Der richtige Preis

  • Grundsätzlich bin ich vollkommen bei dir, was die Schizophrenie der Gesellschaft angeht, aber Eigentum verpflichtet ja auch nach Art. 14 II GG.


    Das Problem ist meiner Meinung nach, dass viele Landwirte durch die Politik und ihre eigene Lobbyorganisation (DBV) seit dem Ende der goldenen Zeiten (Garantien und Quoten) allein gelassen wurden. Stattdessen hat man mit angesehen, wie die Einzelhandelsriesen und große Molkereien die Schrauben immer enger drehten und den Leuten was von "wachse oder weiche" erzählt.


    Der Ausverkauf der ehemaligen DDR-Agrarflächen hat zusätzlich im Osten die Entstehung der Großbetriebe begünstigt, was zusätzliche Verwerfungen auf dem Land mit sich gebracht hat.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Moin, moin,


    Apple überzeugt mich überhaupt von gar nichts mehr. Der Einstieg ist für mich schon negativst besetzt. Keines von den Geräten kann ich bedienen, und der Klappappel meiner Frau kann seit einem Update nicht mehr drucken. Sie muss mir die Dateien als pdf oder als Worddatei abgespeichert als Mail schicken, auf mein deutlich billigeres und älteres Klappfenster und dann kann ich sie öffnen und drucken. Ein Rechner, der über 1000 Euro gekostet hat, sollte das alleine können. Kann er nicht. Ist auch nicht wieder hinzukriegen. Dafür kann er schöner singen und hat eine beleuchtete Tastatur.

    Meinen Honig halte ich für ein deutlich seriöseres Produkt.


    Gruß Clas

    da läuft der dann wohl mit Windows ...

    Das ist nicht so gut, habe ich mir sagen lassen (?)

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • In der DDR gab es einen festen Preisfür das Kilo, mit dem der Imker rechnen konnte.

    Ich finde an dieser Stelle interessanter, was heute gilt.

    Der Honigpreis ist hierbei nur ein (wichtiger) Punkt.


    Ein weiterer Punkt sind zusätzliche Produkte, die genutzt werden können und wo sich jeder vielleicht eins bis drei Sachen je nach Belieben heraussuchen kann, um die Ertragskraft je Bienenvolk zu steigern. Warum sollte man das komplett wegwerfen?
    (...)
    Das alles ist natürlich ebenfalls Arbeitszeit, aber vielleicht ergeben sich hier zusätzliche Einnahmemöglichkeiten. Warum nicht auch diese nutzen?

    Da sind jetzt aber ganz schön viele Ideen dabei, die eine ganz schön hohe rechtliche Anforderungshöhe haben

    Da würde ich dem Rat von ChrisAusEssen folgen,

    s. unter den Zitaten

    , die sich alle selber herstellen... (und vermarkten).

    Da hast du meinen Beitrag nicht komplett gelesen.

    Arzneimittelgesetz, Kosmetikverordnung, Detergenzienverordnung, ....es gibt Leitplanken, die einen fix wieder auf den rechten Weg zurückführen. Der da heißt: Du sollst Dich nicht in die Geschäfte der Industrie einmischen!

    Sobald allerdings Industrieinteressen berührt werden, greifen 1000 Regularien, die das verhindern, s.o.

    Das sind mMn destruktive Aussagen.


    Wenn es an dieser Stelle weiterhin darum gehen soll, wie man als Imker vielleicht doch die schwarze Null erreichen oder sogar einen Gewinn erwirtschaften kann, hilft es m.E. nicht weiter zu sagen:


    "Es geht nicht, weil iss so".


    Bedenken äußern ist gut, wenn sie konstruktiv sind - aber bitte nicht nach dem Motto: "Es passt nicht in meine Meinung/mein Weltbild, es könnte Vorschriften geben die das verhindern, oder es ist vielleicht verboten, oder die böse Industrie, oder es gibt so viele Hürden, deswegen versuche ich gar nicht erst, vielleicht den ein- oder anderen Euro zusätzlich zu verdienen".


    Wenn ich etwas verkaufe, gibt im größeren Rahmen denke ich immer die Betriebshaftpflichtversicherung, die man dann abschließen sollte. Und:


    Egal was ich tue, selbstverständlich muss ich mich informieren, welcher rechtliche Rahmen für mich gilt und wie ich es anpacken kann. Das gilt aber mehr oder weniger für alles andere auch - im Zweifel bin ich verantwortlich.


    Es geht mir hier erst einmal noch nicht um diesen großen Rahmen.


    Sondern für sich im Stübchen mal was ausprobieren - das fällt noch nicht darunter.


    Ich habe also noch keine Met-Fabrik und keinen Kosmetikprodukte-Vertrag mit Douglas oder so, sondern ich möchte erstmal zwei drei Stücke Seife nur für mich herstellen oder ein paar Liter Met.


    Wenn das dann gut funktioniert, komme ich vielleicht auf die Idee, einen Kasten Met, zwei Stück Seife und drei Kerzen auf einem Weihnachtsmarkt zu verkaufen. Neben meiner Nachbarin, die Waffeln am Waffelstand für einen Euro das Stück verkauft und auch gewisse Regularien zu erfüllen hat.


    Was ist jetzt die unüberwindbare Hürde, die verhindert, dass ich mir ein paar Euro dazuverdienen kann?


    Wo ist die Markteintrittsbarriere bei Bienenwachskerzen?


    Was spricht gegen Propolis-Tropfen, Honig-Seife, Lippenbalsam - eine Frage der richtigen Kennzeichnung Nach INCI/ EU-Verordnung, da muss man sich informieren wie das geht?


    Werkzeugwachs - kenne ich keine Marktbarriere, um einen Wachsklumpen zu verkaufen, mit dem ein Tischler seinen Hobel einreibt.


    Ableger- und Königinnenverkauf - dito


    Bienenvölker verleasen / Vermieten - dito


    Honig-Bonbons - sehe ich erst einmal keinen Unterschied zu anderen selbstgemachten Lebensmitteln. Ich muss die Allergene und kennzeichnungspflichtige Bestandteile draufschreiben und brauche eine Arbeitsumgebung, in der ich Lebensmittel herstellen darf - das ist bei der Herstellung von Honig bereits gegeben oder?


    Met - habe ich einen >>alten Thread<< gefunden, ob das so noch gilt?


    Ich weiß, es gibt die steuerliche Regelungen, Regelungen ab wann man ein Gewerbe anmelden muss, Stichworte u.a. Produkte aus der ersten Stufe ("Urprodultion") oder ab der zweiten Verarbeitungsstufe. Aber auch hier gibt es soweit ich gelesen habe eine "Unerheblichkeitsschwelle" bis 10 Prozent.


    Man bekommt in diesem Markt denke ich nichts geschenkt, man muss etwas dafür tun, und es ist zu Anfang ein Haufen Arbeit, sich die ganzen Informationen zu beschaffen.


    Doch warum soll ich nicht mit zwei Stück Seife oder eine Tüte Honig-Bonbons verkaufen anfangen? Erstmal was machen und dann Stück für Stück da reinwachsen, dass es mit dem kleinen Zusatz-Obolus funktionieren kann? Und das Jahr darauf vielleicht 10 Stück Seife und 10 Tüten Honig-Bonbons?


    Ich für mich bin imkereitechnisch noch sooo weit am Anfang. Ich muss noch sooo viele Infos einholen. Über "wie rühre ich den Honig cremig in die richtige Konsistenz (das empfinde ich momentan als Wissenschaft für sich)", über andere Arten der Königinnenzucht und Völkervermehrung usw. - aber im Frühjahr 2022 plane ich, meine ersten Jungvölkchen zu verkaufen. Und diesen Winter mal Met machen und ein paar Stück Honigseife zum beides Verschenken.


    Das hilft alles mit, Imkerei auch finanziell vielleicht irgendwann lohnenswert(er) zu machen, auch wenn "Lehrjahre keine Herrenjahre" sind, denn dafür fehlt es an Wissen und an Erfahrung.


    Weswegen ein Austausch über Möglichkeiten des Zuverdienstes in diesem Rahmen m.E. eine gute Sache ist, so dass der Verdienst pro Bienenvolk vielleicht auf ein besseres Niveau steigen könnte, als er bis dato ist.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Hi Matthias,


    bei einigen Punkten kann ich dir aus Erfahrung sagen was Sache ist.

    Ich habe also noch keine Met-Fabrik und keinen Kosmetikprodukte-Vertrag mit Douglas oder so, sondern ich möchte erstmal zwei drei Stücke Seife nur für mich herstellen oder ein paar Liter Met.

    Das ist alles kein Problem. Wenn es nur von dir genutzt wird.


    Bereits ein Verschenken ist ein "Inverkehrbringen" und somit geregelt.

    Wo ist die Markteintrittsbarriere bei Bienenwachskerzen?

    Da gibt es keine, ausser das diese auf die 30% Nebenerzeugnisse angerechnet


    werden. Somit sollte zumindest eine einfache Buchführung vorhanden sein.

    Was spricht gegen Propolis-Tropfen, Honig-Seife, Lippenbalsam - eine Frage der richtigen Kennzeichnung Nach INCI/ EU-Verordnung, da muss man sich informieren wie das geht?

    Propolis Tropfen fallen unter das Arzeneimittelgesetz. Einige Umwege mögen


    eine Zeitlang funktionieren, ist aber immer eine Grauzone.


    Seife und Lippenbalsam fallen unter die Kosmetikverordnung. Alleine die


    Grundlagen zur Hygiene magst du gar nicht erfüllen. Dagegen ist ein


    Schleuderraum nur ne Kammer und die Dokumentation wird Bücher füllen.

    Honig-Bonbons - sehe ich erst einmal keinen Unterschied zu anderen selbstgemachten Lebensmitteln. Ich muss die Allergene und kennzeichnungspflichtige Bestandteile draufschreiben und brauche eine Arbeitsumgebung, in der ich Lebensmittel herstellen darf - das ist bei der Herstellung von Honig bereits gegeben oder?

    Je nach Amt muss man hier nein sagen. Bei den meisten Ämtern gehen beim


    Schleuderraum Sachen durch, die nicht für Lebensmittel reichen.


    Bonbons wirst du nicht in der Küche herstellen dürfen.

    Met - habe ich einen >>alten Thread<< gefunden, ob das so noch gilt?

    Met ist das kleinere Problem, man sollte mit einem Labor zusammenarbeiten


    und die Richtlinien beachten. Zugelassene Flaschengrösse, Angabe des


    Alkoholgehaltes nur in 0,5% Schritten usw.

    Doch warum soll ich nicht mit zwei Stück Seife oder eine Tüte Honig-Bonbons verkaufen anfangen? Erstmal was machen und dann Stück für Stück da reinwachsen, dass es mit dem kleinen Zusatz-Obolus funktionieren kann? Und das Jahr darauf vielleicht 10 Stück Seife und 10 Tüten Honig-Bonbons?

    Beides siehe oben. Die meisten Kontrolleure interessiert es nicht, aber


    irgendwann erwischt du den falschen und dann kommen mehr Problem als


    du verarbeiten kannst.


    Gruss Joachim

  • Stylex irgendwie beschleicht mich das Gefühlt, das du etwas verbohrt in deinen Ideen bist und dich den Hinweisen der Kollegen nur unbereitwillig öffnen möchtest.

    Es stellt keiner in Abrede aus seinen Bienenbienenprodukten soviel wie möglich an Deckungsbeitrag herauszuholen und das nicht nur aus dem Honig.

    Suche mal bitte im Forum zu den einzelnen Produkten, was du da an Diskussionen findest und welche Grenzen dort evt. aufgezeigt sind.

    Vielleicht kannst du dann die kurzen und aussagekräftigen Hinweise besser verstehen.

    Keine macht hier dir die Arbeit beim Herstellen von Met, Salben, Seifen usw madig, doch bevor man dicke blaue Augen bekommt, muss man sich schon mal mit den Randbedingungen beschäfftigen. Enthusiasmus in allen Ehren, aber dann bitte bodenständig.


    Ich kenn hier nur wenige die nach der isso Methode argumentieren, aber es gibt viele viele viele, die ähnliches schon hinter sich haben, wo ich ihre Argumente einfach wegen meines bescheidenem Wissens- und Erfahrungshorizont auch nicht immer verstehen kann.

    Da ich jedoch weiß das man mich vor zu viel Leidenserfahhrungen bewahren will, suche ich dann weiter nach den fehlenden Puzzeln oder lass es einfach sacken, bis ich es verstehen kann ofer auch nie.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Wenn das dann gut funktioniert, komme ich vielleicht auf die Idee, einen Kasten Met, zwei Stück Seife und drei Kerzen auf einem Weihnachtsmarkt zu verkaufen. Neben meiner Nachbarin, die Waffeln am Waffelstand für einen Euro das Stück verkauft und auch gewisse Regularien zu erfüllen hat.


    Was ist jetzt die unüberwindbare Hürde, die verhindert, dass ich mir ein paar Euro dazuverdienen kann?


    Was spricht gegen Propolis-Tropfen, Honig-Seife, Lippenbalsam - eine Frage der richtigen Kennzeichnung Nach INCI/ EU-Verordnung, da muss man sich informieren wie das geht?

    §6 KVO u.§60 LFGB. In Verkehr bringen bedeutet Weitergabe, Verschenken, Verkaufen. Die Verordnung dient dazu, dass eben nicht Jeder, der meint mal gerade so Seife zu machen, die auch verkaufen kann, letztendlich zum Schutz des Endkunden. Eine Bekannte macht es zertifiziert mit Labor und Allem. Sie holt ab und an reines Bienenwachs hier ab. Das ist im Übrigen gar nicht zu verseifen, sondern höchstens nettes Beiwerk.

    Kontrolleure braucht es da nicht, höchstens mal einen zertifizierten Seifensieder, der dauerhaft angepisst von den ganzen Schwarzsiedern, über den Weihnachtsmarkt wandelt.

    In §60 findest du unten auch die entsprechenden Bußgelder und watt soll ich sagen, die sind nicht mickrig.;)

    Es tut mir nicht leid um diesen weiteren destruktiven Beitrag.

  • Ne Bekannte macht Seife als Nebenjob und gibt kurse. Da gibt es so Labore im eu Ausland die für einen Bruchteil der Kosten ihre Rezepte zertifizieren. Muss nämlich jedes Neue einzeln abgenommen werden

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Für die Zutaten auch. Mußt'te nich meinen, das eigene Bienenwachs einfach so nehmen zu können. Brauchst ein Zertifikat. Auch für Ringelblumen. Kostet bei einer Tonne genau das gleiche wie bei 200g. Aber leg das mal auf Deine drölf Stücke Seife um 😂

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zu Regularien rund um Seifeherstellung und -verkauf habe ich noch 》diesen《 zwar etwas älteren, aber informativen Link gefunden, zumindest für den gewerblichen Bereich gibt es da einiges zu beachten.


    Deswegen werden wir wahrscheinlich mit Jungvölkern und Kerzen als erstes anfangen, wenn es irgendwann soweit ist. Dazu mit der Gewinnung und dem Verkauf von Sortenhonig.


    Komplett abschrecken lasse ich mich jedoch nicht so schnell. :)


    Man überlege sich zum Beispiel mal, in welchem rechtlichen Rahmen wir Auto fahren und was man alles dafür machen muss und braucht - eigentlich ein Wahnsinn.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Stylex : einfach machen 👍

    Bei Alkohol (nicht nur die Herstellung, auch die Weiterverarbeitung bereits versteuerten Alkohols) versteht der Zoll keinen Spaß. Wer so etwas vorhat, betreibt damit ein "Steuerlager" und muß sein Vorhaben vorher beim Zoll anmelden und exakt Buch führen. Und ja: Alles, was nicht dem Eigenverbrauch dient, ist in dieser Beziehung gewerblich. Es gab schon Haussuchungen bei nichtangemeldeten Imkern am frühen Morgen nach dem Weihnachtsmarkt...

    § 156 Branntweinmonopolgesetz:

    https://www.buzer.de/gesetz/6556/a105583.htm

    Das Anmeldeformular findet man hier:

    http://www.formulare-bfinv.de/ffw/action/invoke.do?id=1243

    https://www.formulare-bfinv.de…text=9203B6ACF1AA8F214A53