messer? Keine Ahnung warum immer Versucht wird jeden davon zu ĂŒberzeugen, die Handgelenke mit der Gabel kaputt zu machen.
    Nehmt das Messer, vor allem wenn man noch Dickwaben hat, macht nichts anderes Sinn. Die Gabel hat bei mir nichtmal die erste Ernte ĂŒberstanden, dann waren alle Messer durchprobiert und das beste Entdeckelungsmesser wurde weiterverwendet, weil die Gabel so einen nervigen Mehraufwand und so eine Arbeit gemacht hat.

    Naja, ich denke wenn mir bei meinen durchschnittlichen 3 Honigernten die Handgelenke kaputt mache, wĂ€re eine Entdecklungsmaschine ratsam - Scherz beiseite. Ich gebe Marcus vollkommen recht, habs genau so gemacht, klein anfangen und dann dem Bedarf entsprechend aufrĂŒsten und das zu klein gewordene Material wieder verĂ€ußern. Imker Material verliert kaum an Wert. Wenn der Speedking (habe auch schon damit gearbeitet) notwendig ist, dann kaufen.

    Gruß Sascha, der die Ernte von ca 25 Wirtschaftsvölker mit der Gabel entdeckeln.

  • Fleischwanne hatte ich anfangs auch, war die voll gings in den Eimer und der nachher auf die Völker.

    Die Fleischwanne hab ich jetz immernoch, die sind gut zu stapeln und da hab ich MittelwĂ€nde, PolsternĂ€gel und sonstiges Zeug drin was ich so fĂŒr die Winterarbeit mit RĂ€hmchen brauch. Verloren ist die also auch nicht.


    Gegen die Gabel spricht grundsĂ€tzlich auch nichts. Wer damit glĂŒcklich wird, auch ok. Nur gibt es hier und dort ein paar Nachteile die man auch ruhig aufzĂ€hlen kann.


    Gruß Chris

  • Ich nutze auch gerne den Speedking - auch bei kleineren Ernteterminen. Nachdem man aber die Gabel sowieso braucht, um nicht ordentlich ĂŒberbaute Ecken nachzuarbeiten, ist zwischen einem Entdeckungsgeschirr, wo du mit beiden GerĂ€ten rein entdeckeln kannst und zwei Euroboxen mit Bastellösung dazu preislich nicht so viel Unterschied. Platzbedarf beim Lagern zwischendrin ist auch Ă€hnlich. Ich habe am Anfang ein Endecklungsgeschirr gekauft, weil ich mit der Gabel angefangen habe und es dazu gekauft hatte.

    Ich habe mir zum Messer dann auch einen Deckelwachsschmelzer gekauft, weil den nicht-abtropfenden Honig haben wollte und vor allem, weil ich das Wachs zur Weiterverwendung möglichst honigarm haben will. Ich entdeckle seitdem meist in das Entdecklungsgeschirr (mit Gabel oder lege die Stange vom Rapido als Edelstahlauflage quer auf die beiden Wabenhalter). Mehr als eine Wanne wird es pro Tag kaum, weil ich lieber mehrere Tage je einen Teil mache. Dann packe immer am nĂ€chsten Tag das abgetropfte Wachs in Honigeimer. Nach dem letzen Schleudertermin einer Serie schmelze ich dann das Deckelwachs aus den Honigeimern weg. HĂ€tte ich mehr Platz neben der Schleuder, wĂŒrde ich vielleicht auch direkt in den Deckelwachsschmelzer entdeckeln, aber so ist es fĂŒr mich ganz gut passend. Auch wenn das ausdrĂŒcklich nicht gefragt war: Ich wĂŒrde lieber auf eine eigene Schleuder verzichten als auf den Deckelwachsschmelzer und dann bei einem Kollegen schleudern.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Herzlichen Dank fĂŒr die zahlreichen Hinweise, Erfahrungen und Meinungen!


    Um eine billige Lösung geht es mir gar nicht. Die Frage ist ob ein Entdeckelungsgeschirr, wenn ich von Anfang an auf 's Messer setze, irgendeinen Sinn macht oder nur ein Trumm mehr wÀre, das Platz und Geld kostet.


    Ich höre auf jeden Fall raus: Kunststoffwanne und "Tropfaufsatz" des Entdeckelungsgeschirrs machen auch mit dem Messer Sinn, sofern man nicht direkt auf einem Deckelwachsschmelzer oder Entdeckelungstisch entdeckelt. Das kommt bei mir erst einmal nicht in Frage, da ich zumindest zum Schleudern keinen Deckelwachsschmelzer dastehen haben werde (ich suche noch nach einer Miet- / Leihlösung, die ich allerdings erst im Nachhinein mit in Eimern aufgehobenem "Wachs-Honig-Pampes" nutzen wĂŒrde). Der Wabenhalter tut dann natĂŒrlich auch nicht weh und ist sicherlich hilfreich, wenn man doch mal ein paar Ecken mit der Gabel macht, und eine Abstellmöglichkeit ist ja unabhĂ€ngig von Messer oder Gabel.


    Die "Bastellösungen" klingen ganz charmant, wobei mir ein Edelstahleinsatz doch sympathischer als eine angebohrte zweite Kunststoffbox und der Wiederverkaufswert der Kauflösung durchaus ein Argument ist. Auf der anderen Seite scheinen mir die Kauflösungen auf die Schnelle alle keine Box mit seitlichen Öffnungen wie die Fleischkisten fĂŒr einen Querbalken zu haben, obwohl sie teilweise sogar Euronorm-Maß haben (z. B. "ApiTek" (etwas flacher als die Fleischkiste E2)).

    ...und dann hat man das Entdeckelungsgeschirr herumstehen.

    Ich benutz das noch. Gibt immer mal Gelegenheit. đŸ€·

    Du hast auch ein Imkereilager, in dem es wahrscheinlich eher verloren als im Weg um-geht, keinen MĂŒnchner Wohnungskeller (der sowieso schnell patzen wird, aber das ist ein anderes Kapitel). Was wĂ€re denn so eine Gelegenheit?

    Um mit dem Messer sicher zu arbeiten, brauchst Du eine sichere Auflage. Das geht entweder mit einem Entdeckelungsgeschirr oder mit einem Dorn, der auf einer Traverse ĂŒber dem AuffanggefĂ€ĂŸ aufsitzt.

    Ersteres kann ich mir jetzt nicht recht vorstellen. Ganz normal einlegen und dann mit verdrehtem RĂŒcken waagerecht entlangschneiden, das Messer direkt an den EdelstahlbĂŒgeln entlang? :/


    Gruß

    Christopher

  • Kann ich dir von abraten die RĂ€hmchen direkt auf das Lochblech zu stellen. Das endet in einer unendlichen Kleberei.

    Wenn du eine Wanne hast, bau dir einfach einen Aufsatz den du auf die Wanne oben setzen kannst oder du nimmst was fertiges. Das Deckelwachs fĂ€llt in die Wanne und der Honig kann sauber abtropfen. Solange deine RĂ€hmchen nur mit dem Dorn in BerĂŒhrung kommen ist die Kleberei ĂŒberschaubar.

    Wenn die Wanne gefĂŒllt ist und du einen sauberen Platz suchen musst um dein RĂ€hmchen abzusetzen weißte was ich mein.


    Gruß Chris

  • Ein kleiner Nachtrag: Beim Stöbern habe ich zufĂ€llig entdeckt, dass die ĂŒblichen französischen Shops die "Bastellösung" gebrauchsfertig im Angebot haben. Unter Bezeichnungen wie Bac Ă  dĂ©soperculer en plastique erhĂ€lt man zwei Kunststoffwannen, eine "durchsiebt", teilweise wohl mit Lochblech im Boden, teilweise mit Löchern im Kunststoff, in der Regel ineinander stapelbar, obenauf eine Traverse mit Dorn (Entdeckelungsmesser ist dort offenbar Standard) und in der unteren Wanne ein Quetschhahn. Das ganze je nach Anbieter so ab 50 Euro zu durchaus fairen Preisen.