Erschreckender DBIB Brief

  • Hatte mich hier eine Weile ausgeklinkt und nun diagonal nachgelesen und fasse zusammen: Das Hauptargument der „Naturschützer“ ist die Nahrungskonkurenz zwischen den Wildinsekten und in „Massentierhaltung“ abwandernden Honigbienen. Hierzu gibt es von Seiten der Naturschützer initiierte wissenschaftliche Veröffentlichungen.

    Somit sieht der Wanderimker erst mal alt aus. Es bedarf also einer wissenschaftlich begründeter Gegenargumentation. Es wäre Aufgabe unserer Verbände DBIB und DIB diese Untersuchungen schnellstens auf den Weg zu bringen. Da gibt es viele Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit Imkernahen Instituten oder Universitäten. Dazu können Fördermittel und Sponsoren gewonnen werden. Liegen dann wissenschaftliche Erkenntnisse vor, welche die angebliche Nahrungskonkurenz widerlegen oder relativieren könnte man rechtlich gegen Wanderverbote vorgehen. Auch gegen Aufforderungen der Naturschutzverbände an Kommunen die Wanderung der Honigbiene einzuschränken könnte und sollte der DBIB dann mit Unterlassungsklagen vorgehen. Nur so lässt sich etwas machen. VG Jörg

  • p.s.:

    Seither ist mir noch keine wissenschaftliche Arbeit bekannt geworden, die die These des Puschartikels untersucht oder gar bewiesen hätte. Aber ich habe da mglw. auch keine vollständige Übersicht.

    M.E. hätten angesichts des Forschungsstandes nicht die Imker oder Bieneninstitute Beweise auf den Tisch zu legen, sondern diejenigen, die Schädigungen durch Bienenvölker unterstellen. Die dafür nötige Arbeit, Mühen und nicht zuletzt Gelder einzusetzen, ist man auf Seiten dieser Fraktion offenbar nicht bereit, solange es mit bloßen Thesen oder gar einfachen, unbewiesenen Behauptungen bzw. meinungsmanipulierenden Kampagnen auch funktioniert.

  • Der Standimker wird der Letzte sein, den die Hunde beissen. Das Trachtangebot geht deutlich zurück und wird eher weniger als mehr. Hier wandert mittlerweile ein Imker an, weg vom Raps, hin zum Löwenzahn im wortwörtlichen Kuhkaff, warum nur?
    Irgendwer schrieb mal im Pollensubstitutionsfaden, er wandere einfach ab, wenn das Pollenangebot schlechter wird. Demzufolge wird es wohl über kurz oder lang eng, weil soviel Gegend mit durchgängig ausreichend Tracht von April bis August gibts nicht mehr. Meist sind das tatsächlich noch nur Naturschutzgebiete oder landwirtschaftlich uninteressantes Gebiet.
    Wenn dann Schutzgebiete tatsächlich kommen, wandert der Wanderimker ggf. noch weg. Übrig bleibt der instrumentalisierte Standimker/Imkerling/Bienenhalter und hat noch nicht mal einen Interessenverband, der irgendwann mal mit dem Nabu oder Sonstwem aus der Ecke, gemeinsame Sache gemacht hat.
    Der Trachtkuchen wird kleiner und der Verteilungskampf ist jetzt schon in vollem Gang.
    Naturschutzvorhaben, die den letzten Rest der vorhandenen Nahrungsquellen dann evtl. noch retten können, werden als Ursache des Problems durchs Dorf getrieben. Bisschen verlogen oder?
    Hier noch eine Studie aus Schweden v. 2016, die in der Liste des Bienenjournals oben nicht auftaucht.

    Lindström

  • Hier noch eine Studie aus Schweden v. 2016, die in der Liste des Bienenjournals oben nicht auftaucht.

    Lindström

    In wie fern hat dein Diskussionsbeitrag mit dem Inhalt und den Ergebnissen der von dir verlinkten Studie zu tun?


    Kurz zusammengefasst: An 23 Rapsschläge wurden Bienenstöcke aufgestellt, an 21 nicht. Dann wurde gemessen, wie sich die Insektendichte im Raps entwickelt. - Erwartungsgemäß haben Honigbienen gezeigt, dass sie Spezialisten für Massentrachten sind, und das Trachtangebot entsprechend dominieren. - Untersucht wurden auch andere Insekten, die den Raps als Futterquelle nutzen. - Wenn Honigbienen da waren, ging deren Population zurück. - Je kleiner der Rapschlag (Monokultur) war, desto weniger Einfluss hatten die Honigbienen auf andere Insekten.


    Und welche Hypothesen kann man daraus für die Konkurrenz zwischen Wildbienen und Honigbienen in Naturschutzgebieten ableiten?

  • Aus der Stellungnahme im Bienenjournal ziehe ich zwei Dinge. Kurzzeitig Massierungen von Honigbienenvölkern könnten evtl. ungünstig sein für Wildbienen, allerdings, wenn überhaupt, dann nur bei Massentrachten, welche auch für Wildbienen ungünstig sind. Warum, weil dort wo es diese Massentrachten für 3 Wochen in diesem Jahr gibt, es evtl. über mehrere Jahre, auf jeden Fall über 49 Wochen nichts mehr reinkommt. Landwirtschaftliche Massentrachten und Natur passen nicht zusammen um mal eine Argumentationskette com Doc. zu bemühen.

    Das Wichtigste aber ist doch die Aussage, daß der Rückgang des natürlichen Habitats wesentlich stärkere Auswirkungen hat. Das ist auch was, was die meisten Imker stört. Insofern und überhaupt tut sich ein Naturschutzverband keinen Gefallen, wenn er sich gegen die Imker stellt, die nicht nur an dieser Situation unschuldig ist, sondern sein mächtigster Mitstreiter ist im Bemühen, natürliche Umgebungen zu erhalten. Die Imkerschaft ist eine starke Gemeinschaft, wahrscheinlich nicht wesentlich schwächer als der NABU. Eine Zusammenarbeit dient dem gemeinsamen Ziel und ist in Beider Sinn.

    Insofern ist das, was der DDIB hier gemacht hat richtig. Ein Gegeneinander hilft keinem, was auch der NABU einsehen wird.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • In wie fern hat dein Diskussionsbeitrag mit dem Inhalt und den Ergebnissen der von dir verlinkten Studie zu tun?

    Wenn du´s so genau nimmst gar nix, es fehlt der Absatz, da in vorherigen Posts nach weiteren Studien gefragt wurde;)

    Zur Studie, nimm die Studienergebnisse und übertrage sie mal hypothetisch auf Naturschutzgebiete.

    und das Trachtangebot entsprechend dominieren. -

    Wenn das Trachtangebot kleiner wird, hört die Dominanz ja nicht zwingend auf, sondern wird um das Überleben zu sichern, ausgespielt. Die Wildbienen haben immer noch einen verhältnismässig kleinen Aktionsradius um ihr Nest. Je kleiner die Art, desto kürzer die Flugstrecke. Das heisst, die Wildbiene kann aufgrund der Gegebenheiten und Spezialisierung aus ihrem Trachtgebiet wesentlich schlechter raus, als die Honigbiene bei fehlendem Nahrungsangebot rein.

  • Wenn das Trachtangebot kleiner wird, hört die Dominanz ja nicht zwingend auf, sondern wird um das Überleben zu sichern, ausgespielt. Die Wildbienen haben immer noch einen verhältnismässig kleinen Aktionsradius um ihr Nest. Je kleiner die Art, desto kürzer die Flugstrecke. Das heisst, die Wildbiene kann aufgrund der Gegebenheiten und Spezialisierung aus ihrem Trachtgebiet wesentlich schlechter raus, als die Honigbiene bei fehlendem Nahrungsangebot rein.

    Reine Behauptung. Ohne jeden Beleg. - Warum sollten Honigbienen (in großer Menge) weit fliegen, wenn dort keine Massentracht zu finden ist?


    Hingegen ist die Stellungnahme der AG Bieneninstitute schlüssig:

    Zitat

    Risiko der Konkurrenzdebatte


    Die derzeit verfügbare wissenschaftliche Datenlage lässt nicht den Schluss zu, dass die Präsenz von Honigbienen pauschal ein Risikomoment für Wildbienen darstellt. Nachgewiesenermaßen bedrohlich für Wildbienen sind jedoch u. a. der Verlust von Lebensraum durch Habitatzerstörung und –fragmentierung (20), die Überdüngung von Magerstandorten durch Stickoxidemissionen und intensive Landwirtschaft, der Klimawandel sowie der Einsatz diverser Insektizide. Eine Konfrontation zwischen Naturschützern und Bienenhaltern wird nichts zur Verbesserung dieser Situation beitragen, und eine Verbannung von Honigbienen aus Naturräumen wird nicht für nachhaltigen Schutz der Bestäuberfauna sorgen können.

  • Von Fakten lassen sich gute Ideologen leider nicht irritieren.

    Dazu kommen dann noch Studien von „Wissenschaftlern“ die nach dem Studium leider keinen vernünftigen Job abbekommen haben und da halt reinschreibt was der Auftraggeber für richtig hält...

  • Reine Behauptung. Ohne jeden Beleg. - Warum sollten Honigbienen (in großer Menge) weit fliegen, wenn dort keine Massentracht zu finden ist?

    Im Gegensatz zu manch anderen Leuten, hab ich schon ein paar mehr Jährchen Bienen, dass muss hier wohl als Beleg reichen.

    Was ist denn für dich weit? In der Regel fliegen die nicht weiter als sie müssen, wenn´s ausreichend Futter gibt. Ist das nicht der Fall, fliegen die auch über die 2-3 km hinaus, anstatt zu verhungern, völlig unabhängig davon, ob dort sog. "Massentracht"herrscht oder nicht. Deshalb versuchen Imker ja auch das Umfeld ihrer Stände, im Bezug aufs Trachtangebot zu verbessern oder zumindest zu erhalten.

  • Immterhin unterstreichen die Aussagen der AG Bieneninstitute die Forderungen der Petition und das Handeln des DBIB. Die Konfrontation zwischen Bienenhaltern und Naturschützern geht der DBIB mit der Befürwortung aus dem Weg. Die Petition richtet sich u.a. gegen intensive Landwirtschaft und den übermäßigen Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Es ist nicht hinnembar, wenn der Nabu sich an Kommunen oder andere wendet und diese auffordert Wanderimker fernzuhalten. Dagegen muss man juristisch vorgehen (kann man aber nur wenn man selbst betroffen ist). Ein geeignetes Mittel ist die Unterlassungsaufforderung bzw. Klage. Damit landet man vor dem Zivilrichter, der Entscheidung auf der Grundlage des Vortrages der streitenden Parteien. Deshalb muss man sich auf einen Beweisvortrag (Gutachten) stützen können. Selbst wenn die Sache strittig bleibt, kann die Unterlassungsklage Erfolg haben. VG Jörg

  • Es ist nicht hinnembar, wenn der Nabu sich an Kommunen oder andere wendet und diese auffordert Wanderimker fernzuhalten. Dagegen muss man juristisch vorgehen (kann man aber nur wenn man selbst betroffen ist). Ein geeignetes Mittel ist die Unterlassungsaufforderung bzw. Klage. Damit landet man vor dem Zivilrichter, der Entscheidung auf der Grundlage des Vortrages der streitenden Parteien. Deshalb muss man sich auf einen Beweisvortrag (Gutachten) stützen können. Selbst wenn die Sache strittig bleibt, kann die Unterlassungsklage Erfolg haben. VG Jörg

    Man landet meiner Meinung nach eher beim Verwaltungsgericht, weil das im Endeffekt eine Angelegenheit zwischen Bürger und einer staatlichen Institution ist und die Ablehnung des Wanderimkers durch die Gemeinde einen Verwaltungsakt darstellt.


    Unabhängig davon: Ist das denn Realität, dass eine Kommune sich vom NABU "anstiften" lässt?:/

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain