Eine Ernte auf den Völkern

  • Hallo,


    wir kennen ja alle den Spruch „Eine Ernte im Keller, eine auf der Bank und eine auf den Völkern.“

    Wenn ich das richtig verstehe, heißt das, man soll den Erlös einer Ernte als Rücklagen haben und eine ganze Ernte als Honig, damit man immer Kunden bedienen kann. Aber was soll das mit der Ernte auf den Völkern? Kommt das noch aus der Zeit als man auf Honig überwintert hat?

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Musst mal die Leute fragen, die sowas erzählen …andererseits: warum sieht man Imkerei immer so kommerziell?

    So lange man 5… 10 Völker hält, besteht doch weder ein wirklich wirtschaftlicher Anspruch noch ein nennenswertes wirtschaftliches Risiko.


    Und wer mehr als 50 Völker besitzt, hat sich diese Frage schon selbst beantwortet.


    Grüße Ralf

  • Honigernte auf dem Volk- die Bienen haben sie als Winterfutter, weil dann geht es weiter.

    Wer nach dem Spruch wirtschaftete, lebte nicht auf Pump und war nicht auf Kredite angewiesen.


    Bienen müssen immer genug Futter haben, lieber ein paar Waben nicht schleudern als die Bienen auch nur einen Tag hungern zu lassen.

    Angesichts der Inflation der Material-und Technikpreise ist es auch nicht verkehrt, Material und eignes Wachs auf Lager zu haben. (wenn man den Platz hat und nicht mieten muß)

  • Ich denke, es ist damit gemeint, das man den Honig von 3 Ernten hat, um auch mal 1-2 schlechte Jahre zu überbrücken. Ich habe auch schon Jahre ohne nennenswerte Erträge erlebt. Dann gibt es wieder "Fette" Jahre in denen jeder Richelpfahl honigt. ;)

  • 1 Ernte auf der Bank, sind die Rücklagen, also der Puffer für ein schlechtes Jahr.

    1 Ernte im Keller ist die Menge die man in der Hinterhand hat um den Verkauf aufrecht zu erhalten.

    1 Ernte auf den Völkern ist die Ernte die ansteht, also die Produktion.


    Bedeutet also Liquidität gesichert, Verkauf aufrecht erhalten aber auch das neue Einkommen gesichert.

  • Jetzt ist nur noch die Frage, wer das tatsächlich so handhabt. Wo allgemeiner Konsens zu sein scheint, dass sich die Imkerei nicht lohnen könne, sobald Lohnkosten mit einbezogen würden. Wie soll da "Eine Ernte auf der Bank" zustande kommen? Ein Kampf gegen Windmühlen? Ist das ein Spruch aus einer längst vergangenen Zeit, in der sich Imkerei tatsächlich noch "lohnte"? Gab es jemals so Zeiten? Ich für mich bin schon froh, wenn das Geld was reinkommt, die Kosten für die in diesem Jahr gelaufenen Investitionen deckt, die ich im Vorhinein tätige. Das andere kommt dann vielleicht mit der Zeit, wenn die Betriebsgröße feststeht, die Geräte alle da stehen, alle Abläufe feststehen und sich eingeschliffen haben, und es nicht mehr um Wachstum geht.

    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Moin,
    das mit den 3 Ernten ist ja ein ehrbares Ziel, wenn man da mal hinkommt. Als Neuimker, jetzt im 4. Jahr ist dieses jedoch für mich noch in weiter Ferne.

    1. habe ich wie jetzt auch im 4. Imkerjahr, wieder mal zu wenig Honig aus der aktuellen Jahresernte um die aktuelle Nachfrage zu bedienen. Somit fällt die Bevorratung für den Keller schon mal weg. (Standimker o. Wanderung)

    2. sind die laufenden Investitionen noch so kostenintensiv, dass für die Bank nichts übrig bleibt, geschweige hier ein Polster von einer Ernte angelegt werden könnte.

    3. die Honigernten bis jetzt so unterschiedlich ausgefallen sind, dass hier kein Faktor, mit dem ich fest rechnen könnte, wohl nicht gegeben ist. Obwohl die Tendenz hierfür nach oben geht. Vielleicht erreiche ich mein Ziel von 20 Kg / Volk / Jahr irgend wann mal. Ich arbeite intensiv daran. ;)

    Die Freude an dieser, meiner Hobbyimkerei, erlangt jedoch beständig und jedes Jahr aufs neue, eine größere Intensivität, je mehr ich dazu lerne und der Erfolg mit den gesetzten Zielen jedes Jahr ein Stück näher komme.

    Gruß aus Cuxhaven
    Bernhard

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Es scheint, dass dieser Spruch aus der Korbimkerzeit kommt. Die letzte Ernte blieb über den Winter im Korb und wurde erst im folgenden Jahr am Josefstag geschnitten. Der Badische Drehrumpf war so ausgelegt. Im Boden war ein Flugloch ausgestemmt und der Korb auf Warmbau gedreht. Kurz vor Beginn der Frühtracht wurden die Honigwaben geschnitten und der Korb um 180° gedreht.

    Auch die Heideimker mussten eine Ernte im Korb lassen.


    http://imkerverein-villingen.de/geschichte.html


    Vor Jahren war es in unserem Vereinstand üblich einen vollen Honigraum zu belassen und einen Zweiten auf zu füttern. Dieser kam über den Brutraum. Die Bienen fühlten sich wie die Maden im Speck und bekamen den zweiten echten Honigraum mit dem Beginn der Buschwindröschenblüte.


    Heute imkern nur noch Honigdiebe.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ich glaube das war nach dem Motto gemeint, dass den Imkern von diversen Gruppierungen unterstellt wird, dass wir die Bienen ausbeuten würden, indem wir ihnen den Honig klauen würden.


    Schöne Grüße - Matthias


    @edit: Wird aber gerade OT...

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Schön im letzten Satz alle Imker als Diebe bezeichnet. Nicht sehr nett, um nicht zu sagen beleidigend.

    nicht unbedingt!

    Meine Völker haben hohe BRe und darauf noch 2bis 3 HRe.

    Der erste bleibt (überwiegend) dem Volk.

    Alles andere wird geerntet.

    Damit haben die Bienen ihr Winterfutter.

    Wenn ALLES geerntet und komplett aufgefüttert wird, dann wird es schon diebisch 🤭

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?