Stockkarte - wer nutzt sie?

  • Also, ich habe es auch mit dem Aufschreiben probiert... Mit Handschuhen oder Propolisfingern war das für mich Mist. Mit dem Hand das Gleiche, außerdem rief mich dann immer die Familie auf dem Handy an, wenn ich gerade ein Volk offen hatte. Tablet wäre mir zu teuer und empfindlich. In eine App diktieren habe ich auch eine Saison gemacht fürs gute Gefühl, aber das lese ich eh fast nie wieder.

    Nun wird nur noch ein besonders schönes Volk notiert, das auch gerne innen im Deckel. Nachgezüchtet wird im kommenden Jahr eher von den gekauften Königinnen, Details schreibe ich eher nicht mehr auf. Was lebt und sich gut entwickelt, ist weiter an Bord. Wenn es Probleme gibt, notiere ich Nummer und Grund in der App und handle umgehend - oder schaue bei den nächsten Durchsicht noch einmal gezielt nach. Dazu Markierung am Beutendeckel. Notizen würde sich für mich nur lohnen,. wenn dich auch gewisse "Reihen" auswerten würde. Das möchet ich dann aber nicht alles wieder mühsam im nächsten Programm oder in eigenen Tabellen oder Charts machen, daher meide ich den Aufwand.

    Ansonsten lade ich das Auto voll und sehe vor Ort, was zu tun ist. Da meine Völker inzwischen je nach Tracht und Jahreszeit zum Teil auch etwas weiter weg stehen, ist ja nach einer Woche nur sicher, was schon beim letzten Mal fehlte, aber nicht, was inzwischen auch noch alles fehlt. Das "Mist, nun bist hier und es fehlt..." hatte ich zu oft!

    Futtergewicht bestimme ich per Handwaage, Notizzettel und Exceltabelle - Honigertrag wäre noch mal interessant, ich hänge aber am Stand eh in ganze Zargen um, also wäre das mühsam.


    Mein Traum wäre ein "Rugged-" oder Outdoor-Handy mit NFC und einem NFC -Sticker an jeder Beute, der die Diktierfunktion in der App öffnet - so dass immer klar ist, worauf sich jede Notiz bezieht, ohne das man die Handschuhe ausziehen muss.

  • Hallo in die Runde,


    wir nutzen ein kleines A6 Heftchen ( Standbuch; kann man googeln) welches wir mal beim Imkerbedarf mitgenommen haben. Wir hatten vorher auch alles Mögliche probiert, aber spätestens nach der Hälfte der Saison brach das Chaos aus:(. Dieses ist so klein, dass es mit einer Hülle in unserer Imkerkiste dauerhaft wohnen kann, und wir können zuhause ab und zu einen Blick reinwerfen. Da wir zu zweit imkern und nicht jeder immer das selbe Volk durchschaut behalten wir so den Überblick.

    In diesem Büchlein hat jedes Volk eine Seite. Es ist bei uns nicht das einzelne Volk, sondern der Standplatz nummeriert z.B G2 ist das rechte Gartenvolk. Da wir nicht wandern stehen die Völker ja immer am gleichen Platz, Umzüge oder Vereinigungen werden halt notiert.

    Bei jeder Durchsicht bemühen wir uns nur eine Zeile zu schreiben. Mit Abkürzungen geht das gut, B1-2-3 bedeutet, dass man Eier, offene Brut und verdeckelte Brut gesehen hat, bei B0-2-3-würden also die Stifte fehlen. Auch für Weiselzellen gibt es ein Piktogramm welches zeigt, in welchem Stadium diese sind.

    Am Ende der Saison wird das Heftchen gelocht und im Bienenordner abgeheftet.


    So haben wir es die letzten beiden Jahr geschafft den Überblick zu behalten, ich habe Hoffnung ,dass dies so bleibt.


