Erschreckender DBIB Brief

  • Sehen wir den Tatsachen doch ins Auge: Imkerei ist Landwirtschaft. .... Es gibt kein Recht darauf, fremde Gebiete oder öffentliche Flächen einfach mal für eigene wirtschaftliche Interessen nutzen zu dürfen. Dieses aber immer vorauszusetzen halte ich für das Grundproblem vieler Imkerargumentationen.

    Wow, steile These. Ich habe in meiner grenzenlosen Naivität bisher geglaubt, dass die Imkerei genau das sogar ganz ausdrücklich darf - und sich eben damit von wahrscheinlich allen übrigen Zweigen der Landwirtschaft unterscheidet.

    Wie sehr es mich ärgert, das man soetwas als Imker in einem Imkerforum überhaupt aufschreibt kann ich in angemessener Form leider nicht ausdrücken.


    Jungejunge :cursing:...

    Genau das meine ich. Wenn ich schreibe, dass man sich auch drum kümmern muss, dass die Umgebung passt, dann beinhaltet das dafür Sorge zu tragen, dass die Umwelt zur Bienenhaltung passt. Entweder dort imkern, wo das so ist und das einfach schweigend genießen oder dafür Verantwortung zu übernehmen, dass es so wird bzw. bleibt, dass es passt.

    Letztlich sind doch die Ziele bei fundiertem Umweltschutz, nachhaltigem Leben, verantwortungsvoller Landwirtschaft und dem Imker die gleichen. Wir müssen eine Umwelt so erhalten, dass es auch in mehreren Generationen noch möglich ist, dort zu leben, aber eben auch jetzt.

    Engagiert euch an den Stellen, wo es was zu entscheiden gibt - überzeugt den Bauern im Heimatdorf, den lokalen NABU..., sprecht mit den entsprechenden Vertretern, werdet selbst politisch oder in den Vereinen und Gremien aktiv, statt diese Leuten zu überlassen, die ganz andere Ziele verfolgen. Jede komische Regelung in der Demokratie kommt daher, weil die vernünftigen und sachkundigen sich immer zu schade sind, selbst mitzumachen. Dann gewinnen die lauten Spinner oder Lobbyisten...

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Über Glaube lässt sich nicht (oder trefflich) streiten.

    Gut, ohne eigene Bienen lässt es sich vielleicht nicht so gut nachvollziehen, aber vermutete Nahrungskonkurenz ist schon unter Imkern auf der Tagesordnung. Komplett ohne Berücksichtigung der Wildbienen. Bei immer mal auftretenden teilweise leeren Honigräumen, willst du mögliche Nahrungskonkurenz tatsächlich ausschließen? Da bin ich wieder bei meiner Aussage von #377

  • Jemandem erlauben seine Arbeit zu machen kann man wohl kaum als Schweigegeld bezeichnen. Oder wie meinst du das?

    Mir fällt gerade kein besserer Ausdruck ein. Ich meine damit ein Zugständnis, das man gibt, damit der andere nicht so schlecht dran ist, dass er aufbegehrt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Zusätzlich zu dem Zuwachs von läppischen 75% an Völkern kommen noch die 4500 der Wanderimker hinzu, die nur partiell aufgestellt werden und ich denke nicht das ich der einzige bin, dem das an den Honigräumen auffällt. In den Anfängen meiner Imkerei musste ich zweimal schleudern, heute reicht einmal und wenn es dumm läuft bleibt der ein oder andere Honigraum leer... drum möchte ich das Thema Nahrungskonkurrenz nicht wirklich ins Reich der Fabel verweisen.

    du bist mit Sicherheit nicht der Einzige. Nicht umsonst versuchen daher auch einige hier wohlbekannte Promiimker ihre Standgrößen unter anderem deshalb zu begrenzen, oft wird dabei die erstaunlich niedrige Zahl 16 genannt.


    Auch ich selbst habe den Eindruck, dass alles über 20 Völker/Stand in einer Gegend ohne wanderwürdige Massentracht sofort zu einer Art Selbstkonkurrenz wird und der Ertrag pro Volk dann rasch abnimmt. Mein Eindruck ist, es gibt regional definitiv schon seit längerem eine Völkerdichte, die sich auf den Ertrag negativ auswirkt.

    Der Imkerboom passt einfach nicht mehr zu dem Potenzial der meisten (Kultur-)Landschaften, aber das will natürlich kein Verein, kein Verband und keine Imkerzeitschrift gerne hören.


    Wanderzielgebiete will ich davon jedoch zumindest während der Zeit der Haupttrachten ausschließen - die Erträge dort zeigen, dass dann vorübergehend mehr als genug für alle da ist, auch wenn es viel mehr sind.


    Wenn überhaupt, dann sind also nicht die Wanderimker das Problem für Wild- und Honigbiene, sondern die hohe Dichte der Standimker in der Fläche.


    Trotzdem bin ich der Meinung, dass man den Wildbienen vor allem dadurch helfen muss, die Lebensräume wieder herzustellen. Eine Verringerung der Zahl von Bienenvölkern in Imkerhand bringt dagegen vielleicht beim Honigertrag der verbleibenden Völker etwas, nützt aber den Wildbienen kaum.


    Weil, wo erst gar keine Wilbiene aufwachsen kann, da gibt es auch kaum welche, die Hunger haben könnten! Das Problem sind doch meistens die Nistgelegenheiten und das Vorkommen spezieller Pflanzenarten. Beides wird durch die Zahl der Honigbienenvölker aber nicht beeinträchtigt.

  • Nix da!

    Unsere Bienen halten die Maulhelden am futtern! Auch wenn die das nich wahr haben wollen. Genug gegeben! Kein Schritt zurück. Der Kluge gibt so lange nach, bis er der Dumme ist.

    Alle ein Ausbruch der Dekadenz!


    In Massentrachten wie Tanne oder Kastanie usw. bleibt zu viieeel ungenutzt. Blödsinn, mit Verlaub!

    Es geht nu mal nich anders, wollt ihr deutschen Honig, oder chinexenreiszuckerpampe? Dann muss der Deutsche ausreichend geerntet werden.

    Da beisst die Maus keinen Faden ab!

    Auch wenn ich mit so manchen Auswüchsen der Jagd meine Probleme habe,

    Ich hoffe doch du isst kein Fleisch! Hast du auch Probleme mit der Metzgerwirtschaft, wenn du im Aldi deinen Schweinsbraten einkaufst?

    Ich hab meinen Bio Braten lebendig gesehen! DEM gings gut!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Mein Eindruck ist, es gibt regional definitiv schon seit längerem eine Völkerdichte, die sich auf den Ertrag negativ auswirkt.

    Mit Verlaub, der Ertrag pro Volk ist in den vergangenen 100 Jahren immer weiter gestiegen........

    Ohne Wandern gibts meist um 30kg. Mal mehr mal weniger.

    Dein Eindruck kann nur subjektiv sein

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Sehen wir den Tatsachen doch ins Auge: Imkerei ist Landwirtschaft. .... Es gibt kein Recht darauf, fremde Gebiete oder öffentliche Flächen einfach mal für eigene wirtschaftliche Interessen nutzen zu dürfen. Dieses aber immer vorauszusetzen halte ich für das Grundproblem vieler Imkerargumentationen.

    Wow, steile These. Ich habe in meiner grenzenlosen Naivität bisher geglaubt, dass die Imkerei genau das sogar ganz ausdrücklich darf - und sich eben damit von wahrscheinlich allen übrigen Zweigen der Landwirtschaft unterscheidet.

    Wie sehr es mich ärgert, das man soetwas als Imker in einem Imkerforum überhaupt aufschreibt kann ich in angemessener Form leider nicht ausdrücken.


    Jungejunge :cursing:...

    Guten Abend.


    Von meiner Seite her, sehe ich dies sogar als wichtig an, darauf hinzuweisen.

    Die Bienenhalter, dürfen fremde, und öffentliche Flächen nutzen.

    Jedoch besteht kein Recht auf Nutzung, oder gar auf Tracht von diesen Flächen.


    Ich frage mich daher schon, woher sich einige Imker das Recht hernehmen, der Landwirtschaft zu erklären, wie sie ihr Land zu bewirtschaften haben......Da ist schon einiges an Geschirr zerschlagen worden.


    Da nun die Honigbiene, bei dem Naturschutz kaum noch einen Rückhalt hat, steht die Imkerei bald alleine da.

    Diejenigen, wo dies am stärksten trifft, sind dann die Erwerbsimker, welche von den Naturschützern, Standortimkern, und vielleicht auch schon bald von der Landwirtschaft für die Bestäubung der Kulturen, keine wesentlich Unterstützung mehr bekommen......


    Lg Sulz.

  • ...Da nun die Honigbiene, bei dem Naturschutz kaum noch einen Rückhalt hat, steht die Imkerei bald alleine da.

    Diejenigen, wo dies am stärksten trifft, sind dann die Erwerbsimker, welche von den Naturschützern, Standortimkern, und vielleicht auch schon bald von der Landwirtschaft für die Bestäubung der Kulturen, keine wesentlich Unterstützung mehr bekommen......

    Auf den Punkt gebracht!

    Nur noch da, wo Honigbienen die Wildbienen bzw. auch die Hummeln ergänzen oder sonst einen wirtschaftlichen Gewinn und nicht nur Honig einfahren, werden sie mittelfristig eine Überlebenschance haben.

    Die Schäfer hatten schon mal ein vergleichbares Problem.

    Gruß Klaus

    Es war schon schöner auf der Welt, als ich noch den Überblick hatte. Sofie Pfister-Odermatt

  • Was ist Chinexenreiszuckerpampe? Vielleicht könnten wir an dieser Stelle sprachlich in etwas mildere Gefilde zurückfinden, das wäre schön.


    Der Deutsche Honig ist offensichtlich immer noch in Massen vorhanden, sonst würden die Abfüller diesen nicht für 3€ das Kilo bekommen.

    Zum Thema Landwirten irgendetwas vorschreiben: Art. 14 II GG besagt, dass Eigentum verpflichtet und auch der Allgemeinheit dienen soll. Wenn darüber hinaus nachweislich gesellschaftliche Güter gestört werden, bedarf das einer Regulierung - auch wenn das hier im Forum ein Sakrileg ist.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Mein Eindruck ist, es gibt regional definitiv schon seit längerem eine Völkerdichte, die sich auf den Ertrag negativ auswirkt.

    Mit Verlaub, der Ertrag pro Volk ist in den vergangenen 100 Jahren immer weiter gestiegen........

    Ohne Wandern gibts meist um 30kg. Mal mehr mal weniger.

    Dein Eindruck kann nur subjektiv sein

    Bitte nichts vergleichen, was nicht vergleichbar ist!


    Natürlich ist der Ertrag über diesen langen Zeitraum von 100 Jahren! pro Volk gestiegen. Bessere Genetik, größere Völker und bessere Betriebsweisen sei Dank. Das ist aber eine ganz andere Baustelle und für mich nicht vergleichbar, weil 100 Jahre imkere ich noch nicht ;-) !


    Aber der lokale - und NATÜRLICH subjektive - Vergleich über wenige Jahre an mehreren Standorten mit den selben Bienen, der selben Betriebsweise und jeweils unverändertem Standort ist was ganz anderes.


    Und da habe ich den Eindruck (also subjektiv), dass der Ertrag bei meinen Ständen in den ersten Jahre immer gut war. Aber sobald der Stand von anfänglichen 6-10 Völkern auf die von mir gewünschten maximal 20 angewachsen war, ging es abwärts. Auf dem Land mehr, im städtischen Siedlungsbereich weniger. KANN Zufall sein oder ganz andere Gründe haben. Z.B. dass in dieser Zeit die Zahl der Neuimker sehr stark gewachsen ist - das gilt wohl überall, nicht nur bei mir.


    Unter Berücksichtigung ähnlicher Aussagen anderer Imker und unter Berücksichtigung dessen, was unsere großen Kollegen in ihren Vorträgen und Videos gleichlautend behaupten (Stände nicht zu groß werden lassen!), erscheint es mir durchaus plausibel.


    Wieso auch nicht? Eine Blüte, die abgesammelt ist, ist erst mal leer. Manche Arten schieben nach, andere nicht. Aber die Zahl ist für eine gewisse Zeit auf jeden Fall endlich. Gerade auch nach der Raps- und Frühtracht.