Computerisierung in der Imkerei, echte Hilfe oder Spielerei?

  • Es gibt eine Pilotstudie einer Mathe-Uni (DECT-Strahlung) die Auswirkungen auf Bienenvölker (Entwicklung) feststellte.

    Interessant, vielen Dank für den Hinweis. Habe danach gesucht und tatsächlich diese Studie gefunden:

    Electromagnetic radiation: Influences on honeybees (Apis mellifera).

    Eine recht kleine Studie, in der aber tatsächlich ein schwacher, aber statistisch signifkanter Einfluss der Strahlung der eines schnurlosen Telefons (DECT) gefunden wurde, welches direkt im Bienenvolk verbaut war. Weniger Flugbienen fanden den Weg zurück als in den Kontrollvölkern. Allerdings fehlt mir nun das Knowhow um zu beurteilen inwiefern diese Strahlung mit dem "Elektrosmog" von anderen elektrischen Geräten oder mit Mobilfunk vergleichbar ist und ob dies übertrag werden kann. Zumindest der Spiegel bezweifelt das. Ich auch, daher werde ich weiter meine Stockwaagen bedenkenlos einsetzen. Interessant ist dies aber allemal!

  • Moin,

    ich halte Temperatursensoren und eine Innenkamera für interessant, aber wenig aufschlussreich für die Imkerei, das kann man Wissenschaftlern überlassen.

    Eine Stockwaage ist ebenfalls interessant, nicht unbedingt notwendig, aber hilfreich, wenn man sie hat. Ich hab selber eine (bzw. 6;-)) und kann damit insbesondere im Frühjahr gut kontrollieren, wie die Gewichtsabnahmen sind. Und zur Tracht natürlich die Zunahmen oder wann es stagniert, etc.

    Was ich nicht habe, mir aber gut vorstellen könnte, dass es hilfreich ist, ist eine Fluglochkamera. Das hilft aber auch nur soweit, dass man die Bilder auch interpretieren muss, sprich Zeit und Kenntnis dazu hat. Wenn man auswerten kann, was am Flugloch passiert, kann man sich verschiedene Kontrollen am oder im Volk sparen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Die Übertragung vom Flugloch würde ich ständig im Hintergrund meines Pads laufen lassen oder auf den Fernseher übertragen. Nicht, um den ganzen Tag zu analysieren welche Bienen mit wieviel irgendwiefarbigem Pollen in welches Volk einfliegt, sondern einfach nur als beruhigende Deko wie es manche mit prasselndem Kaminfeuer oder Wasserfällen machen. Und natürlich hätte man die Stände im Blick. Auch beruhigend.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich überlege einen Temperatursensor im Stock anzubringen.


    Über 30 Grad wird noch gebrütet, bei niedrigeren Temperaturen kann die Träufelbehandlung gemacht werden.


    Wie genau das optimal geht, müssten wir Informationen einholen, mir ginge es darum, die Völker möglichst wenig zu stören, was nützt es alles auseinander zu nehmen um dann festzustellen, dass die Behandlung wegen vorhandener Brut noch nicht erfolgen kann?


    Ggf. geht vielleicht auch eine Art Fleischthermometer durch die Folie pieken und in die Bienentraube halten, als Aussagekräftig genug.


    Sollte man m.E. pragmatisch sehen...


    Schöne Grüße- Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Ich denke für mich, nicht alles was möglich ist, ist sinnvoll und erst recht sollte nicht alles Machbare auch wirklich umgesetzt werden.

    Ich persönlich bin eher technikaffin und frustrationserprobt, wollte schon am High-Tech-Bienenprojekt von Prof. Tautz teilnehmen. W-LAN, Stromanschluss und PiPaPo an den Beuten, samt Mini-PC und Datenauswertung. Juhuuuu>


    Aber ich glaube, dass vieles, was aktuell angeboten wird, sagen wir es vorsichtig, nicht immer optimal auf die Bedürfnisse von Imker und Bienen hin entwickelt wurde.

    Ich betreue zwei Stockwaagen für den Verein und werde eine dritte in der kommenden Saison privat für die Wanderung einsetzen, da leuchtet mir der Nutzen völlig ein. Aber privat wird es die nicht ganz so solide Technik mit weit weniger komfortabler Auswertung - weil die Anschaffungkosten bei einem Vierte und die jährlichen Kosten bei Null statt bei ca. 45 bis 60 Euro liegen.


    Stockwaage und Bargeldlose Bezahlung sind erprobte Dienste, die ich gerne nutze...Oder vollautomatische Steuerung der Schleuder, Steckdosen und Heizungssteuerung im Schleuderraum..

    Andere Projekte IM Bienenstock überzeugen mich aktuell noch nicht. Nicht nur, dass ich bei den Stockwaagen sehe, wie of der Innentemperatursensor versagt, weil er mal wieder falsch liegt. Mir ist auch schleierhaft, was dem Imker eine extrem detaillierte Beobachtung eines Volkes bringt, wenn er daneben gleich 5 weitere hat, die sich womöglich ganz anders entwickeln. Oder was bringt mir ein richtig gemeldeter Schwarmabgang in Volk x, wenn ich aber x plus 28 Völker an vier Ständen habe?

  • In einem Interview sagt Prof. Tautz:


    Frage: Mobilfunk und Funkwellen haben sich in den letzten Jahren stürmisch entwickelt. Unter anderem wird auch CCD, das Bienensterben, damit in Verbindung gebracht. Haben Sie Erkenntnisse über Auswirkungen auf das Verhalten der Biene?


    Antwort: Wie schon vor Jahrzehnten gezeigt werden konnte, sind Bienen in der Lage, auch schwache Magnetfelder und elektrische Felder wahrzunehmen. Inwieweit Felder der Mobilfunktechnologie (Stichwort: Elektrosmog) einen nachteiligen Einfluss auf die Biologie der Bienenvölker haben, sollte Gegenstand

    kommender Untersuchungen sein.

    Nachteilige Effekte auf ihre Orientierung beim Rückflug zum Stock sind publiziert.


    Quelle:

    https://www.uni-wuerzburg.de/f…live-Experte_Tautz-T1.pdf


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."