Erschreckender DBIB Brief

  • Bei Problemen mit Ständen auf Grund von Wildbienenschutz oder verärgerter Bauern könnt Ihr mir jetzt direkt schreiben an Ralf.Sester [at] Berufsimker.de


    Stand so zumindest im neuen DBIB Newsletter

    :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Dachte eigentlich, rase hätte das Thema mit seiner Initiative sich als „Kummerkasten“ zur Verfügung zu stellen bereits abgeräumt. Nun geht es aber weiter, somit auch noch ein Beitrag von mir. Es gibt kaum eine Landschaft die so ausgeräumt ist, wie die Magdeburger Börde. Felder von 100ha sind die Regel, daran schließt sich der nächste Schlag an, oft ohne Feldrain, manchmal trennt die Felder ein Graben oder ein Gehölzstreifen. Dann wird aber bis an die Grabenböschung oder den Baumstamm gepflügt. Dort wo straßenbegleitend Fahrradwege und Straßenbegleitgrün angelegt wurde, das gleiche Bild. Es müssen stabile Pfosten vor die Bäume gesetzt werden, um den Wurzelbereich vor dem Pflug zu schützen. Kornblumen, Mohn und andere Wildblumen gibt es hier auch nicht. Wovon Bitteschön sollen hier noch Wildinsekten leben? Am Standtrand, wo meine Bienen stehen sieht es ganz anders aus, hier blüht es das ganze Jahr in den Ausgleichsflächen und öffentlichen Grünanlagen. Was aber fast völlig fehlt, ist die Kulturfläche Viehweide, auf dieses Biotop sind viele Hautflügler angewiesen, deshalb gibt es viele Wildinsekten hier auch nicht mehr. Unser Imkerverein arbeitet mit dem Grünflächenamt der Stadt, der Hochschule und den Naturschutzverbänden zusammen, um die Ursachen des Insektensterbens zu erforschen. Es gibt mittlerweile einige Untersuchungen und Auswertungen zum Insektenmonotoring. Die Nahrungskonkurrenz zwischen Wild- und Honigbiene waren hier bisher in den mir bekannten Auswertungen kein Thema. Dabei wurden allerdings keine Naturschutzgebiete untersucht. Offensichtlich sucht man hier händeringend nach Ursachen, da es hier vermeintlich besser aussieht als in den Kulturlandschaften. Infolgedessen, werden solche steilen Thesen will die Nahrungskonkurrenz ins Feld geführt. Einmal in der Welt, sind Sie schwer wieder weg zu diskutieren, wie andere Verschwörungstheorien auch. VG Jörg

  • Und die Pestizide spielen eine große Rolle!

    Wenn auch einzelne Insektizide verboten sind so bleiben doch noch die Herbizide. Deren rigorose Anwendung auf der überwiegenden Ackerfläche (gegenüber Brachen, Schutzgebieten, Parks, ev. Dauergrünland) reduziert extrem stark wildeachsende Blühpflanzen auf den Ackerflächen.

    Und da beginnt der Rattenschwanz: keine Blüten, keine Insekten- keine. Gegenspieler für Schadinsekten, ...

    und schließlich mehrfacher Insektizideinsatz. Und dann natürlich wieder eine PSM-Dudche.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Wie Georgie bewerte ich das ebenfalls. Schön, dass es dort lokal offenbar differenziert zugeht.

    Tut mir leid, fällt unter vorauseilenden Gehorsam für mich.

    Nee, vorauseilender Gehorsam wäre es, wenn ich schonmal meine Beuten in "sicherer" Entfernung von Wäldern und NSG aufstellen würde.

    Nur weil einer Feuer schreit, heisst dass noch lange nicht, dass der ganze Baum brennt

    Falls Du den NABU meinst: das ist kein "Feuer" schreien, sondern in meinen Augen nichts anderes, als framing.

    Das Narrativ ist gesetzt und wird in der Öffentlichkeit und bei Behörden bereits verbreitet: "Honigbienen verdrängen Wildbienen und das vor allem, weil es viel zu viele Imker gibt. Die Imkerei muss reglementiert, kontrolliert und reduziert werden."

    Und da halte ich es schlicht für naiv, dabei zuzusehen und abzuwarten, bis sich diese Behauptung in den Köpfen festgesetzt hat.


