Futter schwindet!

  • Ich hab in den Varoaeinschüben die letzten paar Wochen unzählige Bienenbeinchen gefunden.

    Aber das ist doch der natürliche Totenfall der Sommerbienen oder?

    Eher nein. Wespen lassen die Beine übrig. Wenn die Windel windgeschützt liegt dann liegen da auch viele Flügel.
    =>Flugloch sehr sehr eng gestalten.
    =>wenn ein Volk sich nicht wehrt, stimmt mit denen was nicht.


  • Wenn die Königin überlebt hat, heißt das nicht zwangsläufig, dass sie auch noch fit ist. Dann hättest du deutlich nach der Behandlung auch keine Brut mehr finden dürfen. Falls du das nicht in den Wochen danach kontrolliert hast, kannst du das rückwirkend auch nicht mehr machen.


    Viele Bienenteile auf dem Einschub kommen nicht vom normalen Totenfall. Bienen verlassen zum (geplanten) Sterben den Stock. Wer drin tot von der Wabe fällt wird von einem gesunden Volk am Stück rausgetragen. Bei Kämpfen von Räuberei oder wenn Wespen den Totenfall zerlegen findet man größere Mengen Gliedmaßen auf dem Einschub.


    Wenn ein Volk Schaden durch Varroa hat, dann sind die zur Behandlung noch voll mit Bienen. Die geschädigten Bienen sind aber nicht langlebige Bienen für die Überwinterung, sondern sterben im Herbst. Im Oktober ist dann die Kiste plötzlich deutlich leerer. Oft versuchen die Reste dann verzweifelt durch mehr Brutaktivität nochmal neue Bienen-Masse nachzubilden. Dafür brauchen sie dann auch viel Futter zum Heizen. Gelingt das nicht oder sind sie davon zu verschlissen, hast du je nach Winterverlauf danach ein kleines Häufchen Elend in der Kiste oder eine Kiste ohne Bienen mit Futter oder einen winzigen Rest Bienen mit Königin, die verklammt und verhungert auf erfrorener Brut ein paar Zentimeter neben Futter sitzen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo mein Buckfastwaagvolk hat im Oktober 1,7 kg Futter gebraucht. Im September waren es 5 kg. Du hast einen sehr hohen Verbrauch. Vielleicht werden von dem Nachbarimker die Völker immer schwerer ?

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Das mit den Beinen hatte ich mir so erklärt:

    Die Toten fallen ab und bleiben mit den Gliedmassen auf dem Gitterboden hängen.

    Die Rausschmeißerbiene zieht und das Bein bricht ab.

    Flügel sind auch dabei.


    Fluglöcher hab ich schon seit einiger Zeit mit Mäuseschutz versehen und nur zwei bis drei der runden Einzelöffnungen freigegeben. Die restlichen drei vier Öffnungen hab ich mit Aststückchen zugestopft.


    Nachbarimker ist 1,5km weg.

    Da sind keine Fremdbienen; behaupte ich jetzt mal.

    Nur die Wespen.


    Die natürlichen Varoafallzahlen sind 1-2 Stück pro Tag.

    Zwei Völker hatten 4-5.

    Soll ich heute wirklich nochmal richtig aufmachen!?
    Nach was soll ich sehen?

    Ich hab gestern kurzerhand ne Futtertasche mit ca. 2-3 Kg Apiinvert reingehängt, weil warm.
    Keine Ahnung ob das jetzt gut war. Ansonst tue ich die heute wieder raus.


    Das Futter sollte doch aber reichen oder?

    Trotz des Schwundes?


    Ansonst: Sublimox im Winter

  • Mutig?

    Die Behauptung?


    Nö, man kennt die Leute. Kleines Dorf.

    Drüben auf dem anderen Hügel ist mein guter Bekannter.

    Hintendrin im Tal ganz weit weg ist der Klaus.

    Sonst Nachbarort.

    Aber das sind die 1,5km zu jedem....ich bin auf meinem großen Berg ganz allein ;-)

  • Wenn Du eine Durchsicht machst, mach Fotos von jeder Wabe, von jeder Wabenseite. Falls Du die Bienen abstösst, je ein Foto vor und nach dem Abstossen. Vielleicht können die Profis dann anhand der Bilder etwas erkennen.


    Ich würde nichts mehr machen. Nach einem sehr schwierigen letzten Jahr habe ich fast nur Problemvölker in den Winter geschickt (mangelnde Erfahrung bei aussergewöhnlichen Trachtverhältnissen; passiert mir nicht noch einmal, hoffe ich). Die haben alle im Oktober vier bis sechs Kilogramm Futter verbraucht. Ich habe mir fast in die Hosen gemacht. Danach war der Verbrauch aber ganz normal.


    Die einzige Option, die Du jetzt noch hättest, wäre die Vereinigung von jeweils zwei, drei Völkern. Wenn Du dazu bereit bist, kannst Du eine Durchsicht machen, wenn nicht, lass es. Der Winter kommt mit grossen Schritten auf uns zu und wir können nichts mehr ändern.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Halt warte.....es gibt noch´n Klaus!

    Der ist tatsächlich unter 1km entfernt!

    Meint ihr echt das könnte sein???

    Glaub ich nicht, den halte ich für Gewissenhafter Bienenpfleger, der auch ordentlich einfüttert.

    Das spielt keine Rolle. Bienen räubern, so lange sie nur irgendwie können. Ganz egal, wie viel Futter im Kasten ist.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ich schließe mich hier swissmix an. Wenn du erwägst, zu vereinigen, dann käme ein Öffnen in Betracht, ansonsten würde ich es lassen, in großen Abständen Gewicht kontrollieren und im Notfall Futterteig geben. Heute ist der letzte warme Tag, wahrscheinlich nehmen sie das eh nicht mehr alles ab.

    Und ja, Bienen räubern, egal wieviel Futter in der Hütte ist . Da kann der andere Klaus nichts dafür 😊

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Stell dich drauf ein, dass es im/bis Frühjahr knapp werden kann. Mehr rumprobieren ist jetzt auch nur Aktionismus. Entweder kann ein Volk jetzt den Winter überleben oder nicht. Damit meine ich:

    Mach wie geplant die Winterbehandlung und lass die Bienen den Rest machen.

    Freu dich, wenn es trotzdem gut geht und lerne daraus für die nächste Saison.

    Lege dir einen Plan zurecht, wie du im Frühjahr ggf. noch Futter reinbekommst, wenn es länger kalt ist als das Futter reicht.

    Plane nicht damit, dass alle Völker durchkommen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Noch etwas zu den Wespen: Was in der Natur heiß umkämpft ist, ist immer Eiweiß. Egal ob Bär, Waschbär oder Insekten - sie wollen Protein. Das finden sie in Form von Brut (Bär, Waschbär) oder Bienen - den Brustteil, wo Flug- und Beinmuskulatur drin ist. Die schwächeren werden halt verputzt und als "Dessert" dann noch etwas eingelagertes Futter. Dagegen kann man nur das Flugloch minimieren.


    Und ich habe beobachtet, dass auch stärkere Völker bei dunklen Tagen jetzt ihr Flugloch nicht mehr groß verteidigen. Das muss nicht immer ein Indiz für Probleme darstellen, es wird toleriert...