Wer bewirtschaftet welche Flächen in der Umgebung?

  • Schönen Sonntag zusammen,


    per Suchfunktion habe ich nichts Rechtes gefunden: wie bekomme ich heraus, wer in meiner Umgebung bzw. in der Umgebung meines Bienenstandes welche Flächen bewirtschaftet?

    Klinkenputzen?

    Oder gibt es da gezieltere Möglichkeiten?

    Ich würde da gern Kontakt aufnehmen um vielleicht zu erfahren, was da in der nächsten Saison so geplant ist.

  • Den Fragen, der gerade auf dem Acker Saat ausbringt, pflügt oder rundupt. Der weiß auch wer die Nachbarfelder bewirtschaftet. Wanderer mit Hund ( kommen täglich vorbei ) wissen es evtl auch, wie Förster der benachbarten Wälder oder bei der Gemeinde/Kommune.

    Mit etwa Mut kannst Du auch mal beim Katasteramt nachfragen mit einem Ausdruck von Maps, damit Du dem Mitarbeiter klar machen kannst, welchen Acker Du meinst und mit dem Hinweis auf Dein berechtigtes Interesse als Imker, der Stellplätze brauch oder nachweisen muß, daß dort Bio gewirtschaftet wird.

    Netter Mitarbeiter, lasches Amt und Hinweis auf berechtigtes Interesse, könnte klappen.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Die Eigentümer der Flurstücke könnte man nur aus dem Grundbuch erfahren. Man bekommt in dieser Sache (ohne "berechtigten Grund") aber keine Auskunft. Außerdem weiß man ja nicht, ob der Eigentümer auch der Landwirt ist, der die Flächen bewirtschaftet.

    Meist weiß der ansässige Landwirt auch, wem die Nachbarflächen gehören. Ob er Dir das sagt, ist eine andere Frage.

    Blöd wenn die Flächenstückelung sehr groß ist. Bei ca. 4.000 ha im Flugkreis wären da evtl. eine Menge Klinken zu putzen. Was auf den Schlägen wächst, sieht man ja beizeiten. Und welche Auskünfte willst Du bei den Landwirten erhalten? Zum Einsatz von PSM? Na dann viel Spaß!

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Mit etwa Mut kannst Du auch mal beim Katasteramt nachfragen mit einem Ausdruck von Maps, damit Du dem Mitarbeiter klar machen kannst, welchen Acker Du meinst und mit dem Hinweis auf Dein berechtigtes Interesse als Imker, der Stellplätze brauch oder nachweisen muß, daß dort Bio gewirtschaftet wird

    In diesem Fall liegt sich kein "berechtigtes Interesse" vor. Da könnte sonst jeder kommen!

    Beim Katasteramt ist zudem nicht erfasst, ob Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.


    Netter Mitarbeiter, lasches Amt und Hinweis auf berechtigtes Interesse, könnte klappen.

    Auch die netten Mitarbeiter haben hoffentlich schon was von Datenschutz gehört und halten sich, hoffe ich wenigsten, auch sonst an die rechtlichen Vorgaben.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Bienenköniggibmirhonig Grundbuchamt wird nicht klappen und da jemanden reinreiten finde ich auch nicht ok - aber die anderen Ansprechpartner, die Du genannt hast, könnte ich mal versuchen.

    Blöd wenn die Flächenstückelung sehr groß ist.

    Ist sie. Grundsätzlich finde ich das super, weil es hier (noch) keine wirklich großflächigen Monokulturen gibt, macht die Sache aber aufwändig, ja.

    Und welche Auskünfte willst Du bei den Landwirten erhalten? Zum Einsatz von PSM?

    Nee, da werde ich mich als Grünschnabel schön zurückhalten, alldieweil ich davon keine Ahnung habe und die Sache ist ja so einfach eben nicht.

    Mir geht es eher darum, mal zarte Bande zu knüpfen und überhaupt ins Gespräch zu kommen, ohne gleich die üblichen Fronten aufzubauen. Bringt doch keinem was.

    Ansonsten: wenn ich wüßte, was auf den umliegenden Äckern so grob auf mich zu kommen wird, könnte ich mich auch mit meiner Standimkerei etwas drauf einstellen, hoffe ich.

    Sei es auf Trachten und deren zu vermutenden Verlauf, sei es, dass ich nächstes Jahr im Spätsommer mit dem Sirup zurückhaltender bin, wenn ich weiß: es wird wieder jede Menge Senf im Flugkreis stehen.

  • Bei uns ist das recht einfach, entweder die APH Hinsdorf, die AG Löbnitz oder die Raguhner. Riesige Flächen, Agrargenossenschaften, ehem. Lpg‘s. Also entweder der oder die und der Eine gibt auch Auskunft über die Anderen. Das ist das Praktische daran. Alles nette Leute mit denen man reden kann. Aber natürlich schreibe ich denen nicht vor, was sie spritzen oder anbauen sollen. Da würde ich mich schon etwas übernehmen.

    Ich, als ehem. Architekt und bekannt im Amt habe da schon Informationen bekommen. Aber gut, als Architekt darfst Du ja auch einen atombetriebenen amerikanischen Flugzeugträger steuern, zumindest als letzte Möglichkeit vor einer Kollision.

    Aber, wir schweifen ab.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang, der letztlich einen Mann angesprochen hat, der mit seinem Pickup seinen Hund auf einem Acker ausgeführt hat. Und schon habe ich für nächstes Jahr einen neuen Standplatz zwischen grasenden Rindern, mal sehen. Fragt die Leute, die vorbeikommen, sprecht jeden an, kann nicht schaden.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ansonsten: wenn ich wüßte, was auf den umliegenden Äckern so grob auf mich zu kommen wird, könnte ich mich auch mit meiner Standimkerei etwas drauf einstellen, hoffe ich.

    Mal ein paar gediegene Spaziergänge machen, den Raps erkennst du jetzt schon und sonst ist an LW Kulturen nicht viel Spannendes für die Bienen dabei.

  • Was bei mir bisher gut klappt:

    Bei dem zur interessanten Fläche nächstgelegenen Hof/Höfen vorbeischauen. Wenn nicht sowieso jemand dort rumläuft einfach am Wohnhaus klingeln. Die wissen i.d.R recht gut, wer welche Fläche macht. Bin bisher nur einmal "blöd" angemacht worden.

    So habe ich mir gestern einen Raps-Schlag für nächstes Frühjahr gesichert.

  • Ich habe Auskunft über FFH-Flächen direkt bei der Stadt bekommen (Grünflächenverwaltung). Die haben für mich beim Pächter nachgefragt und mir dann dessen Nummer gegeben, das sollte datenschutzrechtlich ok sein. Den hiesigen Großgrundbesitzer hatte ich angemailt, und habe schriftlich zur Antwort bekommen, dass seine „intensive Landwirtschaft“ keine Bienen auf den Flächen will.

  • Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!


    Wie willst Du Dich / Deine Völker z.B. auf das nächstgelegene Rapsfeld einstellen ? Entweder sie gehen stark in den Winter und kommen ebenso stark ohne nennenswerten Totenfall wieder raus und die FJ-Tracht ist Dir sicher oder man hat Pech, weil weder Raps noch Obst noch "wasweißich" Nektar ob des nasskalten FJs liefert. Oder - siehe Deine Diskussion zur Milbe - die Varroa schwächt sie soweit, dass erst einmal Entwicklung im März bis Mai angesagt ist.


    Shit happens - each and every year.


    Insofern gibt's nur eine ganz allgemeine Empfehlung: Stark ein- und auswintern.


    Viel Erfolg!