Bienenvolk vermieten, wie viel nehmt ihr?

  • Moin Moin,



    ich bin ja noch ein Neuling in der Imkerei. Jetzt hat meine Frau von Stammkunden eine Anfrage, ob ich nächstes Jahr mal ein Bienenvolk bei ihnen im Garten aufstellen könne. Dort sind wohl sehr viele Obstbäume und sie würden dort gerne mal ein Bienenvolk drin stehen haben. Die besagten Kunden meiner Frau sind auch durchaus bereit, dafür etwas zu zahlen, quasi "Rent a bee". Nun wollen sie allerdings wissen, was ich dafür haben will.



    Tja, und hier stehe ich noch etwas auf dem Schlauch und frage einfach mal frei heraus hier in die Runde: Macht ihr auch so etwas und wenn ja, was nehmt ihr dafür?



    Grüße

  • Moin,
    ich habe neben meinem Hauptstand noch zwei weitere Gärten/Gartenanlagen in denen meine Bienen stehen.
    Die Nachfrage, ob ich nicht auch Bienen in andere Gärten stellen möchte ist zwar da, aber jeder Aussenstand macht auch zusätzlich arbeit.
    Ein einzelnes Bienenvolk extra in einem fremden Garten zu stellen wirst Du, so glaube ich, bald wieder aufgeben.

    Ich habe mit den Betreibern der Fremdgärten, in denen meine Bienen stehen ein schriftliches Abkommen getroffen, dass sie den kompletten Honig, der bei diesen Völkern zu ernten ist, von mir Abkaufen.
    Das funktioniert ganz gut, weil ich mir für diesen Honig keinen Kopf mehr um die Vermarktung machen muß.
    Da dieses Kleingartenanlagen sind, ist die Nachfrage der Gartenpächter um ein mehrfaches höher als ich Honig daraus zur Verfügung habe.

    Das Interesse an den Bienen ist sehr groß, aber der Mehraufwand halt eben auch.

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Ich denke, Privatleute werden Dir nie einen echten „Mietpreis“ entrichten können. Kannst ja mal „bee-rent“ googeln...

    Ich habe solche Anfragen mehrmals im Jahr - das ist schon zeitlich nicht abzubilden. In der gleichen Zeit kannst Du am Heimat- oder einem echten Zweitstand mit viel mehr Ruhe viel mehr erreichen... Nicht umsonst rät man ja auch Einsteigern zu mindestens drei Völkern. Und Material hast Du immer nicht so dabei, wie Du es brauchst.


    Wenn Du da auch sechs Völker aufstellen kannst, wäre es schon was anderes, aber dann wäre es immer noch die Zugänglichkeit... kannst ja schlecht mal eben Sonntag morgen um sieben Uhr durch den Flur in der Garten stiefeln.

  • Ist doch eine einfache Rechnung.

    Anfahrtszeit und Anfahrtskosten für deine Durchsichten (welchen Rhythmus du bevorzugst), Ernte, Auffüttern, Varroabehandlung. Die Arbeitszeit am Volk hast du ja eh, daher musst du sie nicht extra berechnen.

    Und dann bist Du an dem Punkt, wo der Nutzen die Kosten übersteigt.

    Für mehrere Völker ja. Für eins würde ich es nicht mehr machen, es sei denn du hast im Nachbargarten einen Bienenstand.

  • Ich hab mal was von 40 Euro für die Bestäubung gelesen. Dann steht das Volk aber nur so lange da, wie es für die Bestäubung gebraucht wird.
    Ich habe zwei Völker auf einer Obstwiese außerhalb des Ortes stehen, weil die wollen auch Bestäubung. Ich nehme aber kein Geld dafür, weil ich hoffe da noch mehr Völker hinstellen zu können und die kaufen mir Honig ab. Wenn das auf Dauer zwei bleiben müssen, bau ich sie Ende 21 wieder ab, weil mir dann die Fahrerei zu viel wird.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Bei Professionellen Obstbaubetrieben wird auch 50€/Woche während der 3-4 wöchigen Blütezeit, plus An und Abfahrtpauschale bezahlt. Habe auch schon von Kollegen gehört, das beim Vermehrungsraps während der Blütezeit 15€/Volk Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

  • Macht ihr auch so etwas und wenn ja, was nehmt ihr dafür?

    Wenn ich sowas machen würde, was erhebliche Nebenkosten mit sich bringt, dann würde ich mal kalkulieren ob sich das durch Abnahme der Honigernte finanzierbar ist.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich habs mal versucht.( Vor vielen Jahren.) Aber dabei zahlst du immer drauf. ( Arbeitszeit, Anfahrten, usw. ) Es sei denn dein Mieter wäre bereit dir mindestens 5-600 Euronen zu bezahlen ( und auch das ist noch sehr knapp ).

    Du darst ja nicht vergessen , du fährst wegen EINEM Volk dahin. Must aber jedesmal das gleiche Equipment ( Werkzeug, Ersatzzargen, usw. ) mitführen als wenn du zu zwanzig od. dreißig Völkern fährst, und hast auch die gleichen Unkosten, ( Benzin, Verschleiß, ...etc.). Das alles muß gepackt, sortiert, getragen werden , usw. . Und wenn du Pech hast bist du noch abhängig von der Anwesenheit des Besitzers, od. die Beute steht im hintersten Winkel eines Grundstückes, und du darfst alles dahin karren, usw. .

    .... Ja, und dann noch die netten, gut gemeinten;), Anrufe zu den unmöglichsten Zeiten, wie : " ... Herr ..., sie müssen mal nach ihren Volk schauen, da liegen schon wieder tote Bienen vor dem Flugloch..." .

    Kurz gesagt, ...ich bin nach einer Saison ganz schnell wieder davon abgekommen. Entweder ein ganzer Stand , oder gar nicht.

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte

  • ja, ich vermiete ein Bienenvolk für einen Freundschaftspreis. Mir sind die netten Fachsimpeleien mit einer Flasche Bier in der Hand mehr Wert als die Paar Kröten. Ausserdem macht er auch noch Werbung für den leckeren Honig! Was will ich mehr?