    Falls Du also einige der Forumsmitglieder meinst: der Baum brennt bereits. Offenbar sogar schon mehrere. Ich fänds ganz hübsch, wenn nicht der ganze Wald abbrennen würde, hab mein neues Hobby grade lieb gewonnen.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Als der Niedersächsische Weg beschlossen wurde, dachte ich, super, Politik, Landwirte und Naturschutzorganisationen haben endlich zur Zusammenarbeit gefunden. Dann torpedierte der NABU mit seiner Kampagne bzgl. Artenvielfalt diese beginnende Zusammenarbeit. Ich sehe darin einen Vertrauensbruch. Vorneweg bei der Artenschutz-Kampagne des NABU hier vor Ort in der Presse schritt immer Klaus Ahrens, Vorstandmitglied im DBIB. Was ich mich da fragte war immer, warum imkert Herr Ahrens eigentlich nicht auf der Bio-Schiene ?

    (Sollte er inzwischen seine Betriebsweise auf Bio umgestellt haben, so lasse ich mich gerne korrigieren.)


    Beim Niedersächsichen Weg wurde festgelegt, daß bis 2025 10 Prozent ökologischer Landbau zu realisieren ist. Bis 2030 soll der Anteil auf 15% steigen. Anderen Leuten schreibt man also vor, wie sie zu wirtschaften haben, aber selber wirtschaftet man konventionell.

    Man könnte ja jetzt mal eine Kampagne starten, die zum Ziel hat, daß nicht mehr in Styropor-Beuten geimkert werden darf mit der Begründung, eine Styropor-Beute wäre eine unnatürliche Behausung für die Bienen.

    Da möchte ich den Aufschrei in der Imkerschaft mal sehen.

    Aber keine Angst, ich werde diese Styropor-Beuten-Verbots-Kampagne sicher nicht starten, weil a) ich muß anderen Leuten keine Vorschriften machen b.) Styroporbeuten haben auch Vorteile. Jeder darf also weiterhin in der Beute wirtschaften, die er bevorzugt.


    Ich sehe die Verquickung von NABU und DBIB bei der Artenschutz-Kampagne als kontraproduktiv an. Wie hier schon geschrieben gibt es viele Land- und Forstwirte, die dem NABU nicht auf den Pelz gucken können, mich als Waldbesitzer eingeschlossen. Wie sehen die Landwirte zukünftig die Imkerschaft ? Ich könnte mir gut vorstellen, daß da zukünftig die Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Imkerschaft leiden könnte. Das Ziel kann immer nur ein miteinander sein, kein gegeneinander.

    Übrigens: Ich bin in der Vergangenheit häufig bei Landwirten auf Interesse gestoßen, wenn ich denen erzählte, daß ich ggf. irgendwann mal imkern werde. Da kamen so Reaktionen wie "Hey, cool".

    In diesen Gesprächen tauschte ich mich z.B. über den Einsatz von PSM aus oder schlug vor, mal Klee ins Grünland zu bringen oder auch Sinn und Unsinn vom Mulchen von Wegrändern wurde besprochen.


    Vor einigen Jahren hatte ich im TV mal ein längeres Interview mit Walter Haefeker gesehen. Der Mann hatte auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht, weil ich meine herausgehört zu haben, daß er auch bemüht war bzw. ist, ein gutes Miteinander von Landwirtschaft und Imkerei anzustreben.


    Wenn ich mir die "Offene Antwort an 7 kritische DBIB Mitglieder und eine weitere Imkerin" durchlese, bin ich froh, daß der DBIB nicht mein Verband ist.


    Georgie : Einer meiner Cousins bewirtschaftet in der Nähe von Stendal einen Betrieb mit mehreren Hundert Hektar. Wenn ich mir da die Schläge ansehe, dann stimme ich dir zu. Meiner Meinung nach sind diese viel zu groß. Was wäre, wenn man Anreize schaffen würde, Hecken und Gehölze anzupflanzen, ohne daß einem diese nach ein paar Jahren zu einem Biotop erklärt werden und man Wirtschaftsfläche verloren hat.

    Ich telefonierte vor ein paar Tagen mit meinem Cousin und ich mußte feststellen, daß auch "Großagrarier" sich Gedanken machen und ihre Bewirtschaftung ändern wollen. Was er da an Zielen hat ist löblich. Das Bodenleben liegt ihm sehr am Herzen inkl. Humusaufbau und auch die Reduktion von PSM durch angepaßte Bewirtschaftung. Da kamen wir zu den Zwischenfrüchten und ich flachste so, daß da ja meine Kumpels mal ihre Bienen hinstellen könnten, was er aber verweigerte, da schon ein Imker bei ihm aus dem Dorf seine Bienen da aufstellt. Aha, es geht also miteinander von Landwirtschaft und Imkerei.


    So, sicher zu viel geschrieben, aber das mußte mal raus.


    Und ansonsten ein frohes Weihnachten.


    Nachtrag: Ich denke, es ist völlig wumpe, ob Bienen in einem NSG stehen oder nicht. Tracht muß her und zwar für alle Insekten und da muß es hingehen.

  • Du hast auch so Manches nicht mitbekommen Böse Pestizide und sonst schöne Welt? Nada. Pestizide sind nur ein untergeordneter Treiber vom Insektenrückgang. Die vielzitierte Krefeld-Studie wurde etwa in NSG durchgeführt und nicht in der Agrarlandschaft.

    Natürlich, kein Mensch weiß Alles.:) Sonst wär er kein Mensch mehr.

    Und wieder ist es die Verhältnisgleichung!;)

    Vergleiche mal die Flächen der NSG mit den konventionell bewirtschafteten Ackerflächen! Und Insekten können neuerdings Schilder lesen...:) Konkret gesagt sind die Populationen vieler Lebewesen in der Fläche zusammen gebrochen.

    Der Pestizid-Einsatz ist auf dem niedrigesten Stand seit (mindestens) 20 Jahren

    DAS beweise mal bitte. Mit den Neonics ist die Giftigkeit um das 1000-fache gestiegen und wann wurden diese freigegeben? Da fällt hinten runter dass geringere Konzentrationen ausgebracht werden.

    ...viele Wirkstoffe sind in den letzten Jahren verboten worden. Die viel gescholtenen Neonics Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam zB schon 2013 in allen blühenden Kulturen und 2018 generell im Freiland.

    Nachdem sie offensichtlich "ganze Arbeit" geleistet haben und jede Menge Nichtzielorganismen geschädigt und getötet haben. Und das Ganze noch flächendeckend, Europa weit, Welt weit!

    Das wir in Deutschland einer der Hotspots sind, geht ja eindeutig aus den Verlustzahlen hervor.

    Dazu gibts viele weitere Beispiele von Wirkstoffen, die ihre Zulassung verloren haben: Mancozeb, Thiram, Dimethoat und bis zu 40 weitere - allein 2019 und 2020.

    Ja und nu?? Von "gestern auf heute" erholen sich die Populationen, oder wie?

    Mit jedem Wirkstoff (Aktivsubstanz, z.B. Alkohol) verschwinden mehrere, teils dutzende Produkte (Verkaufsform die die Substanz enthät, z.B. Bitburger, Krombacher usw).

    Das Verbotsprinzip hat man schon verstanden. Da musstest Du nicht unbedingt das Bierbeispiel bemühen.;)


    Wären Pestizide der Haupttreiber des Artenschwundes und Insektenrückgangs, hätten die Zahlen schon seit Jahren wieder steigen müssen und würden in den kommenden Jahren durch die Decke gehen. Ich würds mir ja wünschen, nur...

    DAS wiederum ist mal ein logischer Ansatz, dem aber leider einige Ausgangspunkte fehlen. Will versuchen diese aufzuzeigen.

    Vor den Neonics gab es auch eine lange Periode mit PSM. Nur waren diese in der Menge der Mittel nicht dermaßen wirksam. Das heisst die Populationen wurden nur partiell geschädigt, bei wiederholter Anwendung gab es Resistenzen bei den Zielorganismen, so dass die Mittel gewechselt werden mussten und damit auch die unerwünschte Nebenwirkung auf die Nichtzielorganismen varierte. Die Mittel damals wirkten nicht total in der Fläche sondern nur maximal örtlich. Und dies waren dann meist die Schadensfälle der Imker.

    Warum steigen die Zahlen jetzt nicht deutlich?

    Logisch muss man festhalten, dass ja nicht Nichts mehr gespritzt wird und dies immer noch keinesfalls harmlos ist. Die Populationen sind praktisch nicht mehr vorhanden und können sich daher nur schwer regenerieren. Da gibt es eine interessante Rätselfrage: Eine Seerose ist in einem großen Teich und teilt sich einmal pro Tag. Nach 100 Tagen ist exakt der halbe Teich voll Seerosen. Wie lange dauert es, bis der ganze Teich voll ist?

    (meine beiden Hauptstände mit zusammen 30+ Völkern wären futsch...)

    Also hier bin ich vorbehaltslos auf Deiner Seite, auch so ziemlich ratlos.

  • Infolgedessen, werden solche steilen Thesen will die Nahrungskonkurrenz ins Feld geführt.

    Meinem Verständnis nach folgt die Einordnung der Honigbiene bei NABU einem einfachen (aber naiven) Analogismus. - Die Honigbiene ist eines der wichtigsten Nutztiere(!) des Menschen(!), sie sind Eigentum(!) von Imkern, und werden gehegt und gepflegt. - Wildbienen sind als Wildtiere bedroht, und benötigen jeden Schutz.


    Die einfache Analogie: Wenn ein Tier ein Nutztier ist, dann ist es kein Wildtier. - Die Honigbiene als Nutztier des Menschen wird der Landwirtschaft zugeordnet. - Die Wildbiene als Wildtier wird der Natur zugordnet. - Die Kernkompetenz von NABU ist der Naturschutz. - Soweit in sich koheränt und schlüssig. Aber zugleich naiv.


    Tatsächlich ist die Honigbiene zugleich Nutztier und Wildtier. - Sie nutzt den Kulturpflanzen ebenso wie den Wildpflanzen, und sie ist zugleich Teil der Landwirtschaft und der Wildnis. - Die Wirkung der Honigbiene alleine auf eine hypothetische Nahrungskonkurrenz beschränken zu wollen zeugt von monokausalem Denken, und zeigt ein sehr beschränktes Verständnis der Zusammenhänge.


    Kurzzitat aus einem Interview mit Jürgen Tautz: Wie Honigbienen wild im Wald leben, 07.04.2020

    Zitat

    Bienen werden oft „Haustiere“ genannt, zumindest „Nutztiere“. Die Vorstellung: Ein Bienenschwarm braucht einen Imker und einen Stock. Falsche Vorstellung?


    Prof. Jürgen Tautz: Unsere Honigbienen sind ursprünglich Waldbewohner, aber im Bewusstsein der meisten Menschen sind es Nutztiere, die beim Imker in viereckigen Kästen wohnen. Die Honigbienen brauchen den Imker nicht, sie haben in vielen tausend Jahren unter der Obhut des Menschen nicht verlernt, wie man ohne Imker klar kommt. Ein „nutzbares Haustier“ ist die Honigbiene seit 1928, als der Deutsche Reichstag die Honigbiene unter dem Viehseuchengesetz als nutzbares Haustier erfasste. Das war eine Weichenstellung, die für die Honigbiene in der Obhut des Menschen klare Regeln geschaffen hat, aber die Biene nicht mehr als Wildtier verstand.

    ...

    Was unterscheidet wilde Honigbienen von den domestizierten Honigbienen?

    Tautz: Nichts. ...

  • Als der Niedersächsische Weg beschlossen wurde, dachte ich, super, Politik, Landwirte und Naturschutzorganisationen haben endlich zur Zusammenarbeit gefunden. Dann torpedierte der NABU mit seiner Kampagne bzgl. Artenvielfalt diese beginnende Zusammenarbeit. Ich sehe darin einen Vertrauensbruch. Vorneweg bei der Artenschutz-Kampagne des NABU hier vor Ort in der Presse schritt immer Klaus Ahrens, Vorstandmitglied im DBIB (...)

    Bislang in meinen Augen der beste Beitrag zum Thema hier in diesem Faden.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zwei Anmerkungen:

    1. Die konventionelle Landwirtschaft ist viel weiter weg vom Ökolandbau, als der konventionelle vom Bio-Imker. Ich finde den Vergleich nicht so treffend, als das man da dem DBIB Vorstand einen Strick draus drehen sollte, weil er konventionell imkert und er Ökolandbau fördert.


    2. Schleswig-Holstein ist voll mit Knicks (Wallhecken). Natürlich geht da Wirtschaftsfläche verloren, aber es gibt auch eine Menge Vorteile für den Landwirt: Erosionsschutz, Nützlinge etc.pp. Da sollte nicht noch zusätzlich Geld für verteilt werden. Für viele Maßnahmen kriegt man ja schon Zahlungen.


