Wieviele Völker an einen Standort?

  • Ich möchte erst mal mit wenigen Völkern anfangen, will aber von vorne herein planen wie viele es am Ende maximal werden können, damit ich den Garten entsprechend anlegen kann. Ich möchte ausschließlich auf meinem eigenen Grundstück Standorte aufbauen.


    Knapp 1 ha könnte ich selber mit möglichst bienenfreundlichen, ertragreichen Bäumen, Sträuchern, Blumen anbauen.

    Ansonsten befindet sich im Umkreis von 3 km ausschließlich Ackerland und wenige Bauernhöfe. Im Umkreis von 7 km kommen wenige kleine Dörfer hinzu.


    Wieviele Völker könnte ich unter diesen Umständen halten?

    Bringt es etwas wenn ich diese auf zwei Standorten verteile mit einem Abstand von 150 m oder kann ich sie genausogut an einen Ort stellen?

  • Servus cp03525, 150m Abstand scheint sehr nah, da kannst du alle auf einen Stand packen. Mir wurde mal gesagt, das es nichts bringt mehr als 20Völker an einem Platz stehen zu lassen, mache ich auch nicht. Da hast Du gerade beim abschleudern und auffüttern genug zu tun um keine Räuberei auszulösen. Habe auch kleinere Stände mit 4-8Völkern (gefällt mir besser, schöner zum bearbeiten) auch wenn der Aufwand (durch Anfahrt, usw) etwas höher ist. Meine Stände sind alle ca 5 km auseinander. Gruß Sascha

  • Moin.

    Ungefähr 15-20 Völker zusammen an einem Platz haben sich in den letzten Jahren als gutes Mittel herausgestellt. Die Trachtsituation musst du durch probieren gucken, denn meistens unterschätzt man die.

  • Ich bin kein Erwerbsimker und kann mir folgenden Luxus für meine Bienen leisten: Ich achte darauf, nicht mehr als 2 Beuten direkt nebeneinander zu stellen, um den Verflug, die Räuberei und die Ansteckungen zu minimieren.

    Ich habe 3 Stellplätze im Stadtgebiet:

    Einer mit 4 Völkern (die "Pärchen" haben 15m Abstand), einer mit 2 Völkern und einer mit einem Volk.

  • gegen Bienenverflug bringt es schon etwas kleinere Gruppen über das Grundstück zu verteilen, wenn es die Größe hergibt. Das kann zB auch 6-10 Völker in einer Kleingartenanlage sein, erfordert viel mehr Zeit/Arbeit wegen dem Zugang und macht eigentlich nur Sinn, wenn man auch einen Garten dort nutzt und damit die Konzentration entzerrt und nachbarn mitnimmt.

  • Auf unserem Hausgrundstück habe ich derzeit 4 Wirtschaftsvölker, mit den Ablegern sind es schon mal 8 Kisten, eine gute Zahl für mich um alles in Ruhe neben der Arbeit bearbeiten zu können.

    - Hobby darf für mich keinen Stress bedeuten.

  • Ansonsten befindet sich im Umkreis von 3 km ausschließlich Ackerland und wenige Bauernhöfe.

    Also das dürfte recht wenig bis nichts sein, je nach Ackerfrucht. Haste Pech, gibt es mal den Raps zu weit weg, dass die Bienen ihn nutzen können. Was hast Du sonst noch so?! Ein paar Bauerngärten mit Obstbäumen und eventuell mal ner Linde?! Du wärst voll auf Raps und blühende(!) Zwischenfrüchte angewiesen.

    Dazu vielleicht noch extensiver Pestizideinsatz. Ich würde es an Deiner Stelle mal mit 2 Völkern probieren und sehe bei 5 ungefähr die Grenze. Klar, Bienen halten kann man beinahe überall, aber sie nutzen?

    Knapp 1 ha könnte ich selber mit möglichst bienenfreundlichen, ertragreichen Bäumen, Sträuchern, Blumen anbauen.

    Ein Hektar gut honigender Raps, bis 2 Völker haben Ertrag.

    Übers Jahr verteilt minimiert sich das stark und außer Feldfrüchten muss man bei Bäumen/Sträuchern auch mehrere Jahre warten. Ein Hektar ist zwar besser als nichts. aber...;)

  • Bei der Standortfrage und der Zahl der Völker sollte man nicht so sehr auf Nektarquellen, sondern auf Pollentracht achten. Die Honigsaison ist kurz. Pollen brauchen die Völker von März bis Oktober (in manchen Gegenden auch von Februar bis November).

    Wenn es (Nektar-)Massentrachten gibt, hat man meist zu wenig Völker (um sie voll auszunutzen), wenn es um die Pollenversorgung geht, schnell zu viel.

    Da muss man auf andere Trachten fokussieren. Bei mir ist das z.B. Weißklee. Der honigt hier zwar nie, liefert aber im Spätsommer und Herbst reichlich Pollen. Leider stelle ich die letzten Jahre fest, dass sich durch die Trockenheit alles ändert. Auch ein Faktor, den man auf dem Schirm haben muss.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Bei der Standortfrage und der Zahl der Völker sollte man nicht so sehr auf Nektarquellen, sondern auf Pollentracht achten. Die Honigsaison ist kurz. Pollen brauchen die Völker von März bis Oktober (in manchen Gegenden auch von Februar bis November).

    Wenn es (Nektar-)Massentrachten gibt, hat man meist zu wenig Völker (um sie voll auszunutzen), wenn es um die Pollenversorgung geht, schnell zu viel.

    Da muss man auf andere Trachten fokussieren. Bei mir ist das z.B. Weißklee. Der honigt hier zwar nie, liefert aber im Spätsommer und Herbst reichlich Pollen. Leider stelle ich die letzten Jahre fest, dass sich durch die Trockenheit alles ändert. Auch ein Faktor, den man auf dem Schirm haben muss.

    Genau Richtig, Pollen ist wichtiger als manch einer Denkt. Was meint Ihr denn, wieviel Pollen ein Volk in einer Saison für die Eigenversorgung benötigt?


    Da können schon einmal 50kg zusammen kommen. Wenn das auf einen Stand mit 10 Völkern hochgerechnet wird, sind das immerhin 500kg. Alles was es weniger gibt, ergibt einen Mangel.