Gärenden Honig (über-)erhitzt - noch essbar?

  • Vielleicht habe ich es falsch interpretiert, aber für mich sah es nicht so aus als wollten die Teilnehmer dieses Fadens den gärigen Honig so "behandeln" dass er in Verkehr gebracht werden kann.

    Ich denke es ging insgesamt darum ob der Besitzer des Honigs diesen noch selbst verzehren bzw. für seinen Bedarf nutzen kann.

    Also soweit mein Verstänsnis. Vielleicht liege ich auch falsch.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo, für mich gäbe es nur eins, schmeckt er, kann man ihn essen oder sich dran berauschen. Schmeckt er nicht, dann entsorgen. Giftig ist er sicher nicht, aber auch nicht mehr verkehrsfähig.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Es ist ja eigentlich schon alles gesagt, aber ich möchte noch hinzufügen, dass meine Hochachtung vor diesem wertvollen Produkt ( wie oft sind die Bienen alleine für dieses eine Glas ausgeflogen?) den letzten von@cuximker geschriebenen Absatz so nicht teilen kann.

    Bienenhummel möchte den Honig nicht in den Verkehr bringen, sondern nur selber essen, und wenn er genießbar ist, ist es in meinen Augen eher fast ein Frevel, ihn zu verwerfen.

    Ich selber hatte schon solch gärenden ( Linden) Honig, wir haben ihn bis zum Schluss ( 3 Gläser) gerne gegessen.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Liebe Imkerkollegen,
    auch wenn Honig ein Hochwertiges Produkt ist, sollte es auch wenn es den Imker passiert hat, ein hochwertiges Produkt sein.

    Aus meiner Sichtweise sind all die hier beschriebenen "Rettungsversuche" eines mißglückten Honigs reine "Geigelei"

    Bei aller Wertigkeit für einen guten Honig, den wir alle in den Verkehr bringen wollen, sollten diese Behandlungsmethoden nach meiner Ansicht, so nicht angewandt werden um auch noch das letzte Glas Honig verwerten zu müssen.

    Kann man natürlich schon so sehen. Aber nachhaltig ist anders.

    Ich hatte den Fall so noch nicht, aber selbstverständlich ist das noch hervorragender Backhonig.

    Selbstverständlich gibt das ganz einwandfreien Met.

    Weil, richtig weiterverarbeitet sind dabei keinerlei Beeinträchtigungen zu erwarten.

    Es ist natürlich mit vollem Bauch leicht reden, aber hier wird auch containert, ein Stück weiter auch gehungert. Da halte ich es für dekadent sowas aus Prinzip gleich durch den Gully zu lassen.

    Logisch, man sollte so einen Honig nicht mehr regulär in den Verkehr bringen.

    Wer würde schon sein Auto verschrotten, nur weil der Kotflügel angeschrappt ist...


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Dennoch, sollten sich beim Entstehungsprozeß dieses Sauerteiganstellgut unkontrolliert auch Schimmel bilden, verwerfe ich diesen Sauerteig und versuche nicht durch manipulierende Maßnahmen diesen Sauerteigansatz noch für irgendwas zu retten.

    Ich sehe einen gewissen Unterschied zwischen schimmeligem Sauerteig und gärendem Honig. Ein Mensch sollte imho schon in der Lage sein, das zu unterscheiden. Leider haben das schon recht viele verlernt.

    Bei aller Wertigkeit für einen guten Honig, den wir alle in den Verkehr bringen wollen, sollten diese Behandlungsmethoden nach meiner Ansicht, so nicht angewandt werden um auch noch das letzte Glas Honig verwerten zu müssen.

    In der Ausgangsfrage habe ich nichts von "in Verkehr bringen" gelesen.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Vielen Dank für Eure zahlreichen Rückmeldungen!!


    und Sorry falls ich was gefragt habe was schon oft diskutiert wurde. Aber mir gings in erster Linie darum, ob bei der natürlichen Gärung was schädliches entsteht, dazu fand ich keine deutlichen Aussagen (oder war zum dumm zum finden).
    Aber diese Befürchtung habt ihr mir erfolgreich genommen :)


    Durch's Melitherm lassen wäre eine Möglichkeit, aber würde man da nicht sein Melitherm "impfen" und läuft Gefahr, daß der nächste Honig auch gleich gärt? Naja, bei 1 Glas wäre ein Melitherm eh übertrieben :)


    Natürlich habe ich nicht vor gärigen Honig zu "entgären" und zu verkaufen!
    Mir gehts nur darum, daß ich nichts wegschmeissen muß. Es werden genug Lebensmittel vernichtet, da möchte ich nicht dazu gehören. Und wenn ich die nächsten Jahre nur noch solchen Honig essen müsste.

    Das Standardrezept "Met draus machen" ist halt nichts für mich, mir fehlt das Wissen, die Ausrüstung dafür - und ich mag keinen Met :)



    Bienchen0202 schreibt, sie würde ihn für Salatdressing verwenden, auch ohne Erhitzung. Mm, isst man dann die Naturhefe nicht mit und hat dann die weitere Gärung, ähm, woanders? Mit entsprechender Gasentwicklung?


    Jedenfalls: ich werde das Glas, welches bei >50 Grad verflüssigt wurde, im Kühlschrank aufbewahren und zum kochen verwenden. Auch für Dressings, da schon erhitzt und hoffentlich jetzt mit nur noch wenig lebender Hefe.


    Und Danke Euch ohne "komisches Gefühl" dabei!


    Das Glas hatte jetzt nach dem Verflüssigen eine sehr dicke Schaumschicht, welche sich jetzt langsam auflöst und immer dünner wird. Der Honig stammt vom abschleudern und hatte damals 18%. Vielleicht war der Deckel des Glases nicht ganz dicht.



    Danke,


    Alex

  • Ich nutze den auch für Salatdressing und nein, ich und meine Familie hatten danach nie Bauchgrummeln. Das liegt vermutlich an der Magensäure, das überlebt die Hefe nicht.


    Außerdem hätte man das Problem dann ja bei jeden Bier o ä . (Klar, nach viel Bier kann einem schlecht werden, aber das lag dann nicht an der Hefe <X...:saint:)

  • Moin!

    Essen/Verwerten ist geklärt. Du solltest beim Wegstellen noch darauf achten, dass du nicht das Glas zuschraubst. Zucker zum Gären ist ja genug drin und eine kleine Bombe im Kühlschrank willst Du Dir ja nicht ziehen. Sonst wäre der Schaden dieses 1 Glases Honigs doch größer als nötig... Also am besten schnell vertilgen, verbacken oder sonstwas.

    Viel Spaß und VG Rudi

  • Durch's Melitherm lassen wäre eine Möglichkeit, aber würde man da nicht sein Melitherm "impfen" und läuft Gefahr, daß der nächste Honig auch gleich gärt?

    Hallo, ich habe meinen auch einem Kollegen für einen Eimer Honig geliehen und wenn der nachher aussieht wie neu, denke ich nicht, dass sich lebende Hefen halten. Zudem Hefe kann ja im trockenen Honig nicht leben, es wäre aber wirklich mal spannend, ob man einen Honig mit 16% Wasser nur mit Hefe zum Gähren bringt.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • es wäre aber wirklich mal spannend, ob man einen Honig mit 16% Wasser nur mit Hefe zum Gähren bringt.

    Wohl kaum. Hefen sind ja überall vorhanden. Dass der Honig regelmäßig nicht gärt, liegt am hohen Zuckergehalt und Inhibitoren, die die Bienen zusetzen, nicht daran, dass keine Hefe(sporen) drin sind. Und wenn er gärt, war eben der Wassergehalt zu hoch.

    Wer mal Met gemacht hat, weiß, dass auch verdünnter Honig gar nicht so leicht zum Gären zu bringen ist.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)