Notfallzulassung für Neonics

  • Es kann durchaus sein, dass 5maliges Spritzen weniger schädlich ist, als die Neonic-Beize.

    Wobei ich anzweifle, dass so häufigs Spritzen wirklich notwendig ist. Außerdem kann das nach Schadschwellen entschieden werden. Beize nicht. Es gibt reichlich Ansatzpunkte Pestizide zu minimieren. Die sollte man erstmal ausschöpfen. Dafür gibt es aber schon genug zu lesen, nicht nur hier im Forum, aber auch da. Vielleicht stöberst du ja mal da.

    Neonic-Beize ist nur so schön bequem und erfordert kein Nachdenken. Aber sie erforden Scheuklappen.

    Am 17.11.2020 wurde im SWR Fernsehen-Marktcheck ein Beispiel dazu gezeigt. Ein Landwirt baut Bioweizen an, er bearbeitet die Aussaat nur mechanisch.

    Ohne Herbizide und Unkraut Vertilger (so die Aussage des Landwirts).

    Der Vergleich mag ein wenig hinken, aber es beweist das es geht.

    Ein sehenswerter Beitrag (Das Geschäft mit dem Brot)

    "Soviel Theorie wie nötig und soviel Praxis wie möglich"

  • Solange es wirtschaftlicher WÄRE, BROTgetreide statt Öl zu verheizen, muss man sich nicht um Anbauflächen sorgen.


    (Für die, die es nicht verstehen: Ich sage nicht, dass BROTgetreide verheizt wird (Es wird krankes Getreide verheizt, das nicht mehr essbar ist, oder Spelzen), ich sage nur, dass es oft wirtschaftlicher wäre, dies zu tun.)

  • Ich glaube, oft wird das zu engstirnig gesehen (Nischendenken).

    Was wir dadurch betreiben, durch Beizung oder Spritzung, dass ist eine "Manipulation" unserer Natur.

    Der Basis menschlichen Lebens ...

    Wir versuchen dadurch, nicht nur Gewinne einiger weniger zu generieren, wir versuchen dadurch auch, unser "normales" Leben - kurzfristig - am Laufen zu halten.

    Langfristig kann das nicht funktionieren! Das wissen wir alle!


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • ...

    Wir versuchen dadurch, nicht nur Gewinne einiger weniger zu generieren, wir versuchen dadurch auch, unser "normales" Leben - kurzfristig - am Laufen zu halten.

    Langfristig kann das nicht funktionieren! Das wissen wir alle!


    Rolf

    Nein, wir versuchen unser Leben möglichst bequem und ohne Bedarf an größeren Änderungen am Laufen zu halten.

    Ich könnte beispielsweise fast alle Autofahrten mit dem Zweitwagen durch Fahrrad und ÖPNV ersetzen und für die wenigen übrigen Fahrten so einteilen, dass es mit dem anderen Auto meiner Familie möglich wäre. Aber ich habe ein zweites Auto, also bin ich zu faul, die Fahrpläne zu lesen und meine Fahrt nach den Busplänen einzuteilen...
    Das ist bei fast allem so und das gilt auch für Firmen und die Landwirtschaft. Lieber ein bisschen ändern und dabei jammern als komplett neu ansetzen. Prüft doch mal euer Leben nach ökologischeren und nachhaltigeren Alternativen. Es gäbe sicher viele, aber ihr wollt nicht und so macht ihr nicht, wenn ihr nicht müsst. Warum sollte also gerade der Bauer oder der Agrochemieberater, Autobauer, Stromerzeuger...
    Die Notzulassung wird doch meist nur genutzt, um nichts anderes ändern zu müssen. Wirkliche Not ohne Alternativen wird es kaum geben - auch wenn die Alternativen dann vielleicht weitere Änderungen nach sich ziehen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Das kann man nich am Verbrauch einer Frucht bemessen, sondern nur an einer funktionierenden Fruchtfolge.

    Dazu gehört im Bio oft auch Kleegras für den Stickstoff.

    Das muß auch verwertet werden, bzw. Auf den Aufwand der vermarkten Kulturen berechnet werden.

    Und wer soll das künftig eigentlich fressen, wenn auf Fleisch verzichtet werden soll? Wo kommt der Dünger für die Bioflächen dann her?

  • Wir versuchen dadurch, nicht nur Gewinne einiger weniger zu generieren

    Einiger weniger, das ist jetzt relativ, 83 Mio Menschen ist jetzt nicht so wenig.
    Die senkung der Nahrungsausgaben am Gesamteinkommen, sind Volkswirtschaftlich ein erheblicher Wohlfahrtsgewinn, auch für dich!

    Wie man dazu steht ist wiederum eine andere Sache

  • Gibt ja noch andere Leguminosen :)

    Auch die müssen irgendwo in die Fruchtfolge integriert werden.

    Bringen aber leider weniger als die Zuckerrüben.

    Muß also auch verrechnet werden. Sowohl in Bares für den Landwirt wie auch für die Ökobilanz.

    Heimisches Eiweiß klingt zwar gut, aber wirklich effizient ist die Produktion in D nicht.

    Auch durch die neue Düngeverordnung werden die Eiweißgehalte im Getreide weiter sinken. Auch dass muß dann irgendwo kompensiert werden, was wieder Flächen kostet. Egal ob dafür nun Regenwald brennt, oder das letzte bisschen Wasser aus dem Aralsee geholt wird...

  • Der Regenwald wird ja auch nicht wegen Weizen und Co. abgeholzt, sondern wegen Tierhaltung und Sojaproduktion, was wiederum an die Tiere verfüttert wird.


    Die Annahme das ein Rückgang der Tierhaltung zu einem geringeren Bedarf an Anbauflächen für Soja führt ist schlichtweg falsch. Aber den Denkfehler machen auch viele andere.

    Fakt ist Soja wird nicht primär für die Erzeugung von Tierfutter angebaut, sondern für die Erzeugung von Sojaöl. Siehe auch : Sojaextraktionsschrot
    Tiere sind daher viel mehr Verwerter für "Abfälle"


    Ergo kein nicht gemästetes Schwein sorgt für eine Verringerung der Sojaanbaufläche


    Edit sagt noch dazu:
    Der Verzicht auf Produkte die Sojaöl enthalten hingegen schon

  • ...indem man vielleicht doch die Tierhaltung mit Mast für übermäßigen Fleischkonsum einschränkt und so Futterproduktionsflächen anderweitig nutzen kann.

    Auch diese Annahme ist leider falsch, nicht jedes Getreide ist geeignet für den Verzehr und auf nicht jedem Standort lässt sich hochwertiges Getreide erzeugen.
    Und kaum ein Anbauer wird Getreide in Backqualitäten als Tierfutter vermarkten.

  • Das stimmt nicht. Mittlerweile wird es v.a. zur Fütterung von Tieren angebaut, d.h. die ehemaligen "Abfälle" sind heute wertvoller als das Sojaöl. Das schreibt sogar die "linksliberale" NZZ:


    https://www.nzz.ch/panorama/mo…ter-produziert-1.18335485

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • ...indem man vielleicht doch die Tierhaltung mit Mast für übermäßigen Fleischkonsum einschränkt und so Futterproduktionsflächen anderweitig nutzen kann.

    Auch diese Annahme ist leider falsch, nicht jedes Getreide ist geeignet für den Verzehr und auf nicht jedem Standort lässt sich hochwertiges Getreide erzeugen.
    Und kaum ein Anbauer wird Getreide in Backqualitäten als Tierfutter vermarkten.

    Es gibt aber auch Getreide, was auf schlechteren Standorten wächst.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain