Manipulative Völkerführung passend zur Trachtsituation?

  • Das winterliche Gedankenkreisen setzt bereits wieder ein … ?(


    Ich habe in den wenigen Jahren, die ich nun als Hobbyimker hinter mir habe, grob zusammengefasst etwa folgenden Trachtverlauf beobachtet: Trachtspitze im April mit viel Obstblüte (Kern- und Steinobst, alles zeitlich sehr nah zusammen), Löwenzahn und Raps in kleinen (!) Feldern, dann Ebbe während etwa sechs Wochen bis Mitte Juni, anschliessend nochmals drei, vier Wochen Tracht, fertig. Ein grosses Problem ist die ausgeprägte Trachtlücke. Würde ich wandern, könnte ich die (erst) in der Frühtracht erstarkten Völker einfach von Tracht zu Tracht führen, aber als Hobby-Standimker bereiten mir die grossen Völker nach der Frühtracht Sorgen, weil die anschliessende Läppertracht unzureichend für den Erhalt des Status quo ist.


    Nun frage ich mich, ob ich mit (schweren) Eingriffen an den Völkern nicht eine insgesamt bessere Situation auch für die Bienen schaffen könnte. Ich habe diese Anfrage schon zweimal wieder gelöscht, weil ich sie selbst irgendwie doof finde und mir denke, dass es den Völkern am besten geht, wenn man sie in Ruhe lässt. Zur Not konnte ich bislang mit Futterwaben eingreifen, geht schon irgendwie. Aber gleichzeitig stelle ich mir halt die Frage, ob es nicht klüger wäre, die Volksstärken mit Eingriffen an den Trachtverlauf anzupassen.


    Ganz frei phantasiert als (fragliches) Beispiel: Die Hälfte der Völker wird rechtzeitig vor dem Einsetzen der Frühtracht zugunsten der anderen Hälfte mehr oder weniger massiv geschwächt. In die Frühtracht starten dann x starke Völker, während gleichzeitig x «Ableger» (wieder) aufgebaut werden. Nach der Frühtracht werden die starken Völker beispielsweise mittels einer TBE noch während der Tracht stark geschwächt, zum Beispiel zugunsten der Völkervermehrung oder des Aufbaus von Jungvölkern fürs nächste Jahr. Die anderen Völker, die «Ableger», bauen sich weiter auf und erreichen dann die optimale Trachtstärke zur Sommertracht. So habe ich zwar immer nur halb so viele Völker wie eigentlich möglich in der Tracht, aber immer jene Hälfte der Völker, die die Tracht gerade gut nutzen kann, ohne davor und danach «unnötig» viele Ressourcen zu benötigen. Im Idealfall wären die Völker jederzeit besser versorgt, als sie es wären, wenn man sie alle zusammen einfach durch die ganze Saison laufen liesse.


    Sind diese Gedanken nur halb oder komplett abwegig? :/

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Kannst doch einfach 3x ernten: 1x Frühtrachthonig, 1x Bienen (KS) und dann 1x Spättracht.

    Das klingt zu einfach. 8o

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Teil die Völker, mach aus jedem drei Ableger. mit Krabbelzelle.


    Bis zur Sommertracht haben die sich wieder aufgebaut. Dann zur Sommertracht die alte Königin abdrücken und den besten Ableger in das Volk setzen. Hast du Ableger die nichts taugen (sich nicht entwickeln) entweiseln und such mit in das Trachtvolk rein. Dabei kommst du dann am Ende des Jahres mit ca. 1,5 mal deine Startvölker raus. Alle Völker sind fertig umgeweiselt und du kannst 30% der Völker im Winter verlieren. Was im Frühling zu viel ist, wird vereinigt.

  • Teil die Völker, mach aus jedem drei Ableger. mit Krabbelzelle.


    Bis zur Sommertracht haben die sich wieder aufgebaut. (...)

    Nach fünf Wochen schlüpfen die ersten neuen Bienen. Nach sechs Wochen sind gedrittelte Wirtschaftsvölker dann wieder trachtreif?

    Zitat

    dann Ebbe während etwa sechs Wochen bis Mitte Juni, anschliessend nochmals drei, vier Wochen Tracht, fertig

    Wenn man das so macht, wird die Sommertracht zur Aufbautracht o_O

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nützt alles nix:)

    nu hast du Blut äääh Honig geleckt:saint:

    Die Jagt beginnt........

    Nützt alles nix, ausser du lässt ne Kupplung an deinen Karren bauen und kaufst nen brauchbaren Anhänger...... (die Angetraute? und dein Hirn wehren sich noch....aber......)

    Ich sehe das kommen, alles Andere nützt alles nix!

    Es wächst!

    Nu biste Honigjäger!

    Klasse!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Ein Volk, ein Ableger mit TBE zwei Wochen vor Trachtende. Bis zur nächsten Tracht sind die WV wieder voll da, die Ableger kannst Du besprühen und mit Zuckerwasser Winterreif machen. Dann hast Du beide Trachtspitzen voll genutzt und winterst mit doppelt so vielen Völkern ein und die TBE hast Du auch gemacht. Jetzt hast Du Spielraum für Vereinigungen und Winterverlustausgleich. Im schlimmsten Fall kannst Du im Frühjahr noch ein oder zwei Völker verkaufen. und während des Sommerlochs kannst Du nach neuen Standorten suchen fürs Trachtband.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Es gibt Jahre, auch hier, da ernte ich kaum Sommerhonig, nur Frühtracht; dieses Jahr umgekehrt! Man weiß ja nie, wie's kommt!


    Es geht ja darum, zur rechten Zeit die Völker voll zu haben und diese fit zu halten, trotz Trachtlücke. Wenn man teilt, hilft das wenig - sie benötigen alle Nahrung. Man kann m.E. nur einen Teil zur Kö'-Vermehrung abzweigen, der dann ja gefüttert werden muss.


    Ich sorge vor dem Winter für starke Einheiten - mit allem, was man so kennt. Somit habe ich im FJ volle Kisten und Potenzial für die Frühtracht. Ist das FJ kalt und nass, gehen die übrig genliebenen FW in die WV. Irgendwann ist dann endlich Frühtracht.


    Nach deren Ernte mache ich Kö's, d.h., es wird ein Sammelbrutableger gebildet von 9 -10 Völkern je eine volle BW mit Bienen entnommen. Der untere HR bleibt ohnehin drauf, so dass kein Volk in Versorgungsprobleme kommt. Damit sind die Völker etwas kleiner geworden. Für hiesige Verhältnisse reicht das aus, um die Völker über die Zeit nach der Weißdornblüte zu bringen bis es Lindentracht gibt. Die Neuvölkchen werden ohnehin gefüttert, so dass dort kein Mangel entsteht. Und dahin könnte man einen Teil der Bienen versetzen: 2-BW Ableger mit Schlupfzelle - entwickeln sich rasant.


    Entscheidend dürfte sein, dass die WV nicht zu sehr geschwächt werden, d.h., auch in der Trachtlücke genügend Pollen zur Larvenaufzucht zur Verfügung steht. Dann sind die nach einigen Wochen wieder top.


    Ist alles viel Abwägen und Jonglieren - klappt auch nicht immer richtig gut. Allerdings - wo gar nix ist, kannst Dich drehen und wenden...

  • Wasi … ! :D Schon vor Wochen hat meine liebe Frau ihr Ja zu einer Anhängerkupplung gegeben. ^^ Aber mein Hirn wehrt sich wirklich noch … Ist das wirklich klasse? Ich höre noch den Frank Osterloh beichten, wie er seine Familie systematisch versklavt hat. ;)


    Aber ich seh’ schon, nützt alles nix … :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • wie er seine Familie systematisch versklavt hat.

    aaach wo!

    Die Familie als Gemeinschaft lebt vom gemeinsam erarbeiteten Einkommen!

    Haben also alle was von. meine Mauler auch! Fürs Studium sollst gefälligst alles zahlen......

    hier gilt quit pro quo....

    Ich find das gerecht!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Hi Hi

    da gibts den Geldhahn, ein wunderbares Instrument, dann noch ne Bahnkarte.......

    bei 4 am Start bleibt nix anderes übrig.......

    glaubt mir , ich weiss was sowas kostet:!:

    Ich hab als Geber überhaupt kein schlechtes Gewissen, das hoffe ich doch eher auf der Nehmerseite zu finden.....


    Also bester swissmix,

    lebe DEIN Leben

    nimm alles und lass nix liegen:)

    es nützt einfach nix!

    Viel Spass dabei!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Das sind meine Kinder, ich hab sie auch lieb wenn sie keine Lust zum Imkern haben. Außerdem leben wir ja in solch einem Land, wo Kinder armer Eltern BAföG bekommen. Das hilft uns ungemein.Ohne wäre ein Studium wohl nicht drin.

    Aber sie haben es verdient, die dürfen niemals meine Noten sehen.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • man kann auch mit der Anzahl der Brutwaben im angepaßten Brutraum steuern, ob mehr Volkskraft in Brut oder Sammeln geht, nach dem Motto wenn Tracht wird Honig gemacht, keine Tracht mehr Brut/Bienen.

    Erst HR Bienen schröpfen für KS, dann BR mit 1-2 FuWa oder MW erweitern, je nach dem wieviel BW schon zu 100% voll Brut sind, falls keine Futterwaben Zwischenfütterung mit Futterteig, der bei Trachtbeginn wieder entfernt wird.

    Die letzten 2 verdeckelten FuWa im 1.HR werden bei der ersten Trachtpause bzw nach der Robinie/Linde entdeckelt und verbraucht und in der Linde wieder aufgefüllt.