Manipulative Völkerführung passend zur Trachtsituation?

  • Als Hobby-Standimker ( zum Glück ohne Rapsfelder im Flugkreis) umgehe ich das Problem und die damit verbundene Rödelei, indem ich die Frühjahrstracht nicht abschleudere. Werden die Beuten (Zander) so schwer, dass man auf 2/3 Füllung des Honigraums schließen kann, wird einfach eine zweiter Honigraum aufgesetzt.

    Der Ganzjahreshonig wird erst Ende Juli geschleudert. Er ist dann immer sehr trocken und hocharomatisch.

    Ein Hobbyimker, hat neben der Imkerei noch ein anderes Leben. Er muss den Arbeitsaufwand klein halten und ist auch auf einen maximalen Honigertrag nicht angewiesen.

    Zumindest in guten Jahren geht das aber nur mit Leiter und gutem Chiropraktiker, oder?

  • Mit der 'richtigen' Biene geht das. Wenn die eh keinen Honig sammelt, merkt man auch die Schwärme nicht.

    Schön! Ich habe doch die «richtige» Biene! 🥰 Doof, dass ich letztes Jahr begonnen habe, systematisch umzuweiseln … ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Schön! Ich habe doch die «richtige» Biene! 🥰 Doof, dass ich letztes Jahr begonnen habe, systematisch umzuweiseln …

    Was ist denn Dein Ziel? Mit der "richtigen Biene" nur maximal einmal im Jahr Honig zu ernten, oder mit der "richtigeren Biene" eine etwas mehr ertragreiche Imkerei aufzubauen? :-)

    Abhängig von "Deinen" Zielen kannst Du dann entsprechend vorgehen - nicht umgekehrt! ;-)

  • Schön! Ich habe doch die «richtige» Biene! 🥰 Doof, dass ich letztes Jahr begonnen habe, systematisch umzuweiseln …

    Was ist denn Dein Ziel? Mit der "richtigen Biene" nur maximal einmal im Jahr Honig zu ernten, oder mit der "richtigeren Biene" eine etwas mehr ertragreiche Imkerei aufzubauen? :-)

    Abhängig von "Deinen" Zielen kannst Du dann entsprechend vorgehen - nicht umgekehrt! ;-)

    Ich scherze doch nur. ;) Da ich «nebenbei» einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgehe und deshalb Schwarmabgänge in der Regel verpasse, spielt eine Entwicklung hin zu einer schwarmträgen Imkerei für mich eine wichtige Rolle. Bislang hatte ich fast nur «Bastarde» (Swissmix) im Bestand. Letztes Jahr habe ich mir eine erste Fast-Reinzuchtkönigin (F1, Buckfast) gekauft. Was soll ich sagen? Welten! Der Honigertrag war vergleichbar mittelmässig, aber diese Königin hat im Gegensatz zu allen anderen einfach die ganze Saison hindurch durchgebrütet, keinerlei Schwarmzellen, wunderschönes Brutbild, herrlich. Und wenn man den Deckel abgenommen hat, haben die einfach weiter gemacht, wie wenn nichts wäre! Kein Pfund Bienen im Gesicht! ;)


    Mein Ziel ist einfach formuliert: Ich will die eierlegende Wollmilchsaubiene. 8o

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Mein Ziel ist einfach formuliert: Ich will die eierlegende Wollmilchsaubiene.

    OK, das verstehe ich, das heißt Du möchtest folgendes von Deinen Bienen ernten:

    • Bienen
    • Honig
    • Propolis
    • Wachs
    • ...

    Auch möchtest Du eine schwarmträge Biene, die auch wabensteht und wenig aggressiv ist - solche Bienen machen aber meist mehr als 2 HRs im Jahr voll - damit musst Du dann wohl leben ;-) :-) ...

  • Mit gesunden, parasietenfreien Bienen kannst Du fast alles machen, die gleichen auch Fehler des Imkers aus. Hohe Imkerkunst ist es, das ganze Jahr über gesunde starke und nicht ans schwärmen denkende Völker zu haben, die jede Tracht optimal nutzen. Könnte ich das, so hätte ich bei meinen Standortbedingungen doppelt so hohe Erträge, also weit über 100kg pro Volk. Jeder muss versuchen aus seinen Verhältnissen das Beste zu machen. Deshalb ist es schwierig von der Ferne Ratschläge zu geben. Ins Grübeln kommt man auch, wenn die Patenkinder, denen man sagt wann was zu tun ist, die besseren Völker (Nachzuchten von meinen) und die höheren Erträge haben. VG Jörg