    Viele Grüße

    Meike

  • Also jedes Volk hat bei mir eine fortlaufende Nummer. In ein Notizbuch trage ich pro Besuch in kurzen Zeichen ein, was bei welcher Nummer los ist. Zuhause trage ich das in Excelliste ein, dabei pro Zeile ein Volk, erste Spalte steht die Nummer und Standort, über die Kommentarfunktion in der ersten Excel-Zelle steht die Info zur Kö-Herkunft, in den Spalten das jeweilige Datum und dann halt kurzer Text. Ist das Volk supi, dann mit grün hinterlegt, Schwächlinge gelb, rot heißt tot und wird nicht weitergeführt. Am Tag der Todesfeststellung noch meine Meinung warum. Ich trage dadurch zwar viel hin und her kann aber am Jahresende super pro Volk nachlesen wie es so war und entscheide dann, welche Völker zur Nachzucht taugen, Wirtschaftsvölker sein sollen und welche ggf. im Frühjahr vereinigt oder aber verkauft werden. Die Spalten werden übers Jahr recht viel, überflüssige blende ich aus und kann bei Bedarf wieder einblenden und nachlesen. Durch den Eintrag in mein Notizbüchlein weiß ich auch immer gleich am Stand, was beim letzten Besuch los war. Ich arbeite immer den Stand komplett ab und merke mir die wichtigen Punkte und trage dann zum Abschluss ins Buch ein.

    Ist sicher etwas umständlich, hat sich bei mir aber sehr gut bewährt.

    Aufm mobilen Endgerät will ich am Volk nicht fummeln, verdreckt und muss ich sauber machen, Notizbuch ist irgendwann speckig und voll und landet im Ofen.

    Jörn

  • Hallo,


    Wir haben angefangen mit der Stockkarte des Bieneninstitut Kirchhain:

    AB842 Stockkarte


    dazu eine Praktische Gliederun, insb. für Einsteiger:

    AB841 Stockkartenaufzeichnungen


    unsere immer dabei StockKarte, ist eine Vereinfacherung dieser Stockkarte (Ausdruck DIN A4, auf dickem Papier).


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Jeder muss für sich herausfinden, wie umfangreich seine Notizen sein müssen. Ein Züchter hat sicher andere Anforderungen als der Bienenbeobachter. Mit 100 Völkern spielt Zeit eine wichtigere Rolle als mit zwei Völkern.

    Ein paar, mir wichtig erscheinende Anforderungen:

    Man muss die Notizen lesen können direkt bevor man das Volk aufmacht und Beobachtungen eintragen sofort nachdem der Deckel aufgelegt wurde.

    Abkürzungen sich wiederholender Begriffe sparen Zeit. Sie müssen nur für den Imker leicht und schnell zu verstehen sein.

    Es gehören ein paar Angaben zur Königin auf die "Karte" und die Daten sind wichtig.

    Wann wurde was beobachtet.

    Der Standort und ein eventueller Wechsel sollten datiert werden.

    Ich schreibe das in loser Reihen folge auf.

    Vorne Datum, dann außergewöhnliche Beobachtungen.


    Macht man keine Notizen, steht man irgendwann vor dem Volk mit dem verkehrt aufgelegten Stein und weiß nicht mehr warum der Stein anders liegt.

    Die Grenze, wo einen das Gedächtnis täuscht oder ganz verlässt, ist schnell erreicht.

  • Für mich sind Tabellen mit Kürzeln nix. Ständig muss man seine "Texte" aus dem Kopf in Kürzel und Zeichen auf dem Papier "übersetzen", später die vielen Kürzel und Zeichen vom Papier wieder im Kopf in Text zurück übersetzen, immer gibt es was, das mit den bisherigen Kürzeln nicht gut abgedeckt werden kann und dann doch wieder normalen Text benötigt - alles viel zu anstrengend.


    Ich verwende daher seit vielen Jahren das Smartphone - ist doch eh immer dabei und die Sorgen wegen Verschmutzung kann ich nicht verstehen. Habe noch nicht mal irgendwelche Hüllen oder Schutzfolien oder ähnliches Gedöns. Handy wie aus der Verpackung und ab damit zum Arbeiten - das Ding ist ein Werkzeug, sonst nix. Es steckt in einem groben Stofftäschchen das wiederum in der Hosentasche steckt.


    Propolisverschmutzung wird total überbewertet - das wischt sich sehr schnell vollautomatisch beim ständigen Ein- und Ausstecken aus dem Stofftäschchen sauber und die wenigen "Batzerl" die am Tagesende noch irgendwo sind, schnippe ich mit dem Fingernagel weg und fertig. Das Ding sieht ehrlich noch fast wie neu aus, obwohl 5 Jahre alt und ich immer ohne Handschuhe an den Bienen und am Handy bin! Ganz ohne Alkohlgeschmiere oder ähnliches.


    Jeder Stand hat bei mir um die 20 Völker und die Stände werden über die Woche hinweg durchgearbeitet. Jeder Stand und jedes Volk erhält bei jedem Arbeitsbesuch eine kurze Sprachnotiz mit allem, was mir für die Bewertung und das nächste Mal wichtig erscheint - das sind maximal wenige Sätze pro Volk und Stand und geht erheblich schneller und trotzdem ausführlicher als mit jedem Stift.


    Ich muss nicht bei jedem Volk notieren "Stifte da" oder "Königin OK" oder ähnliches - das sollte schließlich der Normalfall sein. Notiert werden nur Besonderheiten und ToDos für's nächste Mal.


    Ergibt pro Stand eine kleine Audiodatei, die ich am Tagesende in eine Textdatei übertrage und ggf. durch Ideen ergänze, die ich draußen im Feld gar nicht hatte. Pro Jahr pflege ich genau eine einzige Textdatei, in der alle Notizen für alle Völker und alle Stände chronologisch erfolgen. Sie wächst also linear und wird nur duch Zwischenüberschriften pro Standbesuch gegliedert.

    So habe ich mit dem Inhaltsverzeichnis perfekten Überblick über meinen gesamten Bestand bis hinunter zum Einzelvolk und Direktzugang zu jedem bisherigen Arbeitsschritt an jedem meiner Stände, der bisher im Jahr durchgeführt wurden. Eine Datei für alles.


    Diese Datei wandert dann jeden Tag als PDF wieder zurück auf's Handy, so dass ich dort in Textform die gesamte Historie aller Völker und Stände seit Jahresbeginn für jedes Volk in einer einzigen PDF-Textdatei abrufen kann. So habe ich für jeden Standbesuch in der Regel eine Seite, auf der alle Völker mit ihren Notizen vom letzten Besuch stehen.


    Ich muss also nur die Seite vom letzten Mal offen haben, um einen Stand zu bearbeiten, kann aber bei Bedarf jederzeit durch einfache Texsuche nach der Volksnummer oder einem anderen Schlüsselwort auch alles andere ratz-fatz und übersichtlich nachschauen, was ich sonst noch zu diesem Volk in diesem Jahr notiert habe. Aber eigentlich muss ich nur in der Datei nachschauen, wenn ich beim Bearbeiten des Volkes merke, das was nicht "normal" ist.


    Der kleine Aufwand, am Tagesende nochmal alles einzugeben fällt für mich unter "zweickmäßige Nachbearbeitung" und gehört einfach dazu, genau wie den Smoker anzünden oder vom Stand wieder nach Hause fahren. Ich bin also erst fertig, wenn ich auch die Daten übertragen habe. Schließlich sage ich auch nicht draußen am Stand, jetzt bleibe ich da, weil ich zu müde/faul zum Heimfahren bin. Sondern ich fahre eben trotzdem heim und dann wird übertragen.


    Wäre mir das zu beschwerlich, kann ich es auch gleich ganz sein lassen - Imkern ist und bleibt Arbeit. Und Zettel müssten auch übertragen werden. Zettelwirtschaft ist auch beschwerlich und im Gegensatz zu einem Handy werden und vor allem bleiben Zettel ganz schnell richtig asselig. Und bei Regen oder Wind sind Zettel einfach nur läääääästig!


    Außerdem schätze ich das zielgerichtete und rasche Suchen und Finden auch älterer, relevanter Informtionen, was über längere Zeiträume oder größere Datenmengen eben nur digital funktioniert. Und ich brauche keinen Lagerplatz für Zettelordner und ähnliches.


    Für mich als textorientierter Mensch ist es viel einfacher und vor allem schneller, ein paar Absätze in ausformulierter Alltagssprache zu schreiben und zu lesen, statt Tabellen mit Kürzeln erst anlegen und dann wieder interpretieren zu müssen.

  • Der kleine Aufwand, am Tagesende nochmal alles einzugeben fällt für mich unter "zweickmäßige Nachbearbeitung"

    Bei 5 Völkern mag das alles gehen. Aber bei irgendetwas größer 20 wäre mir das zu viel Schnickschnack.


    Meine persönliche Erfahrung ist, dass man Aufzeichnungen so gut wie nie anschaut - außer bei Problemkandidaten, wo man rausfinden will, was da los sein könnte.

    Dafür reicht aber, wenn man vorher nur kurze, kürzelzentrierte Aufzeichnungen macht.


    Bei mir sieht eine Beispielaufzeichnung so aus:


    10.04. ovE, BN +-

    19.04. ovE, Kö, OK


    Heisst für den 10.04. übersetzt: Offene und verdeckelte Brut, sowie Eier (ovE), Brutnest ist so lala.

    Am 19.04. wieder alle Stadien Brut, Königin gesehen, alles andere - auch das Brutnest - ist ebenfalls OK.


    Kann dann weitergehen:

    24.05. ovE, Kö, SchwaSti

    31.05. ovE, SchwaSti, -1BW


    Am 24.5. ist das Volk in Schwarmstimmung, dass da Zellen gebrochen wurden, ist implizit.

    Am 31.5. hilft mir der SchwaSti Hinweis vom 24.5., genauer hinzusehen, und siehe da: Es herrscht immer noch Schwarmdusel, wobei diesmal eine Brutwabe entnommen wird. Hier ist der Hinweis auf Eier (E) wichtig, weil ich keine Königin gesehen habe.


    Den ganzen Krempel schreibe ich auf die Abdeckfolie, und ich finde mittlerweile, das ist immer noch viel zu viel, weil die meisten Aufzeichnungen harmlose Zustände beschreiben (ovE, KÖ) - aber irgendwie mag ich auch die Vergewisserung, wenn ich Brutstadien dokumentiere, auch wenn sie OK sind.


    Es gibt nur sehr selten den Wunsch, zu Hause einen Blick auf Aufzeichnungen werfen zu wollen - meist im Winter, wenn ich meine Varroazahlen auswerte (so wie aktuell), und ich gerne die Milbenzahlen mit den Handlungen am Volk in einen Bezug setzen würde. Aber im Grunde helfen mir da die Aufzeichnungen auch nicht weiter.


    Doof an dem System: Irgendwann ist die Abdeckfolie voll. Ich muss mir noch etwas einfallen lassen, den Edding da wieder runterzubekommen.

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    Hallo und einen schönen dritte Advent euch und euren Lieben!

    Habe lange überlegt, ob ichs mal hier präsentiere, da meine Version sich doch deutlich von den Standards unterscheidet.

    (Ist die zu übertrieben oder peinlich?)


    Version 2017 ( zwei zargiger BR)

    Bis zur

    Verision 2020 inwischen einzargiger BR.


    Stockkarten sind in der Saison dann fast wöchentlich geführt.

    Ich bin mit den vielen, unterschiedlichen Versionen aus dem Netz garnicht klar gekommen.

    Obwohl ich nur max. vier Völker habe , ist es oft so : Volk wieder zu, dann : Ääääh, was war da jetzt GENAU los?! Maaaan !

    Habe dadurch noch die Möglichkeit,Völker auch im Jahresverlauf ( auch Vorjahr) vergleichen zu können.( inkl. meiner Arbeit)

    Wird sich evtl. auch von der Notizmenge reduzieren.

    Für Imker mit mehr als zehn Völkern ist das sicher vom Aufwand absurd.:)

    LG

  • Hornet das mit der fortlaufenden Datei finde ich super. Wusstest du schon, dass aktuelle Handys eine sehr gute Sprach zu Text Übersetzung haben?

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD