Varroa, TBE und mein amtliches Endergebnis 2020

  • Rein philosophisch oder mathematisch gefragt:

    Wenn viele Milben fallen - hatte man dann viele Milben im Volk - oder nur fast alle erwischt?

    Wenn wenige Milben falles - hatte man dann nur wenige Milben im Volk - oder hat die Behandlung nur wenige Milben erwischt?


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Rein philosophisch oder mathematisch gefragt:

    Wenn viele Milben fallen - hatte man dann viele Milben im Volk - oder nur fast alle erwischt?

    Wenn wenige Milben falles - hatte man dann nur wenige Milben im Volk - oder hat die Behandlung nur wenige Milben erwischt?


    Rolf

    Gute Frage, rein statistisch betrachtet weis man nur wenn viele Milben fallen waren diese wohl im Volke... ;-) - was man aber nicht weis ist wie viele Milben dann noch drin sind oder wie hoch der prozentuale Befall war, der für die Lageeinschätzung wichtig wäre - für jede weitere Folgerung muss man zusätzlich Annahmen zugrunde legen, die aber nicht richtig sein müssen, sich aber oft auf Erfahrung stützen... (daher wiederholen viele ja Behandlungen blind - aber das ist auch nicht gut für die Bienen und schon gar nicht im Winter...)

    Auch sollte sich jeder fragen was sein Ziel ist, die Völker völlig milbenfrei zu bekommen oder dafür zu sorgen das die Bienen trotz Varroen überleben...

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von FranzXR ()

  • Es ist wahrscheinlich besser seine Behandlung über Jahre und ihre Ergebnisse (Milbenfall, Auswinterungsergebnisse, Eindruck von der Bienengesundheit) zu vergleichen.

    Veränderungen nur behutsam vornehmen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Wenn viele Milben fallen - hatte man dann viele Milben im Volk - oder nur fast alle erwischt?

    Anhand der Anwendungsmethodik ist der Behandlungserfolg ja aus vielen, vielen Studien bekannt. Wenn ich korrekt angewendet Oxalsäure sprühe, weiß ich demnach, dass die gefallenen Milben mindestens 95% sind, und dass noch maximal 5% der Milben im Volk sind. Wenn mir diese 5% zuviel sind, muss ich folglich nochmals behandeln, dann erwischt du von diesen wiederum 95%, was dann höchstens noch 0,25% der Ausgangs-Milbenanzahl sind, d.h. dann hättest du mindestens 99,75% erwischt. Spätestens das sollte dann wohl reichen.


    Was beim Milben fallen und Befallsgrad einschätzen sehr oft außenvor bleibt, ist die Größe des Bienenvolkes. Wenn bei einem Volk, welches auf nur drei Wabengassen sitzt, 5 Milben in Zeitraum x fallen, hat das eine andere Aussagekraft, als bei einem 9-Wabengassen-Volk. M.E. ein weiterer Grund, andere Diagnosemöglichkeiten als Windel anzuwenden bzw. ergänzend das Windel-Ergebnis nochmal mit einer anderen Methode zu überprüfen.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Rein philosophisch oder mathematisch gefragt:

    Wenn viele Milben fallen - hatte man dann viele Milben im Volk - oder nur fast alle erwischt?

    Wenn wenige Milben falles - hatte man dann nur wenige Milben im Volk - oder hat die Behandlung nur wenige Milben erwischt?


    Rolf

    Interessant in diesem Zusammenhang ist ja auch dieser thread,

    in dem Kleingartendrohn interessante Formeln vorstellt.

    Ich, (Mathenote immer 5-6) , habe mich dieses Jahr mal intensiver damit befasst. Ich habe nach Behandlung ( Staub) gefallene Milben mit dem über natürlichen Milbentotenfall VOR der WB

    ( über 3 Wochen regelmäßig abgelesen) verglichen.

    Was mich dabei eigentlich nur irritiert, ist die Grundlage der Berechnung:

    @kleingartendrohn schrieb:

    Welche Milbenfallzahlen nach der Behandlung toleriert werden können, ergibt sich aus der natürlichen Milbenfallzahl im Winter: Die beträgt 0,5%/Tag. Um die empfohlene Fallzahl von 0,5 Milben pro Tag (gilt für Mittelwandimkerei und Drohnenschnitt) zu erhalten, dürfen also nicht mehr als 100 Milben im Stock sein.

    Er geht also bei einem Milbentotenfall von 1 Milbe / Tag von 200 lebenden Milben im Volk aus.

    Die meisten Berechnungen, die ich kenne, sagen, dass 1 Milbe / Tag 500 lebenden im Volk entsprechen.

    Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen, vielleicht auch Kleingartendrohn selber?

    Oder ist meine Mathenote schuld, dass ich es nicht verstehe?:/

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Er geht also bei einem Milbentotenfall von 1 Milbe / Tag von 200 lebenden Milben im Volk aus.

    Die meisten Berechnungen, die ich kenne, sagen, dass 1 Milbe / Tag 500 lebenden im Volk entsprechen.

    Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen, vielleicht auch Kleingartendrohn selber?

    Oder ist meine Mathenote schuld, dass ich es nicht verstehe?

    Ich würde sagen "Deine Mathenote war schlechter als Deine Mathekenntnisse" - die 200 oder 500 Milben müsste man jetzt noch mit der Bienenvolksstärke in Relation setzen um den prozentualen Befall des Volkes zu erhalten, welcher eine Aussage über den Varroagefährdungsgrad des Volkes etwas aussagt. :-(

    Daher sind auch viele der Meinung das der natürliche Milbenfall keinen Aussage über die Varroagefährdungslage des Volkes zulässt. ;-)

    Auch ist die Aussage, das z.B. OX immer zu 95% wirkt, ist nicht immer richtig... ;-(

  • Ok, dann werde ich doch dieses Jahr wieder Poulationsschätzungen im Herbst machen. Ich hatte es letzten Herbst nicht geschafft.

    Gemüll sagt jetzt aber ja auch etwas über die Volksstärke aus.


    @FranzXR schrieb:

    Daher sind auch viele der Meinung das der natürliche Milbenfall keinen Aussage über die Varroagefährdungslage des Volkes zulässt. ;-)

    Klar, aber im Winter kann man ja auch schlecht etwas anderes machen, und auch bei Auswaschen/Puderzucker im Sommer muss ich das Verhältnis Volksstärke /Brut wissen resp. verstehen.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Er geht also bei einem Milbentotenfall von 1 Milbe / Tag von 200 lebenden Milben im Volk aus.

    Die meisten Berechnungen, die ich kenne, sagen, dass 1 Milbe / Tag 500 lebenden im Volk entsprechen.

    Daher sind auch viele der Meinung das der natürliche Milbenfall keinen Aussage über die Varroagefährdungslage des Volkes zulässt.

    Daher

    ein weiterer Grund, andere Diagnosemöglichkeiten als Windel anzuwenden bzw. ergänzend das Windel-Ergebnis nochmal mit einer anderen Methode zu überprüfen.

    Nur mit verlässlicher Diagnose kannst du angemessen behandeln. Auswaschung ist zu 100% genau, Puderzuckermethode immer noch zu über 90%. Damit möchte ich nicht sagen, dass der natürliche Milbenfall immer falsch liegt, sondern wie gesagt, ab und an mal dessen Aussagekraft stichprobenartig überprüfen, um festzustellen, wie genau er an deinem Stand bei deinen Kisten ist.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Daher sind auch viele der Meinung das der natürliche Milbenfall keinen Aussage über die Varroagefährdungslage des Volkes zulässt.

    Daher

    Nur mit verlässlicher Diagnose kannst du angemessen behandeln. Auswaschung ist zu 100% genau, Puderzuckermethode immer noch zu über 90%. Damit möchte ich nicht sagen, dass der natürliche Milbenfall immer falsch liegt,...

    Meine Beobachtungen zum sog. natürlichen Milbenfall im Dez. vor (!) der Winterbehandlung, gezählt auf der Schublade, korreliert selten mit dem, was nach der Behandlung fällt. Jedoch lässt sich grob ablesen - fällt viel (> 5/Tag), ist auch viel drin und umgekehrt.


    Dagegen ist die Staubbehandlung recht zuverlässig: Habe vor 2 Jahren über den Winter alle Völker (20) ausgezählt - vor, während und nach der Behandlung; bei manchen Völkern auch zweifach behandelt, weil ich den Fallzahlen nicht traute. Ergebnis war sehr eindeutig: einfache Behandlung brachtem.E. im Schnitt 90 % Milbentotenfall. Bei zweifacher Behandlung vlt. noch 10 - 15 Milben (ca. 5 - 7 %) Rest. Den Milbenfall hatte ich von Dez. bis Febr. wöchentlich dokumentiert und m. W. hier auch mal veröffentlicht. Nach 10 Tg. fällt nix mehr, erst beim Putzen zum Reinigungsflug.


    Seitdem vertraue ich der einmaligen Behandlung.

  • Mache ich auch nicht anders. Hat über 4 Winter auch genügt.

    Die Auswinterung war hervorragend 😀

    Ich würde wohl kaum zu einem anderen Vorgehen raten.

    Morgen kommen in 3Völker das Gitter und die Windel rein. Es werden Plusgrade! Mal sehen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Den Milbenfall hatte ich von Dez. bis Febr. wöchentlich dokumentiert und m. W. hier auch mal veröffentlicht. Nach 10 Tg. fällt nix mehr, erst beim Putzen zum Reinigungsflug.

    Habe nochmal gegraben.... - hier beispielhaft


    pasted-from-clipboard.png

    usw.

    pasted-from-clipboard.png

    Der zwischenzeitliche Milbentotenfall am Tg. 20 - 30 ist einer Warmperiode geschuldet, wo sich die Traube gelockert hatte. Und am Ende sieht man die Reinigung...

  • Danke beemax , für die Zahlen. Passt hier auch, habe dieses Jahr sehr gründlich gezählt. Von 19 Völkern habe ich 7 gar nicht behandelt, von den restlichen 13 habe ich 4 zweimal behandelt , nämlich die , bei denen nach der 1. Behandlung nach 14 Tagen > 250 gefallen waren, und da fiel nach der 2. Behandlung nur noch sehr wenig.

    Zitat
    Meine Beobachtungen zum sog. natürlichen Milbenfall im Dez. vor (!) der Winterbehandlung, gezählt auf der Schublade, korreliert selten mit dem, was nach der Behandlung fällt. Jedoch lässt sich grob ablesen - fällt viel (> 5/Tag), ist auch viel drin und umgekehrt.

    Die Korrelation hat hier, wenn ich von Kleingartendrohn s Formeln ausging, eigentlich ganz gut gepasst, nur der Ausgangswert war eben unklar. Rechne ich bei 1 Milbe im November mit 200 oder 500 Milben im Volk? Dass die Gefährdung in Relation zu setzen ist mit der Größe des Volkes, ist klar, doch ich hab halt gern auch Zahlen, trotz 5 in Mathe.

    Jetzt , wo ich die ganzen Formeln endlich mal verstanden habe:)

    Ich will daraus jetzt auch keine Wissenschaft machen, aber man will doch auch wissen, mit wieviel Milben die Völker in etwa ins neue Jahr gehen und will eben auch keine unnötige Winterbehandlung durchführen.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....