Der richtige Preis

  • Jaja, alles richtig. Aber wir agieren halt nicht im luftleeren Raum. Jeder der tatsächlich Honig verkaufen muß wird das ziemlich schnell selber merken ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Jaja, alles richtig. Aber wir agieren halt nicht im luftleeren Raum. Jeder der tatsächlich Honig verkaufen muß wird das ziemlich schnell selber merken ;)

    Und genau darum sind doch solche Vorträge so wichtig. Ich denke nicht, dass sich der Vortrag an die Handvoll Berufsimker richtet. Deine Konkurrenz die den luftleeren Raum füllt wird zumindest zum Teil auch aus Hobbyimkern bestehen. Vermutlich sogar zu einem recht großen Teil, da du guten, regionalen Honig verkaufst und nicht die flotte Biene für 1,99€. Wenn diese Hobbyimker ihren Honig irgendwann für 7 € statt für 3,50€ verkauft, dann bleibt auch dir mehr Luft zum atmen und du kannst deine Liebste öfter zum Essen einladen. Gerade der Hobbyimker hat doch da mehr Spielraum, weil er eben nicht diesen Zwängen unterliegt.

  • Moin,

    Warum soll es dem Imker besser gehen, als anderen „unterschätzten“ Berufsgruppen?


    Da fallen mir einige ein, die evtl. sogar noch wichtiger (kaum zu glauben) für's Gemeinwesen sind.


    Grüße Ralf

  • Ich finde das Video jetzt nicht berauschend, vor allem wegen den Beispielen, aber im Kern hat er ja recht.


    Marketing hat ja nichts mit luftleerem Raum zu tun. Das ist kein Selbstzweck und auch in der Lebensmittelbranche wichtig, gerade wenn man ein Produkt hat, dass sich nicht großartig von der Konkurrenz absetzen kann.


    Auch wenn ich Weizenmehl verkaufen müsste, würde ich mir ein gescheites Label entwerfen (lassen). Wenn ich dann über die Jahre nur ein paar Promille mehr oder teurer verkaufe, hat es sich schon gelohnt.

    Solche Maßnahmen tun nicht weh.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Als "Plausibilitätsmodell" taugt die in der Realität nicht vorhandene Analogie zu Apple auf jeden Fall.

    Andere Beispiele wären Leica, Rolex, Rolls-Royce, Montblanc etc. Die wissen, sie ein Bedürfnis wecken.

    Nur bezweifle ich, dass das in der gesamten Imkerschaft - rein von der täglichen Praxis - so machbar ist. Es ist nicht jeder ein Feingeist, begnadeter Schönredner und Alleinunterhalter, um dieses Bedürfnis reibungslos wecken zu können.


    Nicht weil man das Bedürfnis nicht mit überzeugendem Fachwissen übermitteln oder wecken könnte, sondern weil die meisten Imker eher schweigsam sind. Zumindest die, die ich bisher kennengelernt habe. Die fühlen sich eher belästigt und gestört, wenn sie zu viel reden müssen...


    Auch wenn der Vortrag evtl. nicht in allen Details nachweislich korrekt gewesen sein sollte, darum ging es auch gar nicht. Es ging einfach darum, das Prinzip der falschen Vermarktung oder die prinzipiell falsche Vermarktung in der Gegenüberstellung deutlich zu machen.


    Kurz: *prinzipiell* hat der Referent mit allem Recht!

  • Und gerade weil viele eher ruhige Gemüter sind, wäre ein regionales Dach-Label/Kartell für die Imkerschaft auch eine tolle Möglichkeit unter Ausschluss der Abfüller, aber das ist eine noch größere Utopie als ein Jeder-für-sich-Marketing zu betreiben. :/

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • rase, du erscheinst mir hier nicht mal De-Konstruktiv, sondern schlichtweg Destruktiv! Du suchst in diesem Thema Gründe, aber keine Lösungen.


    Dabei verstehe ich durchaus, dass du als Berufsimker vermutlich einen großen Anteil Honig an Wiederverkäufer statt an Endkunden verkaufst und damit natürlich nicht die hier diskutierten Endkundenpreis erzielst. Zumindest mir selbst geht es so, obwohl ich nur Nebenerwerb bin. Aber dafür spare ich für diesen Teil Honig auch Vermarktungskosten. Dennoch sind hohe Endkundenpreise auch für die Wiederverkaufer-Preise sehr förderlich und daher wünschenswert, sollten es doch für dich noch viel eher sein?


    Die Honigpreise sind wie viele andere landwirtschaftliche Produktpreise viel zu niedrig, darin besteht doch auf Produzentenseite weitgehend Einigkeit.


    Bei Zuckerrübe & Co liegt es vor allem am Weltmarkt und der einseitig auf billigste Endkundenpreise ausgelegten Globalisierungspolitik. Im Bereich der 20% des Honigmarktes, in dem wir Imker uns bewegen, liegt es aber vor allem an den Imkern selbst!


    Die Direktverkaufs-Preise sind hier vor allem deshalb niedrig, weil viele Freizeitimker aus verschiedenen Gründen ein völlig unterentwickeltes unternehmerisches Denken und Preisbewusstsein haben. Die meisten sind halt Bienenhalter, keine Verkäufer.


    Hinzu kommt, dass alle Vereine, Verbände und Imkerzeitschriften vor allem an möglichst vielen Imkern interessiert sind. Hallo? Mehr Imker ist mehr Honigangebot ist....genau...da war doch was mit viel Angebot und Preis...!


    Was machen all' diese Vereine und Verbände und Zeitschriften aber mit den vielen Imkern? Gefühlt gibt es hundert Mal im Jahr die selben alten Artikel und Vorträge und Schulungen über Beutensysteme, Kerzengießen Ablegerbildung wie in den 100 Jahren zuvor, aber praktisch nie Schulungen zu Verkauf, Marketing. Und wenn doch, dann nur immer auf der Unterseite, bei den Mindestpreisen auf Kostenbasis. Nie an der Oberseite der Möglichkeiten. Die Titel lauten dann regelmäßig "was muss ich mindestens verlangen" aber nicht "wie kann ich möglichst viel verlangen".


    Es werden blind Imker produziert ohne auch dafür zu sorgen, dass sie danach auch wirtschaftlich weiter kommen und sich nicht gegenseitig parasitieren.


    Also bleiben die Preise niedrig.


    Und jetzt kommt mal einer, der was macht und was will, nämlich das Bewusstsein und die Motivation für höhere Preise wecken. Vielleicht macht er nicht alles richtig, aber er macht was! Und was ist? Diskutiert wird nicht über das Ziel des Vortrags, sondern über seine Fehler.


    Es wird nicht gesagt, toll die Absicht, aber hier könnte man noch dies oder das verbesssern, das würde ich so machen, dann erreicht man das Ziel besser usw. Nein, stattdessen wird nur wieder gemäkelt, was er fasch macht, sich an Nebensachen aufgehängt und als Fazit gegeben: Das geht eh nicht. Punkt.


    Ich habe den Eindruck, einige hier suchen keine Lösung, wollen vielleicht auch keine. Stattdessen suchen sie nach Gründen, damit sie nichts ändern müssen. Und bezweifeln, dass der Eggers selbst so handelt, wie er es postuliert.


    Zumindest das müsste sich doch einfach überprüfen lassen? Einige hier werden doch in der Nähe wohnen. Besucht ihn doch mal, schaut euch an, wie er auf seinen Marktständen verkauft, in seinem Laden. Geht hin und kauft mal ein Glas und versucht zu handeln und schaut, ob er wirklich den Preis hält oder einknickt. Ich wette aber, aus eigener Erfahrung, dass er dort sehr viel Honig mit genau den Preisen verkauft, die er auch auf der Website angibt.


    Ich wundere mich wirklich, was alles an Negativem in diesen Vortrag hineininterpretiert wird.


    Für mich ist die Aussage: Der Honigpreis ist zu niedrig. Weil zu wenig Produzentenstolz und total ungeschicktes Marketing. Er will dazu motivieren, sich an den Erfolgreichen zu orientieren und mal was zu wagen, es mal so oder so ähnlich zu machen. Der Vortrag sagt nicht wirklich, der Honig muss 269 EUR kosten, er sagt auch nicht, ihr müsst den Preis von 4 auf 8 EUR erhöhen.

    Sondern er sagt: Der Preis und das Imkermarketing haben überall im Land Luft nach oben, sehr viel Luft, nutzt sie! Ihr könnt nur gewinnen, nicht verlieren.


    Er sagt: Denkt mal darüber nach!


    Doch genau das tun einige schon wieder nicht. Stattdessen suchen sie nach Gründen, warum der Vortrag Mist ist und die Absicht Blödsinn.

    Wohlgemerkt: Wir sind in einem Imkerforum!

  • Die Honig aus der Ukraine oder Rumänien ist keinen Millimeter schlechter als unsere, schmeckt genauso gut, kostet aber weniger als ein Drittel. Schöne Etiketten und Geschichten mit Emotionen erzählen kann der Handel auch.

    Hi,


    wenn wir als Imker schon denken das andere genauso gut sind, wieso sollte der


    Kunde etwas anderes denken? Genau diese Denke müssen wir ändern.


    Wir produzieren etwas besonderes. Eben weil es aus Nachbars Garten kommt,


    eben weil wir unseren Bienen jeden Abend gute Nacht sagen, oder eben weil


    wir dafür sorgen das die Bestäubung funktioniert, oder eben aus welchem


    Grund auch immer.


    Rechnungen bezahlen müssen, ein volles Lager, oder der gestiegene Preis


    von Bienenfutter sind sehr schlechte Argumente beim Kunden.


    Das interessiert ihn nicht. Ihn interessiert sein Vorteil. Selbst wenn es nur


    ein gefühlter oder ein eingebildeter sein sollte.


    Gruss Joachim

  • Also MEIN Honig ist besonders weil er

    (Und jetzt nicht verglichen am Weltmarkt, sondern Europäisch...)

    • Regional erzeugt und vermarktet wurde und damit
      • Die Regionale Wirtschaft stärkt
      • Die regionale Bestäubung sichert
      • (hoffentlich irgendwann) Dazu beiträgt das ein weiterer kleinbäuerlicher Betrieb existenzgesichert wirtschaften kann (und somit diese Flächen nicht auf dem Markt für "Konzerne" oder Großbetriebe verschwinden)
      • Durch kurze Transportwege die Umwelt schont
    • Trotz hoher Personalkosten in DE produziert wurde
    • Sich der regionale Käufer auch bei mir umschauen darf und kann
    • Der Kunde bei mir probieren darf

    Geschmacklich ist der selbstverständlich kein bisschen anders als ein andere guter Europäischer Honig. Aber Ehrlich. Wie sind den die Honigpreise in anderen Europäischen Ländern? Wenn ich mich recht erinnere ist bei uns der Preis eher niedrig. Warum?

    Mentalität? https://www.imker-pippir.de/wi…rf-ein-glas-honig-kosten/ - Alleine die Frage

    "Wieviel darf ein Glas Honig kosten" sagt doch schon alles! Da wir dem kleinen Imker eingetrichtert, das er gegen Aldi anstinken soll! Das ist so wie wenn du dem Schmacher-Meister sagst er soll gegen Deichmann anstinken. Das wird nix! Das ist ein andere Markt!

    Wir Imker in DE haben vermutlich - mit wenigen Ausnahmen - die höchsten Produktionskosten.
    Warum machen wir uns den Preis selber kaputt?

    Ich verstehe es nicht. Ich nehme aktuell für "sticknormalen" Blütenhonig 7€ für 500g ("Einführungspreis"..)und ich fühle mich wie ein billiges Flittchen. Ich habe auch ein paar Kilo im Kreis der Familie und Freunden verschenkt. Nächstes Jahr geh ich direkt hoch, und verschenkt werden dann nur noch 50g Gläser.

  • Moin,

    außer das mit dem "kleinbäuerlich" trifft so ziemlich auf jede hier ansässige Firma, einschließlich VW und Daimler zu.

    Damit lockt man doch keinen Kunden hinterm Ofen vor. Besonders diejenigen, die evtl. selbst prekär bezahlt werden, schon gar nicht.

    Grüße Ralf

  • So kommt man, wenn man es auf die blanken Zahlen runterbricht nur auf endlose nicht enden wollende Diskussionen

    Falsch. Man muss seine Grenzen kennen um sie einhalten zu können. Das ist bei jeder Kalkulation so.

    Zumindest momentan kommen die meisten Kalkulationen auf ein Ergebnis, dass über dem verlangten Preis liegt. Vielerorts sind ja nichtmal diese kalkulierten Preise zu erreichen.


    Positive Eigenschaften herrausstellen ist sicher gut und notwendig. Dies durch Herabsetzung anderer Anbieter oder Waren zu machen ist mindestens fragwürdig. Auf der Internetseite des Referenten ist das aber überall zu finden.

  • wenn wir als Imker schon denken das andere genauso gut sind, wieso sollte der


    Kunde etwas anderes denken? Genau diese Denke müssen wir ändern.

    Eben nicht. Wir müssen es wissen. Wir müssen es nicht publizieren und breittreten, aber wissen.

    Nur so kann man die kleinen Unterschiede und Vorteile erkennen und herausstellen.

    Nur so kann an sich selber vor Falschaussagen schützen.


    Gerade das DIB-Label ist Jahrgang 1954

    Mit solchen Falschaussagen machst du dich angreifbar. Das hilft niemandem. Es gibt wohl Bestandteile des Etiketts aus dieser Zeit (und das wohlüberlegt), aber es ist ganz und gar nicht die letzte unveränderte Version.

  • Auf der Internetseite des Referenten ist das aber überall zu finden.

    und einfach jeder hat ne Leiche im Keller versteckt. Ob dem auch wirklich immer so ist, also was er so bewirbt...?

    Dieses zeigen mit einem Finger in die Runde mag ich überhaupt nicht.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen