Erschreckender DBIB Brief

  • Für mich ergeben sich einige Widersprüche im pro Wildbiene vs Honigbiene.

    - Honigbienenvölker schaffen nur ca 1/3 alle Blüten zu bestäuben

    - Wildbienen fliegen schon bei kalten Wetter

    - Wildbienen sind teilweise Spezialisten (langrüsslige)


    Daraus ergibt sich für mich eine konkurrenzlose Situation für Wildbienen.


    - die Summe der Honigbienenvölker vor 50 Jahren war höher


    Hier mal Eine Statistik der letzten Jahre https://de.statista.com/statis…envoelker-in-deutschland/

    2013 bis 2019

    Bayern 197.282 189.664 187.549 176.646 164.879 166.516 158.586
    Württemberg 103.028 100.553 97.192 91.650 87.794 83.641 81.420
    Baden 76.991 75.558 73.390 70.504 67.589 64.242 63.283
    Rheinland 71.485 66.190 60.378 54.745 50.273 46.099 41.713
    Westfalen-Lippe 62.729 57.903 54.324 51.931 48.507 44.797 40.767
    Hessen 61.194 59.194 56.005 53.813 52.429 49.538 48.657
    Hannover 58.512 55.511 54.089 52.289 48.665 47.174 43.925
    Sachsen 36.081 35.726 36.179 34.210 31.905 31.186 28.695
    Weser-Ems 29.967 28.612 27.400 25.634 23.884 22.697 20.947
    Schleswig-Holstein 28.847 27.029 25.904 23.986 22.093 21.216 20.886
    Brandenburg 26.980 24.791 26.063 24.080 22.374 20.643 19.426
    >td >23.114 22.492 21.722 19.330 18.388 17.306 15.435
    Mecklenburg-Vorpommern 17.878 17.665 18.043 16.826 14.961 16.495 15.551
    794.088 760.888 738.238 695.644 653.741 631.550 599.291


    Selbst wenn wir annehmen, das vor 50 Jahren die Bienenvölker kleiner waren, ergibt sich in den letzten 6 Jahren schon eine Verringerung von 20% über Alles.


    Ich bin dafür Wildbienen zu unterstützen, nur finde ich nicht zu Lasten anderer, welches den Naturschutz ad absurdum darstellt.


    Sicher brauchen wir keinen besonderen Schutz der Honigbiene, denn so ist die Argumentation auch richtig, sie genießen besonderen Schutz durch den pflegenden Imker, gehören in der Argumentation pro Natur nicht grundsätzlich benachteiligt, denn wer bestäubt die Wildpflanzen, die gar nicht von Wildbienen bestäubt werden?


    Ich denke hier müssen noch mehr religiös entzerrte Untersuchungsergebnisse aus Naturflächen her und im weiteren Unterstützung zur Schaffung abwechslungsreicher Vegetationen, zum Wohle aller Lebewesen. Die Ursachenbeseitigung ist nachhaltiger als Zwangsreglementierungen bei denen keiner mitspielt, zu Lasten weniger.


    Wenn doch eigentlich der Konsens über die aufgeräumten Landschaften herrscht, warum setzt man da nicht auf mehr Artenvielfalt? Klar ist ein Imker bestrebt ein Nektar- und Pollentrachtband über das ganze Jahr für seine Bienen zu schaffen. Aber ich bin nicht abgeneigt zusätzlich auch Samen auszusäen, der meinen Völkern erst einmal nichts bringt.Davon profitieren auch Wildbienen und die Honigbienen haben lukrative Quellen für ihre Völker.

    Aber diese Trachtbänder dürfen nicht aus Massenmonokulturen bestehen die sich abwechseln.

    Wer schon mal in Massentrachten Stand wird sehen, das die Bienenvölker gerade da bestrebt sind gerade auch anderen Pollen zu finden.

    Aus meinen Beobachtungen von einer 100% einseitigen Pollenversorgung bei Bestäubung in Folienzelten kann ich behaupten, das bekommt der Volksentwicklung auch bei ausreichender Menge nicht gut.


    Weiter habe ich gelernt das es bei den Wildbienen ca 2/3 Bienenarten gibt, die sich im Erdreich vergraben. Da gibt es teilweise weniger Siedlungsraum, da eingeebnet oder begradigt wurde.


    Einige Jahre musste ich auf Bodenreformland Rüben verziehen und konnte noch auf Feldhaine und Ackerflächen durchbrechende Gestrüppreigen beobachten. Im Zuge der Mechanisierung und Industriealisierung in der Landwirtschaft ist allerdings die Bedeutung dieser Landstriche zu Gunsten höherer Ökonomie bei der Feldbearbeitung verloren gegangen.

    Allerdings habe ich zu wenig landwirtschaftliches Fachwissen, um Alternativen aufzeigen zu können. Ein Pauschalbashing gegenüber den Bauern ist genauso Quatsch wie das Bashing Honig vs Wildbiene.

    Wichtig ist mir, wie kann man zusammen an die Ursachenbeseitigung gehen und wie lässt sich gerade der Insektenschwund der letzten 10 Jahre erklären.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Eventuell wäre auch wichtig, dass er mit der Kartierung, Bewertung und Empfehlungen für solche Schutzgebiete wohl seinen Lebensunterhalt verdient. Es besteht also ein nicht unerhebliches finanzielles Eigenintresse an solchen Schutzgebieten.

    Und der Berufsimkerbund soll dem jetzt vorwerfen voreingenommen zu sein, weil der mit einer Sache, von der er überzeugt ist und mit der er sich auskennt sein Geld verdient?

    Dünnes Eis, würde ich sagen...

  • Und der Berufsimkerbund soll dem jetzt vorwerfen voreingenommen zu sein, weil der mit einer Sache, von der er überzeugt ist und mit der er sich auskennt sein Geld verdient?

    Es sollte zur Klarstellung dienen, wer ein wesentlicher Befürworter dieser honigbienenfreien Zonen ist. Viele Stellungnahmen sind dort inhaltlich abgeschrieben.

    Natürlich kann und soll man für seine Überzeugung eintreten. Aber die Forderungen des Herrn Burger sind eventuell auch nicht unbedingt ehrenwerter, als die der Berufsimker. Und zwischen vorwerfen und nicht unterstützen ist doch ein wesentlicher Unterschied.

    Beim Lesen der Texte finde ich Vorwürfe erstmal auf Seiten der Honigbienenkritiker. Wäre dann zunächst mal eine Reaktion von Seiten der Berufsimker.

  • Im D.I.B. Aktuell 5/2020 auf Seite 34 heißt es: "Dort wo eine sogenannte Nahrungskonkurrenz auftrete, sei diese auch immer als Teilaspekt des Verlustes von Lebensräumen durch Landnutzungsänderung zu sehen, so die Experten."

    Dies impliziert aus meiner Sicht, dass eine mögliche Nahrungskonkurrenz wohl grundssätzlich vom 'Arbeitskreis Nahrungskonkurrenz' anerkannt wird? Weiß hier jemand mehr darüber, wie sich der D.I.B. bezüglich der Bienenstände in oder an Naturschutzgebieten positioniert?

  • Hier mal Eine Statistik der letzten Jahre https://de.statista.com/statis…envoelker-in-deutschland/

    2013 bis 2019

    Bayern 197.282 189.664 187.549 176.646 164.879 166.516 158.586
    Württemberg 103.028 100.553 97.192 91.650 87.794 83.641 81.420
    Baden 76.991 75.558 73.390 70.504 67.589 64.242 63.283
    Rheinland 71.485 66.190 60.378 54.745 50.273 46.099 41.713
    Westfalen-Lippe 62.729 57.903 54.324 51.931 48.507 44.797 40.767
    Hessen 61.194 59.194 56.005 53.813 52.429 49.538 48.657
    Hannover 58.512 55.511 54.089 52.289 48.665 47.174 43.925
    Sachsen 36.081 35.726 36.179 34.210 31.905 31.186 28.695
    Weser-Ems 29.967 28.612 27.400 25.634 23.884 22.697 20.947
    Schleswig-Holstein 28.847 27.029 25.904 23.986 22.093 21.216 20.886
    Brandenburg 26.980 24.791 26.063 24.080 22.374 20.643 19.426
    >td >23.114 22.492 21.722 19.330 18.388 17.306 15.435
    Mecklenburg-Vorpommern 17.878 17.665 18.043 16.826 14.961 16.495 15.551
    794.088 760.888 738.238 695.644 653.741 631.550 599.291


    Selbst wenn wir annehmen, das vor 50 Jahren die Bienenvölker kleiner waren, ergibt sich in den letzten 6 Jahren schon eine Verringerung von 20% über Alles.

    Die Spalte links dürfte die Jahreszahl 2019 als Überschrift haben, oder?

    Wenn ich mir die Zahlen Daten des DIB angucke zum Vergleich, lässt dass den gleichen Schluss zu, da die Zahlen für Bayern identisch sind, daher werden diese die Datenbasis für o. a. Statistik darstellen.

    Rheinland-Pfalz, Saarland, Nassau als Landesverbände fehlen. Sollte die vorletzte Zeile deren Zahlen abbilden, dann stimmt die Summe auch nicht. 2019 kommen die drei Verbände auf 27.907 gemeldete Völker.

    Daher kann von einem Rückgang von 20% in den letzten 6 Jahren keine Rede sein. Hinzukommen die Schätzwerte Völkerzahlen für die nicht organisierten Imker.

  • Im D.I.B. Aktuell 5/2020 auf Seite 34 heißt es:

    :thumbup:Guter Link.

    Zitat

    Am 1. Oktober 2020 fand erstmalig eine Videokon-ferenz zum Thema „Vermeidung von Nahrungskon-kurrenz bei Honig- und Wildbienen“ statt, an derneben D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann, Geschäfts-führer Olaf Lück und Präsidiumsmitglied August-Wilhelm Schinkel, Dr. Ingrid Illies (IBI Veitshöch-heim), Henri Greil und Dr. Jens Pistorius (beide JKIBraunschweig) sowie Prof. Dr. Werner von der Ohe(LAVES Celle) teilnahmen.

    ...

    Rechtliche Ebene

    Derzeit erfolgt eine Abfrage bei den Mitgliedsverbändenhinsichtlich laufender Rechtsverfahren, um einen Überblick zum Vorgehen der Behörden in den einzelnen Bundesländern zu erhalten. Die Koordinierung erfolgt hierdurch den D.I.B. und im Bedarfsfall unterstützt durchden D.I.B.-Rechtsbeirat.

    Der D.I.B. ist ebenfalls dabei sich einen Überblick zu verschaffen. - Genauso wie rase

  • Die Spalte links dürfte die Jahreszahl 2019 als Überschrift haben, oder?

    Wenn ich mir die Zahlen Daten des DIB angucke zum Vergleich, lässt dass den gleichen Schluss zu, da die Zahlen für Bayern identisch sind, daher werden diese die Datenbasis für o. a. Statistik darstellen.

    Rheinland-Pfalz, Saarland, Nassau als Landesverbände fehlen. Sollte die vorletzte Zeile deren Zahlen abbilden, dann stimmt die Summe auch nicht. 2019 kommen die drei Verbände auf 27.907 gemeldete Völker.

    Daher kann von einem Rückgang von 20% in den letzten 6 Jahren keine Rede sein. Hinzukommen die Schätzwerte Völkerzahlen für die nicht organisierten Imker.

    Richtig erkannt, es fehlt nicht nur der zweite Teil des Datensatzes, sondern leider auch die Jahreszahlen und daraus erkennbar der Anstieg in den einzelnen Bundesländern...

    Gerade Urbanes Beekeeping um es neudeutsch auszusprechen erfreut sich großer Beliebtheit und gerade für Berlin gesprochen hat sich die Zahl der gehaltenen Völer von überschlägig 4400 auf 7700 erhöht, was einer Steigerung von satten 73% entspricht, bei zunehmenden Wegfall von Brachflächen für zunehmende Bebauung. Wenn auch nicht im selben Ausmaß ist dieser Trend in allen Stadtstaaten so zu beobachten und wer will es Außenstehenden verübeln da auf die Idee von Nahrungskonkurenz zu kommen?

  • Zumal ein Großteil der Naturschützer in der Stadt wohnen wird. Da steht auf jeder Party einer in der Küche, der von seinem Hobby erzählt. Da kann ich das gut nachvollziehen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ja stimmt in den letzten 6 Jahren ergibt das eine 20% Steigerung.

    Ich habe die Jahreszahlen falsch interpretiert und darum war ich etwas verwirrt , wie sich bei abnehmender Völkerzahl eine Nahrungskonkurrenz entwickeln sollte.

    Natürlich ist die Datenerhebung nicht vollständig, wird es nie sein, bietet jedoch Anhaltspunkte und Tendenzen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.