Erschreckender DBIB Brief

  • Ich würde tatsächlich das mit der Nahrungskonkurrenz deshalb nicht großartig vertiefen

    So sehr ich den Rest des Beitrags unterstützen würde, um so energischer muss ich dieser Aussage widersprechen.

    Schweigen zu diesem Thema, und den Kritikern der Honigbiene unwidersprochen das Feld zu überlassen, halte ich für vollkommen falsch. Hier muss möglichst öffentlichkeitswirksam, klar Stellung bezogen werden.

    Man kämft gegen Windmühlen an der Basis, wenn Meinungsmache mit Maximalforderungen und Verallgemeinerungen alles Positive zerstört.

    Schau mal hier: LAVES Niedersachsen, "Bienensterben" - eine differenzierte Betrachtung

    Zitat

    Honigbienen und Wildbienen ergänzen sich bei der Bestäubung. Eine angebliche Nahrungskonkurrenz konnte nicht belegt werden (siehe Dokumente zu Konkurrenz zwischen Wildbienen und Honigbienen - Infoblatt 65 sowie Stellungnahme der AG der Bieneninstitute ).

    :/Ende der Diskussion!(?)


    1. LAVES Infoblatt 65, Konkurrenz zwischen Honig und Wildbienen, 2013

    2. Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V. als Reaktion auf Ronald Burger 2018/1

  • Beschäftigt Euch doch mal mit der UN-Agenda 21. Ich hab die Doku " Return to Eden" hier der Seite 19 Beitrag 263 reingestellt. Die gesamte Doku ist sehr interessant und ab 01:16:50 wird das Handeln von politischen Entscheidern und den NGOs recht gut dargestellt. Da kann man dann recht gut verstehen warum der Landwirtschaft und auch unserer mittlerweile politisch gewordenen Honigbiene so viele Steine in den Weg gelegt werden.

    Die "Doku" "Return to Eden" wurde offensichtlich von "Friends of Science" produziert.


    Laut wikipedia:

    Bei der Gruppierung [Friends of Science] handelt es sich um eine Astroturfing-Organisation, die sich für die petrochemische Industrie einsetzt und von dem Lobbyisten Robert Harris gegründet wurde, der zuvor für eine Lobbyorganisation der Energiewirtschaft tätig war. Friends of Science leugnet die menschengemachte globale Erwärmung und wird u. a. vom Kohlekonzern Peabody Energy sowie von Öl- und Gasunternehmen finanziert.


    Die Agenda 21 setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung weltweit ein, d.h. es wird versucht einen Ausgleich zwischen den heutigen und zukünftigen Generationen und Industrie und Schwellen-/Entwicklungsländern zu schaffen. Ich kann daran nichts verwerfliches erkennen.


    Der Landwirtschaft werden keine Steine in den Weg gelegt, sie bekommt heute noch mehr als 40 Mrd. jährlich an Subventionen von der EU zugesprochen und sie muss sich, wie alle anderen Branchen, an gewisse Regeln halten, die sich mit fortschreitendem Erkenntnisgewinn ändern können.


    Das die Landwirte in letzter Zeit aus alles Regulierungswolken fallen haben sie dem DBV und anderen Lobbyorganisationen zu verdanken, die solche von der EU festgelegten Regeln seit Jahren verzögert haben.


    Nächster Halt: Ferkelkastration. Das ist seit Jahren in der Schwebe und es wird am Ende der verlängerten Frist sicherlich wieder keine ethisch vertretbare Lösung geben. Daran haben dann wohl wieder NGOs, Städter und andere Ahnungslose Schuld, die einfach nicht verstehen wollen, dass das völlig ok ist ein Nutztier beim vollen Bewusstsein die Hoden abzuschneiden. Das haben wir schließlich schon immer so gemacht! (Polemik)

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Die von vosp angeführten Dokumente sind m.E. geeignet sich progressiv mit den Naturschutzverbänden und Behörden auseinandersetzen, wenn nötig auch auf dem Rechtsweg. Insofern revidiere ich meine Mahnung zur Vorsicht. Wer die Rechte der Imkerschaft einschränken will muss dafür gesicherte Beweise vorlegen, Vermutungen reichen nicht um in die Existenzgrundlagen der Imker einzugreifen. VG Jörg

  • Der Landwirtschaft werden keine Steine in den Weg gelegt, sie bekommt heute noch mehr als 40 Mrd. jährlich an Subventionen von der EU zugesprochen und sie muss sich, wie alle anderen Branchen, an gewisse Regeln halten, die sich mit fortschreitendem Erkenntnisgewinn ändern können.

    Erkenntnisgewinn kann auch sein, mit welchen Themen man Wählerstimmen und Spenden generieren kann, von Leuten, die zu weit davon entfernt sind, um die Zusammenhänge zu verstehen. Wolfe züchten, BarbarenhordenKinder in Flüchtlingsheimen verrecken lassen, oder was auch immer. Das ist offensichtlich nicht immer das scharfe Schwert der Wissenschaft, welches die Politik bestimmt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Okay, in der deutschen Ausgabe prangt statt dem "Friends of Science"-Label das Logo "Cashkurs" von Dirk Müller drauf. ^^

    Mir wäre es auch lieber, wenn ich den Film auf der Seite von Julia Klöckner finden könnte ^^.

    Wenn Du kleine Änderungen vornehmen willst, dann ändere die Art und Weise, wie Du die Dinge ausführst.

    Wenn Du große Änderungen vornehmen willst, dann ändere die Art und Weise, wie Du die Dinge beurteilst.

  • Der Landwirtschaft werden keine Steine in den Weg gelegt, sie bekommt heute noch mehr als 40 Mrd. jährlich an Subventionen von der EU zugesprochen und sie muss sich, wie alle anderen Branchen, an gewisse Regeln halten, die sich mit fortschreitendem Erkenntnisgewinn ändern können.

    Erkenntnisgewinn kann auch sein, mit welchen Themen man Wählerstimmen und Spenden generieren kann, von Leuten, die zu weit davon entfernt sind, um die Zusammenhänge zu verstehen. Wolfe züchten, BarbarenhordenKinder in Flüchtlingsheimen verrecken lassen, oder was auch immer. Das ist offensichtlich nicht immer das scharfe Schwert der Wissenschaft, welches die Politik bestimmt.

    Die Studie der TU München zum Insektenrückgang oder die Nitratgehalte im Boden sind wissenschaftliche Erkenntnisse. Das sind Fakten. Bei diesen Dingen spielt die Landwirtschaft als ein (Mit-)Verursacher eine Rolle. Über alles weitere kann man diskutieren oder Studien anschieben.


    Barbarenhorden? Wer lässt Kinder in Flüchtlingsheimen verrecken? Was läuft hier eigentlich? Die Angst vor Überfremdung oder der sog. "Terror des Wolfes gegenüber der Landbevölkerung" sind in der Tat Dinge, mit denen sich Wähler ködern lassen.


    Zum Leidwesen der Mahner haben weder die vor Jahren Geflüchteten noch der Wolf (nach neuen Erkenntis auch der Luchs!) zum Untergang des Abendlandes geführt.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Okay, in der deutschen Ausgabe prangt statt dem "Friends of Science"-Label das Logo "Cashkurs" von Dirk Müller drauf. ^^

    Mir wäre es auch lieber, wenn ich den Film auf der Seite von Julia Klöckner finden könnte ^^.

    Auch CDU-Politiker haben einen gewissen Machtinstinkt sich nicht für Filme hinzugeben, in denen Verschwörungstheoretiker davon schwadronieren,

    1. dass die Menschheit durch die Agenda 21 total überwacht werden soll,

    2. dass die Vereinigten Staaten sich auflösen zu Gunsten von ein paar Mega-Cities, damit man die Menschen überwachen kann etc.pp.


    Und ob Dirk Müller, der seit Jahren den Untergang des Abendlandes propagiert, und statt von seiner ökonomischen Expertise v.a. von Menschen lebt, die seine Bücher kaufen oder in seinen miserabel laufenden Fonds investieren, die bessere Alternative zur Öl-Kohle-Lobbyorganisation als Werbeträger ist, mag ich auch bezweifeln.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Ende der Diskussion!(?)

    Was willst du uns, insbesondere mir, mit dem Beitrag #407 sagen? Die funktionierenden Links daraus habe ich alle schon vorher gelesen. Die zwei letzten bieten mir leider keinen Text an. Da fällt das Lesen schwer, bzw. geht recht schnell. Wiederholen brauche ich mich nicht.

    Also wohl Ende der Diskussion!

  • Was willst du uns, insbesondere mir, mit dem Beitrag #407 sagen?

    Ich stimme dir zu.:)

    Schweigen zu diesem Thema, und den Kritikern der Honigbiene unwidersprochen das Feld zu überlassen, halte ich für vollkommen falsch. Hier muss möglichst öffentlichkeitswirksam, klar Stellung bezogen werden.

    Das sehe ich genau so.:) - Und habe zur Bekräftigung dessen die Stellungnahme von LAVES Niedersachsen verlinkt (erstmalig in diesem langen Faden, wenn ich mich nicht täusche).


    Hier noch die beiden Links (funktionierend):

    1. LAVES Infoblatt 65, Konkurrenz zwischen Honig und Wildbienen, 2013

    2. Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V. als Reaktion auf Ronald Burger 2018/1

    Wiederholen brauche ich mich nicht.

    Sorry für die Wiederholung.:saint:

  • Die Studie der TU München zum Insektenrückgang oder die Nitratgehalte im Boden sind wissenschaftliche Erkenntnisse. Das sind Fakten. Bei diesen Dingen spielt die Landwirtschaft als ein (Mit-)Verursacher eine Rolle. Über alles weitere kann man diskutieren oder Studien anschieben.

    Was hat sich in der Landwirtschaft binnen der letzen 10 Jahre verändert, das einen Insektenrückgang um mehr als 40% Biomasse erklären könnte? - Und wie erklärst du dir, dass sogar ungenutzte Wälder in Schutzgebieten betroffen sind?


    Schau mal hier: TUM, Insektenrückgang weitreichender als vermutet

    Zitat

    ... Sowohl auf den Waldflächen als auch auf den Wiesen zählten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach zehn Jahren etwa ein Drittel weniger Insektenarten.


    „Bisher war nicht klar, ob und wie stark auch der Wald vom Insektenrückgang berührt ist“, sagt Seibold. Das Team stellte fest, dass die Biomasse der Insekten in den untersuchten Wäldern seit 2008 um etwa 40 Prozent zurückgegangen war. Im Grünland waren die Ergebnisse noch alarmierender: Am Ende des Untersuchungszeitraums hatte sich die Insektenbiomasse auf nur ein Drittel ihres früheren Niveaus verringert. ...


    ... Betroffen sind alle untersuchten Wald- und Wiesenflächen: Schafweiden, Wiesen, die drei bis viermal jährlich gemäht und gedüngt wurden, forstwirtschaftlich geprägte Nadelwälder und sogar ungenutzte Wälder in Schutzgebieten.

    Wenn sogar ungenutzte Schutzgebiete betroffen sind, wem möchtest du dafür die Schuld geben? - Den Naturschützern? Den Betreibern/Eigentümern von Naturschutzgebieten? Dem Förster?

  • Es geht hier nicht um Schuld, es geht um Ursachen, keiner hat wohl behauptet, dass die Landwirtschaft an allem und alleine Schuld ist. Jedoch gibt es Unterschiede in den verschiedenen Gebieten.


    "Den größten Schwund stellten die Forscherinnen und Forscher auf den Grünlandflächen fest, die in besonderem Maße von Ackerland umgeben sind. Dort litten vor allem die Arten, die nicht in der Lage sind, große Distanzen zu überwinden.


    Im Wald hingegen schwanden vorwiegend jene Insektengruppen, die weitere Strecken zurücklegen."


    Wie erklärst du dir, dass es auf den zu Agrarflächen angrenzenden Arealen den größten Rückgang gab, v.a. bei Insekten mit einem geringeren Radius, und in Waldgebieten wiederum bei Insekten mit einem größeren Flugradius?


    1. Eine Ursache könnte die Abschaffung Flächenstillegung 2009 für den Rückgang sein, weil dadurch Brachflächen verloren gingen.


    2. Generell hat sich der Anteil von Ackerfläche zu Grünland deutlich zu Gunsten der Ackerfläche entwickelt.


    3. Neben der zunehmenden Größe der Betriebe gibt es ja auch eine weiter voranschreitende Spezialisierung auf wenige Produktionsgüter je Betrieb und damit weniger Varianz.


    4. Der Ausbau des Energiepflanzenanbaus kann da auch eine Rolle spielen.


    Ich bin kein Wissenschaftler, finde aber den Unterschied im Rückgang zwischen Grünland an der Grenze zu Agrarkulturen (ca. 70%) im Vergleich zu anderen Gebieten (eher Richtung 30%) schon beachtlich.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain