Gibt es noch Bestäubungsprämien, und wenn ja, wie verhandelt man das?

  • wie lang stehen die dann im Obst?

    Hi,


    die stehen so lange da, bis der Obstbauer oder der Landwirt


    die Abwanderung ansagt. In der Regel, je nach Wind und Wetter,


    3 - 5 Wochen im Schnitt. Mit etwas Glück kann man sie danach noch ins


    Rapsfeld stellen oder halt direkt in die Robinie wandern.


    Gruss Joachim

  • 3 - 5 Wochen im Schnitt. Mit etwas Glück kann man sie danach noch ins Rapsfeld stellen oder halt direkt in die Robinie wandern.

    Mit Pech hilft nur noch 'ne TBE und viel Glück.

    Hi,


    den verstehe ich nicht.


    Falls du Insektizide o.ä. meinst, habe ich im Alten Land keine Befürchtung.


    Die Obstbauern handeln sehr Bienenbewusst, solange diese dort stehen. Daher


    auch die Termine für die An- und Abwanderung. Während der Bestäubung


    wird, wenn überhaupt, nur das nötigste gespritzt und das auch nur zu


    Zeiten wo kein Bienenflug ist. Den Honig habe ich mehrfach untersuchen lassen


    am Anfang und die Rückstände waren nicht wesentlich anders als hier auf einer


    Streuobstwiese. Das mag natürlich woanders anders gehandhabt werden,


    aber nachdem das Alte Land zeitweise kaum noch Imker bekommen konnte,


    hat sich das sehr gewandelt. Das ist auch schon viele Jahre her, war noch


    weit vor meiner Zeit.


    Gruss Joachim

  • rase Ich bin jetzt doch etwas irritiert.

    Bisher kenne ich eigentlich nur Beiträge von dir, die in die Richtung abzielen, dass es bei guter landwirtschaftlichen Praxis keine Probleme gibt. Also unauffällige Rückstandsanalysen usw. und bisher nur ein Spritzschaden durch Drift einer Getreidespritzung...insgesamt verwehrst du dich gegen ein Bashing der LW.


    Doch jetzt bringst du

    Mit Pech hilft nur noch 'ne TBE und viel Glück.

    und

    Ich hatte letztes dieses Jahr massive Probleme in der Kirsche.

    ins Spiel, bleibst aber insgesamt etwas nebulös.


    Was sind denn konkret aufgetretene Probleme, weshalb eine TBE nach Obst und Raps, was war in der Kirsche?


    Als Verpächter von landwirtschaftlichen Flächen kenne ich auch die Sicht der LW sehr gut und hoffe, dass es nicht in ein haltloses Bashing abdriftet, aber deine Erfahrungen würden mich schon interessieren.

  • Meistens geht es gut, das Bewußtsein ist in der Regel da und es stehen auch gute und sichere Produkte zur Verfügung. Trotzdem geht es halt manchmal schief. In meinem Fall ging es um eine ziemlich neue eingenetzte 3,5ha große Steinobstplantage und Steward (iindoxacarb). Keine Gedankenlosigkeit oder gar böser Wille, alles strikt nach Anleitung, aber plötzlich hatte ich die Seuche in 20 Völkern unterschiedlicher Genetik. Die Völker hatten von einem Tag auf den anderen massive CBPV Symptome und sind für die Saison ausgefallen. Beweisen kann ich nix, ich hab tatsächlich erst auf CBPV getippt, aber der weitere Verlauf war dann doch zu unterschiedlich. Dann hab ich rumtelefoniert und ich war wohl nicht der einzige. Nächstes Jahr probieren wir (ich bleibe da als Imker) was anderes. Wer im kommerziellen Obstbau Bestäubungsimkerei machen will, der wird automatisch auch zum PSM Fachmann.


    Raps ist eine komplett andere Baustelle als Obst im kommerziellen Anbau. Generell gilt, es gibt mit der Landwirtschaft deutlich weniger Probleme, als allgemeinhin behauptet, aber das da alles Gold wäre würde ich auch nicht unterschreiben :)


    Ich plädiere nur auch immer für eine differenzierte Debatte und gebe dabei Argumenten den Vorzug vor Ideologie. Alles in allem geht's mir hier, innerhalb der Landwirtschaft, sehr gut. Gerade deswegen (damit das so bleibt), muß man aber genau hinschauen. Obstbau halte ICH persönlich aus vielen Gründen für bedenklich. Bestäubung mach ich trotzdem, aber allein wenn ich die Berge von verbrauchten Hummelvölkern sehe am Ende der Blüte, da wird mir anders. Denn wenn man erstmal Hummeln als Wegwerfartikel akzeptiert hat, wo ist dann die Grenze?


    Also bitte, keine Panik, aber genau hinschauen!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin, wo gerade Hummeln erwähnt wurden, was geschieht eigentlich mit den Hummelvölkern in Erdbeergewächshäusern und ähnlichem nach der Ernte? Das wollte ich schon länger mal wissen

    Das willst Du nicht wissen. Die gehen in den Müll.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wie sieht denn der Einsatz von Mauerbienen auf den von dir beobachteten Plantagen aus?

    Ist auch ein Wegwerfartikel, da das Blühfenster sehr kurz ist. Danach darf da nichts mehr blühen, weil sonst bestimmte Mittel nicht angewendet werden können/dürfen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin, wo gerade Hummeln erwähnt wurden, was geschieht eigentlich mit den Hummelvölkern in Erdbeergewächshäusern und ähnlichem nach der Ernte? Das wollte ich schon länger mal wissen

    Das willst Du nicht wissen. Die gehen in den Müll.

    Das ist vielleicht sogar die bessere Alternative als sie mit möglichen Belastungen (Genetik, Krankheitserreger, Parasiten usw.) in die freie Wildbahn zu entlassen.


    Grüße vom Apidät

  • Preise hört man alles von 30-100€. 40-60 hört man dabei Recht häufig.

    Frage an die Bestäubungsimker: Lohnt sich das denn unterm Strich für euch?


    40-60€ entspricht zumindest in meiner Region dem Gegenwert von 3-4 kg Honig, in anderen Regionen mögen es ein paar mehr KG sein. Sobald die Völker auch nur etwas weniger eintragen als an den ursprünglichen Standorten ist der vermeintliche Gewinn ja gleich aufgezehrt, erst recht in Fällen wie von rase beshrieben. Der erhöhte Aufwand mit zusätzlichem Standort und Planung scheint sich nach meiner Milchmädchen-Rechnung bestenalls dann lohnen, wenn man ohnehin um die Ecke ist. Da gibts doch sicher Dinge die ich nicht auf dem Schirm habe und das lukrativer machen :)

  • Denke mal ist wie bei allem: Muß in die Betriebsweise passen.


    Zum Bestäuben in ein sehr früh blühendes Gebiet mit z.B. Kirschen (und Pfirsich) um die Völker für den Raps aufzubauen und die Völker zum Überwintern eh schon/noch dort stehen, ist sicher was anderes als da vorab schonmal Obstblütenhonig ernten zu wollen...

  • Frage an die Bestäubungsimker: Lohnt sich das denn unterm Strich für euch?


    Da gibts doch sicher Dinge die ich nicht auf dem Schirm habe und das lukrativer machen :)

    Der zur Plantage gehörende Hofladen verkauft jedes Jahr -/+ 1t Honig.


    Der Ertrag ist hier auch in guten Jahren nicht der Rede wert.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

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