Winterverluste 2020/2021

  • Hallo Benjamin bienenherz ,

    noch eine Frage, die Dir vielleicht mit den oben genannten zusammen hilft :

    Was mache ich jetzt, wenn das Internet zusammenbricht, das Telefonnetz versagt , keiner

    mir antworten kann ?

    Nach dem ersten Schock ( von heute ? ) wirst Du bestimmt wieder in der Lage sein eigene Antwortmöglichkeiten zu finden. So habe ich selber am meisten und nachhaltigsten

    gelernt.

    immer wieder bin ich gespannt, was die Bienen anders machen...

  • Puuuuh,

    also die halbierten Bienen sind, soweit ich weiß, Opfer von Wespenattacken. Die Wespen nehmen

    das hochwertige Eiweiß aus dem Kopfteil der Bienen als Nahrung. Nur geschwächte Völker werden

    jedoch mit Wespen nicht fertig. Normalerweise werden die von den Fluglochwachen abgewehrt.

    Deine Völker hatten schon im Sommer / Spätsommer ein massives Varroaproblem , sonst hätten

    Wespen ihnen so nicht zusetzen können. Von auffälligem Wespenvorkommen wurde immer wieder

    hier berichtet.

    Die Wespen sind jedoch nicht die Ursache des Problems.

    Du mußt Dich unbedingt und dringend mit dem Thema Varroabehandlung auseinandersetzen.

    So wie Du das handhabst ist es völlig unzureichend und fahrlässig gegenüber anderen Imkern,

    weil schwache Bienenvölker oft ausgeraubt werden von anderen Bienen und so die Varroa und

    andere Krankheiten verbreitet werden.

    Kümmere Dich um die Grundlagen, denn zum Herz für die Bienen braucht es unbedingt auch

    Wissen und Verstand - haben Du und die Bienen ja jetzt leidvoll erleben müssen. Viel Glück !

    immer wieder bin ich gespannt, was die Bienen anders machen...

  • Wenn du im Winter keinen Flugkeil drin hattest, dann evtl. Auch im Spätjahr?

    Bei uns war es letztes Jahr eine regelrechte Wespenplage mit Wespenflug bis spät in den November hinein.

    Mit angepasstem Flugloch haben es jedoch bei mir sogar die Ableger unter denen ein Erdwespen Nest war geschafft.

  • Es wundert mich, da ich die Fluglöcher sehr gut im Spätsommer/Herbst eingeengt habe auf ein bis zwei Bienenbreiten und die Wespen eigentlich keine Chance hatten. Bei allen Völkern hatte ich beobachtet, dass die Abwehr sehr gut lief und keine Einzige Wespe in die Völker eindringen konnte und dies bis die Wespen im Spätherbst nicht mehr aktiv waren.

    Vermutlich war die Varroa-Behandlung wie du meintest sehr fahrlässig und muss unbedingt in diesem Jahr verbessert werden!

  • Ich habe bei dem Volk, welches vermutlich erst vor kurzer Zeit eingegangen ist (Foto im ersten Beitrag: 20180529_193536.jpg), eine Varroaprobe mit der Auswaschmethode gemacht. In dem Glas mit 30,1 g Bienen konnte ich 8 Varroen zählen. Gemäß dem LWG Bayern wäre bei dieser Methode im Juli eine Menge von über 20 Milben die Schadschwelle. Wie es sich im Winter verhält weiß ich allerdings nicht - dementsprechend kann ich meine 8 Varroen / 300 Bienen nur schlecht einordnen.

  • 8/300 sind unter 3 % Befall. Das muss ein Volk aushalten im Winter. Es gibt aber von Volk zu Volk verschiedene Toleranzgrenzen. Das eine macht bereits bei unter 3 % die Grätsche, das andere ist bei 8% noch topfit. Ein weiterer letaler Faktor ist oft die Belastung mit Viren und die Aufzuchtbedingungen für die Winterbienen. Also insbesondere Pollen und Futterversorgung, Belastungen durch die Landwirtschaft und die ständigen Störungen durch den Imker spielen eine wichtige Rolle.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo miteinander,


    bei mir haben alle Völker 3/3 überlebt. Es summt und brummt unablässig, tragen rote und gelbe Pollen ein, daß sie kaum noch durch das Loch krabbeln können:). Bevor es wieder kalt wird kommt das Wärmebrett rein und dann schau ich auch kurz nach dem Futter.


    Grüße Grete

  • Hallo,


    nachdem ich letztes Jahr einen herben Rückschlag verbuchen musste, als mir ein Sturm meinen 3 ersten Völkern die Beutendeckel samt Backsteinen von den Zargen wehte, sieht es dieses Jahr bei mir gut aus, und es sind 5 vom 5 am Leben.


    Alle fliegen fleißig und tragen ordentlich Pollen ein, woraus ich schließe, dass eine König da ist.

    Gestern habe ich bei 19 Grad und Sonnenschein die Mäusegitter entfernt, und das Futter kontrolliert. Auch das ist noch reichlich da, und müsste problemlos reichen.

  • Guten Vormittag zusammen!


    Ein kleines Update aussem westlichsten Westen:

    Alle Völker leben auch nach dem für hier sehr strammen Frost und flogen gestern. Mehr oder minder stark, aber sie flogen. Und sie flogen auch allemale gut bis sehr gut Pollen, teils in überraschend dicken Höschen.


    Gezählt wird : im April.

    Spaßbremse! :liebe002:

    Aber: Recht haste!


    Ich hatte im Spätsommer zwei Varroa-Behandlungen mit Ameisensäure und Schwammtuch durchgeführt.

    Ich bin eben beim Lesen exakt über diese Stelle gestolpert und denke, ebenso wie manch` Vorschreiber, hier wird der Knackpunkt sein.

    Da du dich allerdings motiviert und lernwillig liest bin ich optimistisch, dass deine Bienen es zukünftig zunehmend besser bei und mit dir haben werden.

    Krönchen richten, Mund abwischen, weitermachen! :wink:


    Aaaah, gerade noch (zu spät) gelesen:

    - Varroa Behandlung 1: Ende Juli

    - Varroa Behandlung 2: Ende August

    Da liegt (!) m. E. definitiv der Knackpunkt: Die Erstbehandlung kam offenbar zu spät, die einmalige Wiederholung war dann vermutlich auch zu wenig bzw. der bienengesundheitliche Zug war da bereits abgefahren.


    Anhand des Detailfotos würde ich sagen, dass die halbierten Bienen bzw. die Reste der Bienen stark auf Wespen im Spätsommer / Herbst hinweisen, die da nur die stark eiweißhaltigen Brustteile mitgenommen haben. Dadurch bleiben dann im Boden Köpfe, vor allem aber Hinterleiber, liegen.


    Schöne Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Moin,


    Meinen Bienen geht es allen gut. (24 von 24) Allerdings hatte ich etwas Glück, dass ich noch rechtzeitig bei meinen Bienen mit Futter vorbeikam. Mini plus hat einfach kaum Reserve.


    Mir wäre also es fast so ergangen, wie diesem Imker


    Ich finde es mutig, dass er sein totes Volk zeigt.

    Aber auch wieder sehr lehrreich, weil dieses Volk doch eine gute Überwinterungsstärke hatte und wäre dort Futter gewesen, es ein schön starkes Volk gewesen wäre für die Saison.


    Interessante Punkte

    - verhungernde Bienen fliegen anscheinend nicht ab.

    (Man findet das gesamte Volk auf dem Boden und auf den Waben der Beute)

    - Es ist kein Futter mehr in erreichbarer Entfernung der Traube

    (Hier war sogar die gesamten Waben leer. (War es warm genug, dass die Bienen Futter umgetragen haben? ) )


    Ich finde, es sind Unterschiede vorhanden am Schadensbild.

    Wäre hier Varroa oder andere Erkrankungen gewesen, wären wohl mehr Bienen abgeflogen und man hätte nur eine kleine Resttraube vorgefunden. Somit sehen wir wohl oft ein Mischbild.


    Ich sage meinen Anfängern immer, wenn ihr euch nicht sicher seid, schaut in die Beute. Habt immer etwas Futterteig dabei und setzt den auch ein, wenn ihr euch nicht sicher seid.


    Völkerverluste sind unschön, aber nur wer ehrlich mit den Verlusten umgeht, kann daraus lernen. Und wer es sogar zeigt, der hilft anderen nicht die gleichen Fehler zumachen.

    Es hilft mehr, als wenn man immer nur im Nachhinein mit schlauen Sprüchen kommt.


    ein mutiges Video

  • - verhungernde Bienen fliegen anscheinend nicht ab.

    Sie verhungern ja in der Regel, wenn es kalt ist. Da können sie nicht abfliegen. Der Varroaschaden dagegen nimmt schon im Herbst seinen Lauf. Da kommt es dann zum Kahlfliegen.

    Auch der Futterabriss kommt meist von zu wenig Futter. Vor allem wenn die Bienen nur noch von einer Seite Futter haben. Ich kontrolliere anhand der Windel den Sitz den Wintertraube. Sitzen sie dicht an der Beutenwand, schiebe ich volle Futterwaben dazwischen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • .....deshalb finde ich es blöd, wenn man Anfängern sagt sie müssen bis April die Beuten zulassen, wie hier des öfteren schon geschehen. Ich glaube es ist allen klar, nicht aus Spaß an der Freude zu schauen, aber bei Unsicherheit lieber einmal zu viel als zu wenig.


    LG Grete