    Und aus einer Wallhecke ist noch kein Biotop mit Schutzstatus entstanden.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Das ist jetzt mein neuer Job beim DBIB. Infos sammeln und 'ne Strategie finden.

    Am elegantesten wäre ein Strategiewechsel bei NABU. - Jede Positionierung ist ein Abbild des Wissens zu bestimmter Zeit. - Das Stellungnahme von Carsten Pusch ist von 07/2015, und unter welchen Umständen der Artikel zu Stande gekommen ist, weiß man nicht. - In den Ortsgruppen wird dann brav in die Richtung gerudert, die der Vorstand vorgibt.


    Wenn man es also schaffen würde Carsten Pusch aufzuschlauen und anzuerkennen, dass die Honigbiene ein Wildtier ist, wäre die Kampangne vom Tisch. - Denn bei Wildtieren wird grundsätzlich nicht in Frage gestellt, ob sie um Nahrung konkurrieren.

  • Der Nabu steht mit seinen Forderungen nicht alleine da. Schau mal hier: Wildbienen und die Honigbiene – Position der Deutschen Wildtier Stifung

    (Die neueste Quelle ist von 2011. - Gut möglich, dass der NABU 2015 auch hiervon abgeschrieben hat.)

    Zitat

    KONKRETE FORDERUNGEN


    1. Honigbienenvölker sollten mit einem Abstand von mindestens 3 km zu besonders wertvollen Wildbienenlebensräumen aufgestellt werden(EVERTZ 1993,1995;STEFAN-DEWENTER UND TSCHARNKTE 2000).


    2. In Naturschutzgebieten und wertvollen Wildbienenlebensräumen sollten grundsätzlich keine Honigbienenvölker aufgestellt werden(EVERTZ 1993,1995;PYKE UND BALZER 1985;SHAVIT ET AL.2009;GOULSON UND SPARROW 2009)


    Website/Deutsche Wildtier Stiftung/Wildbienen

  • Hat zwar nix mit dem Volksbegehren zu tun, aber

    Wenn man es also schaffen würde Carsten Pusch aufzuschlauen und anzuerkennen, dass die Honigbiene ein Wildtier ist, wäre die Kampangne vom Tisch. - Denn bei Wildtieren wird grundsätzlich nicht in Frage gestellt, ob sie um Nahrung konkurrieren.

    ich denke nicht, dass sich mit dem Wildtier-Argument viele zuquatschen lassen.

    NABU und BUND haben sich u.a. den Einsatz für bedrohte Tierarten auf die Fahne geschrieben. Egal ob Wild- oder Nutztier. Da werden schon einige Nutztier-Programme gefahren (Naturpark Barnim, Kulkwitzer Lache, Erhaltung des Rhönschafs etc.). Die Honigbiene / Imkerei als bedroht darzustellen ist auch mehr als unrealistisch. Und auch die Sammlung von Erfahrungen mit schlecht gelauten Bauern wird vielleicht dazu beitragen, dass sich der (kleine) DBIB vom Naturschutz distanziert. Das erhöht möglicherweise das Ansehen beim Bauernverband, aber hilft noch lange nicht der Imkerei.

    Es dürfte kein Weg an aussagekräftigen Studien zur Nahrungskonkurrenz vorbei führen.

  • Hat zwar nix mit dem Volksbegehren zu tun, aber

    ich denke nicht, dass sich mit dem Wildtier-Argument viele zuquatschen lassen.

    Ich kann mir hingegen sehr gut vorstellen, dass wilde Honigbienenvölker in Baumhöhlen und Felsspalten in Naturschutzgebieten und Urwäldern von NABU, BUND, oder Deutsche Wildtier Stiftung, sehr gerne gesehen werden. - Alternativ müssten sie als invasive Art bekämpft werden.


    Nur sind aber die Bienen in den Baumhöhlen die gleichen wie in den von Menschen gemachten Nistkästen (Beuten).


    Wo will hier ein Naturschützer das Schwert ansetzen? Welche Biene soll er aus dem Naturschutzgebiet vertreiben? - Wo sich doch beide Bienen nicht voneinander unterscheiden lassen!

  • Wenn berücksichtigt wird, wie das inzwischen lebhafte Randalieren von Bieber und Wolf in unserer Kulturlandschaft abgetan wird, erscheinen Honigbienen doch erst gar nicht im Problemblickfeld.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)