Mysterium Honig-rühren

  • Die ist wohl gewohnt, das alles staunend und nickend von Beginnern hin genommen wird...

    wenn du mal einen Vortrag von ihr erlebt hast, weißt du auch wieso. Der der eine andere Meinung hat wird auf einer unnachahmlicher Art auf sein Fehlverhalten vor versammelter Mannschaft hingewiesen.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Erwärmte u. flüssig vermarktete Sommertracht, weil ja nu? Und jeder Kunde weiß/wird aufgeklärt, daß der wieder zum Knirsch wird, nach ein paar Monaten.?

    Das Video braucht dringend einen Warnhinweis, "Vorsicht Comedy" oder so. Für den Verlag eher peinlich.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Rainfarn ()

  • Erwärmte u. flüssig vermarktete Sommertracht, weil ja nu?

    Weil Müsli mit einem Klumpen Frühtracht (oder ein leckeres Salatsößchen) ein bisserl mühsam ist? So selektiert man auf Kunden, die den Honig schneller essen und öfter kaufen 🤷

    Zitat

    Das Video braucht dringend einen Warnhinweis, "Vorsicht Comedy" oder so. Für den Verlag eher peinlich.

    Das unterschreibe ich sofort 👍

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Weil Müsli mit einem Klumpen Frühtracht (oder ein leckeres Salatsößchen) ein bisserl mühsam ist? So selektiert man auf Kunden, die den Honig schneller essen und öfter kaufen 🤷

    Ja ne is klar. Nur muss der Kunde auch wissen, daß er den Honig zügigst zu verbrauchen hat.

    Die absolute Aussage was die Kundenaufklärung angeht, da bin ich drüber gestolpert.

  • so ein Murks.

    Die ist wohl gewohnt, das alles staunend und nickend von Beginnern hin genommen wird...

    Auch von Experten gibt es von 100 Videos sicherlich häufiger zwei oder drei, die vielleicht etwas unglücklich sind. Der Rückschluss darf m.E. aber nicht nach dem Motto sein, "weil zwei drei Lehr-Videos nicht gut sind, sind auch alle anderen hundert Lehr-Videos nicht gut und sowieso alles was die Person macht, sei komplett schlecht". Oder herablassende Äußerungen. Da sollte man m.E. eine Grenze ziehen.

    Konstruktive, fachlich begründete Kritik ist gut und notwendig! Und an dieser Stelle auch erfolgt.

    Ich für mich habe in vielen imkerlichen Themenbereichen, die nächstes Jahr auf mich zukommen, eine Menge Wissenslücken, weswegen ich jetzt im Winter die Gelegenheit nutze, viel zu lesen und mich mit erfahreneren KollegInnen auszutauschen. Was Frau Aumeier in zahlreichen Videos gezeigt hat, ist für mich bisher überwiegend hilfreich gewesen und eine gute Orientierung - eine von vielen anderen. Ich muss sie weder mögen, noch sympathisch finden, aber ihre Artikel in der "Bienenzucht" zum Beispiel finde ich bisher mit die mit dem höchsten Informationsgehalt, auch wenn ich in der aktuellen Ausgabe zum Beispiel mangels Fachwissen nicht nachvollziehen kann, warum das Werkzeug "Puderzuckermethode zum Varroabefallsgrad messen" nicht geeignet sein soll, bei der an anderen Stellen eine Verlässlichkeit von über 90% beschrieben wird (aktuelle Ausgabe S. 487 unter "Tipp 2") - ich werde diese Methode im kommenden Jahr dennoch anwenden, weil es eben nicht nur "die eine" Meinung gibt. Mit Kritik sollte man sich stets sachdienlich auseinandersetzen, nur so kommt man m.E. weiter.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Lieber Matthias,

    Als Anfänger kann man nich so einfach zwischen Gut und Böse unterscheiden, das liegt halt am Anfang.

    Die Imkerlinge werden auf jeden Fall polarisiert (na von wem wohl?) in gläubig und ungläubig....;);(


    Nun ist es nun mal bei mir so, (wo anders auch) das mit dem wachsen der eigenen Erfahrung ebenso und Proportional der Unglauben wächst.........:P

    Mach was du denkst! Zuerst musst/wirst du Glauben und wenn du (es mal besser) Weißt, steht der Trottel halt nich mehr hinter der Kiste. (Trottel ist der, dem nich gelingt was der Papst vorbetet;))

    Aller beste Erfolgswünsche.....

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • (...)Mach was du denkst! Zuerst musst/wirst du Glauben und wenn du (es mal besser) Weißt, steht der Trottel halt nich mehr hinter der Kiste. (Trottel ist der, dem nich gelingt was der Papst vorbetet)(...)

    Ich bemühe mich zumindest, nicht zu polarisieren. Sondern differenziert zu schauen, was wer macht. Davon ab bin ich der Auffassung, dass "die Schuld" immer beim Imker liegt, der auch als Anfänger dazu angehalten ist, sich in dem Bewußtsein der Verantwortung für seine Tiere, ausreichend zu informieren.

    -------------------------------

    Zurück zum Thema "Honig rühren", was für mich als "fortgeschrittener Anfänger" ebenfalls mangels Erfahrung noch Tücken birgt, wie dieser Sommer gezeigt hat, das Folgende also nicht unbedingt abgucken, sondern eher teilweise "wie man es nicht machen sollte", aber auch daraus kann man ja ggf. etwas ziehen. ;)


    Bisher haben wir mit ein paar Völkern "einfach den Honig gerührt bis er soweit war", dann in den Abfüllkübel und abgefüllt, fertig. Das ging auch sonst immer gut, v.a. bei unserer Haupttracht Raps. Spättracht war dann kaum noch was.


    Dieses Jahr hat das nicht so einfach funktioniert, weil die 8 WV plötzlich im (bei uns extrem kalten und trockenen) Frühjahr sehr, sehr wenig (und dann fast unvermittelt kristallisierten), und im Spätsommer viel, viel mehr Honig eingetragen haben als jemals zuvor, der dann aufgrund der Wärme einfach nicht fest wurde (16,5% Feuchtigkeit).


    Es wurde direkt gerührt, schön die 8 Hobbocks täglich mehrmals mit dem Hand-Rührstab, aber nix passierte. Was von "Impfen" gelesen und auf YT gesehen, war aber kaum noch was vom eigenen Honig da zum Impfen, darum die popeligen zwei Gläser auf die Hobbocks verteilt, eingerührt und gehofft. Wochen vergingen, und immer noch passierte nix (auf die Idee, einfach ausm Laden oder von einem Kollegen Rapshonig in der richtigen Konsistenz zum Impfen dazuzukaufen, kommt man ja nicht, ebensowenig auf die Idee, mit dem Rühren erst zu beginnen, wenn ein Referenzglas anfängt, perlmuttfarben zu schimmern, nein, man rührt sofort los).


    Außer, dass das täglich sinnlose Rühren allmählich allen auf den Zeiger ging und dass der Raum nach inzwischen sechs Wochen mal wieder für die normalen Haushalts-Belange freigeräumt werden musste, haben wir dann also abgefüllt.


    Im Glas blieb der Kleehonig weiterhin recht flüssig. Dann fing es im Oktober bei einigen Gläsern endlich an zu kristallisieren, beim Herausschmecken merkte man jedoch Zuckerkristalle, wie bei normalem Haushaltszucker. Das sind zwar keine zentimetergroßen "Klüntje", sehr gut schmecken tut der Honig immer noch, aber "feincremig" ist halt was anderes.


    Und da wir kommendes Jahr nicht mehr 8 sondern voraussichtlich 14 WV haben und ums Haus herum auf der einen Seite Raps und auf der anderen Seite Klee angebaut wird, könnte es richtig schön viel Honig geben, was auf der einen Seite ein Träumchen ist, weil wir auch gerade dabei sind, die Hobbyimkerei zu vergrößern (und wir sind auch sehr dankbar für diesen Glücksfall im Trachtpflanzen-Anbau, da z.B. eine "Wander-Arbeit" entfällt), auf der anderen Seite gilt es für uns auch hier, erstmal die Kompetenzen aufzubauen, die nötig sind, um den Honig dann auch gut zu verarbeiten.


    Ausgangsbeitrag dieses Threads war bereits abgefüllter, aber aufgrund Hitze wieder "schleimig" gewordener Honig.

    Auf uns kommt erstmal "nur" die "normale" Ernte zu. Wir werden kommendes Jahr voraussichtlich nicht allen Honig sofort abfüllen wie bisher, sondern erstmalig einiges in Eimern lagern, was dann Stück für Stück bei Bedarf in Gläser abgefüllt werden wird.


    Es fließt also von Schleuder durch Grobsieb voraussichtlich ins Klärfass und von da wahrscheinlich durch ein Feinsieb ins Rührfass. Wir rechnen mit je nach Wetter irgendwas zwischen 20 und 50 Kilo je Volk, das ist bei Maximum 700 Kilo/Ernte, eine andere Hausnummer als vorher mit 240 bzw. 320 Kilo (was mit ein Grund ist, warum wir jetzt einen Schleuderraum bauen, wo alles unterkommen kann).


    Im Rührfass angekommen, habe ich bei der Frühtracht "Raps" noch recht wenig Bedenken, dass alles gut klappt (weil, ist noch kalt genug draußen, um die "feinen" Kristalle zu bilden).


    Bei der Spättracht "Kleehonig" sieht das bei möglicherweise 35 Grad im Spätsommer anders aus.


    Der Kleehonig wird also mit (2kg je 100kg?) feincremigen Rapshonig geimpft und im Rührfass gut verrührt, da gibt es ja auch immer verschiedene Angaben, wieviel Impfhonig nötig ist, bishin zu 10%, andere KollegInnen schreiben 1-2% reichen.


    Variante 1) Dann kommt lt. 14301 ein Teil in Gläsern, ein Teil in Eimern, direkt ohne rühren, ohne abwarten direkt abgefüllt? in eine alte Gefriertruhe, die dann angeschaltet wird, ein paar Tage auf -18 Grad eingefroren, bei geschlossenem Deckel der Stecker gezogen und gewartet bis Raumtemperatur erreicht ist, fertig ist der cremige Honig? Ist ja kaum zu glauben, dass es so einfach gehen soll (oder ich habe das falsch verstanden?), aber werden wir wahrscheinlich ausprobieren, wenn ja, wär ja klasse!


    Variante 2) Dann muss das Rührfass auf ca. 11-14 Grad heruntergekühlt werden, gerührt werden bis "perlmuttfarben" die richtige Konsistenz erreicht ist und dann abgefüllt werden, der Honig anschließend bei 7 Grad im Kühlschrank gelagert werden, bis der Kristallisationsprozess abgeschlossen ist. Der Rest wird im Eimer gefüllt und ins Lager gestellt, bei Bedarf Eimerweise z.B. im DWS oder ggf. Wärmeschrank auf 25-28 Grad erwärmt und, sobald flüssig genug, abgefüllt, Kristalle bleiben in gewünschter Größe bei dieser Temperatur (noch) so erhalten und beim Abkühlen wird der dann im Anschluss kühl gelagerte Honig wieder schön feincremig?


    Aber "noch" haben wir keine Kühlzelle und keinen Melitherm und auch keinen Deckelwachsschmelzer, und noch kein (gekühltes) Rührfass, das kommt jetzt alles ggf. Stück für Stück... ist halt noch im Bau... Aber Kühlzelle scheint in jedem Fall Sinn zu machen, dass man bei größeren Mengen mit Palette/Hubwagen einfach ein Fass reinschieben und entsprechend "Rührtechnisch" bearbeiten kann oder eine Lagerung im Sommer auf 15-18 Grad gewährleisten kann.


    Wie machen das eigentlich die Kollegen ohne Keller technisch, dass die Temperatur bei der Anschluss-Lagerung nicht über 18 Grad steigt, v.a. im Sommer? Ich meine jetzt bei "Eimer-Mengen" zwischen 2 und 5 Tonnen? Klimaanlage rund um die Uhr bzw. wie gesagt Kühlzelle oder Ähnliches?

    Soweit ein paar Gedanken, vielleicht hilft der ein- oder andere Aspekt auch anderen weiter, die sich erstmalig mit diesem Thema näher befassen.


    Bevor es soweit ist, belese ich mich auf jeden Fall u.a. hier nochmal ausführlich und hoffe dann, dass alles so klappt, aber wie man merkt, ist jeder Schritt "funktionierend und gut durchgeführt" schon eine Kunst für sich. Oder auf Plattdeutsch gesagt: "Iss doch ööverall wat bii" ("Ist doch überall etwas dabei", gemeint ist, dass man sich die Dinge erst erarbeiten muss, bis sie funktionieren).


    Viel Erfolg allen beim Rühren und danke allen ExpertInnen für die wertvollen Ratschläge!


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.