Varroa, TBE und mein amtliches Endergebnis 2020

  • magst du mir "5*3" übersetzen?

    5 Behandlungen alle 3 Tage?

    Korrekt! Blockbehandlung üblicherweise 7 mal alle 3 Tage (= 21 Tg., ein Brutzyklus). Wenn nach 15 Tagen sämtliche Brut geschlüpft ist und kein Milbentotenfall mehr nach der Behandlung erfolgt, kann man das Behandeln einstellen. Es ist ja auch für die Bienen eine Belastung...

  • Hallo und frohe Weihnachten 🎅🏻
    Ich hoffe, es gab bei allen reichlich Geschenke 🎁 und gutes Essen und gute Laune!!!

    Letzten Sonntag habe ich meine 8 WV mit Oxalsäure behandelt. Heute habe ich das Wetter zu einer Windelkontrolle genutzt. Bei 7 Völkern gab es Milbenfall von 10 -knapp 100 Milben. 1 Volk ist der totale Ausreisser und es sind bestimmt knapp 1000 Milben gefallen - Irrsinn!!! Ich habe gedampft.
    Würdet ihr ein 2-tes mal bedampfen oder soll es das gewesen sein?!

    Viele Grüße Rudi!

  • Auch frohe Weihnachten allen.

    Hier meine Erfahrungen mit dem Bedampfen. Ich habe im Anfang Oktober alle Völker zum ersten Mal bedampft (Blockbehandlung viermal im Abstand von jeweils vier Tagen). Dabei sind jeweils mehrere Hundert Milben gefallen. Am 21. 12. habe ich erneut einmal bedampft und nach drei Tagen waren bei der Windelkontrolle mit Ausnahme eines Volkes (190 Milben) nur 0 bis 6 Milben (bei weiteren 12 Völkern) gefallen.

    Gruß

    Rolfpaul

  • 1 Volk ist der totale Ausreisser und es sind bestimmt knapp 1000 Milben gefallen - Irrsinn!!! Ich habe gedampft.

    Würdet ihr ein 2-tes mal bedampfen oder soll es das gewesen sein?!

    Bei einem Wirkungsgrad von 90% sind in dem Volk immer noch 10% der Milben - also 100 Stück vorhanden. Die würde ich mit einer 2. Behandlung reduzieren, was ja auch bei Bedampfung im Gegensatz zu Oxalsäure geträufelt möglich ist.


    LG

    Christian

  • Hallo und frohe Weihnachten 🎅🏻
    Ich hoffe, es gab bei allen reichlich Geschenke 🎁 und gutes Essen und gute Laune!!!

    Letzten Sonntag habe ich meine 8 WV mit Oxalsäure behandelt. Heute habe ich das Wetter zu einer Windelkontrolle genutzt. Bei 7 Völkern gab es Milbenfall von 10 -knapp 100 Milben. 1 Volk ist der totale Ausreisser und es sind bestimmt knapp 1000 Milben gefallen - Irrsinn!!! Ich habe gedampft.
    Würdet ihr ein 2-tes mal bedampfen oder soll es das gewesen sein?!

    Viele Grüße Rudi!

    Hoi Rudi! Der Schweizer Bienengesundheitsdienst empfiehlt eine zweite Behandlung, wenn bei der ersten Behandlung mehr als 500 Milben fallen (innerhalb von zwei Wochen). Siehe hier: https://www.bienen.ch/themen/b…t/varroa-bekaempfung.html Ich verweise hierauf, weil wir Oxalsäure sublimieren dürfen und weil es deshalb hier offizielle Empfehlungen dazu gibt. Ich schliesse mich el schnorro an: Nochmals behandeln!


    rall0r Ich finde Deine Ausführungen sehr spannend (bin auch fleissiger, treuer Mitleser auf Deiner Website) und kann vielleicht noch ein, zwei Gedanken beitragen, aber mehr so im Sinne von «gut gemeint», allerdings wohl allzu hilfreich …


    In den Jahren 2018 und 2019 habe ich Mitte Juli eine TBE à la Kleingartendrohn durchgeführt, also TBE, Fangwabe, keine Oxalsäure. Bis auf die Restentmilbung im Dezember erfolgten keine weiteren Behandlungen. Die Völker haben alle überlebt, aber gerade im letzten, hier schwierigen Jahr war das Ergebnis nicht optimal (hatte allerdings noch zahlreiche weitere Faktoren). Der Milbentotenfall nach der Restentmilbung im Dezember lag bei allen (schwachen Völkern) etwa bei 300–400 Stück!


