Honig & Melitherm & Temparatur

  • Hallo zusammen,

    wenn ich kristallierten Honig aus dem Lagereimer durch den Melitherm lasse, wird dieser wieder flüssig.

    Das funktioniert prima. Ich frage mich nur... was macht Ihr gegen die Temparatur. Der Honig hat ja dann schon über 40 Grad und dass über Stunden, bis die Wärme über die Metallwand des Hobocks oder Abfüllers an die Luft abgegeben ist. Angeblich macht das dem Honig nichts aus. Wobei jeder Eingriff am Honig die Qualität ehr verschlechtert, als verbessert.

    Daher meine Frage und Gedanke... wie kriege ich die Temparatur zügig wieder auf Raumtemparatur um ihn dann abzufüllen.


    Profis haben teils doppelwandige Abfüller oder Rührwerke, die sie mit Wasser runterkühlen können, damit das Rühren und Auskristallisieren besser steuerbar wird.


    Für den Hobbyimker, wie mich ein feiner, aber teurer Spass. Hätte ich gerne... aber das Haushaltskonto und die Frau erteilen keine Genehmigung... 8)


    Den Honig lange in Bewegung halten durch ein Rührwerk verkürzt die Temparatur etwas, aber trotzdem braucht die Menge an Honig einige Stunden, bis sie wieder auf Zimmertemparatur runter ist. Mich würde interessieren... was macht Ihr? Gibts da pragmatische gute Lösungen um z.B. 25kg zügig wieder auf Raumtemparatur zu bringen.


    Ideen hab ich, aber mein gebastelt nervt mich grad. ;-)

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Hallo, bei Holterdipolter gibt es einen doppelt so hohen VA Ring, der ist 15 cm hoch. Davor hängt ein Lüfter, der kühle Luft durch den warmen Honigstrom bläst. Das bringt schon ein bisschen.

    Der Honig hat ja dann schon über 40 Grad und dass über Stunden

    andere Imker verflüssigen über TAGE bei 40°C, so etwas ist aber selbstverständlich und wird nicht hinterfragt. Selbst in der Fachzeitschrift ist das völlig normal.

    Hilft dir bei dem Problem aber nicht weiter. Und ist auch kein Persilschein für den Melitherm. Schön wäre eine kleine Kühlspirale für den Abfüller.......

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Ich stelle unter den Abfüller mit etwas Entfernung einen frischen Lagereimer, Quetschhahn auf, so dass der warme Honig gleich rausläuft. Und das alles in kalter Umgebung. So ist der Honig recht schnell nur noch handwarm. Ich muss mich warm anziehen dabei!

  • Mach ich auch so.

    Ich stelle unter den Abfüller mit etwas Entfernung einen frischen Lagereimer, Quetschhahn auf, so dass der warme Honig gleich rausläuft.

    Du kannst die Eimer auch erst mal nur halbvoll machen und gelegentlich mal auf eine kalte Stelle des Bodens schieben. Das hilft alles beim schnellen Abkühlen.

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • Moin,

    wenn ich den Melitherm verwende möchte ich auch abfüllen.

    Die 25kg gehen durch den Melitherm und dem Seihtuch in den Abfüller, wenn hier eine gewisse Menge zusammengekommen ist, wird gleich in Gläser gefüllt. Die nun kleinen Einheiten kühlen zügig ab.

  • Hallo imkerhh,

    wie sieht danach die Oberfläche im Glas aus?

    Ich kenne es so, dass nach dem Melithermdurchlauf eine feine Schicht zum Abschäumen auf dem Honig ist. Erst danach (ca. 24 h Ruhe) kommt der Honig bei mir zum abfüllen.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo RitterJohannes!


    Mir ist aus deiner Beschreibung heraus nicht ganz klar, wo die Temperatur beim Honig genau her kommt?

    Zitat

    Der Honig hat ja dann schon über 40 Grad und dass über Stunden, bis die Wärme über die Metallwand des Hobocks oder Abfüllers an die Luft abgegeben ist.


    Ich praktiziere folgenden Ablauf:


    Über Nacht kommt der Hobbock bei 39- 40 Grad in den Auftauschrank. Am nächsten Morgen ist der Honig an der Seitenwand des Eimers gerade so warm, dass man den Honig in das Melitherm leeren kann. In der Mitte des Eimers ist noch ein fester Stock. Die Temperaturbelastung hält sich sicher in Grenzen.


    Im Melitherm wird der Honig nur direkt an der Heizschlange angewärmt und kann sofort nach der Verflüssigung durch das Sieb das Weite suchen. Ich nehme an, dass der Honig beim tröpfelnden Abfließen und dem Kontakt mit der Umgebungsluft sofort etwas abkühlt. Ich habe bisher noch nie nachgemessen, welche Temperatur der Honig im Eimer dann tatsächlich hat. Bei nächster Gelegenheit werde ich das nachholen.


    MfG

    Honigmaul

  • Also der durch das Melitherm gelaufene Honig ist schon anständig warm. Aber der Hersteller weist in seiner Anleitung nicht auf zusätzlich notwendige Kühlungsmaßnahmen des Filtrats hin.

    Daher habe ich den gemelithermten Honig einfach über Nacht stehen lassen, um dann ggf. abzuschäumen, bevor er gerührt wurde.


    Was mir geholfen hat, war der Hinweis von Kikibee : Thermostat so einstellen, dass der Honig gut durchtropft, dann zurückstellen, bis die Lampe vom Thermostat gerade noch so angeht.

    Während in der Anleitung mitunter von 60-70 Grad Thermostattemperatur die Rede ist, konnte ich dann den Honig mit einer Einstellung von knapp über 50 Grad durchlaufen lassen.

  • Während in der Anleitung mitunter von 60-70 Grad Thermostattemperatur die Rede ist, konnte ich dann den Honig mit einer Einstellung von knapp über 50 Grad durchlaufen lassen.

    Hallo, auch wenn du das Thermostat auf 300°C stellst, wird die honigbedeckte Spirale nur etwas mehr als 50°heiß. Wenigstens ist das bei meinem Klon so, der läuft volle Pulle, aber die Spiraltemperatur wird nicht viel mehr als 50°C, mehr schafft er von der Heizleistung nicht. Spannend ist halt wenn ein Teil der Spirale ohne Thermostat und ohne Honig freiligt. Dann gibt es das braune Seihtuch.....dafür habe ich das 2. Thermostat, was mir auch die Temperatur anzeigt.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Zitat

    Während in der Anleitung mitunter von 60-70 Grad Thermostattemperatur die Rede ist, konnte ich dann den Honig mit einer Einstellung von knapp über 50 Grad durchlaufen lassen.

    Die notwendige Temperatur hängt sehr von der Honigsorte ab.


    Zum Beispiel, wenn bei meinem Waldhonig etwas Melezitose dabei ist, dann geht mit 50 ° C gar nichts, da verstopfen ein paar Kristalle das Seihtuch und nichts geht mehr durch. Ist jedoch eine höhere Temperatur eingestellt, dann schmelzen auch die Melezitosekristalle und der Honig wird nicht wärmer als es unbedingt sein muss. Das heiß also nicht automatisch, dass bei einer höher eingestellten Temperatur der Heizschlange auch der Honig wärmer wird. Der Honig wird nur so warm bis sich die Kristalle auflösen, dann entfleucht er durch das Sieb und kühlt ab. Lieber eine kurze, aber stärkere Anwärmung, als endlos dahinsiechend.


    50° oder 70° C ist nicht so entscheiden beim Melitherm, wichtig ist nur, dass der Honig sofort nach dem Auflösen der Kristalle abfließen kann.


    MfG

    Honigmaul

  • Die Temp.Belastung durch den Melithermprozess ist allgemein anerkannt nachrangig. 25 kg haben danach etwa 30 - 35 °C. Ich überführe den flüssigen Honig händisch in einen Rührtopf mit 100 kg Fassungsvermögen (Pumpe lohnt sich da noch nicht). Da sinkt die Temp. auf 25 - 30 °C ab. Ein 50 kg-Topf tut's ggf. auch. Nach 1 - 2 Tagen mit mehrfach halbstündigem Rühren hat der Honig dann Raumtemperatur.


    Aber dann dauert es halt, je nach Sortenmix, bis er kristallisiert. Ich meine jetzt die "kleine Lösung" gefunden zu haben. Sobald das funktioniert, melde ich mich dazu wieder...

  • Hallo Bienenfreunde!


    Ich habe heute beim Honigverflüssigen die diversen Temperaturen mit einem Infrarotthermometer gemessen.


    Vorgeschichte:

    Der Honig (Waldhonig) wurde beim letzten Honigverflüssigen im Wärmeschrank geringfügig angewärmt wodurch er zähflüssig wurde. Seit ca 14 Tagen stand er so im Lager.


    1. Versuch:

    Heizschlange auf 50°C eingestellt:

    Der Versuch musste abgebrochen werden, da nach einer halben Stunde höchstens 2 cm Honig im Eimer waren.


    2. Versuch:

    Heizschlange auf 55 °C eingestellt:

    Der Honig lief nur sehr zögerlich durch das Sieb. Ich vermute, dass sich die Zeit des Durchlaufes auf das etwa 3-fache der gewohnten Durchlaufzeit erhöhte. Die Außenwand des Eimers hatte 37°C. Ich vermute, dass diese etwas niedrigere Temperatur nur auf die lange Durchlaufzeit zurückzuführen ist. Der Eimer hatte bei der gleichen Honigmenge etwa 3 mal so viel Zeit zum Abkühlen.


    3. Versuch: (Einstellung die seit Jahren verwendet wird):

    Heizschlange auf 65° C eingestellt:

    Der Honig lief zügig durch das geheizte Sieb und hatte dann im Eimer 41°C.


    Ich vermute, dass die Honigtemperatur im Eimer nur geringfügig von der eingestellten Temperatur der Heizschlange abhängig ist. Vielmehr kommt es auf die Art des Honigs an. Sind temperaturresistente Kristalle dabei, dann braucht man eine höhere Temperatur. Ist die Honigsorte leicht verflüssigbar, dann wird der Honig auch bei höher eingestellter Heizspirale nicht wärmer als unbedingt sein muss, denn er entfleucht durch das Sieb sobald er flüssig genug ist und wird so nicht weiter erwärmt.


    MfG


    Honigmaul