Mysterium Honig-rühren

  • Ich bin in der Stadt und habe einiges an Lindenhonig. Der Honig ist in Hobbocks recht zäh, aber noch flüssig.

    Ich bin ja auch aus Berlin, Haupttracht Linde - es sieht nur oben "puddingartig" und transparent aus, unten gibt es einen trüben und grobkörnigen Bodensatz.. Wenn Du den rührst bekommst Du "Brei", der sich auch noch gerne trennt. Sparen kannst Du Dir das Erwärmen, um ihn in den Melitherm zu bekommen, da reicht rühren.

    Spitzsieb oder Melitherm und rühren, dann ist es aus mit dem Pudding und der Transparenz, aber Du hat einen feinsteifen Honig mit einem appetitlichen Orange-Ton.

  • Der Temperaturregler geht bis 85 Grad...

    der Tacho vom 75 PS Lupo ging auch bis 220......Ich habe ja ein 2. Thermostat dran, was die tatsächliche Temperatur anzeigt, da kommt bei breiigen Honig nie mehr als 50°C an der Spirale.

    "Gefährlich" wird es wenn man kandierten Honig reinkippt, dann gibt es Stellen, wie die SPirale nicht bedeckt ist und da sind schon wesentlich mehr als 50°C drin, auch der Imker der kein 2. Thermostat hat, bekommt von der hohen Temperatur eine Rückmeldung, aber erst später, bei der Seihtuchreinigung.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Sparen kannst Du Dir das Erwärmen, um ihn in den Melitherm zu bekommen, da reicht rühren.

    Spitzsieb oder Melitherm und rühren, dann ist es aus mit dem Pudding und der Transparenz, aber Du hat einen feinsteifen Honig mit einem appetitlichen Orange-Ton.

    Hallo HaroldBerlin, das heißt auch mit Linde Melitherm und dann rühren führt zum besseren Ergebnis, korrekt? Und wenn ich den "Lindenpudding" direkt rühre ohne Melitherm dann was kommt dabei raus? Ich verstehe nicht ganz, wo man den Vorgang mit dem Melitherm sparen kann...

  • Hallo HaroldBerlin, das heißt auch mit Linde Melitherm und dann rühren führt zum besseren Ergebnis, korrekt?

    Hallo Kirill,

    ja, wenn Du einmal Kristalle, erst recht größere, drin hast, hilft Dir nur noch das Auflösen per Verflüssigung - hier gerne "Reset" genannt. Die groben Kristalle werden immer wieder weiter wachsen, da wird nichts Feineres mehr draus. Steht aber alles schon auf den ersten Seiten dieses Fadens...

    Und dann kontinuierliches Rühren, ggf. Impfen mit einem sehr feinkristallinen Honig.

    Und wenn ich den "Lindenpudding" direkt rühre ohne Melitherm dann was kommt dabei raus?

    Brei, Schleim, Grütze....

    Ich verstehe nicht ganz, wo man den Vorgang mit dem Melitherm sparen kann...

    Siehe hier:

    Sparen kannst Du Dir das Erwärmen, um ihn in den Melitherm zu bekommen, da reicht rühren.

    Du kannst Dir einmal ERWÄRMEN sparen, nicht den Melitherm. Musst ihn ja aus dem Eimer in den Melitherm oder das Spitzsieb bekommen und willst vielleicht nicht alle Kristalle erst am Schluss quasi "trocken" im Sieb haben, oder?

  • Ich verstehe nicht ganz, wo man den Vorgang mit dem Melitherm sparen kann...

    Siehe hier:

    Sparen kannst Du Dir das Erwärmen, um ihn in den Melitherm zu bekommen, da reicht rühren.

    Du kannst Dir einmal ERWÄRMEN sparen, nicht den Melitherm. Musst ihn ja aus dem Eimer in den Melitherm oder das Spitzsieb bekommen und willst vielleicht nicht alle Kristalle erst am Schluss quasi "trocken" im Sieb haben, oder?

    Jetzt habe ich es verstanden, alles klar! Danke! Ich probiere es in einer Woche aus, bin sehr gespannt auf das Ergebnis ;)

  • (...), aber Du hat einen feinsteifen Honig mit einem appetitlichen Orange-Ton.

    Kommt auf die Temperatur an beim rühren. Bei 9°c wird der fast weiß ;)

    Hab ich den Witz nicht verstanden oder ist das ernst gemeint? Der Farbton wird durch die Temperatur beim Rühren bestimmt?


    Schon geklärt, Google sei Dank.

    Laves schreibt, dass es nichts mit der Temperatur beim Rühren sondern mit der Zusammensetzung zu tun hat (https://www.laves.niedersachse…-des-honigs-191962.html):


    "Lindenhonig kann beispielsweise in der Farbe von schneeweiß bis dunkelbraun variieren, je nachdem wie das Verhältnis der Rohstoffe Nektar zu Honigtau ist. Reiner Lindennektarhonig ist weiß. Je mehr Honigtauanteil vorliegt, umso dunkler ist der Lindenhonig."

  • (...), aber Du hat einen feinsteifen Honig mit einem appetitlichen Orange-Ton.

    Kommt auf die Temperatur an beim rühren. Bei 9°c wird der fast weiß ;)

    Hab ich den Witz nicht verstanden oder ist das ernst gemeint? Der Farbton wird durch die Temperatur beim Rühren bestimmt?

    Der Farbton wird u.a. indirekt durch die Kristallgröße bestimmt, nämlich durch die Lichtbrechung. Du kannst exakt die gleiche Charge Honig in ziemlich verschiedenen Farben ins Glas bekommen. Natürlich spielt die Zusammensetzung des Honigs auch eine Rolle, so weiß wie Raps bekommst Du Waldhonig nie, aber doch schon so, das es auf dem Weihnachtsmarkt ziemlich mühsam wird, die acht Sorten fast identisch weißen Honig zu erklären. So wie bei manchen Kollegen Rapshonig eher pissgelb daherkommt, gibt es zumindest in der Anfangszeit mit gekühltem Rührwerk nur noch weiße Honige^^


    Das ist eine Frage der Kristallisation.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • das es auf dem Weihnachtsmarkt ziemlich mühsam wird, die acht Sorten fast identisch weißen Honig zu erklären.

    das Problem habe ich zu meinem Leidwesen seit einiger Zeit auch - jedoch habe ich es zunächst allein auf die Zusammensetzung des Honigs zurückgeführt. Insbesondere mein Sommerhonig ist seit längerem farblich fast nicht mehr von der Frühtracht zu unterscheiden. Das ist super blöde, wenn man das mal beim Etikettieren durcheinander bringt und erst der Kunde den Irrtum bemerkt... ;)

    Früher war der Sommerhonig immer dunkelgelb, der Frühtrachthonig ganz weiß.


    Du führst es auf die Rührtemperatur und die dadurch bestimmte Kristallgröße zurück. Interessant und nicht von der Hand zu weisen. Jedoch halte ich inzwischen die Honigfeuchte für eher noch bedeutsamer.


    Denn die Rührart und -temperatur ist bei mir seit Jahren etwa gleich, jedoch habe ich zuletzt sehr viel trockenere Honige gehabt und zeitgleich ist die Farbe heller geworden. Kann natürlich trotzdem auch "nur" an der Honigzusammensetzung gelegen haben.

  • Es ist tatsächlich ein Mysterium!

    Geht auch „richtiger“ Honig?

    Ohne ihn dahin zu rühren, zu erwärmen, zu …, zu … wo der Imker ihn hinhaben will!

    Das ist nicht zynisch gemeint.

    Es ist ernsthaft gefragt.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Wie gesagt, ich schleudere, rühre und fülle ab (Sommerhonig wird noch mit 5 % geimpft).Kein Wärmeschrank, kein Melitherm, nix. Ist das richtiger Honig?

    Frühtrachthonig mit Raps ist fast weiß, Sommerhonig ist gelblich. Optisch SEHR leicht zu unterscheiden... :)