Völkerverluste durch Wespen?

  • Wespen sehe ich an sich nicht als Schädlinge an. Sie haben Ihre eigene Aufgabe in der Natur.

    Dieses Jahr war bei uns ein Wespenjahr wie nie zuvor.

    Ich hatte über den Sommer gut 20 Anrufe von Leute mit großen Wespen und Hornissen Nestern, die ich umsiedeln durfte.

    Selbst auf unserer Terrasse hatten wir ein großes nerviges Wespen-Nest, dass ich nicht umgesiedelt bekommen habe.


    So wie es aussieht hab ich dieses Jahr wohl 9 Völker an meinem Bienenstand im Wald durch massiven Wespenbeflug verloren - von 15 Völkern - 9 Völker tot.

    Dezemberfrust 2020, hat ein anderer Teilnehmer geschrieben. Dem schliesse ich mich dieses Jahr an.


    In hab den Text unten leider in einem falschen Bereich meinen Post gespeichert.
    Daher hier nochmal.


    Buckfast in Dadant US 12 Kisten:


    - Mitte Juni TBE gemacht (Brutwaben eingeschmolzen - Kein Brutsammler gemacht!)

    - 10. Juli Völker abgeschleudert

    - 11. Juli Varromed Behandlung mit 55ml pro großem Volk

    - Über 6 Wochen langsam aufgefüttert mit Sirup Melliflora pro Woche max 4 Liter gefüttert

    - 11. September Königinnen durch neue Königinnen getauscht

    - Ende September Varroamed Behandlung mit 40ml pro Volk

    - 19. Dezember bei 3 Grad Außentempartur Oxalsäure Behandlung


    Anfang Oktober standen die Völker alle durch die Bank top da.

    Auch die neuen Buckfast Königinnen waren noch etwas in Eilage.


    Bei der Winterbehandlung mit Oxalsäure, hab ich dann festgestellt, dass von von 15 eingewinterten Völkern, 9 Völker tot sind... bzw. die Kisten leer sind.


    Ich imkere seit 9 Jahren und hab schon einiges durch. Dieses Jahr war für mich positiv und ich dachte ich hab etwas gelernt.

    Starke Völker, viel Honig... gute Einwinterung, keine Schwächlinge.


    So hohe Verluste hatte ich noch nie. Mal ein oder zwei Völker, die schon schwach eingewintert wurden, aber nie Völker, die stark eingewintert wurden.


    Was seltsam ist... bei mir stehen die Völker in einer zweier Aufstellung im Wald und die ersten 9 Kisten sind leer.

    Was auch noch heftig ist, selbst bei 3 Grad fliegen an allen Kisten Wespen ein und aus in einer nie gekannten Anzahl.

    War gestern nochmal da... alle Beute werden massiv durch Wespen beflogen und ausgeraubt.


    Ist das ein Wespenschaden? Ich hatte bisher mit Wespen noch nie an dem Standort Probleme.

    Es wirkt fast als wenn die Wespen sich ein Volk nach dem anderem vornehmen. Die ersten 9 Kisten sind leer...

    In den Kisten massive Spuren von Wespen. Teils haben sie sogar versucht dort Nester in den Boden reinzubauen.


    Was ich verändert habe, bisher hab ich immer nur mit Oxalsäure behandelt, Varromed hab ich dieses Jahr das erste mal verwendet. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht funktioniert hat. Ich bin immer noch geschockt und weiss gerade nicht wie ich 2021 weiter imkern werde. Auch schon ans Aufhören hab ich nachgedacht...


    Ich vermute das der massive Wespenbeflug in den Beuten, die Völker gestört hat.

    Habe auch schon gelesen, das Wespen Bienenköniginnen killen und dann die Beuten ausräubern.


    Wem ging es dieses Jahr ähnlich?;(

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • ritterjohannes , es tut mir leid, dass Du so hohe Verluste zu verzeichnen hast. Normalerweise zeigen sich Vorroaprobleme schon im Herbst. Was sehr ungewöhnlich ist, dass bei 3 C noch Wespen fliegen. Das kenne ich hier nicht. Auch habe ich noch nie einen Schaden durch Wespen an Bienenvölkern gesehen. Was in Deinem Bericht fehlt, sind Angaben zum natürlichen Milbenfall nach der Auffütterung bis nach der Varromed- und nach der Oxalsäurebehandlung im Dezember. Wie oft hast Du Varromed angewendet. Ich habe es im Herbst 2018 solange im Abstand von 3-4 Tagen angewendet bis der Milbenfall bis auf unter 3 pro Tag reduziert war. Diese Völker habe ich trotz anfänglich hoher Milbenlast alle durch den Winter gebracht. Eine einmalige Anwendung von Varromed bringt nicht viel, da dieses Medikament nicht in die verdeckelte Brut wirkt, hier wäre AS besser. Möglicherweise liegt hier die Ursache. VG Jörg

  • Tut mir leid, dass es dir so geht. Varromed wirkt nicht in die Brut. Da war am 11. Juli aber doch bestimmt schon wieder welche, oder? Und Ende September vermutlich auch.


