Erste Hilfe am Bienenstand?

  • Außer für den Eigenbedarf wäre ich trotzdem immer vorsichtig und zurückhaltend bei der Verteilung von Dingen, die der Apotheker verkaufen muss...

    Ich empfehle dir einen einfachen Verbandskasten wie du beschrieben hast und Kühlpacks. Für den Verbandskasten habe ich auch daheim jetzt so einen kleinen Koffer mit Wandhalterung und die DIN-Füllung noch etwas erweitert. An der Wand im Blickfeld findet ihn auch jemand anderes schnell, wenn man den zum holen schickt.

    Mehr als kleine Verletzungen verbinden, Zecken oder Holzsplitter entfernen oder einen Stich/eine Verbrennung kühlen musst du damit nicht können. Alles andere reiche auch ich trotz San-Ausbildung nach der Erstversorgung an besser ausgestattete Mediziner weiter. Ständig unbenutzte sterile Einwegartikel oder andere Teile mit Verfallsdatum zu entsorgen, die ich zuhause voraussichtlich nie brauche (Intubationszubehör, Infusion,...) widerstrebt mir ökologisch und ökonomisch.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Das ist ja ein krasser Faden hier... Ich muss sagen - ich hab mich bei den Bienen noch nie Verletzt & hab auch noch nie drüber nachgedacht, dass ich mich ja verletzen könnte.


    Trotzdem kann ich beruhigt sein, da ich quasi immer mein Auto dabei hab (oder mein Auto mich?). Und da ist ja ein Verbandskasten drin. Seit die Polizei das mal bemängelt hat sogar im Seitenfach, und nicht unter 300kg Futter beim Ersatzrad.


    Bei Verletzungen also erstmal das Warndreieck aufstellen & Warnweste anziehen.


    Grüße

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Das ist ja ein krasser Faden hier... Ich muss sagen - ich hab mich bei den Bienen noch nie Verletzt & hab auch noch nie drüber nachgedacht, dass ich mich ja verletzen könnte.

    Das ist dem jugendlichen Alter geschuldet. Wenn man ein paar Jährchen mehr aufzuweisen hat, denkt man über jegliche lebensverlängernde Massnahme nach. Gerade wenn man, wie Bienenköniggibmirhonig plötzlich mit hohem Alter aufwacht. ;)

    Aber Imkern hält ja bekanntlich gesund und fit oder so ähnlich. Ausser Hexenschuss hatte ich auch noch nichts und da hätte mir der Verbandskasten nix genutzt.

  • Das ist dem jugendlichen Alter geschuldet. Wenn man ein paar Jährchen mehr aufzuweisen hat, denkt man über jegliche lebensverlängernde Massnahme nach.

    Oder man steht auf dem Standpunkt, wenn man den Verbandskasten die letzten 45 Jahre am Bienenstand nicht gebraucht hat, warum dann jetzt?,(Aber, der Hinweis das im Auto sowieso ein Verbandskasten ist, ist valide und kann schon "gut genug" sein - ausser bei bestimmten Vorbelastungen...)

    Aber Imkern hält ja bekanntlich gesund und fit oder so ähnlich. Ausser Hexenschuss hatte ich auch noch nichts und da hätte mir der Verbandskasten nix genutzt.

    Auch sind Rückenprobleme im Allgemeinen, oder Bandscheibenvorfälle im speziellen, nicht unbekannt bei Imkern....

  • Die beste Ausstattung bringt nur was, soweit man damit umgehen kann...


    ...aber wenn man mit Beatmungsbeutel (samt Reservoir und Sauerstoffflasche!) umgehen kann (eigentlich kein Hexenwerk), kann man oft schon ganz gut helfen bis der Notarzt kommt...


    Bevor man also einen Haufen für Equipment investiert, bringt ein vernünftiger Sanilehrgang wohl mehr.

  • Deshalb serviert man uns Imkern ja auch jedes Jahr aufs Neue die allseits beliebten Monatsbetrachtungen, jedes Jahr aufs Neue und nächstes Jahr wieder, immer wieder, immer.....

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang, der jetzt versteht was mit vielen Wiederholungen gemeint ist

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • N'Abend zusammen,


    ErsthelferInnenkurs ist der beste Hinweis. Regelmäßig auffrischen.

    Anwenden wird man das dort vermittelte Wissen in der weit überwiegenden Anzahl der Fälle bei den eigenen Liebsten.

    Dort dann auch der Hinweis, dass man als Laie niemalsnicht irgendwem Medikamente verabreicht. Auch keine frei verkäuflichen. Nicht mal welche, die der oder diejenige mit sich führt. Dem japsenden Asthmatiker den vorgespannten Inhalator an zu reichen, ist das höchste der Gefühle. Klingt hart, wird aber so (und genau so strikt) gelehrt.


    Das in jedem Auto ein Verbandskasten ist, weiss abstrakt jeder, in einer echten Streßsituation vergisst man es. Hab ich hinter mir (ich selbst und alle Umstehenden, im Nachhinein kann man es kaum glauben).
    Der Hinweis oben ist also, auch wenn er erstmal klingt, wie eine Binsenweisheit, gut.


    Und ich würde mir trotzdem einen Verbandkasten zusätzlich ins Bienenhaus legen. Dazu ne kleine Flasche Sprühdesinfektion und wenn es ein Kühlaggregat hat, ein paar Gelakkus, fertig.


    Dank regelmäßiger Ersthelferkurse war ich in o.g. Fall trotz Tunnelblicks wenigstens handlungsfähig, die Sache ist gut ausgegangen. Also machen!


    PS: die modernen Defibrilatoren im öffentlichen Raum sind für die Bedienung durch Laien ausgelegt. Man bekommt alles einfach und Schritt für Schritt erklärt und kann im Grunde nichts falsch machen.

    Fürs Bienenhaus nun wirklich mit Kanonen auf Spatzen - aber wenn die Anlage groß, der Kleingartenverein solvent und die Altersstruktur entsprechend ist, wäre die Überlegung, soetwas für die Kleingartenanlage insgesamt anzuschaffen garnicht so abwegig.

    Erstes selbstständiges Bienenjahr mit vier WV in 12er Dadant mod.

    Einmal editiert, zuletzt von Waldi ()

  • Eine Kühltruhe mit einigen Kühlpads ist ebenfalls für den Notfall vorhanden.

    Bei Stichen ist eine halbierte Zwiebel, an der Schnittfläche ein Gitter zum Saften eingeritzt und dann zügig auf die Stichwunde gelegt, ein oft angewendetes Hausmittel - Zwiebeln halten sich auch eine Weile und sind günstig, lindern Schmerz und Juckreiz und ziehen etwas Gift raus, wenn ich das richtig gesehen habe (am besten nochmal nachrecherchieren).


    Ansonsten finde ich es sehr hilfreich, wenn man einen Erste-Hilfe-Kasten als Anschauungsmaterial in einer ruhigen Stunde einfach mal komplett auseinandernimmt und alle Packungen mal auspackt, damit man im Ernstfall weiß, was wofür gut ist und was wo drin ist (natürlich danach nicht mehr verwenden :)).


    Ich hatte mal einen Unfall mit schnell abzudeckenden Brandwunden, wo ich eine ziemliche Weile gebraucht habe, bis ich endlich sterile Kompressen gefunden habe, das war extrem nervig und im Erste-Hilfe-Kurs kommt das meines Empfindens nach oft zu kurz.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Man darf übrigens auch als Nichthebamme oder Nichtgynäkologe Geburtshilfe im Notfall leisten

    Ich hoffe, das passiert nicht oft an meinem Bienenstand^^.


    Aber richtig, Erste Hilfe - Kasten im Garten deponiert. Kühlpads und Stichheiler selbsverständlich auch.

    Alle zwei Jahre Ersthelfer Lehrgang ( schadet nie) und wissen, das man dadurch meist richtig handeln wird.


    Defilibrator habe ich nicht.

    Der müsste auch regelmäßig geprüft werden, glaube gehört zu haben, das wäre recht teuer.:/( auch Anschaffung ?)

    Bei Herzinfarkt oder Schlaganfall nützt der leider auch nichts.:(

    LG

    Hulki

  • Der Vorteil von den Dingern ist, dass die selber erkennen was zu tun ist und den Nutzer entsprechend anleiten. Selbst wenn man wollte, bekommt man da auch keine Stromschläge raus, wenn nicht nötig. Auch wenn er dann nicht nötig war, gibt er aber Handlungssicherheit.

  • Der Vorteil von den Dingern ist, dass die selber erkennen was zu tun ist und den Nutzer entsprechend anleiten.

    Auch hier würde ich eine Einweisung vom Sani empfehlen, in der Aufregung die beiden Kontakte falsch herum auf der Brust/Schulter positioniert, ist nicht gut... Ich finde einen Defi erst dann angebracht, wenn Tag für Tag Besucherströme, Lehrgangsteilnehmer oder Schulklassen kommen würden, ansonsten reicht m.E. die normale Erste-Hilfe völlig aus. Was du an Grundausstattung überlegt hattest, klingt finde ich schon besser als das, was die meisten anderen zuhause haben :thumbup:


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.