Mysterium Honig-rühren

  • Ich habe gerade einen Honig den ich bisher einmal durchs Melitherm gelassen habe. Ein zweites Mal soll er auch noch durch. Sowohl vom Ursprungshonig als auch von den jeweils durch den Melitherm gelassenen habe ich eine Probe genommen. Diese werde ich in Hohen Neuendorf unter anderem auf HMF untersuchen lassen. Das Ergebnis kann ich dann gern hier einstellen.


    Gruß

    Hallo,


    Auf die Laborergebnisse der Honiguntersuchung kann ich online schon zugreifen.

    Probe 1 ist der Honig welcher unmittelbar nach dem Schleudern ins Probenglas gefüllt wurde.
    Probe 2 ist auskristallisiert und wurde durch den Melitherm verflüssigt (Einstellung 75 Grad).
    Probe 3 ist erneut auskristallisiert und wurde noch einmal mit den selben Einstellungen durch den Melitherm verflüssigt.

    Probe 1
    Probe 2
    Probe 3
    H2O18,4418,2418,24
    Invertase188,7177,8168,2
    Leitfähigkeit0,340,340,36
    HMF4,34,94,2


    Gruß Ronald

  • Interessant. Weiß jemand die Invertase-Werte zu interpretieren? Also ja, Wert ist niedriger durch Melitherm aber ist das noch im Rahmen…?

    Danke und Grüße

    „Wenn Bienen den Mindestlohn erhalten würden, würde ein Glas Honig mehr als 132.000 Euro kosten „🤔

  • Auf die Laborergebnisse der Honiguntersuchung kann ich online schon zugreifen.

    Moin Ronald,


    danke dass du die Ergebnisse schreibst! Für HMF hatte ich auch schonmal eingeschickt, in den Varianten "Deckelwachsschmelzer fünf Stunden bei 110 Grad", "bei 40 Grad 24 Stunden aufwärmen und Honig dann in Spitzsiebheizung völlig auftauen durchlaufen lassen" und "bei 40 Grad 24 Stunden aufwärmen, Spitzsiebheizung, Honig mit Kristallen durch das Spitzsieb drücken". HMF war völlig unbedenklich zwischen 5 und 6-7.


    Als nächstes steht noch an, Invertase testen mit Kühlspirale oder ohne Kühlspirale im Eimer wo das dann nach dem durchlaufen lassen durch Spitzsiebheizung reinläuft, vielleicht schaffe ich das dieses Jahr, steht auf jeden Fall auf der Agenda. Des weiteren HMF bei Futtersirup vor und nach dem Sommer bis vor der Winterbehandlung. Mühsam ernährt sich...


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Interessant. Weiß jemand die Invertase-Werte zu interpretieren? Also ja, Wert ist niedriger durch Melitherm aber ist das noch im Rahmen…?

    Danke und Grüße

    Und noch was: welcher Honig wurde denn untersucht?

    „Wenn Bienen den Mindestlohn erhalten würden, würde ein Glas Honig mehr als 132.000 Euro kosten „🤔

  • Hallo zusammen,

    den dargestellten Werten nach handelt es sich um einen gut gereiften Blütenhonig mit leicht zu hohem Wassergehalt.

    Leitfähigkeit: Blütenhonige bis 0,8, gegeben sind 0,35.

    Invertase: Unterer Grenzwert ist 64, gegeben sind >170.


    Interessant am Rande: Die beiden Melitherm- Durchgänge konnten den Wassergehalt nicht wesentlich senken.


    Beste Grüsse aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Interessant. Weiß jemand die Invertase-Werte zu interpretieren? Also ja, Wert ist niedriger durch Melitherm aber ist das noch im Rahmen…?

    Danke und Grüße

    Und noch was: welcher Honig wurde denn untersucht?

    Es ist ein Sommerblütenhonig mit Buchweizenanteil. Die sensorische Prüfung und Pollenanalyse steht zwar noch aus, aber den Buchweizenanteil sieht und riecht man deutlich. Liegt auch daran, das direkt am Ortsausgang ein großes Buchweizenfeld war. 😉


    Gruß Ronald

  • Interessant am Rande: Die beiden Melitherm- Durchgänge konnten den Wassergehalt nicht wesentlich senken.

    Hallo Rudi,


    wenn man Honig in einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit zehn mal durch ein Melitherm schüttet, steigt der Wassergehalt um etwa 0,5 %.


    Liebe Grüße,

    Jan

  • wenn man Honig in einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit zehn mal durch ein Melitherm schüttet, steigt der Wassergehalt um etwa 0,5 %.

    ja, vielleicht wenn du gleichzeitig in dem Raum heiß dauerduschst und den Honig daneben zwischendurch immer wieder stark abkühlen lässt. Aber garantiert nicht, wenn du ihn bei normaler Luftfeuchte wiederholt durchlaufen lässt. Der Honig wird durch das Gerät schließlich jedes Mal sehr deutlich erwärmt. Und wohin geht die Feuchtigkeit von einem Wassertopf auf dem heißen Herd?


    Trotzdem ist dieser Feuchtewert aus der Analyse auch für mich der interessanteste Wert, widerspricht er doch dem immer wieder postulierten "großen" Trocknungseffekt beim melithermisieren. Ich habe das noch nie feststellen können - der Honig trocknet etwas ab, ja, aber 0,1 bis 0,3%, mehr nicht. Dazu ist einfach die Honigmasse im Verhältnis zur Oberfläche zu groß. Auch bei Zwischenring und trockener Raumluft passiert nichts wesentliches.


    Je feuchter der Ausgangshonig, desto größer der Effekt, "größer" heißt aber nicht "groß"...


    Um auf die immer wieder behaupteten 1-2% pro Durchgang via Melitherm zu kommen, müsste man schon ganz andere Dinge anstellen, die für den Honig sicher nicht mehr förderlich wären.

    Leitfähigkeit: Blütenhonige bis 0,8, gegeben sind 0,35.

    Die 0,35 Leitwert stimmen meiner Erfahrung nach gut mit Buchweizen, also einem reinen Blütenhonig überein.


    Bei einem Wert von 0,8 würde zumindest ich in meiner Gegend (keine Heide) von einem hohen Honigtauanteil und eher Sommerhonig ausgehen, aber garantiert nicht mehr von einem Blütenhonig oder gar Frühtracht.

  • Interessant ist auch der HMF Wert. Der ist beim 2. Mal durch den Melitherm um 0,7 gesunken, oder sollte es dann 5,2 heißen :/

    Viele Grüße aus der Westlausitz


    "Was tausend Wichte sagen, bekommt Gewicht" - Johann Nepomuk Nestroy