Vorabfüttern?

  • Ich fühl mich gerade (mal wieder) wie eine blutige Anfängerin ...

    Bei der aktuellen Situation hab ich jetzt ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer mehr, wieviel Futter in den Beuten drin ist. Ich hab es in den bisherigen Jahren nie übers Wiegen gemacht, sondern wusste es halt durch die Mengen die ich zugegeben habe und das, was im Volk los war. Es war immer alles gut.

    Aber da ja in diesem Jahr alles irgendwie anders ist und die Viechies noch ewig geflogen sind und gebrütet haben und dementsprechend viel mehr Energie verbraucht haben als sonst üblich, hab ich nun die Übersicht verloren und mache mir Sorgen, dass es im Frühjahr wegen der ungewöhnlichen Klimaverhältnisse obendrein früher los geht als ich es realisiere und dann zu wenig Futter drin sein könnte.

    Ich mach die Beuten jetzt natürlich auch nicht auf um durchzugucken.

    WAS ich überlege, ist, anstatt evtl. eine Notfütterung im kommenden Jahr zu machen, einfach jetzt schon gefüllte Futtertaschen dazuzuhängen (dafür brauch ich nur an der Seite kurz die Folie lupfen und störe das Volk nicht - obendrein geht es super schnell). Da gehen sie bei den aktuellen Temperaturen zwar vermutlich nicht mehr dran - aber dann wäre Futter drin, wenn sie zum Start nächstes Jahr evtl. was brauchen.

    Bei dem hohen Zuckeranteil in dem Sirup kann der ja eigentlich auch nicht schlecht werden, oder?

    Wenn sie sich die Hütte damit dann zum Jahresstart vollpacken, kann ich diese Waben ja rausnehmen, wenn ich die Honigräume draufstelle - so vermeide ich, dass der Sirup im Honigraum landet.

    Ist da irgendwo ein Denkfehler? Oder kann ich das so machen?

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Ich habe mir erklären lassen, dass Futter Ende Oktober zwar noch abgenommen wird, die Bienen es aber nicht mehr so weit bringen es zu verdeckeln und dann kann es in den Waben schlecht werden. Ich könnte mir vorstellen, dass das hier auch der Fall wäre.

  • Da Du Dadantkisten hast, könntest Du da ruhig mal von der Futterseite reinschauen. Tut den Bienen weniger schaden, als zu verhungern.
    Futterteig oben auflegen, wenn zu wenig drin ist. Nicht flüssig füttern.
    Suchmal nach Notfütterung, oder ähnlichem. Ist hier schon viel drüber geschrieben worden.


    Gruss

    Ulrich

  • WAS ich überlege, ist, anstatt evtl. eine Notfütterung im kommenden Jahr zu machen, einfach jetzt schon gefüllte Futtertaschen dazuzuhängen (dafür brauch ich nur an der Seite kurz die Folie lupfen und störe das Volk nicht

    Das würde ich jetzt bleiben lassen, so eine Futtertasche kühlt schnell ab und kann dann schnell zum Massengrab werden. Ausserdem wirst Du sie jetzt wohl nicht Reizfüttern wollen, oder?


    So viel Futter haben die auch nicht verbrütet, im Oktober evtl. 4 statt 2-3 kg und im November evtl. 4 statt 1-2 kg, das heißt, wenn Du wirklich genug gefüttert hast, so das die "normalerweise" bis Mitte April reicht, dann reicht es immer noch bis Ende Februar, so das Kontrolle und Notfütterung Anfang/Mitte Februar ausrechen sollte. Inwiefern die Wetterverhältnisse am Niederrhein anders sind und wie sich das auswirkt, kann ich nicht so ganz einschätzen, ich bin da s selten - zur Not kannst Du bei der Winterbehandlung ja mal nach dem Futter sehen...


    Ich würde an Deiner Stelle doch einmal im Monat wiegen und notieren, dann siehst Du die Gewichtsabnahme in Zahlen, das hilft Dir etl. weiter zu sehen wann evtl. nachgefüttert werden muss.


    WAS ich überlege, ist, anstatt evtl. eine Notfütterung im kommenden Jahr zu machen, einfach jetzt schon gefüllte Futtertaschen dazuzuhängen (dafür brauch ich nur an der Seite kurz die Folie lupfen und störe das Volk nicht

    Momentan sind die bei mir aus der Brut, also keine Gefahr. Aber bei mir gehen die Bienen "normalerweise" Mitte/Ende Januar wieder in Brut, dann könnte natürlich Kodenswasser das Futter evtl. verdünnen...

    Für Notfütterung im Frühjahr, ist oft Zucherteig besser als flüssig!

  • Hallo Satia,

    das mit der Futtertasche lass mal.

    Wie schon gesagt, schau einfach mal von der Futterseite aus rein . Meist reicht schon ein Blick von oben in die Wabengassen. Sind da noch genug verdeckelte Futterwaben ist alles OK. Viel brauchen sie jetzt noch nicht. Mit drei Dadantwaben kommst du noch gut in den Februar. Und dann kannst du notfalls einen Fladen Teig auflegen.

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte

  • Ich danke euch allen ganz herzlich! Ihr habt mir wirklich weitergeholfen.

    dann kann es in den Waben schlecht werden. Ich könnte mir vorstellen, dass das hier auch der Fall wäre.

    Das stimmt ... dass ja auch verdeckelt werden muss, daran hab ich nicht gedacht ...

    Futterteig oben auflegen, wenn zu wenig drin ist. Nicht flüssig füttern.

    Dann werde ich mir für den Fall der Fälle schonmal ein bisschen Teig besorgen.

    Das würde ich jetzt bleiben lassen, so eine Futtertasche kühlt schnell ab und kann dann schnell zum Massengrab werden. Ausserdem wirst Du sie jetzt wohl nicht Reizfüttern wollen, oder?

    ....zur Not kannst Du bei der Winterbehandlung ja mal nach dem Futter sehen...

    Ne, stimmt, Reizfüttern wäre jetzt eine blöde Idee ...

    Ich werde dann bei der Winterbehandlung einfach mal gucken.

    Mit drei Dadantwaben kommst du noch gut in den Februar. Und dann kannst du notfalls einen Fladen Teig auflegen.

    Soviel müsste eigentlich allemal noch drin sein ... müsste, müsste ... *seufz* Ich muss mir das mit dem Wiegen echt angewöhnen.


    Danke nochmal an alle

    Liebe Grüße und schöne gesunde Festtage!

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Das mit den wiegen ist ja keine dauerhafte Aufgabe. Wenn du einmal alle deine Beutenteile gewogen hast, kannst du ja jederzeit hin gehen und die Völker nachwiegen, wieviel Futter noch etwa drin ist. Auch irgendwann im Winter, wenn du vorher nicht gewogen sondern „normal“ eingefüttert hast.

  • Meine Waagenvölker haben 2,5 - 2,8 KG Futter in den letzten zwei Monaten verbraucht. Laut Temperaturfühler würde ich vermuten, sind sie seit der zweiten Novemberhälfte aus der Brut.


    Also wenn du nicht sträflich wenig gefüttert hast, sollte es reichen ggf. Ende Februar mal Futterteig aufzulegen.

    Als erstes aber vielleicht mal mit einer Kofferwaage durch den Bestand gehen und vorne und hinten einmal wiegen und die Teilsummen addieren.

    Dann bekommst du ein ganz gutes Gefühl dafür , wer zu leicht ist, und wer eventuell was abgeben kann. Das wäre dann nämlich im Frühjahr auch eine Option - einem "überfütterten" Volk mal eine Futterwabe wegnehmen und einem anderen Volk zu geben.

  • Bei mir hat es bis Ende November noch Orientierungsflüge gegeben. Aber danach war dann auch Ruhe. Und ich hab ordentlich gefüttert. Ich werde aber tatsächlich mal die Kofferwaage rausholen.

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Lass die Bienen in Ruhe.

    Wenn Futter wirklich knapp wird, dann Futterteig auflegen.

    Ich habe mittig ein Loch mit „Klappe“ im Tuch.

    Aufklappen, Futterteig auflegen, fertig.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.