Der richtige Preis

  • Ich lade herzlich dazu ein, diese Liste zu erweitern und/oder die Pro- und Contraargumente zur Diskussion zu stellen.

    Im Kern appeliert der Vortrag an den Stolz des Imkers für sein Produkt, und für mehr Marketing. - Die positiven Aspekte des eigenen Honigs herauszuarbeiten. - Allen voran: Die (tatsächliche) Einzigartigkeit jeder einzelnen Charge, Regionalität, Bestäubung und Wert für die Gesellschaft.

    Wenn das Video es schafft, Imker dazu zu bewegen, ihren Honig höherwertiger anzubieten, tut es seinen Zweck.

    :thumbup:

    Konstruktiv daran arbeiten, dass unser Produkt die Wertschätzung erhält welche sie auch verdient!

    :thumbup:

    Es gibt bei Facebook immer mal wieder Werbung von so Motivationsberatern, die mit einem Mercedes am Strand stehen und mir sagen wollen, dass auch ich so etwas schaffen kann. Dieser Vortrag erinnert mich recht stark daran.

    :thumbup:


    Ich denke, der Vortrag stößt deswegen auf (emotionalen) Widerstand, weil die Forderung nach mehr Marketing am Beispiel Apple aufgehängt wird. - Imkerei (und Honig) steht zu aller Erst für Bodenständigkeit, Naturverbundenheit, und Regionalität. - Apple irgendwie... für alles andere, aber nicht dafür.


    Apple einfach nur zu kopieren ist zu wenig. - Die eigene Authentizität steht im Mittelpunkt des Marketings.

  • Nun, mir hat das Video gefallen. Die Parodie mit dem iHonig auf die iWatch (etwa ab 28:05) fand ich richtig vergnüglich.


    Cheers

    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • ...samma geht‘s noch! 🙄

    ja, geht noch.

    Wenn die Voraussetzungen und Annahmen falsch sind, erreicht man das Gegenteil des Gewünschten. Gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht.

    Das Bestreben ist lobenswert, aber Honig ist keine Apple Watch. Für das Honigglas schläft und friert keiner vorm Laden.

    Wenn ich einen unrealistischen Preis festlege, sagt mir der Markt sehr wohl, was er davon hält.

    Hier würden in jedem Fall die Umsätze stark zurück gehen; der Gewinn ab einem Kippunkt auch, der etwas höher liegen dürfte. Beides aber sicher drastisch. Dann wird plötzlich nur noch 10 % des verkauften Honigs in Deutschland produziert. Für den entsprechenden Gewinn muss dann der Preis plötzlich fast doppelt so hoch sein. Das wird eine Spirale.

    Es funktioniert einfach nicht so einfach wie dargestellt.

  • Ich denke, der Vortrag stößt deswegen auf (emotionalen) Widerstand, weil die Forderung nach mehr Marketing (...)

    Das finde ich eigentlich das positive am Vortrag :)


