Unterschiedliche USt-Sätze bei SB-Verkaufsstand

  • Hallo zusammen,


    ich plane gerade einen SB-Verkaufsstand mit „Vertrauenskasse“.


    Wie sieht das da mit Artikeln mit unterschiedlichen USt-Sätzen aus?


    Der Kassenbetrag stimmt ja nicht zwingend mit den tatsächlich entnommenen Produkten überein.

    Daher ist auch keine eindeutige Zuordnung der kompletten Umsätze, bzw. Fehlbeträge zu den verkauften Artikeln und somit der zu berechnenden USt möglich.


    Und nun...???:/

  • Beim Honig hab ich da keine eigene Erfahrung.
    Aber aktuell steht bei meinen Eltern am Haus eine SB-Box für Kartoffeln. Und ich behaupte: In der Regel wird aber eher mehr in der Kasse sein als sollte. ;)

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Wenn Du mit deutlich mehr als 70 WV arbeitest und das mit dem Finanzamt durchdeklinierst, schreibst Du später die entsprechenden Werte auf. Diebe sind per seh von der Mehrwertsteuer befreit, oder anders ausgedrückt, was Du nicht verkauft hast ist auch nicht Mehrwertsteuerpflichtig.

    Diebstahl ist kein Verkauf. Was also vom Hänger fällt oder verschwindet, das bringt auch keine MwSt.-Einnahmen. Um es anders auszudrücken, laß Dir das Zeug ohne MwSt. klauen.

    Auch die Einnahmen aus dem Diebstahl sind nicht steuerpflichtig für Dich. Sie sind Steuerfrei und das gilt auch für die MwSt.

    Keine Einnahmen, keine Steuern.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang, der denkt, daß es für Dich vielleicht besser wäre auf den Selbstbedienungsstand zu verzichten weil eine Kasse des Vertrauens nicht für jedermann geeignet ist.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Angenommen es fehlen zwei Gläser Honig zu 5 Euro und eine Flasche Met zu 11 Euro und es liegen 10 Euro in der Kasse. Kann man dann nicht sicher davon ausgehen dass der Met geklaut wurde?

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Ich würde den höheren Satz wählen wenn geklaut wurde. Durch die Abschreibung der gestohlenen Produkte sollte sich das ja eh wieder mehr als ausgleichen...

    Die Sätze sind aber leider kein Wünsch-Dir-was...

    Das ist richtig, aber das FA wird dir niemals die Hölle heiß machen weil du dich im Zweifel für die höhere alternative Entschieden hast, nur wenn du es niedriger ausweist und das FA dann der Meinung ist das du hättest mehr abführen müssen.


    Aber das ist nur meine Meinung. Sicher wird es dir du ein Steuerberater oder ggf. dein Zuständiges FA sagen können. Vielleicht einfach mal die Frage per Mail ans FA, mich würde es mal interessieren!


    Viele Grüße

  • Das Problem ist doch, das er nicht weiß welches Produkt einer MWST Gruppe bezahlt wurde und welches geklaut.

    Da die Kunden nie genau auf den Cent zählen, kann man das auch nicht am Erlös hochrechnen.

    Dir bleibt einzig übrig den Anfangsbestand zu ermitteln da ein Durchnittssteuer zu bilden.

    Gleiches machst du bei der Inventur. Dann Rechnest Anfang - Inventur gleich Zahllast.

    Die bringst dann mit deinem Anfangsbestand Mengen ins Verhältnis um evt zu ermitteln, was den verschwunden sein könnte.

    Erst dann kannst du eine Korrektur anbringen.


    Ein anderen Weg sehe ich nicht, und nein er kann den Nichtverkauf (Diebstahl) nicht Steuerfrei anrechnen, da er nicht nachweisen kann was fehlt.


    Allerdings würde ich den Fall mit dem Finanzamtskollegen für deine Veranlagung besprechen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.