Der richtige Preis

  • Wieso falsch - die 2 Euro Unterschied zu 2000 € (in 10 Jahren) sind doch dem Abrunden geschuldet!

  • Die Kalkulation sagt mir, wo meine Selbstkosten liegen.


    Der Markt sagt mir, wie mein Produkt nachgefragt ist und welchen Preis ich, falls ich es an den Markt bringe erzielen kann.


    Nun kann ich Überlegungen anstellen, die zu verschiedenen Ergebnissen führen können:

    -ich erkenne eine Chance einen Preis zu erzielen, bei dem ich einen vernünftigen Ertrag erziele

    -ich kann zwar einen Preis über meinen Selbstkosten erzielen, aber lukrativ ist die Sache nicht.

    -ich kann einen Preis in der Kategorie meiner Selbstkosten erzielen, ich verdiene nichts.

    -ich kann mit dem erzielbaren Preis meine Selbstkosten nicht decken.


    Je nachdem wie die Analyse ausfällt, gibt's mehrere Möglichkeiten

    -ich unternehme etwas um meine Selbstkosten zu senken

    -ich lege die Sache zu den Akten

    -ich mach's, weil's mir Spaß macht (ein Hobby darf ja etwas kosten)

    -ich versuche den Markt zu beeinflussen. Ich mache Marketing. Marketing kann man übersetzen mit "Markt tun / Markt machen / Markt gestalten)".

    Das ist m. E. die einzige Möglichkeit, für den Imker zu auskömmlichen Preisen zu kommen und da gibt's zumindest für den kleineren Imker viele Möglichkeiten, die er selbst gestalten kann. Z. B. im Bereich Öffentlichkeitarbeit, Kundenbeziehung, Marktaktivität, attraktive Aufmachung der Verpackung und Präsentation etc.

    Der größere Imker kann das nur bedingt leisten er ist nicht in der Lage, zu jedem einzelnen Kunden, der gelegentlich ein Glas Honig kauft eine persönliche Beziehung aufzubauen. Er ist erheblich mit auf die Arbeit der Verbände angewiesen und da gibt's meiner Meinung nach noch Verbesserungspotenzial. Die meisten Leute mit denen ich neu mit dem Thema Honig ins Gespräch komme, sehen den Unterschied zwischen meinem Honig und dem "Honig aus EU-Ländern und nicht EU-Ländern" im wesentlichen in der Preisdifferenz. Dieses zu verändern ist erfolgreicher, als der Versuch, die Selbstkosten zu senken.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Ich finde, da sind schon einige interessante Denkansätze dabei. Wobei Apple-User natürlich auch nicht die beste Vergleichsgruppe sind. Die handeln ja sehr irrational.

    Ich glaube genau darum geht es ihm! Da ist nix rational!
    Wer ein Glas Bio-Honig 250g für 6,00 € (Das sind 24€/kg!!!!) kauft, macht das nicht aus rein rationellen Gründen!
    Hier kauft man ein Lebensgefühl! Eine Idee! Aus Sympathie zum Erzeuger, weil der direkt um die Ecke ist! Aus Öko-Überzeugung.... Da gibt es wenig bessere Beispiele als Apple!


    Der rationelle geht in den Supermarkt und kauft dort Deutschen Honig für 5-6€ für 500g...

    Der Sparfuchs ... reden wir nicht drüber, zu weit weg von unserer Zielgruppe....

  • Den Kauf von Apple-Produkten würde ich jetzt nicht als grundlegend irrational betiteln. Da geht es sicherlich nicht nur um ein Lebensgefühl, z.B. gab es lange Zeit Designsoftware nur für Mac-Produkte. Ich fahre ein eher bodenständiges/praktisches Auto, spreche aber keinem die Rationalität ab, weil er gerne S-Klasse oder einen M6 fährt.


    Das der Bio-Honig nachhaltiger als konventioneller Honig ist, glaube ich nicht, bei anderen Bio-Produkten sieht es anders aus.


    Mit gutem Marketing kann man ein Produkt, dessen Inhalt sich im Großen und Ganzen von den Wettbewerbern nicht unterscheidet, teurer verkaufen, jedoch kommt das einerseits auch immer auf die jeweilige Region an und andererseits auf das gesamte Marktumfeld dieses Produktes. Wenn der "Deutsche Honig" im näheren Umfeld bzw. der Region deutlich günstiger vertrieben wird, ist das natürlich problematisch.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Hier findest du eine Preiskalkulation vom Bieneninstitut Kirchhain:

    https://www.lvbi.de/wp-content…_1_kg_Honig_100930_1_.pdf


    Die Kalkulation ist schon etwas älter. Die Preise haben da (recht deutlich) angezogen.

    Demnach könnte ein mittelmäßiger Hobbyimker also 1,75 € pro Glas nehmen und wäre kostendeckend. Gut, wenn die Preise angezogen sind dann eben 2 € pro Glas.

  • Das der Bio-Honig nachhaltiger als konventioneller Honig ist, glaube ich nicht, bei anderen Bio-Produkten sieht es anders aus.

    ... und weil es in diesem Faden um Marketing geht... also darum was der Kunde denken soll, und nicht darum, wie der "konventionelle Marktbegleiter" über Bio-Imkerei denkt...


    ... schau mal wie Chrisitan Eggers sich als ehemaliger "konventioneller Imker" nun als Bioloand-Imker positioniert... Bienen würden Bio kaufen!

    Wer ein Glas Bio-Honig 250g für 6,00 € (Das sind 24€/kg!!!!) kauft, macht das nicht aus rein rationellen Gründen!

    Wenn du in seinem Shop stöberst, dann werden für Presshonig knapp 60€/kg aufgerufen. Für Wabenhonig, Tropfhonig, und manche Sortenhonige zwischen 35-40€/kg.

  • Den Kauf von Apple-Produkten würde ich jetzt nicht als grundlegend irrational betiteln. Da geht es sicherlich nicht nur um ein Lebensgefühl, z.B. gab es lange Zeit Designsoftware nur für Mac-Produkte. I

    Sorry, aber ich bin da gänzlich anderer Meinung. Vor 10/15 Jahre war das noch so, das Grafiker und Konsorten effektiv einen Mac benötigt haben. Das ist aber lange vorbei. Auch die kaufen nur noch aufgrund der emotionalen Bindung Apple. Und wenn du mehr als nur ein Einzelkämpfer bist - also vernetzen musst - so richtig mit Server - ist das Apple Zeug echt ne Plage. Aber Es gibt ja Dropbox...<X


    Demnach könnte ein mittelmäßiger Hobbyimker also 1,75 € pro Glas nehmen und wäre kostendeckend. Gut, wenn die Preise angezogen sind dann eben 2 € pro Glas.


    Irgendwas stimmt an der Kalkulation nicht. Oder mehreres. Alleine die 22 Cent pro km sind zu wenig. Dann ist die Anzahl der km zu niedrig.
    Die Beuten sind zu günstig angesetzt (also mit benötigter HR-Anzahl)
    Anhänger bauchst eigentlich auch noch.

    10€ für Bürobedarf ist ein Witz!

    Fortbildung und Zeitung ist viel zu niedrig!

    Lagerraum wird auch nicht berücksichtigt. Ich zahle für meine Garage hier rund 1000€/Jahr!

    Der Lohnansatz ist ein Witz - also auch die 7,50€/h

    Als Stundensatz sollten da nicht 0 - 7,50 "vorgeschlagen" werden sondern 10 / 20 / 30 / 40 €/h....

  • Bin da gänzlich anderer Meinung Rene.

    Und wenn du mehr als nur ein Einzelkämpfer bist - also vernetzen musst - so richtig mit Server - ist das Apple Zeug echt ne Plage.

    Wenn du als einziger Mac user in die Windows Landschaft kommst bestimmt. Wenn du als Windows Nutzer im Mac/Linux Netzwerk bist ist die Plage aber jemand anders.


    Hier geht es meiner Meinung nach überhaupt nicht um Apple. Klar haben sich die Zeiten in den letzten 10 Jahren arg geändert. Aber Honig und Apple finde ich marketingmässig schon sehr weit auseinander.


    me.

  • Okay, der Auftritt von Eggers ist z.T. sehr polarisierend. Ich finde es gut, dass er den Honig zu den Preisen los wird, allerdings finde ich manche Passagen auf seiner Webseite nicht fair bzw. ehrlich. Das hilft dem Dialog nicht.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Die Apple-Produkte sind nach wie vor "state of the art", wenn auch die Innovation deutlich nachgelassen hat. Das geht über die Verarbeitung, Design bis hin zur Bedienbarkeit. Natürlich ist das Marketing grandios, aber es gibt in jedem Sektor, wo sie etwas anbieten, kein Produkt was aus meiner Sicht besser ist - maximal auf Augenhöhe.


    Letzten Endes ging es mir um die mehrfach genannte Aussage, dass der Kauf eines solchen Produktes irrational wäre, also mit logischem Denken nicht vereinbar ist. Das sehe ich nicht so. Und natürlich hinkt der Vergleich zu einem Produkt wie Honig.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Er ist erheblich mit auf die Arbeit der Verbände angewiesen und da gibt's meiner Meinung nach noch Verbesserungspotenzial. Die meisten Leute mit denen ich neu mit dem Thema Honig ins Gespräch komme, sehen den Unterschied zwischen meinem Honig und dem "Honig aus EU-Ländern und nicht EU-Ländern" im wesentlichen in der Preisdifferenz. Dieses zu verändern ist erfolgreicher, als der Versuch, die Selbstkosten zu senken.

    Das ist ein wichtiger Punkt. Allein mit dem Totreiten des alten Kamels "Qualität" lockt man niemand mehr hinter dem Ofen vor.

    Sollte man wirklich noch einen weiteren Teil des Marktes für sich verbuchen wollen, braucht es einen innovativeren Auftritt, der auch gerne mal die Gefühlsebene, die ja für Kaufentscheidungen nicht ganz unwichtig ist, anspricht.

    Was mir persönlich ein Schulterzucken entlockt, ist die unsachgemäße Überhöhung von Honig, wie im Vortrag gezeigt. Die Aufmachung und Tiegelchen erinnern mich eher an die Drogerieabteilung.

  • Ich werfe mal noch ein paar naive Zahlen in den Raum.


    Angenommen:

    - man möchte vom Honig leben

    - man kann 200 Völker ohne Hilfe betreuen

    - man erzielt im Schnitt 35 kg Honig pro Volk und Jahr.

    - man hat 200 € Abschreibung und laufende Kosten pro Volk und Jahr

    - keine Schulden


    Kosten zum Leben:

    - 200 € Krankenversicherung pro Monat

    - 400 € Altersvorsorge pro Monat

    - 500 € Auto pro Monat

    - 1500 € Nettolohn pro Monat

    - 1500 € Einkommenssteuer pro Monat (ich weiß, das ist viel weniger, aber das Thema ist kompliziert zu berechnen und ich habe garantiert woanders noch Kosten vergessen)


    Macht ziemlich genau 50.000 € "Kosten zum Leben" pro Jahr.

    Das heißt bei 200 Völkern brauchen wir einen Deckungsbeitrag von 50.000 € / 200 Völker = 250 € pro Volk und Jahr


    Bei 35 kg Honig pro Volk und Jahr ergibt das 250 € / 35 kg = 7,15 € / kg