Notfallzulassung für Neonics

  • Blattläuse als Virusvektoren ist ein anderes Thema wie als „normale“ saugende/beißende Blattläuse.

    Davon genügen sehr viel weniger (infizierte), und der Schaden ist sehr viel höher.


    Mittlerweile nutzen die auch gern die Wieder viel mehr angelegten Zwischenfrüchte um die „Futterlose“ Zeit zu überbrücken. Von da gehts dann z.B. in die frisch aufgelaufene Gerste. Da brauch es dann keine großen Kolonien. Da darf man am Acker rumkrabbeln und suchen. Ob die gefundenen dann auch das Virus übertragen steht auf einem anderen Blatt, sieht man leider nicht, kann aber zum Totalausfall führen.


    Ist einer der Gründe warum ich Gerste aus der Fruchtfolge gestrichen habe...

  • Stimmt! 27.000.000 t Zuckerrüben wurden geerntet und daraus 4.200.000 t Zucker gewonnen.

    Im Schnitt 11,4 t Zucker/ha (inkl. Bio) , laut Zuckerverbänden.


    Du schreibt von 7,2 t Zucker/ha. Also ca. 40% weniger Ertrag bei Bio-Zuckerrüben. Gibt es dazu eine Quelle?

  • Moin, moin,


    und was ist jetzt neu an saugenden Insekten als Pflanzenvirenüberträger? Dass man damit argumentativ die Schadschwellen senkt?

    Notfallzulassung für ein vorbeugendes Mittel ist irgendwie ein Widersinn.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Komischerwise sinken die Hektarerträge aber nicht seit dem Verbot der Neonicotinoide.

    Außerdem hatte dieses Jahr auch in Deutschland ein Neonic-Wirkstoff eine Notfallzulassung.

    Allerdings nicht für die Beizung und nur in geringer Menge.

  • Wo ist dann das Problem?

    Meine Bienen und viele andere Insekten fliegen 4-5x von Punkt A nach B durch den Spritznebel, aber außer den Blattläusen knabbert kaum jemand an den Rübenblättern der Jungpflanzen. Die eingesetzte Menge an Gift ist bei Beizen viel kleiner. Vier bis fünf gesparte Überfahrten sparen Diesel.


    Ich bin nicht pauschal pro Beize! Aber bei Rüben finde ich es sinnvoll. Ich finde es blöd, das man sich das nicht im Einzelfall anschauen kann, sondern weil es so emotional ist und Krieg, die Politik dann letztendlich beschließt 'keine Beizen', was oft richtig ist aber manchmal eben auch falsch. Aber keiner macht sich mehr die Mühe, genau hinzuschauen, das gibt das politische System einfach nicht mehr her. Ist ja inzwischen in vielen Bereichen so.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ernsthaft?

    Soll man ensthaft auf solch einen Spruch reagieren? Ich nicht.

    So undifferenziert ist mir meine Zeit zu schade.

    Das kann man nur mit gleicher Münze zurückzahlen.


    Es wird viele Fälle geben, wo eine Behandlung gar nicht notwendig ist.

    Es geht hierbei um Läuse. Die treten gar nicht in allen Jahren wesentlich auf und nicht in allen Gegenden. Ein Schädling, eine Behandlung, oder?

    Eine Beizung ist präventiv. Niemand kann aber hellsehen.

    Die eingesetzte Menge an Gift ist bei Beizen viel kleiner.

    Man kann die Schäden der ausgebrachten Pestizide nicht am Gewicht oder Volumen des Wirkstoffes festmachen. Gut wirksam heißt meist auch gut schädlich bei Nichtzielorganismen, im Vergleich der einzelnen Pestizide.


    Kann mal jemand auflisten wofür die 4-5 Behandlungen sein sollen, die hier immer unbelegt angeführt werden?


    Wieviel Prozent des Wirkstoffs kommt denn tatsächlich in der Planze an und wieviel verbleibt im Boden oder dem darin enthaltenen Wasser? Mit dem Wasser können die Bienen sehr wohl in wesentlichen Mengen in Kontakt kommen. Zu "Rüben sind für Bienen uninteressant."

    Und selbst das aufgnommene Gift ist ja nicht einfach verschwunden. Es wirkt ja in der Pflanze.

    Als systemisch wirkendes Gift müssten dann auch Rückstände in der zu erntenden Frucht sein. Jetzt kommt wieder die Dosis... Aber auch die Einwirkdauer wird bei den meisten Beschreibungen nicht berücksichtigt.