Der richtige Preis

  • Einerseits Talent, andererseits Training/Routine...würde ich sagen. Der Frank kann einem bestimmt auch einen alten Reifenstapel verkaufen. 8o

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Meine Kosten habe ich durchaus im Blick und gehe mit meinem VKPreis auch nicht runter. Aber dazu braucht es Rückgrat, daß hat nicht Jeder, schon gar nicht, wenn man meint, mal dem Nachbarimker was abjagen zu können. Und die Kunden entscheiden hier auf dem Land immer noch vorwiegend nach Preis.

    Wer zu hohe Kosten hat und diesen unbedingt im VKPreis wieder reinholen will, der braucht unbegrenzten Lagerraum. Irgendwann bricht dieser auch das stärkste Rückgrat.

    Alte betriebswirtschaftliche Weisheit: Solange du kein Monopolist bist, bestimmen nicht die Kosten den Preis, sondern allein das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

  • Hat der Chef schon länger Urlaub, daß hier so wüst diskutiert werden darf?


    Zum Thema: Nicht nur in Imkerei und Landwirtschaft hat die unter dem Motto des Verbraucherschutzes eingeführte Zertifizierungspraxis zu einer … „Marktbereinigung” geführt.

    Auf deutsch: Viele Kleinproduzenten können nicht wirtschaftlich arbeiten, wenn sie für ihre Kleinproduktion die gleichen Nachweise wie der Große erbringen müssen.


    Zur ollen DDR: Ich hab die Hochkonjunktur der DDR in vollen Zügen erlebt und genossen. War ganz schick. Allerdings war auch hier der Zusammenbruch unvermeidlich.

    Wäre nicht die Milbe und die Wende gekommen, hätten sich die Imker im Streit um die gut bezahlten Wanderplätze auch spätestens ab Mitte der 90er gegenseitig erwürgt.

    Damals hat ja am Ende jeder mitgemacht, der irgendwie meinte, eine Wabenzange (Magazine gab es noch nicht so häufig) halten zu können.

    Da waren die Grenzen des Wachstums absehbar.


    Ich möchte keine Subventionen - eine faire Vertriebsgesellschaft … würde auch wieder wie alle enden. Nö lässt mal - iss schon alles gut so.


    Grüße Ralf

  • Meine Kosten habe ich durchaus im Blick und gehe mit meinem VKPreis auch nicht runter. Aber dazu braucht es Rückgrat, daß hat nicht Jeder, schon gar nicht, wenn man meint, mal dem Nachbarimker was abjagen zu können. Und die Kunden entscheiden hier auf dem Land immer noch vorwiegend nach Preis.

    Wer zu hohe Kosten hat und diesen unbedingt im VKPreis wieder reinholen will, der braucht unbegrenzten Lagerraum. Irgendwann bricht dieser auch das stärkste Rückgrat.

    Alte betriebswirtschaftliche Weisheit: Solange du kein Monopolist bist, bestimmen nicht die Kosten den Preis, sondern allein das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

    Stand da irgendwas von zu hohen Kosten? Ich kenne meine Kosten ( und deren Variabilität), mein Produkt und ich kenne meinen Absatzmarkt.

    Uralte betriebswirtschaftliche Weisheit: Kostenfaktoren im Produktionsprozess bestimmen, ob ein Produkt überhaupt marktfähig ist. Wenn man seine Kostenseite gar nicht kennt, wie es ja häufig der Fall zu sein scheint, fällt es sicher leichter, Lagerräumung mit Schleuderpreisen zu betreiben.

  • Große Lagerräume haben auch einen großen Nachteil. Irgendwann wird der gelagerte Honig zu alt. Natürlich ist es schön wenn man das Rückrad oder den Lagerraum hat um warten zu können um einen ordentlichen Preis zu erzielen. Aber das schaukelt sich Jahr für Jahr hoch und höher bis Honig weggeworfen werden muß. Dann ist sowohl der niedrige Preis, aber auch der milllerweile gereifte, hohe Preis weg.

    Zur Klarstellung, ich spreche jetzt vom kleinen und mittleren Imker mit einem großen Anteil an Selbstvermarktung.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Solange du kein Monopolist bist, bestimmen nicht die Kosten den Preis, sondern allein das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

    Diese sehr theoretische Weisheit setzt aber zweierlei voraus: transparente Märkte und ein einheitliches Produkt. Der Preis für unseren Honig wird aber weder an einer Warenbörse ermittelt, noch ist Honig gleich Honig. Und hier setzt eben das Marketing an. Und Marketing ist eben nicht nur Werbung.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Nö, machen die nur. Zulässig ist das nicht.

    Kurz recherchiert... vermute ich... bei der Umverpackung von DREYER greift noch irgend eine Übergangsregelung. - Wenn die sich damals eine größere Menge bedruckter Kartons für Blister Paletten als Aktionsaufsteller beiseite gelegt haben, dürften die bis zum Abbau der Vorräte in Verkehr gebracht werden.

    Glasetikett steht es aber nicht?

    Doch doch :)

    Erstaunlich: Bei amazon gibt's tatsächlich noch jede Menge "Restbestände" von DREYER Honig kaltgeschleudert zu kaufen. - Sogar zukunftsfähig im Abo. - Hier das Etikett: DREYER Honig kaltgeschleudert


    Aber das ist nicht nur DREYER. - Eine kurze Suche nach "kaltgeschleudert" bringt auch jede Menge andere kaltgeschleuderte Honige zum Verkauf.


    Erstaunlich auch, dass der verbindlich vorgeschriebene Hinweis "Mischung von Honig aus EU-Ländern" in einen beliebigen Satz eingebaut werden darf: Ursprungsangabe DREYER - Zum Beispiel wird beim aktuellen Etikett von Dreyer auf der Rückseite geworben mit:

    Zitat

    ... reines Naturprodukt. Gemäß deutscher Honigverordnung wird nichts entzogen und nichts hinzugesetzt. ... Die sorgfältige Auswahl und Mischung von Honig aus EU-Ländern verleiht diesem Honig sein typisches Aroma. ...

  • Zur Preisfindung vielleicht noch ein paar Gedanken, die zwar z.T. schon Thema waren (auch im Vortrag), und was von sehr vielen KollegInnen hier auch schon immer so gemacht wird, aber vielleicht können wir noch ein paar weitere Aspekte für die Praxis herausarbeiten.


    Ausgangsüberlegung: Welchen Preis man nehmen kann, hängt ganz maßgeblich davon ab, in welche geistige Schublade man es beim Kunden mit seinem Honig schafft.


    Sprichst du die Schublade "Grundnahrungsmittel" an, hast du keine Chance, den Honig gewinnbringend zu verkaufen, und du siehst als Konkurrenz den 2,49 Euro Honig vom Discounter.


    Sprichst du beim Feriengast die Schublade "Ich möchte eine schöne Erinnerung an meinen Urlaub kaufen" an, sind auch 10 Euro pro 500g Glas oft machbar.


    Oder du nimmst die Schublade "Region unterstützen mit dem Einkauf dieses Honigs", "Handwerk vor Ort fördern" oder "Ich tue der Natur vor Ort etwas gutes (Bestäubungsleistung usw). Dann bist du wieder in einer anderen Gruppe.


    Dazu gibt es noch Kombinationen wie "Bio-Qualität", ästethische Aspekte (Etikett, Glasform/ besonders wertig präsentiert) usw., die ein wenig in die Richtung gehen: "Es ist besonders edel, hochwertig etc. und ich kaufe das, weil ich es mir erlauben kann". Der Kunde, der im Whisky Fachgeschäft 100 Euro die Pulle ausgibt oder im Tabakladen eine besondere Zigarre erwirbt - wenns rein um das Rauchen ginge, hätte es auch der Zigarillo aus dem Automaten getan.


    Das vielleicht noch einmal zum Bewusst-Machen, weil gerade in einigen Beiträgen der Eindruck erweckt wurde, man müsste zwingend in das "Billig-Horn" stoßen, obwohl hier andere Maßstäbe gelten können.


    Schöne Grüße - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Sollte man als Hobbyimker Mal so machen. Nach der ersten Inspektion durch die Überwachung täte das richtig weh. Und nach der zweiten, aua.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Große Lagerräume haben auch einen großen Nachteil. Irgendwann wird der gelagerte Honig zu alt.

    Wer den Honig nicht los bekommt, hat entweder einen zu hohen Preis für sein Marktumfeld oder ist kein guter Verkäufer. Meiner Erfahrung nach ist in den allermeisten Fällen aber nur letzteres der Fall, die Lösung ist also meistens einfach. Nämlich: Weniger Bienen halten oder sich mit einem Imker zusammentun, der sich mit dem Verkauf leichter tut.


    Zusammentun, das wäre generell eher angebracht statt gegeneinander.


    Kleiner Gedankenanstoß dazu:

    Schaut euch mal die Dönerpreise an.


    Bei uns haben die Dönerpreise seit einigen Jahren eine Spurt von 3 EUR auf 5 EUR bzw. 67% hingelegt. Immer in 50ct-Schritten. Und IMMER flächendeckend gleichzeitig...und die Kunden sind offensichtlich nicht weniger geworden. Ich schätze mal, dieses Phänomen war bei euch ganz ähnlich.


    Dönerbuden gibt es gefühlt aber mindestens so viele wie Imker, dennoch haben die das trotzdem völlig einheitlich und vor allem einig geschafft.


    Warum schaffen wir Imker das nicht?

  • Bei der fast schon autistischen Einzelbrödlern der Imkerschaft sind mafiöse Strukturen schwer zu schaffen. Bei entwurzelten und armen Familienmenschen funzt das besser. Aber falls das sicher richtige Konzept der Mannschaftssportart interessiert, unter imkerbruderschaft.de gibt es mehr Infos zu meinem Kopfverein.

    Das größere Lager ist nicht die Lösung, das wollte ich sagen.

    Und ja, natürlich machen die verschiedenen Zielgruppen unterschiedliche Preise möglich, wenn ich meinen Honig entsprechend produziere, andernfalls ist es nur Schwindel. Aber das geht auch, wenn man wie größere Anbieter einen Arsch in der Hose oder eben einen Anwalt dort hat. Der übliche Kleinimker wie auch ich, bekommt ja schon Ausschlag vor dem Öffnen eines Anwaltsschreibens.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Bienenköniggibmirhonig :Da auf der Website ausser drei armen Rittern nix zu finden ist, hier ein bisschen Gratisinput. Geklaut von den Cassouletbrüdern- Bewahre die TRADITION und verhindere Pfusch am Honig.

    Mindestens so schöne Klamotten, Gelber Talar, Bienenkorb als Kopfbedeckung, höhere Ränge kriegen eine Armbrust. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird damit erschossen.;)

    Der Post ist krass OT und kann gerne in ein Sofathema übernommen werden.