    Ich könnte mir vorstellen, dass die TBE und das Varromed die allermeisten Milben getötet haben und es die Völker daher bis in den Dezember geschafft haben.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • So wie es aussieht hab ich dieses Jahr wohl 9 Völker an meinem Bienenstand im Wald durch massiven Wespenbeflug verloren

    Die Regel lautet: Wespen sind kein Problem, sie zeigen ein Problem. Dass Völker allein durch Wespen verlorengehen, wäre sehr ungewöhnlich.

    Anfang Oktober standen die Völker alle durch die Bank top da.

    Das kann täuschen. Oft stellt man um die Zeit einen rapiden Rückgang der Bienenmasse fest. Wahrscheinlich fehlten die gesunden Winterbienen.

    Was ich verändert habe, bisher hab ich immer nur mit Oxalsäure behandelt, Varromed hab ich dieses Jahr das erste mal verwendet.

    Hier würde ich die Ursache suchen. Ich bin, was Varromed anbelangt, ohnehin skeptisch. Wie das in einem Volk funktionieren soll, das nicht brutfrei ist, ist mir ein Rätsel.

    Du hast die Behandlung aber einen Monat (?) nach der TBE gemacht. Was mir auch ein Rätsel ist.


    Dazu ein Zitat aus "Bienen und Natur" zu einer Untersuchung der Universität Hohenheim: "Die Auswertungen zeigten, dass VarroMed im brütenden Volk zwar Milben tötet, die Wirkung bei stark befallenen Völkern aber nicht zufriedenstellend ist."

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wenn VarroMed nicht in die Brut geht, welche Berechtigung/Vorteile hat es überhaupt? Da zieht man den Bienen neben Oxalsäure noch Ameisensäure über den Schädel - und weiter?

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Nur 1x varromed brutfrei oder Blockbehandlung bei Vorhandensein von Brut? Varromed hat eine schöne Zulassung für eine Frühjahrsbehandlung vor dem Aufsetzen der Honigräume, aber sonst sollte man es wie Oxuvar nur brutfrei verwenden, um keine Enttäuschung zu erleben.


    Ungehinderte Wespenbesuche sind bislang nur die Diagnose, nicht die Ursache, wenn die Größe und Lage des Fluglochs angepasst ist. Die Wespennester sind noch vom Sommer, oder hast du schon eine durchbrütende Wespenart?


    Wenn du sowieso umweiselst im September, kannst du auch Völker, die keine TBE oder brutfreie Zeit hatten, mit AS-Schwammtuch behandeln.

    2-3x im Wochenabstand. Die Arbeit/Zeitaufwand sind gleich - Preis/Wirkungsverhältnis besser.

  • Der Klassiker 5 Imker, 10 Meinungen...

    Warum klag ich eigentlich mein Leid, wie immer ist der Imker hinterm Kasten der Schuldige... ;(


    Was mich an uns Imker echt ankotzt... Jeder macht es anders... Jeder hat seine eigene Strategie, die die Beste zu seinen scheint...


    Der Mensch denkt und Gott lenkt.

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  • Wenn VarroMed nicht in die Brut geht, welche Berechtigung/Vorteile hat es überhaupt?

    That is the question! Ich fürchte gar keine. Zumindest dann nicht, wenn man ein vernünftiges Behandlungskonzept hat und deswegen nicht zur Unzeit Varraomittel in die Völker kippen muss.


    Varromed hat eine schöne Zulassung für eine Frühjahrsbehandlung vor dem Aufsetzen der Honigräume

    Da meine ich mit Unzeit. Wer eine wirksame Winterbehandlung gemacht hat, braucht das nicht.

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von WFLP ()

  • Warum klag ich eigentlich mein Leid, wie immer ist der Imker hinterm Kasten der Schuldige...


    Was mich an uns Imker echt ankotzt... Jeder macht es anders... Jeder hat seine eigene Strategie, die die Beste zu seinen scheint...

    Nein, es gibt wirklich bessere und schlechtere und ganz schlechte. Und das ist sogar objektiv messbar.

    Das Leid zu klagen, ist völlig in Ordnung, wenn man lernbereit ist und nicht nur Exkulpation sucht.

    Ich fürchte, Du musstest am eigenen Leibe erfahren, was die Hohenheimer wissenschaftlich bestätigt haben. Glücklich, wer nicht nur aus eigenen Fehlern lernt. Leider bleibt das kaum einem Imker erspart.

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  • Erstmal mein Beileid, dass hört sich echt nicht toll an :(

    Der Klassiker 5 Imker, 10 Meinungen...

    Warum klag ich eigentlich mein Leid, wie immer ist der Imker hinterm Kasten der Schuldige... ;(

    Diesen Teil verstehe ich nicht. Ich denke, dein Beitrag dient auch dazu, die Ursachen heraus zu finden was schief lief um solches in den folgenden Jahren zu vermeiden, oder nicht? Daher ist es doch gut und richtig, wenn auf Lücken und mögliche Fehler hingewiesen wird. Und in den allermeisten Fällen ist das Problem eben der Imker hinter dem Kasten. Meine Bienen würden das jedenfalls unterschreiben ;)


    Ich habe die letzten Jahre auch mit einer TBE Mitte Juli gearbeitet und habe oft im September schon wieder nicht unerhebliche Mengen an Milben - gemessen daran, dass zwei Monate vorher per TBE und Bedampfung der Milbenstand auf (fast) 0 gesetzt wurde. Wenn ich nun deine Beschreibung lese, dann ist zwischen deiner Brutentnehme und der Behandlung mit Varromed eine Lücke von drei bis vier Wochen. Es wurde zumindest laut Beitrag oben keine Fangwabe benutzt und auch nicht mit Oxalsäure behandelt (wohl, weil noch Honigräume auf den Völkern waren).


    Dadurch verbleibt eine nicht unbeträchtliche Menge Milben in den Völkern und durchläuft schon wieder einen vollständigen Zyklus bis zur Varromed-Behandlung. Zudem sind beim Zeitpunkt deiner Varromed-Behandlung die meisten Milben in den vermutlich vorhandenen, verdeckelten Zellen und nicht erreichbar. Daher sollte Varromed auch im Block eingesetzt werden und nicht einmalig, wie es laut deiner Beschreibung bei dir der Fall war. Ende September war das Kind dann schon in den Brunnen gefallen.


    Also, Kopf hoch, Fehler evaluieren und ausmerzen und weiter gehts. Nicht aufhören :)

  • ritterjohannes , statt Dich über die Antworten der Kollegen zu beklagen, solltest Du die aufgeworfenen Fragen beantworten. Es gibt hier die übereinstimmende Vermutung, dass Du Varromed nicht nach den Anwendungshinweisen verwendet hast und den natürlichen Milbenfall nicht hinreichend überwacht hast. Es gibt verschiedene Konzepte für die Varroabekämpfung, das von Dir angewendete ist nicht schlüssig. Du findest hier im Forum genügend geeignete Konzepte. Für da nächste Jahr wünsche ich Dir mehr Erfolg.

  • Muss man auch nicht verstehen...

    Ich bin einfach immer noch geschockt und muss mich erst finden.


    Zudem schmerzt die Wahrheit, sich eingestehen zu müssen, dass man nahezu kopflos vieles falsch gemacht hat... ne Menge Arbeit, Zeit und Geld ausgegeben, mit dem gleichen Ergebnis - keine Völker mehr in den Kisten zu haben.


    Es wäre bequemer gewesen, einfach nix zu tun.


    Aber ich bin ja lernfähig und muss für mich evaluieren wie es weitergehen kann.

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  • Ja, das ist eine harte Sache. Kopf hoch, es hat auch was gutes, wenn es an einem selbst liegt: dann kann man nämlich was ändern. Wenn es an der Welt oder was auch immer liegt kann man es nämlich nicht ändern. Ich glaube du kriegst das wieder hin.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • - Mitte Juni TBE gemacht (Brutwaben eingeschmolzen - Kein Brutsammler gemacht!)

    - 11. Juli Varromed Behandlung mit 55ml pro großem Volk

    - Ende September Varroamed Behandlung mit 40ml pro Volk

    Deine Behandlungen waren beide nicht erfolgreich.

    Am 11. Juli war schon die erste Brut wieder am schlüpfen. Die meisten Milben waren sicher.

    -> Besser dann mit Fangwaben arbeiten (TBE mit weiselrichtigem Brutsammler) oder die TBE erst beim Abschleudern mit anschließender OX Behandlung machen.


    Die Behandlung Ende September war für die Milbenlast zu schwach und zu kurz und zu spät.
    -> Besser im Block anwenden und dabei den Milbenfall beobachten.


    Ich denke der Hauptfehler von beiden war die Brutfreiheit im Juni nicht auszunutzen.


    Ich hatte dieses Jahr an einem Stand auch unerwartet hohe Fallzahlen bei der Herbstkontrolle.
    Also einen OX Block nachgefahren. War nötig.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...