Erschreckender DBIB Brief

  • Der Deutsche Honig steht bei Aldi mitunter aber für 3€/500g im Regal.

    Natürlich... das ist mir bewusst. Die Frage ist aber nicht ob man das "verbessern" kann, sondern ob es sich "verschlechtern" würde, wenn es für die Imkern ganz allgemein NOCH schwerer werden würde.

    Reibung erzeugt Wärme... Argumente gibt es auf beiden Seiten. Keine Frage.


    Wir sind uns einig, dass wir bei den Wildbienen auch die Notfallzulassungen bei den Zuckerrüben nicht vergessen. Das ist aber denke ich allen Beteiligten klar.

  • Wer will denn noch Deutschen Honig, wenn er von irgendwelchen Spinnern eingeredet bekommt, dass der die Artenvielfalt killt...?!?

    Also ich gestehe den bösen Städtern, NGOs, Grünen und ihren Wählern, Kommunisten, NABU-Mitgliedern etc.pp. zu, sich ihr eigenes Bild zu machen und ich befinde mich mit denen nicht in einer Art von Kriegszustand. Wenn man greifbare Argumente hat, sind die meisten dafür zugänglich.


    Ebensowenig halte alle Konvi-Landwirte oder Berufsimker für kaltschnäuzige Menschen, die nur an sich denken.


    Das eigentliche Narrativ ist, dass v.a. die intensive Landwirtschaft den heimischen Insekten das Leben schwer macht. Das die Honigbiene ein Feindbild darstellt ist zumindest in einem Umfeld und den Medien die ich konsumiere eine absolute Nische.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Dann leg mal los, du bleibst ja gerne nebulös! Abgesehen von Amitraz und Co. arbeiten die meisten doch mit AS und OX und die Bienen können zu 99% ihrer gewohnten Verhaltensweise nachgehen. Das ist meiner Meinung nach in der Außenwirkung weit entfernt von der gegenwärtigen Tierproduktion und auch weit weg von vielen Pflanzenschutzmitteln.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Also ich gestehe den bösen Städtern, NGOs, Grünen und ihren Wählern, Kommunisten, NABU-Mitgliedern etc.pp. zu, sich ihr eigenes Bild zu machen und ich befinde mich mit denen nicht in einer Art von Kriegszustand.

    das ist Polemik pur. Denn keiner hier befindet sich im Krieg.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das eigentliche Narrativ ist, dass v.a. die intensive Landwirtschaft den heimischen Insekten das Leben schwer macht. Das die Honigbiene ein Feindbild darstellt ist zumindest in einem Umfeld und den Medien die ich konsumiere eine absolute Nische.

    Noch nicht. Darum geht es... und wir müssen "aufpassen", dass auf der anderen Seite nicht eine zweite große Mauer entsteht die uns am Ende den Handlungsspielraum nimmt. Nicht heute, nicht morgen...

    Die Frage ist doch am Ende des Tages... Warum nimmt der NABU "die Bienen" ins Visier, wenn PSM das deutlich größere Problem ist! Und wer profitiert, wenn der Keil hier größer wird? Das einzige was wir als Imker tun können ist wiedermal mit Studien entgegenzuwirken solange die kritische Masse noch nicht zu groß ist.

  • Kann ein Pestizidnutzer einem anderen Pestizidnutzer sein Tun damit vorwerfen?

    Sie sitzen im selben Boot; Beide könnten aussteigen!

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Hagakure : Na, da täusche dich mal nicht mit Deinen 99%. Bei den heutigen Milchkühen wird ja oft kritisiert, daß die heutigen Milch-C-Rohrenden nur noch ein Drittel des Lebensalters erreichen. Da gibt es schon Parallelen zu manchen Hochleistungsköniginnen, die nach einer Saison unter den Daumen kommen. Oder die liebevoll Blockbehandlung genannte mehrfache Behandlung oder andere absolut stressige Dinge, die gemacht werden mit dem schönen Argument, daß an Varroa verrecken schlimmer ist. Flügel schneiden, Zellen brechen, totale Bauerneuerung, Pressing oder das Aufziehen der Ableger nur mit Zuckerwasser nach der Saison. Für all das gibt es gute Argumente, aber gute Argumente haben auch die Landwirte die Glyphosat versprühen, die Ferkelschwänze abschneiden oder Hörner absägen, Bullen kastrieren oder Küken Schreddern. Die ersten sieben Seiten eines Onlineshops für Ziegenhalter listet nur unterschiedliche Bolzenschußapparate auf. Und auch dafür gibt es Gründe. Ich hasse das Alles und lasse die Argumente nicht gelten, weil es nach meiner Meinung dabei immer um Geld geht. Bei uns Imkern bin ich da seltsamer Weise wesentlich nachsichtiger, aber letztlich geht es dabei bei uns auch um Geld und Zeit und Honigertrag und Zeit ist Geld.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • z. Bsp.: starker Daumen, TBE mit einschmelzen, exzessives Anwenden von TAM, ...

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Der Deutsche Honig steht bei Aldi mitunter aber für 3€/500g im Regal.


    Deutscher Honig hat erstmal den gleichen Markt, egal ob von groß oder klein. Daher ist das jetzt meiner Meinung nach nicht Apfel oder Birne.

    Mann Leute! Ihr DÜRFT euren Honig NICHT mit deutschem Honig vom Aldi vergleichen....

    Ihr vergleicht doch den 99Cent Schweinenacken (Deutsch) auch nicht mit dem Fleisch eines Schwäbisch-Hällischen vom Metzger!

    Oder den 5€ Echtleder-Gürtel ("Made in Germany") mit einem handwerklich hergestellten direkt von der Manufaktur in DE.

    Grenzt euch ab!!


    Aber zurück zum Faden.


    Das Kernproblem ist doch das VERHÄLTNIS Imker zu Landwirt. Ich hole mir beim LW meines Vertrauens hier auch immer Seitenhiebe ab..... weil eben "die" Imker mit den "Öko-Faschos" gemeinsame Sache machen. Oder t.w. sogar vorweg laufen.... Aktuell ist das Verhältnis noch gut.

    Aber ich würde mit wünschen das meine Interessenvertretung verhindert das so etwas kippt...

    Ist aber auch ein Schmaler Grad.... muss man klar sagen... der Verband steht da in einer beschissenen Position.


    Ich würde ja sagen, es wird Zeit das System von Innen zu verändern. Habe da aber in den nächsten Jahren bestimmt keine Zeit für...


    Und denkt immer dran. Wird sind den Landwirten näher als vielen bewusst ist!

  • Hagakure : Na, da täusche dich mal nicht mit Deinen 99%. Bei den heutigen Milchkühen wird ja oft kritisiert, daß die heutigen Milch-C-Rohrenden nur noch ein Drittel des Lebensalters erreichen. Da gibt es schon Parallelen zu manchen Hochleistungsköniginnen, die nach einer Saison unter den Daumen kommen. Oder die liebevoll Blockbehandlung genannte mehrfache Behandlung oder andere absolut stressige Dinge, die gemacht werden mit dem schönen Argument, daß an Varroa verrecken schlimmer ist. Flügel schneiden, Zellen brechen, totale Bauerneuerung, Pressing oder das Aufziehen der Ableger nur mit Zuckerwasser nach der Saison. Für all das gibt es gute Argumente, aber gute Argumente haben auch die Landwirte die Glyphosat versprühen, die Ferkelschwänze abschneiden oder Hörner absägen, Bullen kastrieren oder Küken Schreddern. Die ersten sieben Seiten eines Onlineshops für Ziegenhalter listet nur unterschiedliche Bolzenschußapparate auf. Und auch dafür gibt es Gründe. Ich hasse das Alles und lasse die Argumente nicht gelten, weil es nach meiner Meinung dabei immer um Geld geht. Bei uns Imkern bin ich da seltsamer Weise wesentlich nachsichtiger, aber letztlich geht es dabei bei uns auch um Geld und Zeit und Honigertrag und Zeit ist Geld.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Ich finde den Vergleich zwischen einem Insekt bzw. der Honigbiene und einem landwirtschaftlich genutzten Säugetier schwierig.


    Darüber hinaus dürfen die Bienen zu einem ganz wesentlichen Teil ihrer Bestimmung nachgehen. Der Großteil der Bienen lebt ein natürliches Leben und darf auch ganz ganz normal sterben. Das ist bei einem Schwein oder einer Kuh auf Vollspalten gehalten mit eingeschränktem Platzangebot anders. Manche sehen nicht mal das Tageslicht bis kurz vor der Schlachtung.


    Ich sehe die Bauerneuerung als ein gutes Konzept zur Varroabehandlung, was letzten Endes nur den Aufbau eines neuen Nestes simuliert - was Schwärme so auch machen würden. Natürlich werden die Tiere an manchen Stellen gestresst, aber das steht in keinem Verhältnis zu den anderen Nutztieren.


    Über den starken Daumen kann man streiten.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • So einigermaßen keine ich die landwirtschaftliche Tierhaltung.

    Aber trotzdem für deine Gedanken dazu. Mancher wird das mit Interesse lesen und seine eigenen Gedanken dazu haben.

    Nur ich gebe zu bedenken, dass der Imker durch äußere Veränderungen zu Maßnahmen gedrängt wurde, um deren Auswirkungen zu minimieren. Doch das trifft auch auf den Landwirt zu. Ich bin nicht bereit anzunehmen, dass dort aus Tierfeindlichkeit die falschen Maßnahmen sich entwickelt haben könnten.

    Aber vor nicht allzu langer Zeit wurde ja auch hier die Meinung vertreten, dass die Preise für landwirtschaftliche Produkte zu hoch sind und dadurch die Überproduktion provoziert wird.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Ja natürlich sind es nur Insekten, sage ich schon immer und tröstet mich, wenn wieder mal ein Volk weg ist und es mein Fehler war. Aber die Tatsache, daß wir für unnatürliche Verfahrensweisen immer gute Gründe haben ähnelt doch sehr anderen und nicht nur in der Tierzucht.

    Im Gegensatz zu dir und mir sehen das aber manche etwas anders. Denke nur mal an den Bien, die Bezeichnungen wie Volk, Völkersterben, Königin und Beute. Da bekommt die Insektenschaft aufgeladene Bezeichnungen, Völkerverluste wurden und werden teilweise noch heute verleugnet oder heruntergespielt während so mancher Imker hier im Forum heult, wenn er zwei Völker verliert. Und bedenke, bedenklicher Umgang oder Arbeitsweisen mancher Landwirte gibt es ja auch nicht nur gegenüber dem lieben Vieh. Auch der Boden, die Gewässer, der Raps und der Weizen, die Weinpflanze und der Obstbaum werden vergewaltigt und schlecht behandelt. Und so ein Weizen ist ja nicht schlauer als eine Biene, oder?

    Spaß beiseite, es gibt Auswüchse in der Imkerei und die sind nicht schön. Für die meisten Imker ist die Artenvielfalt wichtig, sie kämpfen mit der Imkerei, aber auch mit den Insektenhotels und in ihren Vorträgen vor Kindern immer wieder für die Artenvielfalt insbesondere die Insekten und deshalb ist die Imkerschaft der stärkste Partner für den NABU. Allerdings ist einigen Imkern aus wirtschaftlichen Gründen das Rückrad verlorengegangen und die wollen es sich nicht mit einem Teil der Bauernschaft verderben. Und die Landwirtschaft ist sicher der größte Player, wenn es um Artenvielfalt geht. Es sich mit allen verderben durch unpraktische Maximalforderungen die Rechte einzelner einschränken sind sicherlich unangenehm und nicht hilfreich, aber es hat sich gezeigt, daß man auch nicht alles laufen lassen kann. Sonst treiben uns die geldgierigen Ichschreibsjetztnicht ins Verderben.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang, Retter der Menschheit, Beschützer von Witwen und Waisen, hihi

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.