  • Letztes Jahr habe ich mir eine erste Fast-Reinzuchtkönigin (F1, Buckfast) gekauft. Was soll ich sagen? Welten! Der Honigertrag war vergleichbar mittelmässig, aber diese Königin hat im Gegensatz zu allen anderen einfach die ganze Saison hindurch durchgebrütet, keinerlei Schwarmzellen, wunderschönes Brutbild, herrlich. Und wenn man den Deckel abgenommen hat, haben die einfach weiter gemacht, wie wenn nichts wäre! Kein Pfund Bienen im Gesicht! ;)


    Mein Ziel ist einfach formuliert: Ich will die eierlegende Wollmilchsaubiene. 8o

    Wenn du das ein paar Jahre weiter verfolgst, wirst du selber feststellen, dass sich dein Bestand in die Richtung entwickelt. 8)

  • Zitat

    :) Du machst das Ganze mit Flachzargen, gell? Ich habe die riesigen Dadantkisten, aber man könnte da schon irgendwas machen. Anstelle eines Gitters würde ich allerdings eher zu einem einfachen geschlossenen Holz-Zwischenboden tendieren. Müsste auch funktionieren, oder?

    Ja, mit Flachzargen, weil sich damit bei meiner Betriebsweise alles leichter bewerkstelligen lässt. Die Vorteile des doppelten Gitterbodens ala Muller/Schmidt sind das leichtere Wiedervereinigen (gemeinsamer Stockgeruch) im Falle einer Nichtbegattung und dass, wie ich hoffe, durch den Geruch der offenen Brut der Altkönigin unten, die Milben den Drang nach unten verspüren und sich zwischen den Gittern verfangen. Auf jeden Fall erreicht man mit einer solchen Trennung des Volkes die Auslöschung des Schwarmtriebs, eine Unterbrechung des Milbenbrutzyklus bei beiden Einheiten und gleichzeitig die Schaffung neuer Jungvölker, während der Sammeltrieb ungebremst weiterläuft. Das erste Mal in diesem Jahr so verfahren bin ich begeistert. Zwar brauchte ich pro Volk auch wegen fehlender Routine 1/2 Stunde, aber danach keine Schwarmkontrollen mehr. Das Kö-Suchen habe ich mir erspart, indem ich alle Brutwaben in den unteren Raum abgeschüttelt und -gefegt hatte. Zu den nackten Brutwaben habe ich oben Honigraumbienen hinzugefegt, nach einigen Tagen unerwünschte Zellen gebrochen und ggf. Zuchtstoff von den besten Völkern dazugegeben. Vor der Lindenblüte wurden die begatteten Brutlinge abgenommen und irgendwo abgestellt, damit die Altvölker (WV) ihre Flugbienen zugeflogen bekamen, und abends auf den Ablegerstand verfrachtet, wo sie bis in den Herbst hinein wöchentlich 1 bis 2 L Sirup bekamen. Nach der Lindenblüte habe ich bei den WV noch einmal auf gleiche Weise die Brut entnommen, jedoch keine Königinnen nachziehen lassen, sondern nach Schlüpfen der letzten Brut im Brutling die Einheiten wieder vereint, um dadurch eine zweite Brutzyklusunterbrechung zu bewirken. Somit bin ich mit 2 TBEs pro Volk durchs Jahr gegangen, ohne jede Chemie und eine Winterbehandlung wird es bei mir auch nicht geben. Mal sehen was daraus wird.

  • Du entnimmst (erntest) Bienen, das Volk reagiert darauf mit einem Bruteinschlag

    ohne Tracht? Nö.


    Beim Kunstschwarm entnimmst du fütternde Bienen und belässt alle futternden.

    Da haben die verbleibenden Damen zu kämpfen mit der schon vorhandenen Brut, wenn nichts reinkommt. Da dürfte das Brutnest sicher nicht noch weiter ausgeweitet werden.

    Es ist sicher gut die Völker dann zu schröpfen, aber ich würde auch von den arbeitsintensiven Brutwaben welche für die neuen Einheiten entnehmen, bei geringer Tracht. Die neuen Einheiten kannst du füttern.

    Trachtlücke kann bedeuten, es gibt keinen Übershuss im Honigraum oder es kommt so gut wie garnichts rein. Eins seeehhhr großer Unterschied, den es zu definieren gilt.


    Ist die Tracht gut, fährt man mit Kunstschwarmbildung zur Schwarmvermeidung besser.

    Oder mit der Entnahme von Waben mit vollverdeckelten Zellen mit bald schlüpfenden Bienen.


    Wahrscheinlich kennt Rase keine wirkliche Trachtlücke...