Gibt es noch Bestäubungsprämien, und wenn ja, wie verhandelt man das?

  • Guten Morgen zusammen,

    ich suche aktuell noch nach Wanderplätzen für das kommende Frühjahr, und Obstbauern wären vermutlich eine Idee.

    Wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass ich einen Obstbauern finde, der noch nicht mit Imkern überversorgt ist, verlangt man dann eine Bestäubungsprämie?

    Und wenn ja, über welche Beträge reden wir da?


    Das ganze Thema Bestäubung wird bei uns im Verein immer nur vor dem Hintergrund "Ist wichtig, müssen wir machen!" behandelt, aber niemand rückt damit raus, ob man sich das bezahlen lässt.


    Oder ist es möglicherweise so, dass so viele Imker bestäuben wollen, dass die Bedarfsträger einfach nur abwinken, und man das natürlich alles für lau und den Honigertrag macht?

    Hoffe, die Frage ist nicht zu bescheuert...

    Viele Grüße

    Ralf

  • Hi,


    das ganze ist halt vom jeweiligen Obstbauer abhängig.


    Ich habe meinen Standplatz im Alten Land von einem anderen Imker übernommen.


    Mit knapp 80 Jahren mochte er nicht mehr dahin wandern.


    Dementsprechend habe ich auch die Konditionen übernehmen können.


    Mit 50€ + MWSt sind das auch nicht die schlechtesten. Ein Kollege 3 Bauern weiter


    bekommt 30€ pro Volk. Sei dir aber sicher, die Obstbauern wissen wie gute Völker aussehen


    und schauen auch in die Kisten rein, wenn sie dafür zahlen.


    Schon mancheiner mit etwas besseren Ablegern wurde wieder nach Hause geschickt.


    Gruss Joachim

  • Honigertrag und Bestäubungsimkerei sind zwei paar Schuhe. Ich lasse mir das bezahlen, aber oftmals wäre auf Angriff Honig ernten (ohne die ganzen Einschränkungen der Bestäubungsimkerei) finanziell lohnender. Das muß man sich gut überlegen. Wer bei einem Hofladen Honig verkauft (oder verkaufen möchte), kann da eine Mischkalkulation machen.


    Raps Saatgutvermehrung ist meistens okay, aber Kern- und Steinobstplantagen sind ein enormes Risiko für die Bienen. Da reicht es, wenn ein Nachbar zum falschen Zeitpunkt behandelt, das muß nicht Dein Kunde sein. Das gleiche gilt auch für extensives Streuobst, da gibt es noch lustigere Mittelchen und nichtmal ein Spritzbuch.


    Das ist ein hochkomplexes Thema, das sprengt hier vermutlich den Rahmen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Honigertrag und Bestäubungsimkerei sind zwei paar Schuhe. Ich lasse mir das bezahlen, aber oftmals wäre auf Angriff Honig ernten (ohne die ganzen Einschränkungen der Bestäubungsimkerei) finanziell lohnender. Das muß man sich gut überlegen. Wer bei einem Hofladen Honig verkauft (oder verkaufen möchte), kann da eine Mischkalkulation machen.


    Raps Saatgutvermehrung ist meistens okay, aber Kern- und Steinobstplantagen sind ein enormes Risiko für die Bienen. Da reicht es, wenn ein Nachbar zum falschen Zeitpunkt behandelt, das muß nicht Dein Kunde sein. Das gleiche gilt auch für extensives Streuobst, da gibt es noch lustigere Mittelchen und nichtmal ein Spritzbuch.


    Das ist ein hochkomplexes Thema, das sprengt hier vermutlich den Rahmen.

    Meinst du damit, dass Obst nicht so lohnend ist wie Raps, die sich das Zeitfenster teilen oder wo liegt der konkrete Unterschied zwischen Honigertrag- und Bestäubungsimkerei? Was sind das für Beschränkungen?

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • (ohne die ganzen Einschränkungen der Bestäubungsimkerei)

    Ich merke gerade, dass mir da scheinbar einiges an Wissen fehlt: Was sind die Einschränkungen der Bestäubungsimkerei?



    aber Kern- und Steinobstplantagen sind ein enormes Risiko für die Bienen. Da reicht es, wenn ein Nachbar zum falschen Zeitpunkt behandelt, das muß nicht Dein Kunde sein. Das gleiche gilt auch für extensives Streuobst, da gibt es noch lustigere Mittelchen und nichtmal ein Spritzbuch.

    Stimmt, das Thema Schädlingsbekämpfung, und dass man in der Branche da möglicherweise stärker ran geht, hatte ich gar nicht auf dem Schirm.


    Da muss ich wohl noch eine Menge lernen :-)

    Viele Grüße
    Ralf

  • rase...führe es doch mal bitte aus. Hier ist doch Platz und wir haben bienenfreie Zeit 😉

    Hallo FeDia,

    wenn ich mich recht erinnere hat "rase" mal erwähnt das es an einen Montag Infoabend darüber gibt.


    rase , ich hoffe es stimmt mit meiner Erinnerung.

    Gruß bee-falke


    6 WV in Zander, einzargige Führung

  • Hier im Alten Land wird ab einem bestimmten Tag x angewandert. Ab diesem Tag werden von allen Landwirten dich ich kenne nur noch die Empfehlungen der Esteburg (Obstbauzentrum / Kompetenzzentrum für den norddeutschen Obstbau) gespritzt. Also zb nachts Fungizide bei drohendem Regen (nagelt mich nicht darauf fest). An Tag x ist dann wieder Abwanderung. Im allgemeinen gehen die Bauern hier sehr verantwortungsbewusst mit den Bienen um, weil sie wissen, dass eine Spritzschaden dazu führt das sie in den nächsten Jahren keine Bienen bekommen. Wer an Bestäubung hier interessiert ist, kann sich auf der Seite der Esteburg informieren. Ansonsten geht hier viel über Beziehungen, aber es ist nicht unmöglich da dran zu kommen. Preise hört man alles von 30-100€. 40-60 hört man dabei Recht häufig.