    Dieses Jahr habe ich fünf von acht Völkern anfangs Juli entweiselt und dann so mit schlupfreifen Zellen versehen, dass ich ein brutfreies Fenster hatte. Keine weitere Behandlung bis vor zwei Wochen: Restentmilbung mit dem Varrox. Die Völker sind nach meiner bescheidenen Meinung gerade so normal stark (sechs bis sieben Wabengassen Dadant US mit reichlich Gemüll) und haben je etwa 200 Milben nach der Behandlung fallen lassen, weshalb ich da den Behandlungserfolg als insgesamt okay betrachte.


    Zwei weiteren Völkern habe ich die Brut entnommen (TBE Mitte Juli), dieses Mal aber nicht mit Fangwabe, sondern mit Oxalsäureverdampfung wenige Tage später. Ein Volk (mit der ersten Königin, die ich überhaupt je von einem Züchter gekauft habe) ist ebenfalls im grünen Bereich, insgesamt aber eher schwächer als die anderen Völker. Das andere hatte von Beginn weg irgendwelche Probleme und hat dann etwa drei Wochen nach der TBE still umgeweiselt, obwohl ich da auch eine Züchter-Königin eingesetzt hatte, die ich behalten wollte. Dieses Volk ist nochmals schwächer, das schwächste von allen, hat aber rund 375 Milben fallen lassen! Das werde ich so nicht laufen lassen.


    Der Brutsammler dieser beiden Völker ist wohl das stärkste Volk im Moment, aber hier ist der Milbenfall nach der Behandlung extrem hoch gewesen: Fast 700 Milben sind gefallen! Mich hat fast der Schlag getroffen, als ich das gesehen habe. Ich habe heute gleich noch ein zweites Mal bedampft. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob hier die Königin schlecht ist (Schwester vom anderen Totalausfall; bei diesem Züchter werde ich erstmal nichts mehr kaufen) oder ob man einen Brutsammler eher nicht ohne eine Herbstbehandlung hätte laufen lassen sollen. In den vergangenen Jahren hatte das allerdings geklappt.


    Sorry für die vielen Worte; vielleicht ist da ein Gedankenfetzen dabei, der etwas bringt. :)

  • swissmix Danke, mir helfen solche Erfahrungsberichte sehr. Deckt sich alles sehr mit meinen Beobachtungen.

    Ich wünschte mir meine Völker im Winter auch stärker, als sie es aktuell sind, und schaue dann immer neidisch auf die Insta-Fotos von den anderen Hobbyimkern, die zargenweise Bienen in den Kisten haben.


    für kommendes Jahr plane ich für September zumindest eine teilweise Herbstbehandlung ein.

  • swissmix Danke, mir helfen solche Erfahrungsberichte sehr. Deckt sich alles sehr mit meinen Beobachtungen.

    Ich wünschte mir meine Völker im Winter auch stärker, als sie es aktuell sind, und schaue dann immer neidisch auf die Insta-Fotos von den anderen Hobbyimkern, die zargenweise Bienen in den Kisten haben.


    für kommendes Jahr plane ich für September zumindest eine teilweise Herbstbehandlung ein.

    Oh, ich muss nicht mal auf insta gehen für schlechte Gefühle. ;) Hier traue ich mich kaum noch was zu schreiben … Wenn jemand mal ausnahmsweise Bilder zeigt, heisst es sofort, dass dieses «Etwas» die Bezeichnung «Volk» nicht verdient hätte – dann frage ich mich jeweils, ob ich nicht einfach je vier Völker zusammenwerfen solle, um wenigstens zwei schwache Völklein statt acht Mickerlinge zu haben … Dann gibt es einige Kilometer entfernt ein Waagvolk mit Messdaten im Internet (eins von ganz wenigen). Der Imker legt wohl einfach ab Anfang April jeden Tag einen Stein mehr auf die Waage, denn wenn er eben mal vierzig Kilogramm geerntet hat, haben meine Völker im Honigraum ein klitzekleines Wabenstück gebaut, das sie aber dann natürlich nicht mehr füllen werden. Und so geht es dann weiter, es wird November, die Arbeit ist erledigt und ich sinniere stunden-, tage- und wochenlang, was ich nächstes Jahr besser machen könnte …


    Eine Herbstbehandlung im September steht auch auf der Liste.

  • Hallo Swissmax,

    nicht soviel nachdenken! Ich habe schon schwache Völker ausgewintert. In der Tracht waren sie da! Warum?Keine Ahnung. Die Weide und die Frühblüher müssen es geleistet haben. Eine mäßige Honigernte (im Vergleich zu ...), im Sommer auch.

    Im Herbst wieder relativ schwach und so eingewintert. Im Frühjahr wieder ...

    Aber pflegeleicht!

    Warre ist zusammen mit guter Weidenblüte eben auch gut. 🤠

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • swissmix Danke, mir helfen solche Erfahrungsberichte sehr. Deckt sich alles sehr mit meinen Beobachtungen.

    Ich wünschte mir meine Völker im Winter auch stärker, als sie es aktuell sind, und schaue dann immer neidisch auf die Insta-Fotos von den anderen Hobbyimkern, die zargenweise Bienen in den Kisten haben.

    Oh, ich muss nicht mal auf insta gehen für schlechte Gefühle. ;) Hier traue ich mich kaum noch was zu schreiben … Wenn jemand mal ausnahmsweise Bilder zeigt, heisst es sofort, dass dieses «Etwas» die Bezeichnung «Volk» nicht verdient hätte – dann frage ich mich jeweils, ob ich nicht einfach je vier Völker zusammenwerfen solle, um wenigstens zwei schwache Völklein statt acht Mickerlinge zu haben …

    Ich hab dieses Jahr ja zum ersten mal bei der TBE, wie auch in der Zusammenfassung von rall0r der Methode von rase mit Zuckerwasser statt mit Sirup eingefüttert. Da habe ich schon einen enormen Unterschied in der Volksstärke beim Einwintern zum Jahr vorher erkennen können. Mal sehen, wie es im Frühjahr aussieht.

    für kommendes Jahr plane ich für September zumindest eine teilweise Herbstbehandlung ein.

    Eine Herbstbehandlung im September steht auch auf der Liste.

    Genau diese Änderung steht bei mir auch an!

  • Hier traue ich mich kaum noch was zu schreiben … Wenn jemand mal ausnahmsweise Bilder zeigt, heisst es sofort, dass dieses «Etwas» die Bezeichnung «Volk» nicht verdient hätte

    Nicht kirre machen lassen. In meinem Bestand befinden sich ca. 15 % Völker, die man hier auch als schwach bezeichnen würde. Diese Einheiten gehen jetzt in den 2. Winter - schwach, wie im 1. Winter. Schwach heißt hier, sitzen in der Wintertraube auf 4 Wabengassen -mehr nicht. Die brüten im Sept. auch nur noch auf 1 Wabe mit kleinem Brutnest. Da besteht die Gefahr des Überfütterns...


    Diese kleinen Einheiten sind aber im FJ höchst agil und vermehren sich rascher als die Anderen. Offensichtlich eine genetische Veranlagung, die durchaus Vorteile hat.

  • Bestand befinden sich ca. 15 % Völker, die man hier auch als schwach bezeichnen würde.

    Hier auch!

    Aaaber würdest du die als "Stark"bezeichnen?

    Lieber swissmix,

    ich werde immer misstrauig, wenn Roookies "Stark" schreiben, meist im zusammenhang mit: Jetzt Kiste leer oder Volk tot.... oder HR nich angenommen usw.;)

    Sach was is, und dann kann/wird dir ohne rumrätzeln geholfen .....

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Ich werde darauf zurückkommen, lieber Wasi! :) Kleine Anekdote am Rande: Nach der ersten Überwinterung eines Magazin-Volkes notierte ich in der Stockkarte: stark – die haben fünf Waben Zander besetzt. ;)

  • Nur Fragen: Welche Vorteile haben „starke Völker“? Außer, dass sie viel Honig eintragen. Und wodurch ist belegt, dass sie genügend andere Vorteile haben, um die Nachteile, die sie sicher auch haben, auszugleichen?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Dadurch, dass sie stark sind.

    Sie scheinen also mit dem Klima der Region, dem Kleinklima am Stand, dem Nektar- und Pollengebot, der parisitären Belastung in Kombination mit dem Begandlungskonzept und der Betriebsweise zurecht zu kommen - sonst wären sie nicht stark. Also eine an den Ort und den Imker angepasste Biene.

    Wenn Sie dann noch Honig bringen, was immer viel sein mag, dann ist das für mich ein Zeichen von Vitalität.


    Ich hatte auch schon starke Völker mit wenig Honig und schwächere Völker mit mehr Honig. Die Summe muss passen und ein Winter sagt noch nichts aus. Aber langfristig halte ich starke Völker, die auch Honig bringen für lokal angepasster und erstrebenswerter, als schwächelnde Völker, die dauerhaft einer Unterstützung bedürfen.