Erste Winterbehandlung

  • Hi!

    Es hat bei mir (Bayern) das erste Mal geschneit und alles sient wunterschön aus.

    Nur dräut nun langsam meine erste Oxalsäurebehandlung.

    Situation ist die:

    Das ist mein erstes Bienenjahr und ich hab das noch nie gemacht.


    Technisch seh ich da kein Problem, eher beim Wann. Da hab ich irgendwie jede Menge gehört:

    • Wenn es mal 2 - 3 Wochen richtig knackig kalt war: Passiert wenn überhaupt irgendwann Ende Januar. Hier in Augsburg so jedes dritte oder vierte Jahr mal.
    • Spätestens 31.12., weil man sonst den Honig des nächsten Jahres nicht verkaufen darf: Ok, den 31.12. gibt's jedes Jahr, aber was ist mit dem Wetter? Und stimmt das wirklich, dass der Honig illegal wird, wenn ich im Janur oder Anfang Februar die Oxalsäurebehandlung mache?
    • Wenn sie aus der Brut raus sind, also 3 Wochen nachdem die Königin mit Eierlegen aufgehört hat.

    Letzteres klingt für mich plausibel, aber wann passiert das? Also, wann (Temperatur?) stellen sie die Brut ein und wann fangen sie unter Umständen dooferweise wieder an?

    Vermutlich gibt es da eine bestimmte Temperaturkurve, die nicht überschritten werden darf?

    Bin für jede Info dankbar.


    Allerbeste Grüße!

    Volker

  • In aller Kürze: Im brutfreien Zustand. Problem: Man erkennt das nicht ohne Durchsicht. Deshalb haben sich Faustformeln entwickelt, wie: Drei Wochen nach dem ersten Nachtfrost. Illegal klingt etwas hart, aber ja, die Behandlung muss rechtlich gesehen vor dem 31. Dezember erfolgen. Ich bin bislang relativ gut damit gefahren, etwa um Weihnachten zu behandeln, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit für Brutfreiheit relativ hoch (kurz vor der Wintersonnenwende) und meist ist es dann auch einigermassen warm, was gut für die hier erlaubte Verdampfung ist.


    Details zum Beispiel hier: https://www.bienen.ch/themen/b…t/varroa-bekaempfung.html

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • vhe

    so nahe wie möglich an Sonnwend (21.12.), dann ist Brutfreiheit bei uns in der Regel immer gegeben, Ausnahme nur, wenn es in den 2 Wochen davor wirklich außergewöhnlich warm war oder ist. Lieber die Behandlung dann später als früher durchführen und auf nach Sonnwend verschieben bis maximal in die 2. Januarwoche.


    Tag der Behandlung: Möglichst ein Tag, für den Maximaltemperaturen von maximal 0°C +- und keine Sonne vorhergesagt sind.

    Während der Behandlung optimalerweise keine Sonne, möglichst 0°C oder leicht (-3 bis -5°C) darunter. Optimal ist eine Frostperiode 3 Wochen vorher, ein Tag Frost oder nur um 0°C reichen dazu nicht.


    Einfach "erster Frost und 21 Tage abzählen" ist ein Märchen - die Kälte muss nachhaltig über einige Tage in der Bienentraube ankommen.


    Es sollten also schon 2-4 Tage hintereinander gewesen sein, Tiefsttemperaturen sollten dann eher -5°C oder niedriger betragen haben und es sollte bestenfalls möglichst auch tagsüber frostig oder zumindest ohne Sonne und nahe 0°C gewesen sein. Unsere Hochnebelanfällige Lage südlich der Donau macht das fast jedes Jahr zuverlässig möglich. Auch 2020 hat es wieder gut geklappt.


    Genauere Temperaturangaben sind sinnlos, da jeder andere Standorte und Beutensysteme mit unterschiedlichem Zugang für Kälte hat.
    Aber du siehst, worauf es ankommt und kannst vom skizzierten Optimum bei Bedarf bewusst abweichen.

  • Noch ein Hinweis: Sollte das Wetter um Weihnachten herum aufgrund hoher Temperaturen und entsprechend lockeren Bienensitzes keine Träufelbehandlung ermöglichen, habe ich in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit einer Sprühbehandlung gemacht. (Dann aber nicht mit Zucker, sondern mit Wasser mischen!)

    Wurde hier im Forum bereits diskutiert, dass dabei auch eine bessere Bienenverträglichkeit vermutet wird, da keine orale Aufnahme angereizt wird.

  • Noch ein Hinweis: Sollte das Wetter um Weihnachten herum aufgrund hoher Temperaturen und entsprechend lockeren Bienensitzes keine Träufelbehandlung ermöglichen, habe ich in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit einer Sprühbehandlung gemacht. (Dann aber nicht mit Zucker, sondern mit Wasser mischen!)

    Wurde hier im Forum bereits diskutiert, dass dabei auch eine bessere Bienenverträglichkeit vermutet wird, da keine orale Aufnahme angereizt wird.

    Sprühbehandlung ist IMMER ohne Zucker durchzuführen , oder ?

  • Jepp.


    Der Zucker dient bei der Träufelbehandlung der besseren Verteilung in der dichten Wintertraube (ich denke, per Putztrieb und Trophalaxis).


    Beim Sprühen, das ja nur durchführbar ist, wenn es etwas wärmer ist bzw. wenn die Traube entsprechend aufgelockert ist (weil man Waben ziehen muss), ist das nicht nötig.


    Im Umkehrschluß: Sprühen nur dann, wenn Du alle oder doch einen Großteil der Bienen einnebeln kannst. Dafür belastet die Oxalsäure nicht den Verdauungstrakt.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • In der national honey Show wird von Versuchen von Bienen im Kühlschrank berichtet. Dabei kam heraus dass erst ab extremen Temperaturen von wenn ich mich recht erinnere -20 Grad die Bienen die Brut einstellen.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Ich lese hier gerade viel zum Thema Schieden, u.a. zum richtigen Zeitpunkt, der auch davon abhängt, wann wieviel Brut da ist. Dazu wird erwähnt, dass neben der Temperatur auch die Tageslänge eine Rolle spielt. Es scheint jedenfalls nicht die Temperatur allein zu sein.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Hallo Volker,


    heute 1.12. kalt 0 Grad bis leichter Frost. Die nächsten Tage keine frühlingshaften Temperaturen zu erwarten. D. h. in 3 Wochen alles brutfrei. Kannst also an Weihnachten vom Familienstress flüchten und die Bienen behandeln.;)

    Wer unbedingt Brutfreiheit kontrollieren will.... Einen Tag vor der Behandlung kontrollieren... Wieder ein

    a bisserl weg v. Family....;)


    VG Ruth

  • Das mit 21 Tage nach mehrtägigen Frosttagen und am Tag der Behandlung nicht über X Grad, ist mehr Theorie als Realität. Hier im Ruhrgebiet ist es eher mild und Frost ist über mehrere Tage auch kaum zu erwarten. Dann auf sprühen auszuweichen halte ich auch nicht für so dolle, da ich ja hier das Volk komplett einmal ziehe. Das hat den Nachteil, daß der Bienensitz komplett gestört wird und auch das Klima in der Beute sich ändert.

    Da es aber leider die bürokratische Beschränkung 31.12 gibt, sollte man, auch wenn es nicht zu hundert Prozent passt, die Behandlung zum Ende des Jahres durchgeführt haben.

  • Bei meinem Oxuvar steht was von „0 Tage Wartzeit“. Heißt das der Hersteller würde es erlauben, direkt am nächsten Tag Honigräume aufzusetzen, aber die deutschen Behörden verbieten es?

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Nein, das heißt, dass Du von dem Honig nicht Schaden nehmen würdest. Oxalsäure ist aber trotzdem drin, und laut Honigverordnung darf die im Honig nicht drin sein. Wie Kronkorken oder Salz. Die tun Dir im Honig auch nichts, haben da drin aber trotzdem nichts zu suchen. Der Honig ist daher nicht verkehrsfähig. Das eine ist eine Sicherheitsprüfung, das andere eine Qualitätsanforderung.

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • aber die deutschen Behörden verbieten es?

    Wo steht denn das? Ich kann leider keine Standardzulassung mit Sprühverfahren finden. Die alte Zulassung betrifft aber nur das Träufelverfahren.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)