Winterbehandlung trotz geringen Varroabefalls?

  • Hallo zusammen!

    Am vergangenen Mittwoch habe ich abends die Windeln unter meine WV geschoben und heute Mittag gezählt.

    Ich habe

    bei 1Volk nur 1 Milbe

    bei 4 anderen 2 Milben und

    bei 3 weiteren Völkern 4 Milben

    Bei einem Volk lagen in einer Ecke - der entferntesten des Bienensitzes- 7 Wachsmottenlarven.

    Jetzt freue ich mich erst einmal natürlich, denn 2019 sah es bei mir ziemlich grausig aus, dies Jahr ist 180 Grad anders! Nun habe ich 2 Fragen dazu:

    Wie sieht es bei euch aus in diesem November?

    Ratet ihr mir, die Oxalsäurebehandlung im Dezember ganz normal durchzuführen?

    ich tendiere zu reduzierter Träufelmethode, also weniger ml pro Volk. Dürfte ich verdampfen, wäre das wohl dieses Jahr mein Favorit, was meint ihr?!?

    Muss ich mir wegen der Wachsmotte Sorgen machen? Das habe ich bislang noch nicht beobachtet.

    Alle Völker übrigens DNM 1,5 mit 10 Waben...

    Danke und VG Rudi✌️

  • Hallo zusammen, hallo Rudi!


    Ich halte mich heute mal kurz, da Sonntag :wink::

    Jetzt freue ich mich erst einmal natürlich, denn 2019 sah es bei mir ziemlich grausig aus, dies Jahr ist 180 Grad anders!

    Das freut mich sehr für dich, denn das genannte Gefühl vom Vorjahr kenne ich und kann daher voll mitfühlen.


    Wie sieht es bei euch aus in diesem November?

    Zu warm, zu plörrig, aber ansonsten...im Ernst: Keiiiiine Ahnung, zumindest bzgl. irgendeines Milbenfalls.


    Ratet ihr mir, die Oxalsäurebehandlung im Dezember ganz normal durchzuführen?

    Ja.

    Ohne Wenn und Aber, allerdings in erster Linie weil mir (!) bei schadschwellenorientierem Behandeln sommers zu große Verluste entstanden sind.


    ich tendiere zu reduzierter Träufelmethode, also weniger ml pro Volk.

    Weil? Weniger Milben = weniger nötige OS? Falls es das ist, dann würde mein halbwegs gesunder Menschenverstand sagen, dass diese Annahme / dieser Gedanke schlichtweg falsch ist.


    Muss ich mir wegen der Wachsmotte Sorgen machen?

    Nö. Wenn die drin sind und in einer warum auch immer derzeit bienenfreien Ecke herum-wachsmotten, dann ist das so und auch nicht zu ändern. Zumindest nicht sachdienlich oder gar sinnvoll - um diese Zeit.

    Lass` sie, mach` dir ggfs. einen VErmerk auf der Stockkarte und schau` was das Volk im Frühjahr macht.

    Ich selber habe schon zu beinahe jeder Jahreszeit und auch in starken Völkern in bienenunzugänglichen Ecken Wachsmottenlarven gesehen und entfernt. Einen Zusammenhang mit irgendeinem negativen Faktor für die Völker habe ich nie feststellen können.

    Laufen und spinnen sie sich natürlich queer über bzw. durch die Waben, dann dürfte imker schonmal aufmerksamer und hektisch werden. :wink:


    Schöne Grüße und einen angenehmen Restsonntag!
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Wie sieht es bei euch aus in diesem November?

    Ganz ähnlich - erfreulich wenig Milbentotenfall. Nur ein Volk von 23 mit mehr als 5 / Tag. Da mache ich auch nichts bis zur Winterbehandlung in 4 Wochen.


    Wenn Du behandelst, dann richtig; denn die Dosis ist notwendig, um mögl. alle Bienen mit der OXS zu kontaktieren.

    Ratet ihr mir, die Oxalsäurebehandlung im Dezember ganz normal durchzuführen?

    Genau so - viel Erfolg!

  • Wie sieht es bei euch aus in diesem November?

    Ratet ihr mir, die Oxalsäurebehandlung im Dezember ganz normal durchzuführen?

    Moin Rudi,

    Auch bei uns ist erfreulicherweise die Milbenbelastung sehr niedrig.

    Aus zwei Gründen führen wir dennoch eine Träufelbehandlung durch:


    1) Das Diagnosewerkzeug "Windel" ist mir zu ungenau, und


    2) Die Milbe vermehrt sich exponentiell. Da zählt jede Milbe weniger nach hinten raus gewaltig mit. Rechne dir mal aus, wie viele Milben aus einer einzigen Milbe bis kommendes Jahr Sonnerbehandlung werden können - du reduzierst mit einer Winterbehandlung im Zweifelsfall die Milbenlast im Spätsommer 2021 um viele tausend Milben.

    Viel Erfolg weiterhin


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Moinsen zusammen!

    Vielen lieben Dank für eure Antworten!!!

    Ich habe die OS Behandlung schon fest eingeplant, trotzdem wollte ich mal einige Tipps mitnehmen 😊.

    Jetzt bin ich doch sehr erleichtert, dass die Last in den Völkern so gering ist, kein Vergleich zu letztem Jahr.

    Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit, lg Rudi ✌️

  • Hallo Miteinander,


    bei mir scheint sich die Milbenbelastung in Grenzen zu halten. Die Windel bleibt aber 10 Tage drunter, um möglichst einen Brutsatz (Milben) auslesen zu können, denn aktuell wird nicht geschlüpft. Das heißt die Brutflächen sind überwiegend verdeckelt. - Bei 0,5 Varroen pro Tag soll behandelt werden. Voraussichtlich behandele ich auf jeden Fall, träufele die OX 30ml<40ml<50ml (je nach Stärke der Völker).

    Aber das warme Wetter macht mir Sorgen, denn da wird es wohl mit Brutfreiheit vor der WSS nichts werden, wenn die Temperaturen im + Bereich bleiben.


    Viele Grüße von Benjabien

  • Aber das warme Wetter macht mir Sorgen, denn da wird es wohl mit Brutfreiheit vor der WSS nichts werden, wenn die Temperaturen im + Bereich ...

    Manchmal hilft ein Blick ins Volk. Bei warmen 15 °C stichprobenartig kontrolliert: Etwa die Hälfte ist (hier) brutfrei, die andere Hälfte hat nur noch Hand-große Brutflächen auf einer Wabe. So dürfte dass auch bei den restlichen Völkern hier aussehen.


    Wintertraube gibt's jedoch nicht; da muss schon noch die Temperatur runter. Ansonsten ist Staubbehandlung angesagt, weil Träufeln dann nicht funktioniert.

  • Schau hier im Forum mal nach "Blockbehandlung", da ist das beschrieben und diskutiert. Gilt für das Sublimieren wie für das in D zugelassene Sprühen.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Wie oft könnte ich bei der winterbehandlung oxalsäure verdampfen wenn ich es den wollte?

    Theoretisch unbegrenzt. Praktisch sieht es bei uns so aus: Einmal verdampfen, wenn nach zwei Wochen mehr als 500 Bienen auf der Unterlage liegen, ein zweites Mal verdampfen, fertig. Vergleiche die Merkblätter auf Bienen Schweiz.


    Meiner bescheidenen Meinung nach ist eine einzige Behandlung im brutfreien Zustand einer Blockbehandlung im nicht brutfreien Zustand in jedem Fall überlegen. Hinzu kommt: Die Winterbehandlung soll Dir nur einen Vorsprung für den nächsten Frühsommer verschaffen. Jetzt kannst Du an der Auswinterung nichts mehr flicken.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).