Welche Beute zum Anfang?

  • Meine zwei Senfkörner:


    1. Man sollte sich nicht unter Druck setzen lassen das System zu nehmen, was in seinen Dörfern am häufigsten ist. Man findet in der Regel zu den gängigsten Systemen Hilfe und Material, gerade in diesem digitalen Zeitalter. Ein erfahrener Imker ist ein erfahrener Imker und kann dir auch bei einem für ihn fremden System sagen, ob es den Bienen gut geht. Bei allen anderen Themen hilft auch das Internet.


    2. Ich würde vor der Beutenanschaffung eine gründliche Prüfung machen, d.h. sich verschiedene Beutensysteme angucken und sich nicht erstmal was mit nach Hause nehmen und dann gucken. Natürlich kann man sich jederzeit umorientieren, aber Imkereibedarf kostet Geld und das alles wieder zu verkaufen kostet auch Zeit und somit Geld. Und man soll sich wirklich genau angucken, wo bei den einzelnen Systemen Abweichungen vorhanden sind, d.h. im besten Falle anfangs nicht bei 5 Shops 7 Dinge bestellen.


    PS: Dadant, was sonst?! 8)

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Meine Meinung - Beutensystem nach ARGE Magazinimker - egal welches Maß.

    Darin aber am besten Maß Langstroth. Passt aber alles übereinander...
    Betriebsweise erstmal vom Paten übernehmen. (Ob du Langstroth oder Zander Zweiräumig arbeitest ist Quasi egal) - nur müssen bei dem ARGE System zur Kippkontrolle die Honigräume runter. Wie die Zander Leute das mit HR drauf machen geht mir nicht in den Kopf....

    Dann kannst du irgendwann auch Angepassten BR oder einen BR ausprobieren, aber quasi alles Material weiterverwenden.

    Das Langstroth-Maß der Rähmchen und Beuten ist das am besten Standardisierte, da bekommt man am ehesten das was man eigentlich wollte. Gibt viel gutes Zubehör! Und t.w. richtig günstig. Also selbst wenn die Beuten selber etwas mehr kosten, kannst du am drum rum viel Sparen.


    PS: Ich kaufe meine Zargen als Bausatz in der Slowakei. Die sind Schwalbenschwanz gezinkt, das hält bombig. Für Dadant 10er (unter 14€/Stück Netto) bzw. Langstroth 2/3 als Honigraum (unter 10€/Stück Netto). Nicot-Fütterer gibts in Frankreich (bei Abnahmemenge von einer Palette) anscheinend für unter 10€. Edelstahl-Buchdeckel für unter 15€ (noch nicht getestet, kommt noch....), etc....


    Das wäre m.M. das am ehesten Fehlinvestitionen vermeidente System.


    PPS: Nicht "irgendein" Langstroth kaufen! Manche haben "dünnes" Holz (19/20mm), das ist dann nicht kompatibel gemäß ARGE!

    Also immer schön auf die 25mm achten!

  • Moin Maurice,

    nicht gleich kirre machen lassen. Der Ton hier ist manchmal etwas rauh, aber wer fragt und die Antworten dann auch annimmt, bekommt in diesem Forum richtig gutes Wissen vermittelt;-)

    Und bitte bedenke immer, dass viele der Fragen schon gestellt wurden und manch einer wenig Lust hat, die zum 27.Mal zu beantworten (was ich allerdings schade finde, da man immer noch mal was lernen kann, auch bei der 28. Frage;-) und dass es sich um eine Lebewesen handelt, für das man eine Verantwortung übernimmt (wie bei einem Hund, nur kommt die Bienen nicht schwanzwedelnd um die Ecke;-))

    Bevor du nach der richtigen Beute suchst, solltest du dir im klaren sein, ob du mit einem Brutraum oder mit 2 Bruträumen arbeiten willst.

    Wie auch schon erwähnt, halte ich persönlich ebenfalls einen Brutraum für einen Anfänger als hilfreicher, weil hier das Geschehen in einem Bienenstock sehr schnell überblickt und erfaßt werden kann. Zumindest einfacher als mit 2 Bruträumen (Bitte dazu keine Diskussion, ist meine Meinung).

    Bei einem Brutraum ist Dadant meiner Meinung eines der ausgereiftesten Systeme.

    Bei 2 Bruträumen gibt es ziemlich viele. Da kommt es tatsächlich drauf an, an wen du dich halten willst. Ich würde dir da zu DN raten, allerdings auch nur, weil ich mit Zander z.B. keine Erfahrung habe.

    Wenn du dir nicht sicher bist, on 1 oder 2 Bruträume, nimm DN, da hast du auf lange Sicht viele Möglichkeiten, da es DN auch in DN1,5 für einen Brutraum gibt (rein DN in einem BR zu führen, halte ich für einen Anfänger noch für zu schwierig) und es gibt bei DN auch Halb und Flachzargen (1/2DN und 3/4DM), mit denen man auch die Honigräume kleiner und damit leichter machen kann (sehr angelehnt an Dadant).

    Wozu ich dir nicht raten kann, ist Stabilbau zum Anfang (Klotzbeuten, Bienenkiste, etc.). Das läuft 1-2 Jahre recht gut, man bekommt aber wenig Einblick über den Zustand des Volkes und spätestens wenn es um die Wabenhygiene geht, wird es schwierig.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo KoelscheJung ,


    grundsätzlich kann man mit jeder Beute imkern, sofern sie nicht zu klein für "Deine" Bienen ist. Mit Langstroth, Dadant, Zander oder DNM machst du nichts grundsätzlich verkehrt. Lernen kann man imkern in jeder dieser Rähmchenmaße und den dazugehörenden Beuten.

    Die Frage welche Beute "für Dich" die Beste ist, ist eher die Frage der bevorzugten Betriebsweise und ein paar Randbedingungen - das kannst Du aber meist erst nach ein paar Jahren für Dich entscheiden.

    Tipp, schau dir einmal verschiedene Betriebsweisen mit den verschiedenen "Beutesystemen" live bei jeweils einem Imker an - dann bekommst Du eine Idee wie Du starten möchtest, evtl. revidierst Du dann diese Meinung nach ein paar Jahren. Das macht jeder durch und da muss auch jeder selber durch... ;)


    Gruß

    Franz


    P.S.: Es gibt oft auch "Totschlagargumente" von Imkern, die beim genauen hinsehen nicht wirklich welche sind, z.B.:

    • "Fang mit Beuten an die auch Deine Nachbarn haben, dann kann man Rähmchen austauschen" - nun, ich habe in meiner >45 Jahren Imkerdasein genau zwei mal Rähmchen mit anderen Imkern ausgetauscht - diese Mär kommt aus Zeiten wo hauptsächlich Ableger ge- oder verkauft wurden - heutzutage sind Kunstschärme mehr verbreitet für Bienenmassenaustausch... - des weiteren versucht man aus Hygienegründen, Materialaustausch mit anderen Imkern sowieso zu vermeiden.
    • "... da kann man keine Rähmchen zwischen Brutraum und Honigraum austauschen..." - es gibt auch Betriebsweisen wo es Ziel ist, das explizit nicht zu machen...
    • "... da ist mir der Brutraum zu schwer..." - nun der volle Brutraum wird fast nie einzeln gehoben! Wanderimker bewegen einzelne Beuten oder Beuten im Verbund. Standimker lassen die Bruträume meist stehen, sie bewegen meist nur Honigräume. Übrigens, das Hauptgewicht fast jeder Beute ist der Inhalt, nicht die Beute selber...
    • "...Du kannst mit 1,5er Zargen in ein Großraumbeutenformat wechseln. Du hast dann einer erstaunliche Vielfalt an Möglichkeiten: - ein oder zwei Bruträume 1/1 - Flachzargenimkerei - drei verschiedene Honigraumformate - Großraumformat zum Imkern mit angepasstem Brutaum ..." - nun, diese Flexibilität hat man bei fast allen gängigen Maßen (Zander, DNM, Langstroth), aber ich möchte am Besten nur genau 2 Rähmchenmaße, eines für den Brutraum und eines für den Honigraum, alles andere brauch ich nicht wirklich!
    • "... was mich bei XYZ übrigens gestört hat, war, das es keine ABC gibt ..." - nun, man kann jede Beute von einigen Beutebauern so produzieren lassen wie man möchte und der Markt bietet fast alles mögliche und unmögliche an... - allerdings Zubehörkauf wie Dächer, Fütterer, etc. ist von den verbreitetsten Maßen am Billigsten, weltweit gesehen ist das die Langstroth Familie...
  • aber ich möchte am Besten nur genau 2 Rähmchenmaße, eines für den Brutraum und eines für den Honigraum, alles andere brauch ich nicht wirklich!

    Muss man ja auch nicht. Flexibilität heißt ja nicht, dass man alles macht, sondern alles machen kann.

    nun, man kann jede Beute von einigen Beutebauern so produzieren lassen wie man möcht

    Ich würde unbedingt raten, ein System zu wählen, dass man überall kaufen kann. Mit Spezialbeuten halst Du Dir ein ewiges Problem auf (vom Spezialpreis mal ganz abgesehen).


    Eine wichtige Erfahrung lautet: Ein System sollte so einfach wie möglich sein, also auf jeden Falz, Kläppchen, Fensterchen usf. nach Möglichkeit verzichten.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Beute und Betriebsweise sollten optimal zusammenpassen. Das kann ein Beginner nur schwer vorhersehen. Deshalb empfehle ich, sich die unterschiedlichen Systeme in der Praxis bei erfahrenen Imkern anzusehen um Vor- und Nachteile besser beurteilen zu können. Außerdem ist es ein Unterschied ob man Wandern oder nur Standimkerei betreiben möchte. Wie sind dann die örtlichen Trachtverhältnisse? Meinem Imkerpatenkind habe ich 12er DD empfohlen und er kommt gut damit zurecht. Die Frühjahrsentwicklung läuft optimal, die Brutraumkontrolle ist mit wenig Aufwand verbunden, der Honig wird vollständig in die Honigräume gedrückt, der HR kann um 90 grd. gedreht aufgesetzt werden und dank der Flachzargen sortenrein gewertet werden. Insgesamt ein entspanntes Imkern, mit dieser Beute schon fast zu einfach. 10er DD ist zum Wandern besser. Einzig bei der Heide sehe ich Nachteile aber wer hat die schon. VG Jörg

    Welche Nachteile siehst du da?

  • Guten Morgen,

    ich möchte nächstes Jahr mit dem Imkern anfangen, und bin mir komplett unschlüssig welche Beute ich dafür nehmen soll.

    Ich denke das mit den meisten Beuten der Start sicher funktionieren wird, allerdings will ich später nicht nocheinmal umsteigen, und ich hätte gerne von Beginn an alles möglichst kompatibel untereinander. Zudem möchte ich beim Kauf/Verkauf von Ablegern möglichst die Breite Masse ansprechen, so daß die Rähmchen auch immer passen.

    wie man möglichst Preiswert an die Beuten kommt.

    Hallo Maurice,


    ich bin selber erst 2-3 Jahre dabei, ich bin übers Einspringen als Unterstützer in die Imkerei reingerutscht und habe mich dann anstecken lassen. Jetzt, nachdem ich viele Abläufe übers Jahr auch in der Praxis kennengelernt habe, und selber mit Akzente setze, viele verschiedene Sachen ausprobiere, Überlegungen einbringe und umsetze, und es ans Erweitern gehen soll,


    - erst jetzt sehe ich mich überhaupt dazu imstande, beurteilen und entscheiden zu können, welches Beutensystem und welche Betriebsweise für mich in Frage kommen -


    wobei es auch danach für mich noch heißen kann "ups, da haste dasunddas doch vielleicht falsch eingeschätzt".


    Ich glaube, dass einzig der Weg über die Praxis einem zeigen kann, wohin es geht, und dass es hierfür keine Abkürzung gibt.


    Deine Gedanken im Vorfeld finde ich gut -


    ich selber hatte mir überlegt, mir erst einmal ein funktionierendes System zu erarbeiten und dieses zu erproben, - und wenn das geht, und ich die Abläufe und Handgriffe in der Praxis erlernt habe, dann zu entscheiden, wie es weitergeht, was ich warum wie ändern möchte (da ist "die Beute" einer von vielen, vielen Bausteinen, neben Varroabehandlungskonzept, Königinnenzucht, Wachsverarbeitung, Honigverarbeitung/-Ernte, Vertrieb, Kostenkalkulation, Bienen-Standortfrage/Logistik/Stand aufbauen, wer hilft wenn ich mal krank bin?, Räumlichkeiten einrichten, Schwärme einfangen, Überlegung wie die nächste Saison konkret laufen soll, Material, welche Bienenart, usw.)


    Ein Imkerpate wird denke ich absolut hilfreich sein, so dass du dir relativ schnell ein funktionierendes System durch "learning by doing" erschließen kannst. Du musst dich m.E. jetzt nicht unter Druck setzen, "das perfekte System" schon direkt zu Anfang haben zu müssen - deine Ansichten werden sich im Laufe der Zeit mit deinen Erfahrungen verändern, und "durch die Arbeit mit den Bienen, durch das be-greifen der Zusammenhänge" wird sich das Stück für Stück erschließen. Jedenfalls denke ich für mich so, vielleicht hilft das ja weiter.


    Schöne Grüße und einen guten Start!


    Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Gebraucht gibt es den noch.

    Das ist mir schon klar, es sind nicht alle Ausgaben verbrannt worden. Es ist halt nur nicht mehr neu zu erhalten und ab 80€ für ein Gebrauchtes, sind ja schon ne Stange Geld.

    Viele Grüße

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN

  • nun, man kann jede Beute von einigen Beutebauern so produzieren lassen wie man möchte

    Ich würde unbedingt raten, ein System zu wählen, dass man überall kaufen kann. Mit Spezialbeuten halst Du Dir ein ewiges Problem auf (vom Spezialpreis mal ganz abgesehen).

    Nun, mit meinem Statement habe ich auch nicht an "eigen konstruierte Beuten" gedacht, sondern an "angepassten Standardbeuten", wie z.B.:

    • Beute gibt es standardmäßig mit Rutschleiste - aber man möchte keine und lässt sich das anpassen
    • Beute gibt es standardmäßig mit 22mm Außenwand - aber man möchte 25mm Außenwand und lässt sich das anpassen
    • Beute gibt es standardmäßig mit Griffmulden - aber man möchte Griffleisten und lässt sich das anpassen
    • ...


    Gruß

    Franz

  • Gebraucht gibt es den noch.

    Das ist mir schon klar, es sind nicht alle Ausgaben verbrannt worden. Es ist halt nur nicht mehr neu zu erhalten und ab 80€ für ein Gebrauchtes, sind ja schon ne Stange Geld.

    Viele Grüße

    Marcus

    Bücher, die zu Klassikern geworden sind und nicht mehr aufgelegt werden, sinken ja in der Regel nicht im Preis. Also kann man die bei Bedarf auch wieder ohne Verlust verkaufen.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • KoelscheJung , wenn du Zeit und Lust hast, schau dir mal den Vortrag von Wulf-Ingo Lau zur Entwicklung der Bienenbeuten an. Ist unterhaltsam und lehrreich zugleich.: Wulf-Ingo Lau: Historischer Rückblick zur Beutenentwicklung

    Auch wäre es super wenn ihr mir verraten könntet wie man möglichst Preiswert an die Beuten kommt.

    Kaufe Bienen inkl. der (gebrauchten) Beuten vom Imker deines Vertrauens.

    ... allerdings will ich später nicht nocheinmal umsteigen, und ich hätte gerne von Beginn an alles möglichst kompatibel untereinander.

    Ein schöner Vorsatz. - Wenn es doch anders kommen sollte, dann kaufst du eben zuerst andere Kisten, vermehrst deine Völker, und verkaufst die alten Kisten mit Bienen wieder.