Welche Bäume anpflanzen?

  • Ich würde gerne auf einem Grundstück in der Eifel, Verbandsgemeinde Maifeld ca. 250 m.ü.NHN, windig, mit dem Imkern anfangen.


    Dazu möchte ich den Garten so anlegen wie es für die Bienen ideal wäre. Da das Ganze ein langfristiges Hobby / Nebenverdienst werden soll, würde ich auch Bäume pflanzen die längere Wachstumszeit haben. Ich würde auch gerne versuchen Sortenreinen Honig zu gewinnen.


    Daher wäre die erste Frage ob das realistisch ist, wenn ausreichend Pollen im Umkreis von sagen wir 100 m zur Verfügung steht, kann man dann mit einem Sortenreinen Honig rechnen oder fliegen die Bienen auch bei genügend Angebot soviel weiter, dass am Ende immer ein Mischhonig dabei herauskommt?


    Die zweite Frage ist, welche Bäume wohl am besten geeignet wären.

    In einer Internetrecherche bin ich auf folgende Arten gestoßen:


    Honigbaum (Sophora) Bienenbaum (Tetradium)

    Weide, Ahorn, Rosskastanie, Akazie, Robinien, Linde, Esskastanie, Zier- oder Wildapfelbaum

    Obstbäume: Welche?


    Kann man sagen, welche davon aufgrund meines Standortes mehr oder weniger geeignet wären?

    Sind mit Akazien eigentlich Robinien gemeint oder gibt es da noch einen Unterschied?

  • Hallo, Sortenhonig, da musst du in ha denken. Die paar Bäume bringen nichts. Du brauchst Pollen im Frühjahr und Herbst. Danach würde ich die Bäume auswählen. Akazie, Scheiakazie und Robinie sind in Deutschland das gleiche.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Was wenn ich auf 1 ha komme und den ausschließlich mit einer Sorte, z.B. Robinien oder Linden zupflanze? Keine Chance of Sortenreinen Honig?


    Welche Bäume wärene eine gute Kombination um die ganze Saison gleichmäßig Pollen zu haben?

  • Welche Bäume wärene eine gute Kombination um die ganze Saison gleichmäßig Pollen zu haben?

    Früher und später Pollen sind besonders wichtig. Also so im Februar / März und dann im August / September rum. Ahorn und Weide blühen sehr früh.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Hallo,

    da windig, wäre eine Hecke mit Früh- bis Spätblühern hilfreich.

    Ansonsten gibt es in vielen Regionen/Bundesländern Förderprogramme für Anlage von Streuobst und Hecken. Diese Kombination Hecke/Streuobst gibt zwar keinen Sortenhonig- den wirst Du bei 1ha Fläche ohnehin nicht regelmäßig ernten - aber ein Maximum an Biodiversität. Diese kannst Du aber auch vermarkten. Auch die Anlage einer ökologischen Ausgleichsfläche wäre zu überlegen.

    Welche Gehölze ? Siehe z.B. hier:

    https://www.lwg.bayern.de/mam/…amt_bienengehoelze_in.pdf

    Viele Grüße

    kelte

  • Moin,

    mit einem Hektar kannst du schon ein wenig anfangen.

    Frage ist, was du dir davon versprichst.

    Wenn ich so ein Grundstück hätte, würde ich schauen, dass ich das ganze Jahr über regelmäßig Pollen und Nektar reinbekomme. Für reinen Sortenhonig wird es aber nicht reichen.

    Wie schon angegeben, würde ich eine bunte Hecke als Sichtschutz und gegen den Wind setzen.

    Meine Farvouriten dabei wären Weißdorn (gerne viel), Schwarzdorn, Schneeball (ggf. problematisch, da der gerne angefressen wird), Felsenbirne, Kornelkirsche, Hibiskus. Gibt bestimmt noch ein paar, die mir gerade nicht einfallen, da aber gut reinpassen.

    Im Frühjahr brauchst du für die Versorgung ein paar Weiden (5-10?) (am besten Salix caprea/Salweide, die mit den fetten Kätzchen).

    Dann die "berühmte" Streuobstwiese. Da würde ich mich richtig mit Kirschen und Äpfeln austoben, wenn du mit denen was anfangen kannst. Hast du zu viele Äpfel, kann man daraus prima Saft machen (ich sach nur "Hydropresse). Da gibt es auch kein richtig oder falsch, nur welche, die du selber magst oder welche, die du nicht so gerne magst;-)

    Dann kannst du versuchen eine Ecke mit Robinien anzusetzen, die geben im Sommer schön viel Nektar. Robinie ist eine Scheinakazie und (leider) ein Neophit, daher wird der Baum zwiegespalten betrachtet. Als Imker bin ich "für" die Robinie (extrem guter Honig;-)) Dauert aber Jahre, bis der richtig was abwirft. Aber wenn, hast du einen extrem guten Grundstock für den Sommer.

    Brombeeren geben im Sommer auch tollen Nektar. Ist bei einigen Imkern sogar Haupttracht. Wenn die Pflanzen sich aber erst einmal etabliert haben, bekommst du das Gestrüpp mit den ganzen Dornen nur schwer weg;-))

    Für den Herbst würde ich noch ein paar Bienenbäume (euodia) setzen, ggf. Efeu.

    So oder so ähnlich würde ich es machen;-)

    Ist aber alles Geschmackssache.

    Wie schon angegeben sind die einschlägigen Bienenweiden im Netz eine gute Orientierung.

    Viel Erfolg;-)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Was wenn ich auf 1 ha komme und den ausschließlich mit einer Sorte, z.B. Robinien oder Linden zupflanze? Keine Chance of Sortenreinen Honig?

    Nein. Der einzige Sortenhonig bei euch ist Raps. Dafür must du an die Felder ran.

    Im Rahmen des Klimawandels würde ich vermehrt Edelkastanie pflanzen.

    Weiden und verschiedene Frühblüher für die Pollen im Frühjahr sowie durchwachsene Silphie, Goldrute und Bienenbäume für den Herbst.
    Sie lieber zu, das du eine duchgehende Pollenversorgung mit deinem ha hinbekommst.

    Jaesch Pflanzplan Gehölzsteifen

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Mit einem „Garten“ auf einem Hektar ist die Ernte von Sortenhonig nicht möglich.


    Bei einer Aufforstung mit beispielsweise Robinie oder Edelkastanie könnte ich mir allerdings vorstellen, dass nach ein bis zwei (Imker-)Generationen eine Sortenhonigernte denkbar ist.


    Grüße vom Apidät, der in seinen Wäldereien fleißig Edelkastanien pflanzt um sich in mehreren Jahrzehnten die Fahrt in die Pfalz zu sparen

  • Bezüglich der Streuobstwiese würde ich, neben den eigenen Geschmacksvorlieben, abklären, was sich in deiner Lage wohlfühlt. Klima und Boden sind da entscheidend. In der Eifel würde ich z.B. auf frühblühende Sorten verzichten, wenn die Annahme richtig ist, dass es an dem Standort etwas länger frisch bleibt.


    Außerdem würde ich mich auch mit dem Obstbaumschnitt auseinandersetzen. Ein guter Schnitt hält die Bäume flach und breit (besser für die Ernte) und sorgt dafür, dass die Früchte ordentlich reifen. Kirschen sind meiner Meinung nach auch etwas anspruchsvoller und werden etwas verzweigter, gerade Sauerkirschen.


    Stichwort Sauerkirschen: Die sind zwar vom Baum für viele nicht so prickelnd, aber die kann man im Gegensatz zu Süßkirschen flexibler haltbar machen.


    Ähnliches gilt für Äpfel: Es gibt Most- und Tafeläpfel, d.h. manche Sorten sind nur für die Saft/Alkoholproduktion geeignet (Mostäpfel). Manche Sorten kann man frisch vom Baum essen, dafür sind sie nicht so lange haltbar, manche müssen erstmal unter bestimmten Bedingungen gelagert werden, bevor man sie essen kann.


    Generell: Besorg dir Obstbäume nur auf starken Unterlagen, also starken Wurzelwerk. Das sind in der Regel sog. Sämlinge. Halb-, Dreiviertel- oder Hochstämme sind das dann. Diese Bäume brauchen ein paar Jahre bis zum Ertrag, leben bei richtiger Pflege (Schnitt) aber deutlich länger und sind Widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüsse. In den ersten zwei Jahren sollten sie aber gewässert werden und mit einem Pfahl fixiert werden, damit sie nicht abknicken.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Mandelweide, die Männlichen:)

    reichlich davon! In wenigen Jahren schon, hast du Nutzen davon.

    Ich bin schon Freund der Robinie, aaaber ich denke die kommt bei dir nur selten ..... zu kalt!

    Bienenbäume ebenso.

    Schwarzdorn is was feines, und geht in der Eifel gut, bedenke aber, das dass Zeug austreibt wie Sau, dem wirst irgendwann nich mehr Herr.

    Wenn du mich fragst, brauchst Goldrute und Springkraut und Japanknöterich, das bringt dir mehr als alles andere, UND, einmal da, bleibts da;) Null Pflege!

    Pollenversorgung im Spätsommer, das is es! Das brauchst du!

    Den Zahn mit der Sorte, muß ich dir leider ziehen:)

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Ich gebe zu bedenken, dass gerade "Goldrute, Springkraut und Japanknöterich" gerne verwildern und als invasiv und problematisch angesehen werden. Wurde hier im Forum auch schon (kontrovers) diskutiert.

    Bei einer so großen Fläche kann man es sich erlauben, nur die Bäume mit Hinblick auf die Honigbienen auszuwählen (auch schon mehrfach erwähnt, Pollen ist hier das wichtigere Kriterium) und die Kräuter eher den Wildbienen und dem Naturschutz zu widmen. Die Natur und auch die Kundschaft werden es danken, denen ist das auch wichtig und es kommt immer gut an, wenn der Imker über den Honigglasrand hinaus schaut.

  • DAS kann nur jemand sagen, der Pollenmäßig verwöhnt ist. (Wo ist das denn noch??)

    dass gerade "Goldrute, Springkraut und Japanknöterich"

    Ist oft noch das Einzigste!!!! was gerade

    den Wildbienen

    ein Auskommen sichert.

    und die Kräuter

    .... findest du nicht mehr, und die kommen auch nicht mehr

    wichtig und es kommt immer gut an, wenn der Imker über den Honigglasrand hinaus schaut.

    eben!

    was denkst warum TEURE Blühstreifen( die nix nutzen) angelegt werden müßen?

    Naturschutz zu widmen

    das scheint mir immer mehr ein Hobby für ahnungslose Städter zu werden....

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  • cp03525 : Warum müssen es unbedingt Sortenhonige sein? Honig ist ein Abbild der Landschaft, in der die Bienen sammeln. Der Flugkreisradius beträgt regelmäßig 3 km, bei attraktiven Trachten auch mehr (10 km beim Brand einer Zuckerfabrik in Uelzen z.B.). Meine Kunden staunen nicht schlecht, wenn sie mitbekommen, daß meine Bienen bspw. für den Frühlingshonig mehr als 80 verschiedene Pflanzenarten beflogen haben. Mein Rat #9 letzter Absatz in:

    Gelbe Pollenflecken auf dem Rücken