Mysterium Honig-rühren

  • aber dann ist es eh egal, ob der Honig vom Putzwasser oder der Umgebungsfeuchte gärt.

    Wenn in der Schleuder kein Honig ist, kann dort auch keiner gären.

    Die Fuge unten ist nach einem Tag trocken.

    Trotzdem ist es kein Weltuntergang wenn trockener Honig mal länger in der Schleuer bleibt, bei ensprechend trokener Raumluft und einem funktionfähigem Deckel.

    Wenn Du keinen Rundgeschweißten Boden hast, dann hast Du da nicht nur einen Tag Honig/Wassersiff in dieser Kapillarfuge drin. Da würde ich drauf wetten, dass noch keine 5% der Imker eine solche dichtgeschweißte Fuge an der Schleuder haben. Putzt mal so gut Ihr meint die Schleuder und lasst die trocknen wie Ihr meint dass sie dann trocken ist.

    Dann nehmt Ihr mal ein weißes Blatt Papier oder ein Löschblatt und fahrt mal in die Bodenfuge runter. Oder nehmt eine Taschenlampe/Handylampe und leuchtet mal senkrecht in die Fuge runter. Sicherlich wird meistens nichts passieren, weil die Menge an neuem Honig das runterverdünnt. Ist es aber eine Schleuder die wegen: "Ich putze jeden Tag, weil ich bin kein Schwein", oder eine Vereinsschleuder die jeden Tag jemand anders benutzt und natürlich diese nicht Honigverklebt weitergeben werden soll, dann noch ein Imker mit wenig Honig am Schluß schleudert, der dann die gesammelten Hefen von allen Vorgängern mit abbekommt, dann wundert man sich wo es her kommt. Bei einer Woche Pause sieht es anders aus, dann sind die Hefen hoffentlich verhungert oder vertrocknet. Man kommt nicht zum trocknen rein, es hat nicht jeder eine Bodenheizung. Die wenigsten denken daran was da schlummert.

    Nicht verrückt machen deswegen, aber putzen ist nicht immer die bessere Alternative.

    Zusammenfassend:

    - In der Schleuder ist auch nach dem Putzen definitiv noch Honig

    - Die Fuge ist definitiv nicht nach einem Tag trocken

    - Wenn der Honig trocken ist, ja, dann ist es natürlich kein Weltuntergang

    - Ein funktionsfähiger Schleuderdeckel hält keine Luftfeuchte draußen, zumindest habe ich noch keine Schleuder gesehen, bei der der Deckel dazu imstande wäre.

    - Ich würde schätzen mind. 80% der Imker schleudern im Keller ohne Trockner, da ist die Raumluft nicht vor dem putzen trocken, schon gleich gar nicht danach

    - Meistens passiert nichts, wenn doch, dann war vermutlich die Varroa schuld.

    - Eigentlich geht es hier nicht um die Schleuder, aber für Abfüller und Klärfässer (die meisten) in denen man Honig cremig rührt, gilt das auch.

  • Ein funktionsfähiger Schleuderdeckel hält keine Luftfeuchte draußen,

    Das ist auch nicht notwendig. Dabei geht es eher um Staub. Der auch in einem Raum, der zum Schleudern geeignet ist, nicht in Unmengen vorkommt.

    Der Rest des Textes besteht hauptsächlich aus Behauptungen, die ich zum großen Teil nicht unterschreiben würde. Aber es bringt nichts, meinen Text aus 669 zu wiederholen. Ich finde daran nach wie vor nichts Falsches.

  • Da würde ich drauf wetten, dass noch keine 5% der Imker eine solche dichtgeschweißte Fuge an der Schleuder haben.

    Da kann ich mich ja wirklich glücklich schätzen zu den 5% zu gehören. Meine 4 Waben-Selbstwendeschleuder von Giordan hat keine Fuge, sondern die Behälterwand wurde mit dem Boden zusammengeschweißt, sodass dort ein geschlossener Übergang ist. Das hat mich damals beim Kauf zusammen mit dem schräg nach unten geneigten Ablaufhahn auch echt überzeugt. Also Augen auf beim Schleuderkauf für diejenigen, die noch vor der Kaufentscheidung einer Schleuder stehen. :)

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Man guckt penipel, dass kein Dreck in den Honig kommt. Aber der Staub im Raum darf sich gerne auf den Innenwänden der honigfeuchten Schleuder absetzen und sich somit im nächsten Honig wieder finden....


    Irgendwie nicht meine Vorstellung von Hygiene!


    Aber wir wollten hier Honig rühren und mein Beitrag war nur ein Hinweis darauf, warum ich Geräte zur Honigverarbeitung nicht verleihen würde. Denn jeder sieht das etwas anders, aber ich muss für MEIN Produkt gerade stehen!


    Da hilft nicht, dass ich ja gar nichts dafür kann, denn ich hatte das Gerät ja verliehen und deswegen ist dieses oder jenes in MEINER Honigverarbeitung schief gegangen....

  • Man guckt penipel, dass kein Dreck in den Honig kommt. Aber der Staub im Raum darf sich gerne auf den Innenwänden der honigfeuchten Schleuder absetzen und sich somit im nächsten Honig wieder finden........

    nein, das darf der Staub nicht. Wenn sich da Staub im Raum niedersetzt, würde ich da schonmal keinen Honig verarbeiten. Jetzt hab ICH Bilder von Deinem Schleuderraum im Kopf....

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Man guckt penipel, dass kein Dreck in den Honig kommt. Aber der Staub im Raum darf sich gerne auf den Innenwänden der honigfeuchten Schleuder absetzen und sich somit im nächsten Honig wieder finden........

    nein, das darf der Staub nicht. Wenn sich da Staub im Raum niedersetzt, würde ich da schonmal keinen Honig verarbeiten. Jetzt hab ICH Bilder von Deinem Schleuderraum im Kopf....

    Nee der ist sauber. Aber einen absolut staubfreien Raum gibt es meiner Meinung nach nicht!


    Und wenn von einer Schleuderung bis zur nächsten so 4-5 Wochen liegen, dann wird sich meiner Meinung nach, auch was an der honigfeuchten Innenwand der Schleuder wiederfinden. So zumindest meine Befürchtung!


    Ich mache jedenfalls vor jeder Schleuderung den kompletten Raum nochmals sauber und lasse dann die Entfeuchter arbeiten.

  • Ich glaube mich zu erinnern hier gelesen zu haben, dass geimpfter Sommertrachthonig bei 11 Grad ähnlich schnell kristallisiert wie der Frühjahrs-/Rapshonig. Finde es aber nicht mehr.

    Ist das so?

    Ich werde morgen vorab mal 2 Zargen schleudern (ca 16,2 % und 17,2 % Wassergehalt) und brauche eine davon möglichst schnell cremig gerührt...

  • dass geimpfter Sommertrachthonig bei 11 Grad ähnlich schnell kristallisiert wie der Frühjahrs-/Rapshonig.

    Ganz so schnell geht's nicht, aber bei der Temperatur bekommst i.d.R. innerhalb von 2 Wochen den Honig cremig - ausgenommen, er ist Robinien-lastig. Nicht zuviel rühren - nur homogenisieren.

  • O. K. dann probier ich das aus. :)

    Wäre schön, wenn er zum 10.7. verkaufsfertig wäre...

    Nimm ruhig mehr Impfhonig, dann geht es schneller. Ich hatte letztes Jahr Sommerhonig, der war nach wenigen Tagen fertig. In einem ca. 10 Grad Raum, Impfung mit Frühtracht, 500 g auf 35 kg, täglich zwei mal Rühren a 5 min. Wir haben hier aber auch keine Robinie. Eher Linde und Brombeere.

  • Habe vorige Woche meine letzten Gläser Lindenblütenhonig aus dem Verkauf genommen da der neue Honig jetzt verkauft werden soll.

    Der war noch flüssig wie bei der Abfüllung, stand immer in einem Geschäft im Regal.

    Dafür mußte ich gestern feststellen daß mein flüssiger Frütrachthonig den ich jetzt am Wochenende cremig rühren wollte innerhalb von 3 Tagen faßt komplett durchkristallisiert war ( vor 4 Wochen abgeschleudert und bei Raumtemperatur abgestellt ).

    Gruß Jörg

  • Habe vorige Woche meine letzten Gläser Lindenblütenhonig aus dem Verkauf genommen da der neue Honig jetzt verkauft werden soll.

    Der war noch flüssig wie bei der Abfüllung, stand immer in einem Geschäft im Regal.

    Dafür mußte ich gestern feststellen daß mein flüssiger Frütrachthonig den ich jetzt am Wochenende cremig rühren wollte innerhalb von 3 Tagen faßt komplett durchkristallisiert war ( vor 4 Wochen abgeschleudert und bei Raumtemperatur abgestellt ).

    Gruß Jörg

    ? Und was machst Du jetzt mit dem "alten" Honig? Entsorgen?

    Nur mal so aus Neugierde.


    Grüße

    Peter