    Auf Widerstand stößt bei mir, das er seinen Aufruf für richtiges und wichtiges Handeln auf zwei grundfalsche Aussagen stützt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Trotzdem hinkt der Vergleich mit Apple. Die Darstellung, daß man mit kostengünstigen Autos genauso trocken von A nach B kommt ist für mich schlüssiger. Bei Apple ist es ja so, wenn man sich mal nicht auf die watch versteift, daß diese Geräte eben deutlich länger im Gebrauch sind als andere Produkte, die vergleichbare oder größere Pixel-oder Bit-Zahlen vorweisen. Wenn also ein Gerät doppelt so lange hält oder genutzt werden kann als ein anderes, kann es ruhig doppelt so teuer sein. Außerdem investieren einige Leute ( alten Männer ) gerne in Geräte, bei deren Gebrauch nicht davon ausgegangen wird, daß dies ihr Hobby ist, sondern zur einfachen Nutzung bestimmt ist ohne ständig irgendwelche Sekurityprogramme laden zu müssen oder Dienstprogramme von Deiner älteren Ausgabe von Computerbild um irgendwas öffnen oder machen zu können was nötig ist. Manches davon zu einem ordentlichen Preis. Wenn ich das Bedenke und überlege, was mir das Wert ist, sorry, aber dann sind die meisten Apple-Produkte noch viel zu billig.
    Wenn ich jetzt zum Schluß schreibe, daß die Fixierung auf den günstigsten Preis nicht zielführend ist und daß Imkern mehr ist als Honig zu erzeugen, dann ist alles gesagt, was im Vortrag gesagt wurde. Ich hoffe doch, das war nicht der Vermarktungsvortrag in Donaueschingen für dessen Verbilligtem Livegenuß ich fast noch Mitglied beim BDIB geworden wäre.
    Das ist einfach zu wenig Inhalt bei zu viel Show.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Das Aldi-Sonderangebot macht alles kaputt. Da sieht man im Kundengespräch am Marktstand alt aus. Deshalb bin ich zufrieden wenn ich zwischen 5-8€ für 500g, je nach Sorte in der Selbstvermarktung bekomme. Bei Verkauf an Händler die ihn unter meinem Label verkaufen 4€. Verkauf im Eimer, maximal 4,5€/kg. Aber ich muss davon nicht leben. In der DDR zahlte Vater Staat kostendeckende Preise, nur konnte man sich dafür nicht alles kaufen. VG Jörg

  • […] Die eigene Authentizität steht im Mittelpunkt des Marketings.

    Ich persönlich denke, dass ist der beste Rat den man allen Imkern geben kann, wenn es um die eigene Vermarktung geht. hornet hat das zu Beginn ja auch recht schön zusammengefasst. Wir verkaufen auf einem speziellen Markt, den wir alle selber gestalten können.


    Die eigene Authentiztät ist der Schlüssel für ein vertrauenswürdiges Produkt, für die Abgrenzung zu den 'aus EU und nicht EU Ländern' und für den Auftritt und die Gestaltung unserer Produkte.

    Ich denke, mit seiner eigenen Homepage zeigt er am besten was er eigentlich sagen wollte: https://www.honigmanufaktureggers.de/manufaktur/

    Genau. Nur ist das halt sein Weg und nicht DER Weg. Da finde ich dein Argument der Authentizität wichtig und gut.


    me.

  • Stimme ich nicht zu. Jedenfalls geht es denen ( und damit eben auch mir ) nicht nur um den geringen Preis im Sonderangebotsheftchen. Damit sind wir Apple-Nutzer ja wieder ganz weit vorn.

    Mit vielen lieben Grüßen und einem IPad-Mini

    Wolfgang, bleibt vorsichtig

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Um herauszufinden, was der Honig kosten muss, muss man doch vorher wissen, was man erreichen möchte, oder?


    Angenommen man möchte, dass das Hobby nach 10 Jahren auf Null raus kommt.


    Angenommen man hat 1500 € Investitionskosten pro Volk und die Sachen halten 10 Jahre. Macht 150 € pro Volk und Jahr. Als laufende Kosten gibt es Futter, Wachs, Varroabehandlung ... sagen wir 50 € pro Volk und Jahr?


    Man müsste also 200 € pro Volk und Jahr erwirtschaften um auf Null zu kommen. Wieviel der Honig kosten muss, um das zu erreichen, hängt doch jetzt von der Honigmenge ab, oder?


    Ich glaube 30 kg pro Volk und Jahr ist, um auf der sicheren Seite zu liegen, nicht verkehrt. Also 200 € / 30 kg = 6,6 € / kg


    Gegenrechnung: 30 kg / Jahr * 6,6 € / kg * 10 Jahre = 1998 €


    Wo liege ich falsch?

  • Hier findest du eine Preiskalkulation vom Bieneninstitut Kirchhain:

    https://www.lvbi.de/wp-content…_1_kg_Honig_100930_1_.pdf


    Die Kalkulation ist schon etwas älter. Die Preise haben da (recht deutlich) angezogen.