Zeitpunkt Oxalsäure

  • Hallo Zusammen,


    ich bin mir leider etwas unsicher den korrekten Zeitpunkt für die Oxalsäurebehandlung zu finde. Da wir zwar ein recht kühlen und regnerischen Herbst hatten, die Temperaturen jedoch nachts nicht wirklich abgefallen sind, hatten wir die erste Frostnacht erst am 22.11.

    Diese Woche wäre das Wetter mit 0 bis 4 Grad perfekt zum Behandeln jedoch würde ich dann die 3 Wochen zum 22.11. nicht einhalten. Ab nächster Woche soll es dann wieder wärmer werden.


    Für mich gibt es jetzt 2 Optionen:


    1. Jetzt behandeln und riskieren, dass sie noch nicht ganz brutfrei sind

    2. Abwarten und hoffen das es nochmal kalt wird vor dem 31.12. - Falls nicht dann besteht halt das Risiko, dass es keine Wintertraube gibt.....


    Temperatur.jpg



    Grüße Ritzbert

  • Hoi Ritzbert ! Ich verstehe das Problem nicht ganz. :/


    Die Drei-Wochen-Regel ist nur eine Faustformel! Starke Völker gehen eher früher aus der Brut, da muss man weniger als drei Wochen warten; Völker mit «Nachholbedarf» lassen sich zum Teil von den allerersten Frösten noch nicht vom Brüten abbringen, da muss man dann mehr als drei Wochen warten.


    Hast du Angst, dass sie nächste Woche wieder zu brüten beginnen? Macht doch nichts! Da würde die erste Brut erst übernächste Woche verdeckelt werden.


    Oder brauchst Du tiefe Temperaturen zum Träufeln? Dann träufle doch am frühen Morgen nach Tagesanbruch! Dann wird die Temperatur sicher mal noch unter 5°C liegen, selbst wenn die Tage allgemein wieder wärmer werden.


    Zu lange würde ich nicht zuwarten. Oft wird es in der zweiten Dezemberhälfte vergleichsweise warm, zumindest bei uns. Und dann ist schon Wintersonnenwende und gleich darauf 31. Dezember …

  • Hi Ritzbert , ich habe lange mit mir gerungen: bei Dreien war ich nach Windeldiagnose unsicher, das eine Volk, bei dem alles anders ist, ist definitiv nicht aus der Brut, hat eher wieder mehr Schlupf, als vor ein, zwei Wochen.


    Mein Pate hat am Sonntag behandelt, ich war da, um es mir anzuschauen. Grund war, dass sie bei uns momentan schön in der Traube sitzen, es in der zweiten Dezemberhälfte auch hier gern wieder wärmer wird und sie im Januar (von allem rechtlichen mal abgesehen) sowieso schon wieder in Brut sein können - wenn sie nicht auf niedrigem Niveau gleich durchgebrütet haben.


    Am Schluss war jedenfalls genug frisch angerührte Träufellösung und eine Spritze übrig und ich habe kurzentschlossen ebenfalls schon jetzt geträufelt, weil ich fürchte, dass es nicht besser/brutfreier werden wird. Ich hoffe, die Entscheidung war die richtige, ich habe (zur Beruhigung meines Gewissens) beschlossen, der Erfahrung meines Paten zu vertrauen.


    Letztlich wird dir - wie immer - die Entscheidung keiner abnehmen können, alldieweil es von DEINEM Kleinklime und DEINEN Bienen abhängt. Die Schmerzen kenne ich aber - kannste Dir nix von kaufen, iss klar.

  • Hallo Ritzbert ,


    angenommen die Königin würde ab dem 22.11. kein Ei mehr gelegt haben, dann wäre das Volk am 12.12. theoretisch brutfrei. Ohne Durchsicht wirst es sich nicht mit letzter Gewissheit feststellen lassen. Dies hätte allerdings andere negative Auswirkungen auf das Volk.


    Ich gehe am Wochenende von Brutfreiheit aus und möchte die etwas wärmeren Tage zur Behandlung der für die Winterbehandlung vorgesehenen Völker nutzen.


    Grüße vom Apidät

  • Ich werde es wie Apidät halten, da ich ebenfalls eher wärmere Temperaturen benötige, um mit dem Varrox behandeln zu können. Zur Beruhigung (auch von Waldi :( Die Winterbehandlung hat nur, aber immerhin, zur Folge, dass die Völker im späten Frühling bzw. Frühsommer noch etwas länger durchhalten, bis man behandeln muss. Selbst ein «krasser Behandlungsfehler» hat nicht direkt einen Völkerverlust zur Folge, sondern «nur» einen Trachtverlust, weil man ein Volk in der Saison 2021 früher aus der Tracht nehmen muss, um es zu behandeln.

  • Hoi Ritzbert ! Ich verstehe das Problem nicht ganz. :/


    Hast du Angst, dass sie nächste Woche wieder zu brüten beginnen? Macht doch nichts! Da würde die erste Brut erst übernächste Woche verdeckelt werden.

    Nein ich habe Angst dass ich jetzt die Behandlung mache und die Völker noch nicht Brutfrei sind. Somit würden ja dann nach der Behandlung wieder frische Bienen mit Varroa Milben schlüpfen.

    Aber wenn ich euch richtig Verstehe dann lieber jetzt durchführen und das Risiko eingehen.


    Grüße Ritzbert

  • Ritzbert Ja, ich (erst fünf Jahre Erfahrung mit wenigen Völkern!) würde die Behandlung jetzt machen. Wie willst Du denn vorgehen? Träufeln oder sprühen? Für die Träufelung benötigst Du tiefe Temperaturen, für das Sprühen hohe. Bei uns haben die Nachtfröste einige Tage früher eingesetzt als bei Dir. Ich warte jetzt nur noch auf einen leichten Temperaturanstieg, dann behandle ich.

  • Nein ich habe Angst dass ich jetzt die Behandlung mache und die Völker noch nicht Brutfrei sind. Somit würden ja dann nach der Behandlung wieder frische Bienen mit Varroa Milben schlüpfen.

    ... aber nicht mehr viele; denn selbst wenn noch verdeckelte Brut da sein sollte, wären es nur wenige Zellen. Da ja nicht jede Zelle vermilbt ist, wenn die Spätsommerbehandlung ordentlich durchgeführt wurde, kann da auch nicht mehr viel kommen:


    500 Zellen; 3 % Milben (ist schon viel) = 15 * 1,5 = 23 Milben. Davon wird 1/3 durch die länger wirkende Träufelbehandlung dahin gerafft und ein weiteres Drittel fällt bis März ab; bleiben noch 7 - 8. Ist doch bestens.

  • Rainer und was ist mit 3 % phoretischer Befall der 10.000 Bienen?

    90% Wirksamkeit ?

    Brutfrei bis März?

    Das sind sonst 5 Milbenvermehrungszyklen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Ja Bernd, die habe ich vergessen - kommen natürlich dazu:


    10.000 Bienen, 3 % = 300 phoretische Milben

    90 %iger Behandlungserfolg -> 30 Restmilben.

    Die o.g. 23 dazu sind ca. 50.


    Zur Reduzierung der Anfangszahl für die genannten 5 Milbenvermehrungszyklen ist der Staubbehandler im Vorteil - er/sie kann 2-mal behandeln, ohne den Bien zu schädigen:


    O.g. 30 restl. phoretischen Milben erneut um 90 % reduziert ergeben dann < 5. Es bleiben somit ca. 25 übrig, die nicht alle bis zum Brutbeginn im Febr. / März durchhalten werden.


    Darum ist ja gerade die Staubbehandlung so effizient! Hoffen wir auf die Zulassung!

    Aber wenn ich euch richtig Verstehe dann lieber jetzt durchführen und das Risiko eingehen.

    :thumbup:

  • Hallo Ritzbert,


    wenn du unsicher bist ob sie noch brüten könntest du auch für ein paar Tage eine Windel einschieben und das Gemüll anschauen. Bei uns sind die Völker im Tal alle noch in Brut, bei denen auf dem Berg ist es etwa 50:50. Vom Klima her bist du mit unserem Rheintalstand vergleichbar, gleiche Höhe und noch fast im Flugkreis.

    Ich würde daher eher noch zuwarten.


    Viele Grüße

    Meike

  • Ritzbert Ja, ich (erst fünf Jahre Erfahrung mit wenigen Völkern!) würde die Behandlung jetzt machen. Wie willst Du denn vorgehen? Träufeln oder sprühen?

    Möchte auf jeden Fall träufeln. So habe ich es gelernt und auch in den letzten beiden Jahren gemacht.


    merops danke für den Tipp. Dann werde ich heute mal die Windeln einschieben. Daran Habe ich gar nicht gedacht.

  • Das ist ja gerade einer der großen Nachteile der Träufelung mit OX: Der Imker hat nur einen Schuß frei. Der muß dann sitzen, sonst haben die Bienen verloren. Deshalb ist die Bestimmung des richtigen Zeitpunktes (Brutfreiheit) bei dieser Applikationsmethode auch entscheidend.


    Ritzbert: Zum Weiter-Lernen empfiehlt sich die Dissertation von Dr. Saskia Schneider, die die subletalen Wirkungen von zuckerhaltigen OX-Träufellösungen auf die damit behandelten Bienen und die Wirkung der Substitution von Zucker durch Glycerin dabei untersuchte:

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556