Der richtige Preis

  • Da könntest du gewissermaßen recht haben....

    Der Hobbyimker verwendet oft bestehende Gebäudeteile und rechnet deren Kosten nicht an.

    Das Auto ist auch abbezahlt....

    Der Hobbyimker nimmt oft - wenn überhaupt - einen viel zu niedrigen Stundensatz oder Aufwand an.

    Also geht der Hobbyimker her und schaut was deutscher Honig denn so kostet. Und findet oft genug 10€/kg. Daran orientiert er sich. Wg. 5 Völkern lohnt ja das Rechnen nicht....

    Und wenn er dann mal rechnet, dann kommen Utopische Preise raus. Also 20€/kg... "Na ja, egal ist ja ein Hobby, dann schraube ich halt den Stundensatz auf 6€ zurück...."


    Ich finde deswegen den Ansatz im Vortrag gut, weil der geht einfach mal von der anderen Seite an das Thema ran. Nicht was muss der Honig kosten, sondern was darf der Honig kosten!

  • Möglicherweise nicht das beste Beispiel für unlauteren Wettbewerb.

    Doch, schlicht und einfach. Im in Deutschland verkauften Honig dürfen keine Bestandteile von gentechnisch veränderten Pflanzen sein. Punkt. Egal wo der herkommt. Das gilt auch für chinesischen Honig.

    Will man die Siegel verwenden, auf die du dort hinweist muss man sogar nachweisen können, dass auch bei vorgeschalteten Arbeitsschritten und verwendten Produkten keine GVO zum Einsatz gekommen sind. Das steht da drin in deinen Links.


    Mit deinen Verlinkungen bestätigst du nur meine Aussage.

  • Die zur Stärkeverzuckerung eingesetzten gentechnisch veränderten Enzyme sind nicht

    kennzeichnungspflichtig. Den meisten scheint nicht bewußt zu sein, dass diese in fast allen Nahrungsmittelbereichen eingesetzt werden; auch beim Futtersirup in der Imkerei.

  • Möglicherweise nicht das beste Beispiel für unlauteren Wettbewerb.

    Doch, schlicht und einfach. Im in Deutschland verkauften Honig dürfen keine Bestandteile von gentechnisch veränderten Pflanzen sein. Punkt. Egal wo der herkommt. Das gilt auch für chinesischen Honig

    Was ist die Rechtsgrundlage dazu?

    Ich will deine Aussage nicht anzweifeln, aber ich finde dazu nichts.

  • Ok,

    selbst wenn ich meinen fatalen Denkfehler bei den Honiggläsern korrigiere ( + 600 Gläser ) und meine vorhandenen Einzarger ( Ablegerkästen ) neu kaufe ( + 1.000,-€ ), komme ich trotzdem nur knapp über 2,-€/500-g-Glas.

    Arbeitslohn ist ja Außen vor.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Einen Schweizer Imker, der seinen Honig problemlos für 30€ das Kilo an seine private Kundschaft verkaufen kann, bringt diese Diskussion ins Grübeln. Auch in der Schweiz bieten Grossverteiler Honig für 5€ das Kilo an, die inländischen Honige verkehren allerdings auf dem gleichen Preisniveau wie beim Direkthandel bei den Imkern.

    Gibt es möglicherweise andere nicht erkannte Gründe, die für diese enorme Preisdifferenz dies und jenseits des Rheins ausschlaggebend sind? Die Hochpreisinsel Schweiz allein kann es wohl kaum sein.

    Dunkle Biene Mellifera Schutzgebiet Glarnerland (CH)

    CH Hinterbehandler im Bienenhaus

  • Was ist die Rechtsgrundlage dazu?

    Das steht sogar in den Links aus #111 die eigentlich das Gegenteil belegen sollten.

    Links vom BMEL.

    die inländischen Honige verkehren allerdings auf dem gleichen Preisniveau wie beim Direkthandel bei den Imkern.

    Hier auch. Fürstenreform DIB-Glas 7,00 Euro/500g in Billigregionen. In München etc. wahrscheinlich noch mehr, schätze ich.

  • Moin,


    ich finde man muss immer auf die Region und die "Imkerdichte" schauen. Klar in der Großstadt kann man immer andere Preise aufrufen, als auf dem platten Land.


    Hier auf dem platten Land haben wir eine recht hohe Imkerdichte, wir haben selbst bei uns in einer +- 15.000 Einwohnerstadt 14 Imker, wovon 2 Nebenerwerbsimker und 2 Vollerwerbsimker sind. Wir kommen hier nicht über 5 Euro das DIB Glas Frühtracht hinaus und selbst die Erwerbsimker verkaufen an Kollegen das Kilo Raps für 5 Euro/kg - mehr ist einfach nicht drin. Es ist einfach "zu viel" Honig für "zu wenig" Kunden am Markt, auch wenn man gerne mehr haben würde und müßte. Und wir sind froh, dass sich das Glas auf 5 Euro das Glas eingependelt hat, vor 3 Jahren waren wir noch bei 3,5 Euro das Glas.


    In der Großstadt haben wir auch andere Preise, obwohl selbst in Bremen ein "Großimker" das Glas Frühtracht für 5 Euro auf den Markt wirft. Es ist manchmal echt neidisch zu lesen, was manche andere Imker in "besseren" Regionen aufrufen können, aber "that´s life" und es kann nur besser werden :)

  • Einen Schweizer Imker, der seinen Honig problemlos für 30€ das Kilo an seine private Kundschaft verkaufen kann, bringt diese Diskussion ins Grübeln. Auch in der Schweiz bieten Grossverteiler Honig für 5€ das Kilo an, die inländischen Honige verkehren allerdings auf dem gleichen Preisniveau wie beim Direkthandel bei den Imkern.

    Gibt es möglicherweise andere nicht erkannte Gründe, die für diese enorme Preisdifferenz dies und jenseits des Rheins ausschlaggebend sind? Die Hochpreisinsel Schweiz allein kann es wohl kaum sein.

    Die Schweiz fährt bei landwirtschaftlichen Produkten meines Wissens nach einen hohen Protektionismus. Du darfst nur ein gewisses Kontigent als Importeur einführen, sofern du überhaupt die Erlaubnis bekommst. In der Erdbeersaison kommt, glaube ich, z.B. keine ausländische Erdbeere rein.


    Die Imker um München haben sicherlich ein nicht so preissensibles Publikum, wie die in Sachsen-Anhal - die Hochpreisinsel spielt immer eine (positive) Rolle!

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Im Vertrieb geht es um die Differenzierung zu den Marktbegleitern.

    Die zur Stärkeverzuckerung eingesetzten gentechnisch veränderten Enzyme sind nicht

    kennzeichnungspflichtig.

    Gilt aber für alle Honige.

    Gekaufter Sirup KANN mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen (GVO) hergestellt sein. Oder auch nicht. Muss ja nicht angegeben werden. - Wir wissen es nicht. - Es sei denn der Hersteller informiert freiwillig darüber.


    Bei selber angerührtem Bienenfutter kann man das sicher ausschließen. - Deshalb ist die Information "ohne Gentechnik" Mehrwert für den Kunden, keine Selbstverständlichkeit, und zulässige Differenzierung zu Marktbegleitern. Meine Sicht.


    Ein Siegel dafür ist alternativ. Ändert nichts an den Fakten, kostet aber Lizenzgebühr.

    Will man die Siegel verwenden, auf die du dort hinweist muss man sogar nachweisen können, dass auch bei vorgeschalteten Arbeitsschritten und verwendten Produkten keine GVO zum Einsatz gekommen sind. Das steht da drin in deinen Links.

    Genau. Was in Deutschland auch ganz leicht ist. Schau mal hier: „Ohne Gentechnik“-Siegel für Honig - Hier geht's zur VLOG-Homepage. Für Imker/innen belaufen sich die Kosten auf 50€ pro Jahr bis 50 Völker, darüber max. 350€ bis 1 Mio. Umsatz. Schau mal hier: Lizenzgebühren pro Jahr


    Und auf dieser Seite hier wird die rechtliche Seite differenziert durchleuchtet. Richtig kennzeichnen "ohne Gentechnik" Beim Punkt unzulässige Werbung mit Selbstverständlichkeiten heißt es:

    Zitat

    Die werbewirksame Angabe „ohne Gentechnik“ sollte Erzeugnissen vorbehalten bleiben, bei denen ein zusätzlicher Kontrollaufwand durch verfahrensmäßige Vorkehrungen bezüglich der Vermeidung gentechnischer Veränderungen plausibel gemacht werden kann.

    Die verfahrenstechnische Vorkehrung ist Zuckerwasser selber zu mischen, so kann der Einsatz von GVO sicher ausgeschlossen werden. Ergo, wäre die Kennzeichnung "ohne Gentechnik" für die Imkerei erlaubt, weil plausible Differenzierung.


    Und um wieder an den Faden anzuknüpfen: Den Mehrwert für den Kunden kann/darf/soll der Imker benennen. - Z.B. "Ohne Gentechnik", und 2€/500g mehr verlangen, wenn er Kunden hat, die dafür bezahlen.

  • ...

    Nettes Beispiel dazu: In Heidelberg verkauft ein Kollege seinen Honig in den lokalen Rewe-Märkten für über 10 € / 500 g. Frühjahrblüte & Co, wohlgemerkt. Deutlich teurer als der Honig hier sonst beim Imker kostet, auch bei mir. Da der Honig nach einem halben Jahr immer noch in den Regalen steht, wird er wohl auch tatsächlich für diesen Preis verkauft.

    ...

    Woher weißt du, dass der Honig dort tatsächlich stetig zu dem Preis verkauft wird und nicht einfach nur nach einem halben Jahr lediglich regelmäßig entstaubt immer noch dort steht? Dann wäre die nächste Frage, wieviel er als Erzeuger/Lieferant davon erhält oder daran anhand der allgemeinen Kalkulation verdient. >10€ bezahlt man ggf. bei Rewe an der Kasse, nicht an deinen Kollegen!

    Dieses Beispiel besagt gar nichts im Zusammenhang mit der durch den Vortrag anders aufgerollten Preisermittlungsdiskussion. Auch dafür gilt, dass der ausgeschilderte Verkaufspreis nichts darüber aussagt, dass auch zu dem Preis gekauft wird.


    Es gibt auch noch die kleinen Verkaufstricks und -strategien im Handel wie z.B. Regale regelmäßig umräumen, Sortimente komplett umstellen, verpackte Ware regelmäßig in den Kartons nach vorn oder an die andere Seite des Regals ziehen. Oder einfach den "Regionalhype" praktisch umsetzen, ob effektiv was dabei rumkommt, interessiert niemanden.

    Der besagte Honig wird lediglich für den Preis dort angeboten, mehr ist damit nicht bewiesen. Ich gehe eher davon aus, dass man solche Preise eher im exclsiveren Feinkostsektor oder eigenvermarktet erzielt, aber nicht bei großen Filialisten, die selbst auch ihren Anteil über EK verdienen wollen.