Erste Winterbehandlung

  • Oxalsäure ist aber trotzdem drin, und laut Honigverordnung darf die im Honig nicht drin sein

    Aber wenn es rein um das Verbot geht, dem Honig etwas zuzusetzen (oder zu entziehen; s. Anlage 2 HonigV): wo ist denn dann dieser Stichtag für die Behandlung festgelegt? In der Honigverordnung habe ich dazu nichts gefunden.


    Und zur Oxalsäure: ist die zumindest in Spuren nicht auch natürlicherweise im Honig?


    Edit sagt, sogar recht deutliche "Spuren":

    Natürliche Oxalsäuregehalte im Honig (mg/kg):

    Frühjahrshonig 5 bis 65

    Blütenhonig 8 bis 51

    Rapshonig 13 bis 53

    Sommerhonig 240

    Waldhonig 27 bis 158

    Honigtau Honige 38 bis 119

    Heidehonig 48 bis 151

    Quelle: https://www.lebensmittellexikon.de/o0000170.php#4

    Munterbleiben!


    Erstes selbstständiges Bienenjahr mit vier WV in 12er Dadant mod.

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  • Die Wartezeit müsste in der Standardzulassung stehen. Da finde ich aber wie gesagt, keine aktuelle Fassung mit Sprühverfahren.


    Die Frage ist aber, ob bei der Sprühbehandlung OS in die Honigräume kommen kann, wenn man die später aufsetzt. Das kann ich mir kaum vorstellen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Also das finde ich jetzt spannend, nicht zuletzt weil ich noch einige Gläser feinste Sommertracht hier stehen habe, die ich angeblich komplett selbst essen muss, weil ich die (unbelegte) Aussage aus dem Verein so hingenommen habe: "Wenn Du die Anfang Mai mit Oxalsäure sprühst, darfst Du den (Anfang Juli, also mehr als sechs Wochen später) geernteten Honig nicht in Verkehr bringen."


    Also mal Butter bei die Fische: wo steht das (für das Sprühverfahren)?


    Und wo steht, dass ich vor dem 31.12. geträufelt haben muss, wenn ich den Honig aus dem darauffolgenden Jahr in Verkehr bringen möchte.


    Wenn ich im Januar noch Oxalsäure ins Volk bringe, schlüpfen bis zum Aufsetzen der Honigräume auch in diesem merkwürdigen Zeiten noch mindestens zwei Brutsätze. Wie soll auf diesem Wege also etwas im Honig landen? Honigverordnung kann es also nicht sein.


    Was ist dann die Rechtsgrundlage?

    Munterbleiben!


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  • Für das Träufelverfahren steht das in der Standardzulassung:

    "Anwendungsgebiete: Zur Behandlung der Varroose (Varroa destructor) der Honigbiene (Apis mellifera) in der brutfreien Zeit (Spätherbst)"

    Außerdem:

    "Nicht anwenden während der Tracht. Oxalsäuredihydrat darf nur einmalig während der brutfreien Zeit (Spätherbst) angewendet werden."

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  • Jaja. Aber von 31.12. steht auch da: nix.


    Ich mache einen eigenen Faden dazu auf, würde mich freuen, wenn Du da nochmal Stellung nehmen könntest.

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  • Oxuvar 5.7 und Varromed haben Einzelzulassungen, da können wir nochmal ein paar Runden um den Baum laufen...

    Es gibt keine Standardzulassung für das Sprühen.

    wer noch das alte Oxuvar 3.5 kauft, hat zwar den Zucker mit dabei, hat aber deren Gebrauchsanweisung und Zulassung zu berücksichtigen ...


    die Honigräume sind noch soweit weg, das es keine Rolle für den Honig spielt, ob die Behandlung zu Weihnachten oder zu Neujahr erfolgt. Bei dem Futterverbrauch der Durchlenzung wird auch offenes Futter zum Zeitpunkt der Behandlung verbraucht sein.

  • Das ist nicht ganz richtig. Einige Bioverbände haben die Richtlinie, das in diesjährig behandelten Honigvölkern erst im Folgejahr Honig unter BIO Label in Verkehr gebracht werden darf.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Moin,

    auch wenn sich die Wintertraube bei wenigen Plusgraden auflockert, finde ich es trotzdem unschön für die Bienen, wenn das Brutnest bei diesen wenigen Plusgraden auseinandergenommen wird, damit man eine Sprühbehandlung durchführen kann.

    Im Winter Träufelbehandlung oder, wer kann, Ox-Verdampfen. Eine Sprühbehandlung würde mir um diese Jahreszeit nicht in den Sinn kommen.

    Bei uns im Verein wurde letztens gerade gefragt, ob man nicht auch eine Milchsäurebehandlung im Winter durchführen kann, und zwar, in dem man von oben in die Gassen sprüht.

    Neben dem Fakt, dass ich Milchsäure für überholt erachte, weil weder die Effektivität noch die Lagerfähigkeit von Milchsäure hoch genug ist, dass sie eine gute Behandlung gegen die Varroa darstellt, und ich zudem das auseinanderreißen von Völkern im Winter nicht für angebracht erachte, wundere ich mich nicht, wenn bei solchen Kollegen die Bienen über kurz oder lang eingehen. Aber man hat ja behandelt.

    Um zur Frage zurück zu kommen: Ich peile derzeit den 19.12. an, aber mit dem 21.12. machst du grundsätzlich nichts verkehrt.

    In den letzten Jahren waren die Völker teilweise schon Ende November/Anfang Dezember aus der Brut. Das mag aber auch an der Genetik liegen, wenn nichts mehr reinkommt, gehen einige Linien auf Sparflamme.

    Wie hornet schon geschrieben hat, muss, um sich diese 21Tage-Regel zu nutze machen zu können, eigentlich ab dem ersten Frost regelmäßig Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt sein. Da wird da hier im Norden seid Jahren nicht mehr zuverlässig haben, behandele ich nach Gefühl, Zeit und anhand z.B. Schwitzwasser unter der Folie (dann ist meist Brut vorhanden). Alles andere ist, wenn man die Völker nicht auseinander nimmt, Glaskugelleserei.

    Die Behandlung sollte zum 31.12. abgeschlossen sein, wenn man auf Nummer sicher gehen will, dass man keinen Ärger bekommt, sollte man dann doch mal von Vets oder anderen Prüfern befragt werden....

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Die Behandlung sollte zum 31.12. abgeschlossen sein, wenn man auf Nummer sicher gehen will, dass man keinen Ärger bekommt, sollte man dann doch mal von Vets oder anderen Prüfern befragt werden....

    Nun nicht vergessen die Behandlung ins Bestandbuch (Bestandbuch über die Anwendung von Arzneimitteln bei Bienen) eintragen.

    Natürlich mit dem entsprechenden Warheitsgehalt.

    Gruß und bleibt gesund.

    Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Ich hab heute meine erste Winterbehandlung mit Träufelung gemacht. Die Volksstärke in den drei Kisten war unterschiedlich, zwischen 3-5 gut besetzte (Dadant-)Wabengassen.


    Vom Futter her sah bis jetzt auch alles gut aus, die Beuten wiegen fast genauso viel wie vor ca. 2 Monaten. Anscheinend wurde da noch etwas eingetragen oder entgegen der Vermutung doch nicht mehr viel gebrütet.:/


    Ich bin erleichtert und lasse die Damen für die nächsten 2-3 Monate wieder in Ruhe.:)

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain