Langstroth und Zander in einer Beute

  • Hallo zusammen,


    habe auf Langstroth begonnen und möchte mir im nächsten Jahr ggf. ein weiteres Wirtschaftsvolk anschaffen. Diesmal bei einem Imker aus der Umgebung. Der kann allerdings nur auf Zander "liefern". Wenn ich die Beutenmaße bei Hol***mann richtig lese, müssten Lorenzbeute Langstroth und Liebig Zanderbeute doch kompatibel sein und aufeinanderpassen?


    Ich würde dann die erste Zarge entsprechend mit dem Wirtschaftsvolk auf Zander bestücken, die restlichen Zargen mit Langstroth und dann über die Wabenhygiene auf Dauer die Zander-Rähmchen/Zarge "ausschleichen", um weiter ein einheitliches Format (Langstroth) nutzen zu können. Geht das so problemlos oder übersehe ich da etwas?:/


    Nach Ausmessen müsste theoretisch sogar ein Zander-Rähmchen in die Langstroth-Zarge passen, aber dann dürften die Abstände zur Beutenwand zu groß werden.

  • Hallo, du bist doch in der Langstroth Familie. Wäre es nicht einfacher ein Volk auf Dadant, wo du nur einen Erhöhungsring für deine Langstroth Zarge brauchst. Im Sommer machst du TBE und schmilzt die 6-8 Dadantwaben ein, verfeuerst den Ring und hast alles auf Langstroth ?

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Ich würde es nicht machen, nachher stehst du da und irgendwas passt garantiert wieder nicht...

    Mach mit dem Imker zusammen im Mai einen Kunstschwarm oder wenn eines seiner Völker Schwarmträchtig ist einen Vorabschwarm, da entnimmt man kurz vor dem Schlupf der neuen Kö die alte mit einem Teil der Bienen, quasi wie ein Schwarm.

    Der baut dir in dem Monat deine ganze Langstroh-Beute aus wenn du immer schön dünn fütterst und du hast kein Stress mit verschiedenen Maßen. Im Brutfreiem Zustand wäre übrigens ein super Zeitpunkt für OS Sprüh, außer du erhoffst dir von dem Volk noch Honig Ertrag.

    Gruß

    Flo

  • Also normale Liebig-Zander-Zargen passen "halbwegs" an/auf die Lorenzbeuten. Rutschleisten müssen je nach Boden ggf weg. Meine Blechdeckel mit geraden Seiten gehen nicht gescheit drüber. Es gibt aber auch abgewandelte Zander-Zargen (Siehe Magazinimker.de), die quasi perfekt passen.

    Schau mal bei Bergwinkel, die machen glaube ich Maganzinimker-Kompatible Zander-Zargen.

    Oder zu not vom Holtermann aus dem "kompatiblem" 10-er System, die haben fast die gleichen Außenmaße.

    Ich würde es ja so machen:

    Volk übernehmen. Brutraum wie übernommen auf Zander über den Sommer, im Juli TBE. Dann ist der Drops gelutscht.

  • Bei mir passen die Zanderrähmchen in die Datantbeute.

    Sie liegen nur knapp auf aber fürs erste kannst du es so machen, hab ich zur Not auch schon gemacht.

    Nach der TBE wechselst du auf dein Wunschmaß

  • Segeberger Styropor und 12er Dadant passen auch aufeinander (Gitterrahmen um die Falz an der Segebergerzarge zu überbrücken). Ich habe mich - gegen hier vielfach zu lesenden Rat - im Sommer dazu breit schlagen lassen, ein Volk durch Aufsetzen meines DD-Brutraums umzuwohnen. War totaler Murks (mit Ansage).

    Mach es, wie von Florian empfohlen: Kunstschwarm, ggf. hängst du für ein paar Tage eine offene Brutwabe rein (Bannwabe für die Kö, quasi nebenbei Fangwabe für die Varroa - ich hab sie einfach reingestellt), wenn sie sich eingerichtet haben OXS Sprühbehandlung, fertig. Geht super und du hast einen weitestgehend milbenfreien Start.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • was bewirkt ein Schied?- entweder vertikales ASG oder gar keine Begrenzung bis zur TBE.

    Aber auch ohne Schied kann es passieren, das die Weisel keine Lust hat, von den bebrüteten Zander-W. auf neue LS zu wechseln. Bei einer Trachtpause könnte man auch alles auf MW oder Leerwaben fegen und die Umziehzarge als 2.HR ausetzen., bei Tracht werden sie als Honigwaben genutzt.

    Wenn man im Frühjahr ein Volk kauft, sollte es während der Trachtzeit nicht die Zeit vergeuden, die komplette Wohnung und Kinderstube neu einzurichten, anstatt das Lager auszubauen und zu füllen. Also BR auf 8-10 Zander- Waben lassen - dann TBE als letzte Schwarmbremse oder 2 Wochen vor der Linde.

  • Ich würde folgendermaßen aufbauen


    -Blechdeckel

    -Innendeckel

    -Langstrothzarge mit Mittelwänden und wenn möglich einigen ausgebauten Waben (bienenfrei aus deinem vorhandenen Wirtschaftsvolk).

    -Absperrgitter

    -Langstrothzarge mit den Zander-Bruträhmchen (Beespace ist teilweise zu groß, ist aber für die 3 Wochen unerheblich)

    -Langstrothboden


    Dann würde ich die Königin suchen und in die Zarge über dem Absperrgitter geben.


    Die Königin legt nun ein neues Brutnest über dem Absperrgitter an. Die Brut in den Zanderrähmchen läuft aus. Wenn aus den Zanderrähmchen alles ausgelaufen ist, würde ich die Zarge mit den Rähmchen und dem Absperrgitter wegnehmen und die neue Brutraumzarge direkt auf den Boden setzen.


    Je nach Jahreszeit und Trachtsituation brauchst Du eventuell über der neuen Brutzarge nochmal ein Absperrgitter und darüber einen Honigraum.


    Danach erweitern nach Bedarf.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Das musst Du dann aber zur richtigen Jahreszeit machen, sonst ist die arme Königin fast alleine und frierend im oberen BR und die Mädels verslassen die Brut unten nicht ;-) - ich würde zumindest oben noch eine Brutwabe rein hängen, aber eigentlich würde ich einen KS machen und die neue Beute damit besetzen... - Je nach Wusch kannst Du dann die alte Beute auflösen, oder mit neuer Königin bestücken - auch kann man alle Bienen in die neue Kiste geben und die alten Brutwaben in anderen Völkern auslaufen lassen... - Du siehst schon, viele Wege führen nach Rom - aber die Details hatten wir schon in vielen Jahren mehrfach in anderen Threads diskutiert.... ( rase würde warscheinlich sagen, KS in neue Beute und die alte Beute mit Ableger drin verkaufen - dann hast Du auch die alte, ungeliebte Zarge vom Hof...)

  • Die Königin legt nun ein neues Brutnest über dem Absperrgitter an

    Oder sie läuft ne Woche da oben herum und versucht verzweifelt, zu ihrer Brut in der unteren Zarge zu kommen. Das war der Moment, als ich an den Bienen das erste Mal einen Kloß im Hals hatte. Glücklicherweise haben sie ihr nicht noch "geholfen", das Absperrgitter zu überwinden, dann wäre es richtig in die Hose gegangen.


    Abhilfe hat eine hochgehängte Brutwabe geschaffen, schön mit Kabelbindern ins Dadanträhmchen getüdelt. Völlig unnötige Bastelei.


    Mit ausgebauten MW mag das Risiko geringer sein (die hatte ich noch nicht), ich behaupte trotzdem, dass bei unterschiedlichen Maßen das Umwohnen per Kunstschwarm das beste Verfahren darstellt, nicht zuletzt weil es nebenbei die Milbe ärgert.


    PS: Franz war schneller; Zeitpunkt bei mir war Mitte Mai

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.